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Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Verstehen Sie Spass?

"Teleboy" hiess die Sendung, in der der Moderator Kurt Felix in breitem Schweizer Hochdeutsch Leute reinlegte. "Teleboy", eine Entgleisung, dieser Name, fand ich schon damals. Und gendermässig sowieso daneben, aber lassen wir das.

Es folgten andere Moderatoren, an ein Telegirl erinnere ich mich nicht. Die Namen der Sendung änderten, das Prinzip war und ist noch immer das gleiche: Es werden Leute veräppelt und dabei "mit versteckter Kamera" gefilmt. Manchmal sind die Reaktionen zum Grölen, manchmal zum Gähnen. Leichte, seichte Unterhaltung, es "darf gelacht werden".

Ich sitze nicht mich krummlachend stundenlang auf meinem harten Klappstuhl.

Und nun fragt mich da jemand, ob mir die Politik "Spass" macht. Die Antwort vorneweg: Nein, ich sitze nicht mich krummlachend stundenlang im Grossen Rat auf meinem harten Klappstuhl. Aber wieso diese Frage? Wollte ich Spass, als ich kandidierte, will ich Spass, wenn ich mir nächstes Jahr den Wahlkampf erneut antue?

Es sind andere Gründe, weshalb jemand politisiert. Weil es Sinn macht, weil er oder sie es kann, die Zeit dazu hat, schnell lesen kann. Man der Gesellschaft etwas zurückgeben will, dankbar ist. Etwas für das Gemeinwesen tun, etwas bewirken möchte. Manche hoffen sicher auch, einen Freundeskreis zu finden, aber Politik ist tückisch: Du bist genau so lange gefragt und umschwärmt, wie du etwas bewirken kannst, danach bist du umgehend weg vom Fenster. Fertig lustig.

Aber "Spass"? Ich wollte wissen, was denn gemeint ist, mit dieser Spassgesellschaft, und fragte eine meiner Töchter, Lehrerin, ob ihr unterrichten "Spass" mache. Ja, meinte sie, es mache ihr Spass. Dabei unterrichtet sie nicht am Teatro Dimitri, sondern an einer Schule mit Kindern aus den verschiedensten Kulturen, in einer Gegend mit massiven Problemen. 

Irgendwie sprechen wir nicht die gleiche Sprache, denn ich sehe sie nicht grölend vor Lachen vor der Klasse stehen. Was kann sie meinen, und was meinen die Leute, die mich fragen, ob ich "Spass" an der Politik habe?

Sie hat Freude an ihrem Beruf, Freude an den Kindern. Das kann ich nachvollziehen. Offenbar sagt man dem heutzutage "Spass". Freude an der Politik habe ich zuweilen auch. Etwa bei der letzten kantonalen Volksabstimmung, als diese Stadtklima-Initiativen den Bach runter gingen, und dann noch wie. Weniger freuen mich hingegen die Kollegen und Kolleginnen im Parlament, die nun schon wieder genau zu diesem Thema mit einer vor Kurzem im Parlament abgelehnten Vorlage kommen. 

Die Verunsicherung ist gross, und auf der Strecke bleibt der Spass.

Die Freude wurde also zum Spass. Wie heisst dann aber heutzutage das, was ich unter "Spass" verstehe? Blödeln, Klamauk, Gelächter? Haben die Menschen denn überhaupt noch so richtig, richtig Spass? Unbelasteten, sinnlosen, die Batterien aufladenden Spass, Bauchweh vor Lachen? Oder verging ihnen das Lachen? 

Haben wir uns das Lachen und den Spass nehmen lassen vor lauter Kriegen, Katastrophen, Klimazielen, Fake News, Netto-Null-Programmen? Wir leben in einer Welt voller Misstrauen. Was stimmt noch, welche Fotos sind noch echt, welche Musik ist es, was sollen wir denn noch glauben? Künstliche Intelligenz ist überpräsent, hilflos stieren wir auf Dinge, von denen wir nicht wissen, ob sie wirklich existieren. Und dann glauben wir Göttern, Schwurblerinnen, Verschwörungstheoretikern und Wahrsagerinnen.

Die Verunsicherung ist gross, und auf der Strecke bleibt der Spass. Der übermütige, unbeschwerte Spass. Er ist eine Energiequelle, gratis dazu, er stärkt für die harten Zeiten. Kultivieren wir ihn, suchen wir ihn. Wir dürfen, wir müssen. Denn wir können nicht immer nur mit aufgerissenen Augen auf die nächste Katastrophe warten. Lachen – das beste aller Heilmittel. 

Übrigens ist auch in der Politik Spass möglich. Nicht nur, wie damals, als Bundesrat Hans-Rudolf Merz "Bündnerfleisch" zu sagen versuchte. Manchmal, etwa wenn aus "Zivilgesellschaft" "Zuvielgesellschaft" wird, beben auch die harten Klappstühle im Grossratssaal. Bloss die Politik selbst, nein, die macht keinen Spass. Aber Freude.

4. Dezember 2023
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitete als Anwältin auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und ist seit 2021 pensioniert. Die ehemalige Präsidentin der damaligen CVP Basel-Stadt (neu: "Die Mitte Basel-Stadt") ist Grossrätin und Fraktionspräsidentin ihrer Partei. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel. © Foto OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

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"Spass an der Freude"

Es sieht fast so aus, als hätte Frau Strahm einmal Spass an der Freude und dann Freude am Spass.


Hanspeter Berger, Basel



"Nur noch lachen?"

Immer mehr frage ich mich bei dem, was mir in der Politik beispielsweise konkret in Allschwil begegnet: Soll ich nichts mehr machen, als nur noch lachen? Aber ich bin soweit mit Frau Strahm einverstanden: Es macht keinen Spass. Aber leider auch keine Freude. Bei mir überwiegen andere menschliche Grundgefühle wie Scham, Trauer und Wut. Letzteres insbesondere angesichts der vielen Dummen, Gemeinen, Gleichgültigen oder Schlauen, die es nicht anders haben können oder wollen.


Ueli Keller, Allschwil


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"Anwätltin"

Schweizer Fernsehen
Text auf einem Standbild
der Verteidigerin
des Fussballers Dani Alves
am 22. Februar 2024
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Drippelfehler.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).