Gaby Burgermeister - Alles mit scharf

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"Die spinnen, die Römer!"

In den letzten zwölf Monaten habe ich mir alle drei Wochen zu einem mehr oder weniger weltbewegenden Thema mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken gemacht. Das ist gar nicht so einfach: Meistens hat mich irgendetwas saumässig geärgert. Aber nach zwei, allenfalls drei Sätzen hatte ich gesagt, was ich zu sagen hatte, die Luft war draussen. Der Sachverhalt war so sonnenklar, dass sich weitere Worte dazu erübrigten.

In anderen Fällen war die Thematik, die ich mir vornehmen wollte, komplexer. Ich hätte ausholen, ins Detail gehen, verzwickte Zusammenhänge aufdröseln müssen. Das hätte den Rahmen einer Kolumne gesprengt. Es wäre dann eben keine Kolumne mehr gewesen, sondern ein Kommentar – eine Textsorte, die mir ohnehin mehr am Herzen liegt, denke ich.

Heute schreibe ich meine letzte Kolumne. Der Editor von OnineReports und das geschätzte Publikum mögen mir deshalb verzeihen, wenn ich dieses eine Mal die Grenze überschreite. Es wird bestimmt nicht wieder vorkommen.

Die Alternative wäre, täglich einen Leserbrief in der BaZ zu schreiben. Denn als fleissige Nutzerin unserer öffentlichen Verkehrsmittel rieb ich mir letzte Woche täglich die Augen: Kaum sind die Temperaturen unter den Gefrierpunkt gesunken, sind offenbar etlichen Leuten die Hirnwindungen eingefroren! Oder wie es Obelix, der Gallier, formulieren würde: "Die spinnen, die Römer!"

Den Anfang machte die Mitteilung, die Elsässer wollen keine "Flirt"-Züge mehr. Das wäre vielleicht noch verständlich, wenn die französische Bahn ein eigenes, konkurrenzfähiges Produkt anzubieten hätte. Hat sie aber mitnichten. Stattdessen will sie einen Schritt zurück machen und fortan wieder täglich hunderte von Pendlern, die im Elsass wohnen und im Fricktal arbeiten, zwingen, in Basel umzusteigen, weil die französischen Zugkompositionen mit dem Schweizer Schienennetz nicht kompatibel sind. Goot's no?

Am Mittwoch glaubte ich beim Aufschlagen der Zeitung an einen (schlechten) Aprilscherz. Gerade mal seit vier Tagen war die Buslinie 48 vom Bachgraben zum Bahnhof in Betrieb. Da streicht ihr der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt auch schon wieder die Mittel. Begründung: Wir wollen nicht eine Buslinie mitfinanzieren, die an den Haltestellen des Stadtkantons vorbeiflitzt. Jene, die so argumentieren, sind offenbar von allen guten Geistern verlassen!

Wie wenn der Bahnhof, der Wielandplatz, der St. Galler-Ring, die Rigistrasse und die Wanderstrasse nicht auf Stadtboden lägen! Lasst doch den "48er" erst einmal richtig anrollen, mindestens ein Jahr lang, und zieht dann Bilanz. Wenn er zu wenig ausgelastet ist oder zu oft im Stau stecken bleibt, könnt ihr dann immer noch darüber diskutieren, ob die 120'000 Franken dafür sinnvoll investiertes Geld sind oder nicht.

Aber damit war noch nicht genug Geschirr zerschlagen. Am Donnerstag setzte das baselstädtische Parlament noch eins drauf und wollte auch vom Anschluss Allschwils an die Nordtangente nichts wissen. Diese Frage ist wohl von den drei angesprochenen die komplexeste, weil die Vor- und Nachteile nicht so eindeutig sind. Eben darum wäre eine Diskussion wünschenswert gewesen, anstatt das Projekt gleich aus dem Bauch heraus zu abzuschiessen. Derartige Schnellschüsse vergiften bloss das partnerschaftliche Klima. Lösungen führen sie keine herbei.

Apropos Klima. Wie war das gleich noch mit dem Klimagipfel in Kopenhagen? War da was? Man kann nicht ernsthaft erwarten, dass in Kopenhagen die ganze Welt einen kleinsten gemeinsamen Nenner findet, wenn's schon auf kleinstem Raum, in der Grenzregion am Rheinknie, klemmt.

21. Dezember 2009
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Gaby Burgermeister, geboren 1959, wuchs am Spalenberg in Basel auf und arbeitete nach dem Abschluss ihres Germanistik- und Anglistikstudiums kurze Zeit als Journalistin. Nach etlichen Wanderjahren in verschiedenen Berufen arbeitet sie seit 2000 als Redaktorin und Korrektorin für einen Fachbuchverlag in Bern und lebt in Basel.

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"Dem Schlossgespenst auf der Schliche"

Tourismuszeitung "Baselland entdecken"
vom Juni 2017
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Wie wär's mit "Dem Schlichgespenst auf der Schlosse"?

RückSpiegel


Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.