Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Schauspielhaus
Uraufführung

"Herakles-Trilogie"

Herakles Tod
Nach Sophokles Trachinierinnen
Mit Benjamin Kempf, Katka Kurze, Florian Müller-Morungen, Michael Neuenschwander

Alkestis, mon amour
Nach Euripides
Mit Nicole Coulibaly, Inga Eickemeier, Hanna Eichel, Pascal Lalo, Vincent Leittersdorf, Michael Neuenschwander, Tina Schai

Herakles Kinder
Nach Euripides
Mit Urs Bihler, Nicole Coulibaly, Hanna Eichel, Benjamin Kempf, Barbara Lotzmann, Florian Müller-Morungen und vielen Kindern inklusive Livio Sidler (8)

Autor: Armin Petras
Regie: Peter Kastenmüller
Bühne, Kostüme: Daniela Selig
Musik: Malte Preuss
Video: Tobias Yves Zintel


Bierbüchsen in der Unterhose

Es war der Überraschungserfolg der Saison 2008/9, und er hatte alles gegen sich: Vierstunden-Aufführung, auf der Grossen Bühne, eine Roman-Bearbeitung – und doch erzielte der Regisseur Peter Kastenmüller mit "Berlin Alexanderplatz" damals fast die höchste Auslastung der Sparte Schauspiel.

Wird er diesen Erfolg nun mit der Uraufführung der Herakles-Trilogie von Armin Petras wiederholen können? Nein, das lässt sich leider gefahrlos voraussagen; Döblin ist unterhaltsam und anrührend, Sophokles und Euripides fordern geistige Arbeit – auch im Versuch einer Jetzt-Zeit-Fassung durch den deutschen Endvierziger Petras. Denn sein Text klingt beim ersten und zweiten Hören wie eine brutal ausgestrichene Light-Fassung der alten Griechen, mit den ungewohnten, das Antike karikierenden Satzumstellungen, wie sie besonders bei älteren Deutschübersetzungen vorkommen.

Karikiert wird nicht nur die Sprache, sondern der Mann: Er wird lächerlich gemacht. Herakles Sohn Hylios (Kempf)? Nichts weiter als ein Joe-Ramones-Verschnitt mit Elektro-Gitarre und Sonnenbrille. Herakles selbst (Neuenschwander)? Furzend, rülpsend, mit Wampe. Mit Bierbüchsen, die er vorne in die Unterhose stopft, will er das Gemächt mächtiger scheinen lassen. Kein Anblick – weder für die Göttinnen noch das Publikum, das nicht mal richtig lachen mochte. Oder Admetos (Lalo)? Ein schmalbrüstiger Feigling, der seine Frau Alkestis an eigener Statt in den Hades ziehen lässt, weil nun die Götter ein Opfer wollen. Auch sein Vater Pheres (Leittersdorf) hat keine Lust auf vorzeitigen Lebensabbruch: Widerspenstig und penetrant zeigt er im heutigen Rentner-Freizeitlook mit den obligatorischen Shorts und weissen Socken in Turnschuhen unschöne Wädli.

Dass die Gebete im Teletext stehen, und dass statt Götter nun Psychologen gerufen werden, geben der Vorstellung einer Erlösung durch Sinnhaftigkeit den Rest. Genau darum liest man diese Griechen eben, weil die Götter ihre Pläne im Schicksal der Personen enthüllen könnten. Petras Götter aber heissen Ironie, Witz, Nichts, Zufall und vor allem die Dummheit der Menschen.

Autor Petras und auch Regisseur Kastenmüller scheinen indes trotz der dick aufgetragenen Ironie kein Gelächter, das über die Kehle hinauskommt, zu wollen: Herakles ist ein verzweifelter Dennoch-Held in einer Welt, wo die Götter nur mehr durch Katastrophen in Erscheinung treten. Weil er sich in die junge Sklavin Iole verliebt, schickt ihm Ehefrau Deianeira ein Geschenk: das berühmte "Nessos"-Gewand, das ihn verbrennt. Neuenschwander schreit verbittert. Hier auf der Bühne des Schauspielhauses sieht das so, als würden ihm die Eingeweide aus dem Leib fallen.

Aber nicht die Tragik selbst wirkt unerträglich, sondern das abstossende Bild. Sophokles traute immerhin dem Sohn Hylios den Kraftakt zu, seinen Vater ins Jenseits zu "befreien", indem er ihn rituell verbrennt. Hier bei Petras/Kastenmüller stranguliert ihn die Sklavin wie ein Stück Vieh. Soweit der erste Teil: Herakles Tod überzeugt mit einer griffigen Story. In Video-Einspielungen sehen wir Herakles als Gefangener in einem Estrich-Raum Runden drehen, oder schlicht, von nahe sein Gesicht, wie er atmet: exemplarische Chiffren seines Seins.

Berührend auch die Tochter von Alkestis: eine Blinde. Das Mädchen Tina Schai ist Baslerin, spricht ihre Sätze ohne "Kunst" ganz natürlich mit durchschlagendem Akzent und ebensolchem Gefühl, so dass sie einem leid tut, wenn ihre Mutter Alkestis (Eickemeier) in den Tod geht: "Lebt wohl, Ihr Spatzen." Aber dann fällt die Spannung von "Alkestis, mon Amour", dem zweiten Klassiker der Trilogie, zusammen: Die zurückbleibenden Männer Admetos, Pheres, Herakles streiten, saufen Bier, schreien über lange Minuten.

Der letzte Teil "Herakles Kinder" wartet mit spektakulärer Szene auf: Ein Rudel Kinder mit geschminkten Gesichtern rennt und turnt schreiend über Stühle und Lehnen, aus der Bühne ragt ein grosser Übergang mitten in die Zuschauerränge, und auf der Bühne beschwören Herakles und Malte Preuss unablässig an Bass und Gitarre die Sphären des Rock-Olympiers Neil Young: Die Welt in Aufruhr, Argos bedroht Athen. Krieg! Ein Herold in Mad-Max-Aufzug tritt triumphierend auf. Herakles Vetter Iolaos will den Heldentod sterben, wird verhöhnt von der Kindermeute.

Aber warum? Die Kinder und Erwachsenen schreien Worte und Sätze, sie verschwinden im lauten Blues-und-Rock-Wirbel von Herakles/Preuss, und was davon nicht unmittelbar aus der konkreten Situation verständlich ist, geht unter. Kindern in ihrem naiven Treiben zuzusehen ist immer dankbar, insbesondere dem kleinen Star Livio Sidler (8) im Anzug. Es geht ihnen allen um alles.

Tipp: Vor dem Besuch der Vorstellung die Originale lesen. Es lohnt sich.

16. April 2010
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade. © Foto by OnlineReports.ch

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"Beat Jans legt Anwaltskosen rund um Fehlmann-Abgang offen"

Basler Zeitung
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vom 10. Juni 2021
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Eine neue Aprikosen-Sorte?

RückSpiegel


Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

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Prime News nahm im Interview mit dem neuen Telebasel-Chefredaktor Philippe Chappuis Bezug auf einen Kommentar von OnlineReports.

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20 Minuten nahm in der Nachricht über einen Hacker-Angriff auf die Basler Gewerbeschule auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Report über die Basler LDP nimmt die WochenZeitung (WoZ) Bezug auf ein OnlineReports-Interview mit LDP-Grossrat Michael Hug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Psychoterror in einem Arlesheimer Wohnblock auf.

Die BZ greift in ihrem Artikel "Bikini-Gate im Schrebergarten" einen Artikel von OnlineReports auf.

Den OnlineReports-Bericht über Masken-Sicherheit an Spital-Porten nahm die Konsumenten-Sendung "Espresso" von Radio SRF zum Anlass, das Thema vertieft zu untersuchen.

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Der Tages-Anzeiger bezog sich in einem Artikel über Impf-Privilegien auch auf einen OnlineReports-Artikel über UKBB-CEO Marco Fischer.

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Die OnlineReports-Todesnachricht über alt-Landrat Peter H. Müller wurde von der BZ aufgenommen.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des Zeitungsladens "Press&Books" auf der Basler SBB-Passerelle auf.

Telebasel, das Regionaljournal und die Basler Zeitung nahmen in ihren Nachrufen auf Corina Christen auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Rücktritt das Basler Grünen-Präsidenten Harald Friedl nahmen die BZ, Prime News, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und Telebasel auf.

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In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

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Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).

Laurent Métraux wird per 1. August neuer Leiter der Baselbieter Finanzverwaltung und Nachfolger von Tobias Beljean, der nach drei Jahren eine neue Herausforderung in der Privatwirtschaft angenommen hat.

CEO Roland Heri hat sich entschieden, den FC Basel zu verlassen und sich "umzuorientieren" und sich "neuen Aufgaben zu widmen".

Josiane Tinguely Casserini wird per 1. August neue Baselbieter Kantonsapothekerin und Leiterin der Abteilung Heilmittel im Amt für Gesundheit.

Das Hafenfest Basel 2021, das vom 3. bis 5. September hätte stattfinden sollen, wurde vom Organisationskomitee aus epidemiologischen Gründen abgesagt.

Die Basler Regierung hat die kantonalen Einschränkungen für "Einrichtungen im Sportbereich" aufgehoben, so dass der Sportunterricht und die Nutzung der Garderoben auf Sekundarstufe I und II ab 3. Mai wieder möglich sind.

Marc-André Giger und Guy Lachappelle werden neue Mitglieder des Verwaltungsrats des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB).

Das Landratspräsidentinnen-Fest zu Ehren der Grünliberalen Regula Steinemann muss aus Pandemie-Gründen vom 24. Juni auf den 26. August verschoben werden.

Rolf Borner, Geschäftsleiter Immobilien Basel-Stadt, verlässt das Finanzdepartement nach 16 Jahren per 1. August und wird Direktor "Infrastruktur und Betrieb" und Mitglied der Universitätsleitung der Universität Basel.

Ab 19. April sind die Sportanlagen im Kanton Basel-Stadt gemäss den Vorgaben des Bundes und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder zugänglich.

Salome Bessenich wird Nachfolgerin des zurücktretenden Basler SP-Grossrats Sebastian Kölliker, der Co-Generalsekretär des Basler Präsidialdepartements wird.

Der 615. Liestaler Banntag vom 10. Mai ist durch einen Beschluss der vier Rottenchefs aus pandemischen Gründen abgesagt worden.

Innerhalb von zwei Wochen sind über 3’000 Unterschriften gegen die vom Grossen Rat beschlossene Abschaffung der Parkplätze beim Friedhof Hörnli zusammengekommen.

Daniel Urech, Gemeinderat der Freien Wähler Dornach und Kantonsrat der Grünen Solothurn, tritt für das Gemeindepräsidium Dornach an.

Mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 60 km/h erwischte die Polizei am 29. März auf der Oristalstrasse in Liestal einen 33-jährigen italienischen PW-Lenker, der in Richtung Büren raste und es jetzt mit der Justiz zu tun bekommt.

Die neugewählten Basler Regierungsmitglieder Esther Keller (GLP) und Kaspar Sutter (SP) wurden zu neuen Verwaltungsratsmitgliedern des EuroAirport ernannt.

Das Referendum gegen eine flächendeckende Parkraum-Bewirtschaftung in Allschwil ist mit über 800 Unterschriften zustande gekommen; das Quorum beträgt 500 Unterschriften.

Waltraud Parisot wird neue Verwaltungs-Chefin an der Musik-Akademie Basel und damit Nachfolgerin von Marc de Haller, der nach 18 Dienstjahren regulär pensioniert wird.

Lina Arti hat heute als 10'000. Baslerin im Impfzentrum die Corona-Zweitimpfung und von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger einen grossen Blumenstrauss erhalten.

Der Kanton Basel-Stadt hat bis 2. März gesamthaft 25,2 Millionen Franken A-fonds-perdu-Beiträge aus dem Härtefall-Programm an Unternehmen ausbezahlt und 4,9 Millionen Franken Bürgschaften für KMU-Kredite bewilligt.

Dominik Scherrer wird als Nachfolger von Titus Hell neuer Präsident der Jungfreisinnigen Basel-Stadt.

Die Fluxdock AG wird den Kasernen-Hauptbau betreiben, in dem Anfang 2022 das Kultur- und Kreativzentrum seine Tore öffnet.