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Die "Basler Zeitung"
und der Imam

Von PETER KNECHTLI

Das Schweizer Fernsehen veröffentlichte Anfang Monat einen DOK-Film über Muslime in der Schweiz, der kritische Aussagen islamischer Funktionsträger aus Basel enthält. Jene, die am meisten zu reden gibt, ist die Behauptung des Imams Riddha Ammari, der in der Arrahma-Moschee gepredigt haben soll, Andersgläubige seien "niedriger als das gläubige Tier". Eine Aussage, die nicht geeignet wäre, den interreligiösen Dialog zu fördern.

Gestern Donnerstag: Die "Basler Zeitung" titelt – eine Woche nach Ausstrahlung des DOK-Films – auf der Frontseite "Die 'Hasspredigt' zerfällt", spricht im Kommentar von einer "vermeintlichen Aussage" und wirft der Autorin vor, sie bewege sich in ihrer Beweisführung auf "dünnem Eis".

Solche Formulierungen verwundern: Sie sind darauf ausgerichtet, die Dokumentarfilmerin unglaubwürdig zu machen. Drehen wir den Spiess einmal um: Worauf stützt sich die "Basler Zeitung" bei der Demontage der Film-Autorin? Auf ein Interview mit Imam Riddha Ammari, der darin behauptet, den umstrittenen Satz, der zumindest sinngemäss im Koran steht, nie gesagt zu haben. Somit stellt sich die Frage: Kann die "Basler Zeitung" beweisen, dass der Imam die umstrittene Passage nicht geäussert hat? Es ist immerhin zu bedenken, dass gegen den Prediger eine Strafanzeige wegen Rassismus hängig ist. Ist diese Beweisführung hart genug, um die Filmautorin faktisch der Manipulation zu bezichtigen? Die Zeitung zeigt ein Foto des Imams, der sein Gesicht hinter dem Koran versteckt – hält jetzt auch die Form des journalistischen Verschleierns Einzug?

 

"Hält jetzt auch die Form
des journalistischen Verschleierns Einzug?"


Zu beurteilen, was der Geistliche in seiner Predigt wirklich gesagt hat, ist Sache der zuständigen Institutionen. Wir müssen es offen lassen. Es ist aber ebenso fragwürdig wie blauäugig, allein die bestreitenden, auf Frieden und Toleranz ausgelegten Aussagen des im Brennpunkt stehenden Imams als "Beweis" der Wahrheit herbei zu ziehen.

Es kann nun – und dies soll keine Kollegenschelte sein – bei aller Anerkennung nicht behauptet werden, die "Basler Zeitung" habe die Entwicklung der muslimischen Gemeinschaften in den vergangenen zehn Jahren besonders systematisch und mit der nötigen Hartnäckigkeit recherchiert. Es kommt vielmehr der Eindruck auf, dass eine journalistische Arbeit des "Zürcher Fernsehens" (so der häufige Eindruck in Basel) in den Dunst der Misstrauens gezogen werden soll. Wir Basler Journalisten müssten uns vielmehr fragen, ob wir einer gewissen Entwicklung, die geeignet ist, die Gesellschaft eher zu spalten als zu einen, nicht mehr Aufmerksamkeit hätten schenken müssen.

Es bestünde hinreichend Grund, zumindest bei einigen Exponenten etwas genauer hinzuschauen. Der DOK-Film liess den Sekretär der muslimischen Gemeinde Basel, Aziz Osmanoglu, im O-Ton sagen, er wünschte sich die Scharia in der Schweiz. Im "Regionaljournal" doppelte Mustafa Yalcin, Präsident derselben muslimischen Gemeinde, vor wenigen Tagen nach mit der wörtlichen Aussage: "Islam ist Scharia und Scharia ist Islam." Beide beteuerten aber, sich an die schweizerischen Gesetze halten zu wollen.

Damit soll in keiner Weise unterstellt werden, die genannten Akteure trachteten heimlich nach Installierung einer traditionellen islamischen Parallelgesetzgebung in der Schweiz. Für sie gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung – aber für die Filmautorin gilt bis zum Beweis des Gegenteils auch die Redlichkeitsvermutung. Und diesen Beweis hat die "Basler Zeitung" mit dem voreiligen Persilschein an den Imam nicht erbracht.

Dieses Dauer-Schweigen kann gefährlich sein
Interview mit Georg Kreis: "Wertverletzungen sind nicht klug"

9. April 2010
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"Dank an OnlineReports"

Karin Bauer dreht für das SF einen sogenannten Dok-Film über Muslime in der Schweiz. Die Reportage trägt den schreienden Titel "Muslimreport Schweiz" und klingt an nette pornographische Filme an wie "Schulmädchenreport". Und vielleicht sagt dieser Titel mehr als ihr lieb sein kann. Es geht nicht darum, zu zeigen, wie Muslime in unserem Land leben, sondern um billigen Voyeurismus.


Im Zuge ihrer Recherchen hat Frau Bauer auch Kontakt zum Café Secondas aufgenommen. Wir konnten nicht mit einer "jungen Muslimin, die ein Doppelleben führt und zwischen den Kulturen zerrissen ist" (O-Ton Bauer) dienen. Stattdessen haben wir Frau Bauer mehrfach dazu eingeladen, ins Café Secondas zu kommen und sich mit den zahlreichen jungen Musliminnen zu unterhalten. Das war ihr dann aber doch etwas zu langweilig. Vielleicht, weil die Frauen im Café Secondas den Schweizerinnen christlichen Glaubens zu ähnlich sind? Keine Zerrissenheit, keine Extremgeschichten – so etwas repräsentiert zwar die schweizer Realität der meisten Muslime, aber ist offensichtlich weder reisserisch noch polarisierend genug, um gezeigt zu werden. Bedenklich, dass sich ein öffentlicher Sender für solch unethischen Journalismus hingibt. Der Dialog zwischen Kulturen und Religionen wird damit auf ein peinliches Niveau zurückgeworfen.


An dieser Stelle sei OnlineReports für die ausgewogene Berichterstattung gedankt.


Janitha Reetz und Hürriyet Oezbey, Co-Präsidentinnen Café Secondas, Basel


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Frisch pubertiert

Kontroverse am Weihnachtstisch
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"Warum keine überirdische Ringbahn?"

Basler Zeitung
vom 19. Januar 2022
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... für alle, die mit dem Himmelfahrts-Kommando unterwegs sind.

Alles mit scharf

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RückSpiegel


Im Interview mit dem Medienökonomen Matthias Künzler stellt Bajour die Frage, ob es fair sei, dass OnlineReports, da kostenlos zugänglich, von der Medienförderung nicht profitieren könnte.

Prime News nimmt im Kommentar gegen das "Medienförderungsgesetz" auf die Position von OnlineReports Bezug.

Die BZ Basel und Happy Radio bezogen sich in ihrer Meldung über die Kündgung der Gelterkinder Schulleitung auf eine OnlineReports-News.

Die Badische Zeitung bezog sich in ihrem Bericht über die Absage des internationalen Reitsport-Turniers "CHI Classics" in der St. Jakobshalle auf OnlineReports.

In ihrer Meldung über den Widerstand gegen ein Kirchenglocken-Läutverbot geht die BZ Basel auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Traiferhöhung auf den Basler Fähren auf.

Bajour interviewt OnlineReports-Gründer Peter Knechtli zu seiner Ablehnung des vor der Volksabstimmung stehenden "Medienförderungsgesetzes". Die Medienwoche nimmt das Interview auf.

Den OnlineReports-Primeur über tödliche Heizungsgase in Binningen nahmen der Tages-Anzeiger, 20 Minuten, das SRF-Regionaljournal und Telebasel auf.

In ihrer Story über die amtliche Schliessung des Bistro "Cheesmeyer" in Sissach nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ, Telebasel und Happy Radio nahmen die OnlineReports-Meldung über den Tod des Kleinbasler "Modezars" Roland Vögtli auf.

Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


In Birsfelden ist das Referendum gegen den Quartierplan "Zentrum" zustande gekommen, so dass die Volksabstimmung am 27. März stattfindet.

Nach zwanzig Jahren im Amt wird die Oberwiler Gemeinderätin und Vizepräsidentin Rita Schaffter (Die Mitte) per Ende Juni aus dem Oberwiler Gemeinderat zurücktreten.

Der Kanton Basel-Stadt und Allschwil haben sich darauf geeinigt, die ÖV-Anbindung des Bachgrabengebiets durch Verlängerung der Buslinie 64 voraussichtlich im zweiten Quartal zu verbessern.

Weil im Reinacher Einwohnerrat die Stimmen bei der Abstimmung über den diesjährigen Steuerfuss nicht vollständig ausgezählt wurden und somit das Zweidrittel-Mehr nicht korrekt erfasst wurde, muss das Gemeindeparlament im Februar nochmals über dieses Geschäft abstimmen.

Der abgewählte Basler Regierungsrat Baschi Dürr (FDP) stösst ab Jahresbeginn zum "Sonntalk"-Moderatoren-Team von Telebasel.

Der Schweizer Dirigent Titus Engel wird ab der Saison 2023/24 als Principal Conductor der Basel Sinfonietta die Leitung des weltweit einzigen grossen Orchesters für zeitgenössische Musik übernehmen.

Die Baselbieter Regierung bewilligt den unterstützenden Einsatz von 29 Polizei-Mitarbeitenden vom 14. bis 22. Januar zur der Gewährleistung der Sicherheit anlässlich des World Economic Forums (WEF) in Davos.

Alexander Suter (36) wird als Nachfolger von Fleur Jaccard, die die Geschäftsführung der Zürcher "Age Stiftung" übernimmt, neuer Leiter der Abteilung Soziales  und GL-Mitglied der Christoph Merian Stiftung.

Weil bei der Baselbieter Polizei Beat Krattiger, Chef Sicherheitspolizei, in etwa zwei Jahren vorzeitig in Pension gehen will, kommt es ab 1. Januar aus Gründen der Kontinuität zu einem Stellen-Tausch mit Reto Zuber, dem bisherigen Chef Planung und Einsatz.

Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

Die Ost-West-Piste des EuroAirports wird ab 2. Dezember aufgrund der Verschiebung des magnetischen Nordpols von "08/26" zu "07/25" umbenannt.

Die Geschäftsleitung des Landrats hat angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen beschlossen, dass an den Landratssitzungen per sofort wieder Maskenpflicht gilt.

24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

Der Basler Journalist, Historiker und langjährige Grossbritannien- und Irlandkorresponent von Radio SRF, Martin Alioth, ist am 18. November nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

Die Mitglieder des Schutzverbandes EuroAirport wählten am 11. November die Reinacher Einwohnerrätin Katrin Joos Reimer als neue Präsidentin und Nachfolgerin von Landrätin Rahel Bänziger.

Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

Die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach wurde am 8. November in der Dunkelheit mit zwei Eiern beworfen.

Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung.