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Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Ein kleiner Chip – und ich wäre gerettet

KI, künstliche Intelligenz, Hackerangriffe, Bildbearbeitung: Informatik ist Tagesthema Nummer eins und ich verfolge dies mit grösstem Interesse. Ich warte nämlich verzweifelt auf die implantierbare Gesichtserkennungs-Software. Es wäre traumhaft, könnte ich all die Leute, die mich so nett begrüssen, rasch scannen, und ein inneres Display würde mir "Udo Schmitt" anzeigen. Ein kleiner Chip, und ich wäre gerettet.

Ich bin nicht arrogant, ich mag Menschen. Aber mein Namensgedächtnis ist eine einzige Katastrophe. Und so kriege ich zuweilen bloss ein mattes "Hallo, wie geht es denn so?" heraus, obwohl ich ganz genau weiss, dass das der Mensch ist, den ich am letzten Anlass des Verbandes für frohe Politiker getroffen habe, als dieses Gewitter losging. Bloss, wie hiess er schon wieder? Etwas mit "M", oder?

Den mit dem "Hallo Toni" vor ein paar Jahren hat mir Tino Krattiger fast nicht verziehen.

So kürzlich wieder, als ich im Tessin in der Einstellhalle einen netten Herrn mit Hund traf, der im selben Haus wohnt. Ich kenne ihn ganz genau: Wohnung Nummer 11, Feriengast. Keinen Dunst, wie er heisst, also Flucht nach vorne: "Helfen Sie mir bitte, ich bin die totale Niete in Sachen Namen." Udo heisse er, und wir seien per Du. Ein wirklich, wirklich netter, verständnisvoller Mensch.

Dann die morgendliche Marschtour, hinunter zum See, dem Ufer entlang, Hündeler-Promenade. Ich babble ununterbrochen "Buongiorno" vor mich hin. Bis, halt, der weisse Hund. Es ist der von Nummer 11. "Ja hallooo, auch unterwegs, so früh?" Er: "Udo." Und ich: "Jaja, weiss ich doch". Gar nichts weiss ich.

Ich bin verzweifelt, das ist ja peinlich. Eine Eselsleiter muss her. Sie kommt in der Person von Udo Rauchfleisch, dem er etwas ähnlich sieht. Ich verknüpfe konzentriert Synapsen: weisser Hund, Brissago, Udo Rauchfleisch, Udo. Das muss nun funktionieren, es muss einfach.

Die Zeit zieht ins Land, Udo und Hund fahren wieder in den Norden, ich bin in Basel, wo man mir allfällige Ausfälle eher verzeiht. Gut, den mit dem "Hallo Toni" vor ein paar Jahren hat mir Tino Krattiger fast nicht verziehen. Aber ansonsten hat es jede Menge netter Menschen hier, die unter dem gleichen Leiden leiden. Aufmerksame Veranstalter kleben deshalb gleich am Eingang jedem Gast ein Namensschild auf die Brust. Das reduziert zwar den Blickkontakt, weil sich alle gegenseitig auf die Brust stieren, aber die Peinlichkeiten bleiben aus. Jedenfalls diejenigen der vergessenen Namen, denn der Blick auf den Busen ist auch nicht ohne. Aber lassen wir das.

Da landen sie auf dem Mond, aber einen kleinen Chip mit Gesichtserkennungs-Software kriegen sie nicht hin.

Dann wieder Brissago. Es kommt, wie es kommen muss: Unverhofft steht der weisse Hund mit Herrchen wieder vor mir. Die beiden hatte ich doch glatt vergessen, Nummer 11, Sie wissen schon. Aber ich habe ja meine Eselsleiter. Überglücklich und überlaut begrüsse ich ihn: "Guten Tag Herr Rauchfleisch, schön, dass Sie auch wieder hier sind!". Leicht säuerlich sagt er: "Udo!" Und: "Denk einfach an Udo Jürgens, dann vergisst du es nicht wieder!"

Wir palavern ein bisschen, ich versuche nebenher "weissen Bademantel" mit "weissem Hund" zu assoziieren. Ansonsten das Übliche: Wie wird das Wetter und wie lange ist wer hier? Dann muss er weiter, und ich rufe ihm glücklich hinterher: "Ciao Jürgen, wir sehen uns!"

Ich meine, da landen sie auf dem Mond und umzingeln sie den Mars. Aber ein einfaches, kleines Chipchen mit Gesichtserkennungs-Software, subkutan, mit dem Handy steuerbar, das kriegen sie wieder nicht hin, typisch.

14. August 2023
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitete als Anwältin auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und ist seit 2021 pensioniert. Die ehemalige Präsidentin der damaligen CVP Basel-Stadt (neu: "Die Mitte Basel-Stadt") ist Grossrätin und Fraktionspräsidentin ihrer Partei. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel. © Foto OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Gut, dass es anderen Menschen auch so geht"

Keine Chance, Frau Strahm. Jawohl, die Menschen fliegen auf den Mond, und alle sprechen von KI. Doch wie heisst dieser, jener schon wieder? Und selbst mit einem kleingedruckten Schild auf der Brust kann man ihn/sie nicht beim Namen nennen, denn die Namen sind so klein geschrieben, dass ich es nicht lesen kann. Schade! Nur ein kurzes Lächeln und ein kurzer Small Talk (so nennt man dies heute) und schwups, der Alltag geht weiter. C’est la vie – gut, dass es anderen Menschen auch so geht!


Yvonne Rueff-Bloch, Basel



"Eine (noch) surreale Vorstellung"

Schmunzelnd habe ich die Kolumne gelesen! Eine (noch) surreale Vorstellung, einen Chip mit einer Gesichtserkennungs-Software zu haben.


Marina Fink, Zunzgen


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"Er soll mehrere Gedichtbänder veröffentlicht haben."

bz
am 16. Mai 2024
über den Attentäter
in der Slowakei
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Das kann man auch nicht mit Schweizer-Hochdeutsch erklären.

RückSpiegel

 

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel








In einem Satz


Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.