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Thomas Kessler und die "Abenteuer-Migranten"

Von PETER KNECHTLI

Ausgerechnet Thomas Kessler! Der ehemalige grüne Zürcher Kantonsrat, Basler Basler Drogenbeauftragte und Integrationsdelegierte und heutige Chef der Stadt- und Kantonsentwicklung, löste diese Woche ein kleineres politisches Erdbeben aus. Er sei bei seiner Kantonsregierung "ins Fettnäpfchen" getreten, skandalisierte die "Basler Zeitung", während das "Junge Grüne Bündnis" von Kessler für seine "zynischen und ignoranten Aussagen" gar eine Entschuldigung verlangte.

Der Grund für den Aufschrei des Entsetzens von BaZ und Jung-Grün: Kessler, von der SVP während Jahren als Multikulti-Feindbild und Verharmloser der Ausländer-Kriminalität kultiviert, hatte in Interviews von der "Abenteuer-Migration" gesprochen und einen beträchtlichen Teil der schweizerischen Asylpolitik als Farce entlarvt: 90 Prozent der Asylsuchenden seien gar keine Flüchtlinge im Sinne des Asylgesetzes, sondern missbrauchten es. Die meisten suchten in der Schweiz Erwerb, Obdach oder Party.

Er selbst, sagte Kessler am Freitag zur OnlineReports, habe in seinen jungen Jahren auch sein "halbes Leben" mit Abenteuern im Ausland verbracht – aber auf eigene Kosten und nicht auf jene der Allgemeinheit.

"Die political correctness verbietet es,
dem Volk die unbequeme Wahrheit zu sagen."




Das sind in der Tat neue Töne. Dass es einen mit den sozialen Institutionen vertrauten Chefbeamten brauchte, um Klartext zu reden, vermag nicht mehr zu erstaunen: Die political correctness verbietet es den auf diplomatisch verschlüsselte Ausdrucksweise getrimmten und auf die Gunst ihrer Wahlklientel angewiesenen Regierenden, dem Volk die unbequeme Wahrheit zu sagen.

In jüngeren politischen Debatten fällt nur auf, dass sich allmählich auch solide bürgerliche Nationalräte der CVP wie Gerhard Pfister etwa mit der Feststellung, der überwältigende Teil der Asylsuchenden seien "Erwerbssuchende", in die während Jahren von der SVP dominierte Asyldebatte wagen – ohne dass gleich ein Sturm der Entrüstung losbricht.

Die SVP sprach – teils auch unter andern Voraussetzungen als heute wie dem damaligen Balkan-Krieg – während Jahrzehnten von "Scheinasylanten". Die allgemeine Empörung über diesen polemischen Begriff dürfte allmählich verstummen, wenn jetzt auch Fachleute wie Kessler und offenbar selbst in der Sozialbetreuung Tätige auszusprechen wagen, was als während langen Jahren zu einem Moloch auswuchs, in dem offenbar selbst die Behörden den Durchblick verloren haben: ein sündhaft teures und immense Personalressourcen verschlingendes Asyl-System Schweiz.

Jener Teil der Links-Grünen, der Kritik an der Asylpolitik als Sakrileg brandmarkt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er mit seiner Tabu-Politik das aktuelle Malaise massgeblich mitverursacht hat. Es verwundert nicht, dass Gesellschaftsanalytiker Kessler nach seinen Aussagen Prügel von Grün erhält, dafür aber ausdrückliches Lob etwa von der Basler CVP: Es sei "notwendig, mit pointierten Aussagen in Bundesbern endlich etwas zu bewegen". Kesslers Aussagen erachten die Christdemokraten "als zutreffend" und die durchschnittlich vierjährige Dauer von Asylverfahren als "viel zu lange" ("drei Monate müssten genügen"). Auch die Grünliberalen "begrüssen" Kesslers "klare Worte".

Völlig abwegig ist der Vorwurf der sonst originell und engagiert politisierenden Jungen Grünen, Kessler scheine es "verpasst zu haben, dass in weiten Teilen des Maghreb ... Bürgerkrieg, Unruhen und staatliche Gewalt gegen Demonstrierende herrschen".

Mit Verlaub: In solcher Argumentation gedeiht Sozialromantik in einem Mass, wie es ihr an Sachkunde mangelt; sie gilt in dieser Form mit Sicherheit nicht für Tunesien, das in der aktuellen Maghreb-Migration im Zentrum steht. Hinter einigen der scheinbar verfolgten und angeblich demokratieliebenden Flüchtlinge aus diesem Land tun sich bedenkliche Abgründe auf, über die OnlineReports demnächst berichten wird.

Darüber hinwegzusehen und couragierte Verwaltungskader zu attackieren, statt sie zu unterstützen, ist naiv. Auffällig: Grundsätzlich dementiert wurde Kesslers Analyse bisher nicht. Die SP schwieg bisher vielsagend: Tauwetter?

Es ist höchste Zeit, dass die Schweiz eine Asylpolitik betreibt, die sich einerseits am humanitären Kriterium des Schutzes vor politischer Verfolgung orientiert, und anderseits eine grosszügige Migrationspolitik gegenüber wirtschaftlich nachgefragten und integrationswilligen Arbeitskräften ermöglicht. Wer unter Asylpolitik Wellness-Angebote versteht, betreibt ein gesellschaftspolitisch gefährliches Spiel.

Der Asyl-Report: Aggressive Flüchtlinge aus Tunesien

27. Januar 2012
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"Neiddebatten führen zu nichts"

Dank der Intervention von T. Kessler mit seiner Analyse und den konkreten Vorschlägen hat die Debatte viel an Aufrichtigkeit und Lösungswille gewonnen, nun geht es darum, dass gemeinsam getragene Lösungen erarbeitet werden müssen. Neiddebatten führen zu nichts, schon gar nicht zu konstruktiven Lösungen.


Ulrike Walker, Basel



"Konkrete Hilfe in den Konfliktgebieten ist nötig"

Ich bin seit Jahren in der kantonalen Migrationskommission engagiert und danke Herrn Knechtli für seinen klärenden Kommentar und die Recherchen zur aktuellen Asyl-Immigration aus Tunesien. Tatsachen, Aufrichtigkeit und mutige Taten sind jetzt gefragt. Kesslers Interview im Tages-Anzeiger hat bereits viel bewirkt. Seine konkreten Vorschläge zur Hilfe vor Ort, dem Ausbau der Kapazitäten und sein Appell zur Unterstützung der Bundesbehörden sind in der Politik angekommen. Es wird erkannt, dass es nur gemeinsam und solidarisch geht und dass mehr Mittel am richtigen Ort eingesetzt werden müssen.

 

Heute ist in der bz zu lesen, dass der Kanton St. Gallen helfen will. Thomas Kessler schlägt aber noch mehr vor, nämlich eine Kontingentlösung für Kriegsflüchtlinge und eine wesentlich intensivere Aussenpolitik. Sowohl die Basler Beratungsstelle für Asylsuchende als auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe haben in der Sendung "10 vor 10" bestätigt, dass es das Phänomen des Überwinterns im Asylsystem gibt. Die Recherchen des Tages-Anzeigers bestätigen dies ebenfalls. Ebenso stimmen seine Zahlen zur Anerkennungsquote, wenn man sie auf die aktuelle Situation in diesem Winter bezieht.

 

Es erstaunt nicht, dass der Informationsstand des Stadtentwicklers aktueller ist als die Jahresstatistik der Bundesämter, denn er ist im Grenzkanton Basel-Stadt permanent mit all diesen Fragen vor Ort konfrontiert. Umgekehrt läuft jetzt in Basel eine kleinliche Debatte zu seiner Person, offensichtlich ohne genauere Kenntnis seiner Aussagen. Frau Nationalrätin Silvia Schenker hat sich in der gestrigen Sendung 061Live auf Telebasel geoutet: Sie kannte seine Vorschläge nicht und hatte wohl auch nicht mitbekommen, dass er im Interview den Linken den Ball zugespielt und zur Unterstützung von Frau Bundesrätin Sommaruga und BFM-Direktor Mario Gattiker aufgerufen hat.

 

Nicht umsonst war am letzten Dienstag das gesamte Kader des Bundesamtes für Migration in Basel zur Weiterbildung in Integrationsfragen. Allerdings hat Frau Schenker eingeräumt, dass sie den Entscheid der lokalen SP gegen ein Asylschiff in Basel auch nicht verstanden hat.

 

Wünschbar ist eine intensive und vor allem lösungsorientierte Debatte. Es steht Basel gut an, den Bund zu unterstützen und sich mit den Notleidenden in den Kriegsgebieten durch konkrete Hilfe solidarisch zu zeigen.


Heinz Hermann Baumgarten, Riehen



"Das grosse Problem ist die Korruption"

Ein guter Ansatz, lieber Herr Reinhard, da rennen sie bei mir offene Türen ein. Mein Schwiegersohn ist Kosovare, lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, hat eine Berufslehre gemacht und ist heute Bereichsleiter einer grösseren BL-Firma.

 

Das grosse Problem im Osten ist nicht die Trägheit oder das Nichtwollen der Jugendlichen, sondern die grosse Korruption in diesen Ländern. Keine Firmen aus dem Westen werden dort investieren wollen oder Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, da die Behörden so korrupt sind, dass alle Versuche bis jetzt gescheitert sind, einige haben es probiert. Sogar eigene Landsleute, die dort etwas aufbauen wollten, kehrten wieder illusionslos in den Westen zurück. Und bis sich diese Mentalität ändert, kann es noch lange dauern.

 

Ein paar wenige, auch die Regierungen, sind da Nutzniesser. Da muss halt der dortige Normalbürger schauen, wie er oder sie über die Runden kommt. Und hierzulande haben es Jugendliche aus Ex-Jugoslawien sowieso schwer, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen, da sie die falschen Namen tragen! Vorurteile sind auch bei uns schwer aus der Welt zu schaffen, nur weil es ein paar Unverbesserliche darunter hat. Und solange wir im so genannten goldenen Westen es nicht besser verstehen, wird sich nichts ändern.

 

Herr Kessler hat im Grunde schon Recht, leider blendet er aber die Ursachen zu solchen Zuständen aus. Es ist halt nicht damit getan, dass die Schweiz Länder wie Kosovo und andere anerkennt und meint, alles andere kommt nun von alleine. Das gleiche wird sich jetzt in anderen so genannten "befreiten" Ländern abspielen. Und bei uns gibt's noch mehr lange Gesichter. Wetten?


Bruno Heuberger, Oberwil



"Der Bund hat's auch diesmal aufgenommen"

Basel kann stolz sein auf die innovativen Inputs für die ganze Schweiz vom Stadtentwickler. Das hat er schon in den vorherigen Funktionen getan und noch früher in der Entwicklungshilfe. Der Bund hats auch diesmal aufgenommen, man lese das Interview von Frau Sommaruga in der NZZ am Sonntag – ein tolles Zusammenspiel.

 

Was sollen aber diese Lokalintrigen gegen den erfolgreichen Chefbeamten? Aus Zürcher Sicht ist Basel fortschrittlich, bitte enttäuscht uns nicht. Sowohl in der Drogen- wie in der Integrationspolitik gingen die entscheidenden Impulse von Basel aus!


Nat Vural, Zürich



"Asyldebatte hat gewaltig an Tempo gewonnen"

Die nationale Asyldebatte hat mit dem Interview von Thomas Kessler gewaltig Substanz und Tempo gewonnen. Frau BR Sommaruga hat seine Empfehlungen alle aufgenommen und sich jetzt auch klar zu den jungen Tunesiern geäussert in der NZZ am Sonntag. Dieser Schub erstaunt nicht, wer Kessler und seine Arbeit wirklich kennt, weiss, dass dieser seine Aussagen gründlich recherchiert. Er kennt die Situation vor Ort, ist eng vernetzt und als Dozent am Schweizer Polizeiinstitut verfügt er über Insiderwissen.

 

Dies im Gegensatz zur peinlichen Runde im gestrigen "Salon Bâle" auf Telebasel, die eine oberlehrerhafte Neiddebatte gegen seine Person führte.

 

Nebenbei: Der Sturm um "den Mann" spielt sich lediglich lokal in Basel ab, andere Medien, egal ob Print in Bern oder Rundfunk in Zürich kümmern sich nicht um gekränkte Basler Befindlichkeiten, sondern um das Hauptthema "nordafrikanische Asylbewerber".

 

Und wenn wir zum Thema kommen: So sei den Kommentatoren ans Herz gelegt, das Interview im Tag noch einmal gründlich zu lesen: www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/10269422/print.html

 

Zur Diskussion über die „Lufthoheit über den Stammtischen“: vor Arroganz sei gewarnt, die zum Teil sehr substanziellen Kommentare zeigen, dass die hohe Zustimmung für Kessler oft von gestandenen Berufsleuten kommt. Schön, dass jetzt diese Lufthoheit mit sachlichen Argumenten angereichert wurde. Unschön, dass die Neider Sachkompetenz mit Fouls auf den Mann kompensieren wollen.


Roland Bauer, Basel



"Die jungen Albaner sehe keine Zukunft"

Wie es mit praktischen Vorschlägen wäre? Ein Beispiel habe ich. Das eines sehr guten Bekannten. Ein ehemaliger "Kistenpfarrer". Aber nicht nur. Der hat nach seiner "Pensionierung" vor Jahren zusammen mit einer albanischen Sozialarbeiterin ein Projekt "ins Leben gerufen", aufgrund dessen es albanischen Jugendlichen ermöglicht wird, in ihrer Heimat eine, wie auch immer bezeichnete Ausbildung zu machen. Eine An-, eine Attest- oder einer vollständige, mehrjährige Lehre. Jedes Mal, wenn er mich etwa alle 3 Monate hier in Basel besuchen kommt, erzählt er mir, wie viel neue Ausbildungsplätze dazugekommen sind. Aber auch von den Schwierigkeiten.

 

Was ihn dazu bewogen hat? "Weisst Du René, in den Gefängnissen, die vielen jungen Albaner, die mich fragten, was sie denn in Albanien sollen, ohne Zukunft und keine Möglichkeit eine rechte Ausbildung zu machen?" "Ich werde wieder kommen, hier in die Schweiz", hätten sie zu ihm gesagt. Und er hat sich damals vorgenommen, an dieser, ihrer, Situation etwas zu ändern. Ganz konkret. Und ohne grosse Worte in der Öffentlichkeit. Für die Kameras oder die Presse. Ich kann Ihnen gerne seine Adresse vermitteln. Er würde sich sicher darüber freuen.

 

Noch etwas: Bis jetzt habe ich angenommen, dass man, jedenfalls hier, klar gegen die Todesstrafe sein kann, oder gegen Folter, oder gegen polizeiliche und anderen staatlichen Übergriffe, aber auch gegen sonstige Formen von Ausschluss und Diskriminierung, wie etwa "Hetzereien". Ohne gleich aufgefordert zu werden "praktische Vorschläge" abzuliefern, um das "vorhandene Problem" lösen zu können. Es scheint mir, dass auch diese Auffassung, geändert werden soll.


René Reinhard, Basel



"Wie wär's mit praktischen Vorschlägen?"

Ihre Berechnungen und Ansichten, lieber Herr Reinhard, mögen ja passen, aber tragen aber leider nicht dazu bei, das vorhandene Problem zu lösen. Wie wär's mit konkreten und praktischen Vorschlägen?


Bruno Heuberger, Oberwil



"Es macht schonen einen Unterschied"

Ich denke, es macht einen Unterschied, ob T. Kessler, vor oder nach seiner Ausbildung zum Eidg. dipl. Fach-Landwirt, zum Tropen-Agronomen am Schweizerischen Tropeninstitut, Basel, zum dipl. Ing. agr. HTL in Bern/Zollikofen, wie er selbst sagt, "in seinen jungen Jahren auch sein ‹halbes Leben› mit Abenteuern im Ausland – aber auf eigene Kosten und nicht auf jene der Allgemeinheit - verbracht hat", oder ob es sich um Menschen aus einem prekären Umfeld handelt, Junge oder auch schon ältere Menschen, ohne gute Schulausbildung, geschweige denn der Möglichkeit, in ihrer Heimat eine Lehre, oder sonst eine gute Ausbildung zu machen, die nun hier bei uns, im gelobten Land "stranden". Sei dies aus Albanien, Tunesien, Ägypten, Eritrea oder von sonst wo.

 

Noch etwas zu Herr Kesslers Bemerkung "auf eigene Kosten und nicht auf jene der Allgemeinheit". Möglich. Ganz sicher aber hat er die Vollkosten für seine Grundausbildung zum Tropen-Agronomen, wie auch zum Ing. agr. HTL nicht selbst "berappen" müssen. Diese belaufen sich, nach den Statistiken des BFS, bei Land- und Forstwirtschaftler im Schnitt auf rund 52'500 Franken pro Jahr – auf Kosten der Allgemeinheit. Zugegeben, er ist da nicht der Einzige.


René Reinhard, Basel



"Unsere Gesellschaft braucht mutige Bürger"

Als ehemaliger Amtsvormund des Kantons Basel-Stadt und Zivilrichter habe ich Herrn Thomas Kessler als äusserst engagierten, kompetenten und international anerkannten Fachmann erlebt, der wesentlich zum friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen in Basel-Stadt beigetragen hat. Ich möchte dazu erinnern, dass T. Kessler 1991-98 Drogendelegierter und 1998-2008 Integrationsbeauftragter gewesen ist.

 

Es ist erfreulich, dass Frau Bundesrätin Sommaruga die Anregungen von T. Kessler aufgegriffen hat. Unsere Gesellschaft braucht mutige Bürger, die den Mut haben unangenehme Tatsachen beim Namen zu nennen.


Carlo Alberto Di Bisceglia, Binningen



"Das hat Signalwirkung"

Was bedeutet es für Basel, wenn Spitzenbeamte aufzeigen, dass die Regierung an der Bevölkerung vorbeipolitisiert und wie wichtig es ist, gerade auch in Basel andere Wege zu gehen, die der Geschichte und der damit verbundenen Mentalität entgegenkommt. Wege der Wahrhaftigkeit und Transparenz einzuschlagen wären neue und aussergewöhnliche. Das hat Signalwirkung. Ich kann Thomas Kessler nur ermutigen diesen eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.


Ulrike Walker, Basel



"Gezielte, mediale Selbstvermarktung"

Was ist denn eigentlich so sensationell an den Aussagen von Thomas Kessler? Hat er etwas gesagt, was wir noch nicht wussten? Hat er neue Lösungswege in den Asylproblemen aufgezeigt? Ich erkenne nichts von beidem. Also was war dann das Ziel dieser Äusserungen? Bekanntgabe der grossartigen Entdeckung des neuen Begriffs Abenteueremigranten?

 

Ohne Zweifel, der grosse Applaus ist auf seiner Seite. Das zeigen die Online-Kommentare der Tagespresse: Endlich sieht auch ein Links-Grüner, was uns die SVP schon seit Jahren erzählt. Die Lufthoheit über den Stammtischen hat er fulminant gewonnen. Auch die jungen Tunesier werden natürlich beeindruckt sein und voll Scham die sofortige Abreise buchen. Raphael Suter schreibt in der BaZ: Kessler steht gerne im Rampenlicht. Das ist sehr nett ausgedrückt, man könnte es auch gezielte, mediale Selbstvermarktung nennen. Immerhin hat Kessler sich mit dieser Aktion scheinbar zum profiliertesten Schweizer Migrationsexperten hochkatapultiert.


Otto Kunz-Torres, Basel



"Präzisierung unserer Asylpolitik ist nötig"

Wie weit die Aussagen von Thomas Kessler von dessen Lust am Provozieren getrieben waren, sei mal dahingestellt. Die differenzierte Analyse der Reaktionen darauf durch Peter Knechtli trifft wie so oft "diverse Nägel auf diversen Köpfen".

 

Die Präzierung unserer Asylpolitik sowie des dieser zugrunde liegenden Menschenbildes ist nötig. Menschen müssen aus unterschiedlichen Gründen vor unterschiedlichen Gefahren fliehen. Dazu gehören nach meinem Dafürhalten nicht nur die politische Bedrohung, sondern genau so jene durch existenzbedrohende Arbeitslosigkeit und Umweltkatastrophen.


Beatrice Alder, Basel



"Zweimal ist die Blickrichtung falsch"

Der Kommentar zu Kesslers "Abenteur-Migranten" stimmt in weiten Teilen. Doch zweimal ist die Blickrichtung falsch. Die politcal correctness, die übrigens viel von Selbstkastration aufweist, verbietet es nicht, dem Volk die unbequeme Wahrheit zu sagen. Das Volk kennt diese Wahrheit schon längst. Die political correctness verbietet es, Wahrheiten zu sagen, die dem politischen Establishment unbequem sind. Und dass die Basler Regierung die Äusserungen ihres Stadtentwicklers als Tritt ins Fettnäpfchen wahrnimmt, zeigt doch lediglich, dass Morin seinen Laden, in dem es auch eine Integrationsbeauftragte gibt, nicht im Griff hat.

 

Doch Knechtlis Schlussfolgerung ist absolut richtig: Wer in der Asylpolitik nicht mehr mit den alten, humanitären Überzeugungen misst, sondern möglichst dem Ärger aus dem Wege gehen will, der treibt gefährliche Politik.


Rudof Mohler, Oberwil


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"Ein Denkmal des Kalaschnikow-Erfinders wird zur Spott objekt"

Basler Zeitung
Untertitel
vom 6. Oktober 2017
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Korrektorat in Chur. Wird zur Spott objekt.

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.