Kommentare

<< [ 1 | (...) | 121 | 122 | 123 | 124 | 125 | 126 | 127 | 128 | 129 | 130 | (...) | 226 ] >>

Raucher-Verbotitis in Basel-Stadt

Von PETER KNECHTLI

Mitten durch den Kanton Basel-Stadt geht ein Raucher-Riss: 49,8 Prozent der Stimmenden hiessen dieses Wochenende eine Initiative der Wirte gut, wonach das Rauchen in Bars und Beizen mit einer Grösse unter 80 Quadratmetern wieder hätte erlaubt werden sollen. Doch die hauchdünne Mehrheit der Neinsager war um ganze 212 Stimmen stärker. Mit 50,2 Prozent zeigte sich das Lager der Befürworter rauchfreier Beizen zwar um drei Prozent schwächer als noch vor drei Jahren, als Basel-Stadt mit einer Initiative der Lungenliga und der Krebsliga ein generelles Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Gaststätten durchsetzte.

Doch entschieden ist entschieden: Es bleibt bei der heutigen radikalen Verbots-Lösung. In Beizen ist mit Paffen definitiv Schluss. Der knappe Entscheid ist selbstverständlich zu respektieren, aber zu bedauern. Natürlich ist er möglicherweise für einige Wirte existenzentscheidend, aber sicher nicht für die Basler Bevölkerung. Ein Bier lässt sich auch genussvoll trinken, ohne dass die Zigarette daneben qualmt.

Doch genauso, wie ein feines Essen keine Nikotin-Störung erträgt, kann eine Zigarette zu einem guten Glas Wein oder einem Kaffee zum zusätzlichen Genuss beitragen. Das wird nun nicht mehr möglich sein, es sei denn, der rauchende Restaurant-Gast begebe sich freiwillig ins Exil eines verlassenen, unbedienten und möglicherweise noch unbeheizten Fumoirs.

 

"Jedes zusätzliche Verbot
entbindet die Gesellschaft ein Stück mehr
von der Selbstverantwortung."

 

Der Entscheid einer Basler Zufallsmehrheit, ein radikales Rauchverbot durchzusetzen, das die Schranken der Bundesregelung noch überbietet, trägt Züge der Intoleranz: Den Rauchern soll das Rauchen um jeden Preis vermiest werden. Das ist erstaunlich für eine Stadt, die von sich so gern behauptet, sie sei weltoffen. Ob der Wirteverband geschickt entschieden hat, seine Initiative mit "Nichtraucherschutz" zu deklarieren, aber faktisch dessen Lockerung anstrebte, bleibe dahingestellt.

Es ist aber nicht einzusehen, weshalb die Gesellschaft nicht einer kleinen Minderheit an Gaststätten das Rauchen erlauben soll, während die überwiegende Mehrheit der Beizen wegen ihrer Grösse ohnehin dem Rauchverbot unterliegen. Es wäre ja kein Nichtraucher gezwungen, eine der seltenen Raucherbeizen zu besuchen; vielmehr wäre ihm ein zahlenmässig überwältigendes Mass an Nichtraucherbetrieben zur Verfügung gestanden.

Nach Beizen, öffentlichen Gebäuden und Zügen werden wohl auch in absehbarer Zeit die Bahnhöfe als rauchfreie Zonen ausgeschieden. Es scheint so, als sich am Beispiel der Raucher ein Exempel als Ersatz für viele andere gesellschaftlich umstrittene Fragen statuieren lässt, die sich nicht so einfach per Verbot lösen lassen. Die wachsende Aggression im öffentlichen Raum, das schon geradezu lustvoll betriebene Littering, grenzenloser Alkoholkonsum und die allgemeine Werteverluderung haben gesellschafts- und teils auch gesundheitspolitisch viel gravierendere Konsequenzen – von den Folgen des motorisierten Verkehrs und der Raserei gar nicht zu reden.

Damit soll weder jede Form von Genuss-Sucht verherrlicht noch der exzessive Nikotinkonsum verharmlost werden. Aber jedes zusätzliche Verbot entbindet die Gesellschaft ein Stück mehr von der Selbstverantwortung, die in der heutigen Welt gefragter wäre denn je. So etabliert sich allmählich die gesellschaftliche Konvention, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.

Mir graut vor einer verbotsgesteuerten Zivilgesellschaft. Ich empfinde das radikale Rauchverbot aber auch als einen echten gastronomischen Kulturverlust. Ob man es wahrhaben will oder nicht: Auch eine rauchgeschwängerte Kneipe hat Charakter, und zahlreiche hochdekorierte Schriftsteller haben dort Inspiration, Ausgleich oder was auch immer gefunden.

Jetzt schaffen eben Paragrafen Remedur – und die Illusion, ein Übel aus der Welt geschafft zu haben.

Abstimmungsresultat und Reaktionen

27. November 2011
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Er verdiente mit Lungenoperationen enorm Geld"

Lieber Herr Knechtli, ich verstehe Sie durchaus, dass Sie für die Raucher eine Lanze brechen. Ich will Ihnen einfach eine kleine persönliche Resonanz schicken, nur zum Dialog.


Ich war 40 Jahre in den USA und hatte während meinen Studien einen guten Freund, der Medizin studierte. Er wurde Chirurg, ein sehr erfolgreicher Chirurg.


Einmal, am Anfang unserer langen Beziehung, berichtete er mir, wie er mit seinen Lungenoperationen enorm Geld verdiente. Die Leute rauchen ständig, und dann operiert man sie vor ihrem Tod.


Nach über 20 Jahren traf ich ihn wieder in Chicago. Er war sehr bitter. Hatte eine Menge Geld mit seinen Lungen Op verdient, aber er wollte sich verändern. Es sei einfach entsetzlich, die Leute mit dieser verdammten Krankheit sterben zu sehen, sie rauchen trotzdem und er muss sie nachher noch begleiten, die Leute lassen sie alle im Stich, weil sie sich so davor fürchten. Es sei einfach untragbar, diesen Krebs in derartiger Quantität vor sich zu haben.


Und er meinte, die Indianer hätten den Weissen die Ursachen dieses Krebs gegeben, aber sie hätten pro Jahr ein paar Mal Pfeife geraucht, sie hatten doch niemals erwartet, dass die weissen Idioten pro Tag zwei oder drei Päckchen von diesem Gift loslassen würden.


Ich denke hin und wieder an diese Bemerkungen von John, den ich seither nie mehr getroffen habe. Und vielleicht ist das auch kein gültiges Argument.


Samuel Laeuchli, Münchenstein



"Warum schweigt hier die Lungenliga?"

Der Leserbrief von Christian Börner kann nicht unwidersprochen bleiben. Er hat offensichtlich keine Ahnung von dem was er schreibt. Koksende und Alkoholiker sind eine weitaus grössere Gefahr als Raucher. Sie gefährden ihre Nachbarn im Tram auch und pöbeln sie in den allermeisten Fällen an. Herr Börner sollte einmal die Statistik der Verkehrsunfälle anschauen und zusammenrechnen, wie viele Tote und Verletzte es durch Drogen und Alkohol gibt und wie viele durch Nikotin, nämlich keine. Auch Morde gehen auf das Konto Drogen und Alkohol – und dann hat Herr Börner die Stirn zu behaupten, diese würden nur sich selbst gefährden. Die 50 Millionen Tote, die auf das Konto Rauchen gehen, sind praktisch alle Lungenkrebsfälle, die es gibt, ohne dass die Ursache feststünde. Ein Joint z.B. ist circa 7x gefährlicher als eine Zigarette. Warum schweigt hier die Lungenliga?


Es gibt auch Leute, die an Lungenkrebs sterben und nie rauchten oder sich in verrauchten Lokalen aufhielten. Zum Schluss möchte ich anfügen, dass ich Nichtraucherin bin, aber trotzdem möchte, dass man bei den Fakten bleibt.


Alexandra Nogawa, Basel



"Die Vernunft hat gesiegt"

In unserem Gegenkomitee zur "Wirte-Initiative" sassen drei FDP-Vertreter und der Fraktionspräsident der SVP. Alles Leute mit äusserst liberaler Grundhaltung. Aber diese Leute haben, im Gegensatz zu Herrn Knechtli und den verärgerten Kommentar-Schreibern (die mich an täubelnde Buschis erinnern, denen man den Nuggi wegnimmt), verstanden, dass die Freiheit des einen dort aufhört, wo sie die Gesundheit des anderen tangiert. Wenn etwas, was einem vielleicht Spass macht, andere schädigt, hört der Spass auf. Da muss man nicht mehr lange herum philosophieren und die inzwischen bis zum Überdruss wiederholten Floskeln von "Verbotsstaat", Fanatikern, Gesundheits-Taliban und was der Anwürfe mehr sind, bemühen. Und ausgerechnet beim Rauchen von "Leben und Leben lassen" und von "Toleranz" zu schwadronieren, ist entweder zynisch oder komplett ignorant. Weltweit sterben jährlich 600'000 Menschen an den Folgen von Passivrauchen (WHO Report on the global tobacco epidemic 2009).


Hier hat der Staat die Pflicht, Leitplanken zu setzen, um vermeidbares Leid zu verhindern. Mit Gesundheits-Wahn hat das gar nichts zu tun. Weitere Infos können der Website der Lungenliga entnommen werden – oder der ausführlichen Antwort der Basler Regierung auf meine Interpellation über das Passivrauchen (steht seit heute im Netz). Und den Stimmbürgern sei Dank: Nun muss kein Gastro-Angestellter, wie in der von den Initianten favorisierten "Bundeslösung" als Ei des Kolumbus gepriesen, einen Wisch unterschreiben, mit dem er/sie "freiwillig" der Gefährdung von Leib und Leben durch Arbeit im Qualm zustimmt. Wer würde sich im heutigen wirtschaftlichen Umfeld wohl weigern wollen, den Weisungen des Patrons zu folgen? Die Vernunft hat gesiegt am Abstimmungssonntag. Und auch der unsägliche Fümoar-Spuk wird spätestens mit der Annahme der nationalen Lungenliga-Initiative verschwinden oder vor Bundesgericht scheitern. Trotz all der tobenden Rauchfreunde, die einen kurzen Gang vor die Tür oder eine gemütliche Runde im unbedienten Fümoir als völlig unzumutbar erachten. Wohl bekomm's!


Andrea Bollinger, Basel



"Keine Hexenjagd auf die Glaubensgemeinschaft der Geniesser"

Es fällt mir schwer zu verstehen, wie selbst gebildete Raucher angesichts der überwältigenden Fakten immer noch öffentlich eine Lanze für's Rauchen brechen können. Rauchen ist direkt und erwiesen verantwortlich für 50 Millionen Tode jährlich in den Industrieländern und beteiligt an sechs der acht häufigsten Todesursachen. Rauchen in geschlossenen Räumen erhöht die Feinstaubbelastung um den Faktor zehn im Vergleich zur Natur und immerhin noch um den Faktor zwei im Vergleich mit einer vielbefahrenen Strassenkreuzung in Peking. Selbst in der rauchfreien Zone ist die Belastung um den Faktor fünf erhöht, wenn sie direkt über eine Tür mit dem Fumoir verbunden ist. Womit noch nicht einmal eine Aussage über die Gefährlichkeit und Langlebigkeit der Schwebestoffe, darunter bekannte Karzinogene wie Teer, getroffen ist. Aus diesen Gründen gelten sogar in der selbsternannten Hochburg des Liberalismus USA vielerorts restriktive Rauchergesetze, die das Rauchen, wenn überhaupt dann nur in abgetrennten Bereichen mit eigener Lüftung erlauben. Gerade der Vergleich mit anderen Suchtmitteln hinkt gewaltig, denn weder der trinkende Obdachlose im Tram noch der koksende Manager der in der Cafeteria gefährdet seine Sitznachbarn unmittelbar und unausweichlich. Die Beteiligung aller an den bewusst eingegangenen persönlichen Risiken über unser System der Krankenkassen ist wiederum allen Suchtmitteln gemeinsam und legitimiert das Interesse des Stimmvolks an Rauchverboten im gesamten öffentlichen und halböffentlichen Raum.


Die Entscheidung vom Sonntag ist demnach nicht, wie Herr Knechtli meint, der vorläufige Höhepunkt einer Hexenjagd auf die Glaubensgemeinschaft der Geniesser, sondern vielmehr die vernünftige Reaktion auf ein guterforschtes Übel. In diesem Sinne: Geniessen Sie mit Augenmass; und rauchen Sie bitte nur privat!


Christian Börner, Basel



"Als nächstes ein Fahrverbot für dne Aeschenplatz"

Kann Ihrem Beitrag vollumfänglich zustimmen. Hoffe jetzt einfach das die Lungenliga als nächstes für den Aeschenplatz ein absolutes Fahrverbot, also eine weiteres Verbot, ins Auge fasst. Ich muss da nämlich jeden Abend, wenn ich um 17 Uhr auf mein 3er Tram warte, massive Emissionen der vorbeifahrenden Autos inhalieren.


Markus Hofstetter, Birsfelden



"Demokratie heisst nicht Diktatur der Mehrheit"

Zahlreiche "Pseudo-Demokraten" scheinen nicht wahrhaben zu wollen, was eigentlich richtig verstandene Demokratie bedeutet, nämlich "das Volk entscheidet", und zwar das ganze Volk. Demokratie heisst nicht Diktatur der Mehrheit. Die Schweizer Demokaratie (und damit auch die einhellig gelobte Stabilität dieses Landes) lebt seit Jahrhunderten davon, dass auch Minderheiten das Recht haben, ihre Rechte zu wahren. Das ist zwar langwierig und langweilig, aber es ist das einzige System, das auf Dauer funktioniert.


Was ist eigentlich am letzten Sonntag passiert? Im Kanton Basel-Stadt tritt im Frühjahr 2010 eine strenge "Rauchverbotsregelung" in Kraft. Fümoar wehrt sich seit Anfang an gegen die Verfassungswidrigkeit dieser Regelung und ermöglicht es, in Raucherlokalen zu rauchen, ohne dass auch nur ein einziger Nichtraucher passivrauchen muss. Das ist richtig verstandener Passivraucherschutz.


Dann fragt der Wirteverband das Volk: "Wollt Ihr nicht eine andere, auch die Interessen der Wirte (und der Raucher) respektierende Lösung?". Die Hälfte des Volkes sagt: "Nein." Das ändert doch auch unter "demokratischen Gesichtspunkten" nichts, aber überhaupt gar nichts daran, dass das Bedienungsverbot und die Diskriminierung der kleinen Beizen gegenüber den grossen rechtlich fragwürdig bzw. eben verfassungswidrig sind, und dass nach wie vor in Fümoar-Beizen niemand unfreiwillig dem Passivrauchen ausgesetzt ist.


Thierry P. Julliard, Sekretär Fümoar, Basel



"Jede Zeit hat ihre Verbote"

Mit zwei Argumenten bin ich nicht einverstanden:


1. "Doch genauso, wie ein feines Essen keine Nikotin-Störung erträgt, kann eine Zigarette zu einem guten Glas Wein ... zum zusätzlichen Genuss beitragen."

Wenn man weiss (und selber jahrelang erfahren hat), wie eine Zigarette die Geschmacksnerven betäubt, bleibt nur die Feststellung: Schade um den guten Wein!


2. "Natürlich ist er möglicherweise für einige Wirte existenzentscheidend ..."

Wie viele Wirte mussten in den letzten Monaten wegen dem Rauchverbot dicht machen? Beobachtungen in Italien, wo das Rauchverbot schon länger gilt, sprechen da eine andere Sprache.


3. "Es wäre ja kein Nichtraucher gezwungen, eine der seltenen Raucherbeizen zu besuchen; vielmehr wäre ihm ein zahlenmässig überwältigendes Mass an Nichtraucherbetrieben zur Verfügung gestanden."

Sind die Fümoar-Beizen tatsächlich so selten?


Könnte man nicht einfach mal zugeben, dass sich die Zeiten geändert haben? Es hat jede Zeit ihre Verbote und im Nachhinein wundert man sich, was da schon alles möglich war: z.B. das "Schiggen" (Tabakkauen) mit freiem Ausspucken des "Schiggs" auf der Strasse, aber auch in Lokalen.


Eugen Hostettler, Gelterkinden



"Das waren noch Zeiten ..."

Warum gibts denn nicht einfach Raucherbeizen

und Nichtraucher-Restaurants? Weil (scheinbar) alles geregelt werden muss. Leider.


Das waren noch Zeiten, als man im Kino oben auf dem Balkon rauchen durfte! Heute (leider) unvorstellbar ...


Ernst Feurer, Biel-Benken



"Wie wärs mit einem Übergewichts- oder Alkoholverbot?"

Peter Knechtli hat so was von Recht! Ich bin mal gespannt darauf, was diesen Gesundheits Fundis als nächstes einfällt ... Wie wärs mit einem Übergewichts- oder Alkoholverbot – oder überhaupt einem Verbot dessen, was Genuss bereitet. Man könnte es Zleidläber-Gsetz nennen. Und ich schlage auch neue Fit-Gesetze vor, die vorschreiben, dass man nachweislich Sport treiben muss. Churchill ist da mein Vorbild.


Heute schmunzeln wir noch über solche Vorstellungen, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir uns über die US-Amerikaner lustig gemacht haben, als diese vor langer Zeit das Rauchen an gewissen Orten verboten haben. Mr häns scho wyt brocht!


Ich werde mich nun als tolerante Nicht-Raucherin - ehemalige starke Raucherin - um eine Mitgliedschaft beim Verein Fümoar bemühen und mich auch erkundigen, ob die Möglichkeit besteht, Geschenk-Mitgliedschaften zu erwerben. Meine mehrheitlich rauchenden Freunde und Freundinnen, die heute alle nicht mehr auswärts essen gehen, werden sich über dieses Weihnachtsgeschenk sicher freuen.


Judie Melzl-Bibby, Münchenstein



"Individuelle Freiheiten werden zunehmend Fanatikern geopfert"

Ein vorzüglicher Kommentar, der auch mit dem Ausdruck "Verbots-Gesellschaft" genau ins Schwarze trifft. Ich gehe sogar so weit zu meinen, dass es auch einer Volkmehrheit (und schon gar nicht einem Parlament oder einer Regierung) zustehen dürfte, dermassen in das Hausrecht einzugreifen. Unsere individuellen Freiheiten werden zunehmend irgendwelchen Fanatikern geopfert. Die Wirte sollten überlegen, ob sie nicht einfach das Bedienungspersonal (für Raucherräume) entlassen und ihren Gästen 20 Prozent Rabatt anbieten sollen, wenn sie Essen und Getränke dafür in einem kleinen Vorraum selbst abholen.


Peter Waldner, Bsel



"Verrat an an unserer Zivilisation"

"Leben und leben lassen" – das war einmal die Quintessenz einer aufgeklärten und farbigen Zivilgesellschaft. Heute steuern wir, scheinbar unaufhaltsam, zurück in die Vergangenheit: Schwarz/Weiss ist im Vormarsch. Ob Schwärzestkatholiken oder Hassevangelikale, ob Nationalkonservative oder Linksautonome, ob Raubritterkapitalisten oder Kampfsozialisten: Der extreme Fundamentalismus feiert fröhliche Urständ. Und die Leute merken es nicht – noch nicht. Wer glaubt, jedwelche zwischenmenschlichen und sozialen Konfliktpunkte mit Verboten lösen zu können, begeht Verrat an an unserer Zivilisation.


Viel schlimmer noch: Je extremer der Druck der Verbots-Fundamentalisten, desto extremer und militanter werden die noch verbliebenen Freiräume verteidigt werden. Fundamentalisten wie der Lungenligachef Urs Brütsch sägen gedankenlos aber missionarisch am Ast der gesellschaftlichen Toleranz. Sie massen sich eine arrogante, erzieherische Kompetenz an. Ja, Rauchen schadet. Fundamentalistische Daumenschrauben aber schaden genau so – sie zerstören das Verständnis für die Bedürfnisse und Eigenheiten einzelner Bevölkerungsgruppen. Dies erinnert mich fatal an die ehemalige DDR: Das Kollektiv ist alles, der Einzelne nichts. Wir sollten uns – unabhängig jeglicher politischer oder ideeller Couleur – vor narzistisch-autoritären Rattenfängern hüten!


Andres Egger, Basel



"Schreckensvision Pseudoclean-Gesellschaft"

Eine ausgewogene Regelung, die die Mehrheit der Nichtraucher und die Minderheit der Raucher berücksichtigt, war die frühere Regelung der Deutschen Bahn in den ICE-Zügen: Im vordersten 1.-Klass- und im hintersten 2.-Klasswagen war Rauchen erlaubt. Eine Pseudoclean-Gesellschaft wie in den USA ist eine Schreckensvision.


Klaus Burri, Basel



"Als wäre es Basels wichtigstes Problem"

Der Kommentar zum Abstimmungsergebnis von Peter Knechtli ist super, spricht mir aus dem Herzen. Es war erstaunlich, wie militante NichtraucherInnen sich zu Wort meldeten (Facebook usw.), als wäre es das wichtigste Problem, welches Basel zu lösen hat!


Es ist wie, Peter Knechtli schreibt, sehr einfach ein Rauchverbot zu erlassen. Aber wesentlich schwieriger, Gewalt und Littering zu verbieten, resp. zu ahnden!


Ruth Hochuli, Augst



"Gut und ausgewogen"

Vielen Dank für Ihren guten und ausgewogenen Kommentar zum Rauchverbot. Ich bin sehr gespannt wie das ganze "Theater" weitergeht.


Philipp Karger, Basel



"Gesundheit aller höher als der Genuss weniger"

Ich sehe das anders. Das weltoffene Basel macht das, was die weltoffenen Iren, Italiener, etc. . schon längst gemacht haben. Sie werten die Gesundheit aller höher als der Genuss weniger. Und dies erst noch ohne Verlust an Literaten. Zudem sei der Hinweis erlaubt: Wäre es Kindern und Jugendlichen erlaubt gewesen, über ihren Lebensraum mitzubestimmen, dann wäre das Rauchverbot nicht nur auf Restaurants beschränkt worden.


Markus Fritz, Basel



"Service-Personal bleibt unerwähnt"

Interessant: Der Kommentar erwähnt mit keinem Wort das Service-Personal. Und: Wäre das Resultat umgekehrt gewesen, wäre dann auch von "Zufallsresultat" die Rede gewesen? Dann hätte es wohl geheissen: "erstaunlich knapp".


Balz Engler, Basel



"Kommentar hätte vor der Abstimmung escheinen müssen"

Ein treffender Kommentar, den es nichts hinzu zu fügen gibt. Ausser vielleicht, dass der Toleranz gegenüber einer Minderheit zum Durchbruch verholfen worden wäre, wenn Peter Knechtlis Kommentar vor der Abstimmung erschienen wäre.


Abdul R. Furrer, Basel



"Der Entscheid schafft Klarheit"

Peter Knechtli ist bekannt für seine scharfsinnigen und süffig geschriebenen Kommentare. Dieser hier fällt allerdings aus dem Rahmen. Die knappe Entscheidung scheint ihn extrem zu "wurmen". Nur so ist es zu erklären, dass der sonst so besonnene Journalist von "Intoleranz" und von einem "radikalen Rauchverbot" spricht und sich damit auf die Ebene der Raucherlobby begibt. Sogar das Bild des "Grauens vor der Verbots-Gesellschaft" wird bemüht. Fakt ist, dass die Basler Bevölkerung bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren trotz einer Millionen schweren Kampagne des Wirteverbandes den Schutz vor Passivrauchen gutgeheissen hat.


Zur Erinnerung: In Basel-Stadt und in Baselland sind gleichlautende Initiativen vom Stimmvolk abgesegnet worden. Niemandem wird das Rauchen zukünftig untersagt – auch in Basel-Stadt nicht. Aber die Gäste und das Personal haben das Recht, vor dem nachweislich gesundheitsschädigenden Passivrauchen geschützt zu werden. Nicht mehr und nicht weniger. Der Entscheid schafft - endlich - Klarheit und gleich lange Spiesse mit dem Baselbiet, wo die besonnenen Oberen des Wirteverbandes die Zeichen der Zeit erkannt haben und auf zwängerische Initiativen verzichten. Der Verein Fümoar täte gut daran, seine höchst wahrscheinlich gesetzeswidrige Haltung aufzugeben und den demokratischen Entscheid zu akzeptieren.


Martin Rüegg, Gelterkinden


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Fraglos ist der Verbrunnungsmotor ein Meisterwerk der Ingenieurskunst"

BaZ online
vom 2. Oktober 2020
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Das wären dann die revolutionären Wasser-Motoren.

RückSpiegel

 

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.

Der Deutsche Florian Röthlingshöfer wird neuer Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen und Nachfolger von Hans-Peter Hadorn, der Ende Jahr abtreten wird.

Patricia von Falkenstein, die Präsidentin der Liberalen LDP, wird als Nachfolgerin von Helmut Hersberger neue Präsidentin des Hauseigentümer-Verbandes Basel-Stadt.

Roman Brunner (Muttenz) wird per 1. November 2020 neuer Präsident der Baselbieter SP-Landratsfraktion als Nachfolger von Miriam Locher, die sich für das Amt der Parteipräsidentin bewirbt.

Dem Enkeltrickgewerbe fielen in Basel kürzlich Beträge von 15'000 und 4'000 Franken in die Hände, während ein happiger Beutezug von 80'000 Franken misslang.

Der FC Basel und sein Captain Valentin Stocker verlängern den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis im Sommer 2023 – mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Im vergangenen Sommer lagen die Ozon-Konzentrationen in der Region Basel zwar tiefer als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung.

Mit zusätzlichen Städtepartnerschaften mit Abidjan (Elfenbeinküste) und einer Stadt in einem Erstfluchtland im Nahen Osten will die Basler Regierung "ein Zeichen der Solidarität setzen".

Teilerwerbstätigen Beziehenden von Ergänzungsleistungen und Beziehenden von Ergänzungsleistungen, die zu einer medizinischen Behandlung fahren, werden im Baselbiet die Kosten für Schutzmasken mit pauschal 30 Franken vergütet.

Ralph Lewin und Andreas Sturm stellen sich nach über zehnjähriger Amtszeit nicht mehr für eine Wiederwahl für die nächste Amtsperiode im Bankrat der Basler Kantonalbank zur Verfügung.

Die auslaufenden Verträge von Cheftrainer Marcel Koller und den Assistenztrainern Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger mit dem FC Basel werden "im gemeinsamen Einvernehmen" nicht verlängert.

Die auf Gebäudetechnik und Energiekonzepte spezialisierte Rapp Gebäudetechnik AG plant die Konzentration ihrer Geschäftstätigkeit am Standort Münchenstein und erwägt die Schliessung ihrer beiden Filialen in Lausanne und Genf.

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.