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BKB: Schluss mit dem grotesken Anachronismus!

Von PETER KNECHTLI

Überraschend schnell ist der liberale Politiker Andreas Albrecht als Präsident der Basler Kantonalbank (BKB) zurückgetreten. Er trägt als oberster Aufseher über das Geldinstitut die oberste Verantwortung und zog – was in der Tat Respekt verdient – seine Konsequenzen aus Fehlleistungen, die sich die Staatsbank unter seiner Aufsicht hat zuschulden kommen lassen. Fehlleistungen allerdings, die schon in der Unternehmenskultur vor 2009 angelegt waren in Zeiten, als der Sozialdemokrat Willi Gerster den Bankrat präsidierte. Auf einen Nenner gebracht: So hoch das Risiko, so lasch die Kontrollen.

Doch damit kann es nach dem BKB-Debakel nicht sein Bewenden haben. Den Inhabern von Partizipationsscheinen und der ganzen Öffentlichkeit ist durch die Private Banking-Expansion nach Zürich, die fragwürdige professionelle Leistung bei der Konto-Betreuung von Kunden der ASE Investment AG, die von Gier geprägte Geschäftemacherei mit amerikanischen Schwarzgeld-Vermögen und schliesslich die Kurs-Manipulationen an eigenen Wertpapieren drastisch vor Augen geführt worden, wie sehr der BKB-Slogan "fair banking" zur Worthülse verkommen ist.

Zu verantworten hat diese beachtliche Serie an operativen und strategischen Fehlleistungen nicht nur der Präsident – sondern der Bankrat in corpore. Hier muss in nächster Zeit vollständig aufgeräumt werden. Es reicht nicht mehr, dass Parteien hier ihre altgedienten Mitglieder mit nobel bezahlten Pöstchen – mehrere zehntausend Franken jährlich – versorgen und damit eine Pfründewirtschaft kultivieren, die zum Himmel stinkt.

"Wenn es um die Staatsbank geht, ist das
politische System wie ausser Kraft gesetzt."



Es war über die vergangenen vier Jahre auffällig, wie schweigsam sich die meisten politischen Parteien verhielten, als wieder eine Bombe platzte. Sie scheinen sich die Diskretion der Banken auch noch dann zu eigen gemacht zu haben, als Albrecht schon daran war, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Wenn es um die Staatsbank geht, ist das politische System wie ausser Kraft gesetzt. Alle schweigen, weil sie selbst oder Abgeordnete ihrer Partei mit drin hängen, weil die Parteien von den Aufsichtsratshonoraren auch ganz schön abkassieren, und weil politische Verwaltungsräte in Druck-Situationen zwecks Machterhalt zu Schulterschlüssen auf Tauchstation neigen. Dieser groteske Anachromismus muss ein Ende haben.

Ohne die persönliche Integrität der Bankräte in Frage stellen zu wollen: Nicht nur einzelne von ihnen verstehen nichts oder zumindest zu wenig von der Branche, um ihrer Strategie- und Kontroll-Aufgabe gerecht zu werden. Das Banken-Business von heute ist nicht im entferntesten vergleichbar mit jenem der siebziger Jahre und mit ihren spezialisierten Produkten von einer Komplexität, vor der oft selbst Wirtschaftskapitäne kapitulieren. Und so wird weiter gewurstelt.

Man kann sich nur schon seit Albrechts Rücktritts-Ankündigung bloss noch die Augen reiben. Da wird der grünliberale Bankrat Andreas Sturm zum Interims-Präsidenten gewählt. Der gibt sofort den Austritt aus seiner Partei und aus dem Kantonsparlament bekannt – als ob schon feststünde, dass ihn der Grosse Rat bald auch zum regulären Präsidenten kürt. Diese einschneidenden Schritte einer Vorleistung Sturms könnten vom Parlament auch als Druckversuch verstanden werden.

Sturm ist aber auch als Verwaltungsratspräsident der "Phorbis Communications AG" zurückgetreten, wie die BaZ berichtete, um "Interessenkollisionen zu vermeiden": Die Kommunikationsagentur war diesen Sommer mit der Gestaltung des BKB-Geschäftsberichts beauftragt worden. Aber warum sollen die Interessenskollisionen erst jetzt, wo es ums Präsidium geht, eintreten? Das "Regionaljournal" berichtet, die Anwaltskanzlei Vischer, in der Albrecht tätig ist, habe Aufträge der BKB wahrgenommen. Insgesamt sind dies keine Verbrechen, aber ein Indiz dafür, dass Fingerspitzengefühl fehlt.

Mit der Annahme eines Bankrats-Mandats braucht ja nicht gleicht die berufliche Kastration einher zu gehen, sofern die Auftragsvergabe transparent erfolgt. Aber die Fälle zeigen die Verlockungen des Mandats in einem staatsnahen Unternehmen, an dessen strategische Führung besondere Ansprüche zu stellen sind.

Ob es ausreicht, Regierungs- und Grossräte vom Bankrat auszuschliessen, aber den Parteien-Proporz weiterhin zu kultivieren, wie es der Regierungsentwurf zur Revision des BKB-Gesetzes vorsieht, ist fraglich. Als Konsequenz aus der Vergangenheit müssten bankenspezifische Professionalität, unternehmerische Unabhängigkeit und die Bereitschaft definiert werden, "fair banking" als verbindliche ethische Leitlinie und nicht bloss als Marketing-Tool zu betreiben.

Daran sollte der Grosse Rat bei der absehbaren Wahl denken – und bis dann bleibt auch den Bankrats-Mitgliedern Zeit, um in sich zu gehen und die Verantwortungsfähigkeit zu klären.

6. Dezember 2013
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Parteien hängen im System BKB drin"

Ich habe ihn noch gar nicht bedacht, den Hinweis darauf, dass die Parteien im Ganzen durch die von ihnen oft in Kampfwahlen erkürten Delegierten mithängen im System BKB. Gut, wenn, was Regierungsrätin Herzog vorhat, alle Grossrätinnen und Grossräte von der Wahl in dieses Gremium ausgeschlossen werden, auch wenn sie gute Banker sind.

 

Erfreulich auch, dass die Medien, mindestens die unabhängigen wie OnlineReports genau hinschauen, wenn es um die konkrete Arbeit geht. Rechtlich mag vieles möglich sein. Ethik ist aber eine Sichtweise über den Tageshorizont hinaus.


Xaver Pfister, Basel



"So wird Transparenz erreicht"

Schönen Dank Herr Knechtli für die klaren Worte in dieser Sache, so wird Transparenz erreicht. Ich wähle den Begriff Transparenz zum Wort des Jahres! Wenn eine Geschichte keinen Sinn ergibt, folge dem Geld! (Foster Gamble, Macher des Filmes "Thrive – what on earth will it take?")


Bruno Rossi, Gelterkinden


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"2018 - ein schwieriges Jahr für die Basler Vekehrsbetriebe BVB"

Regionaljournal Basel
vom 6. Mai 2019
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Sie verloren sogar Buchstaben.

Frisch pubertiert

Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.