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"Revolta"-Randale: Linke Tabus – taube Polizei

Von PETER KNECHTLI

Die Anwohner trauten ihren Augen nicht, als sie beobachteten, was sich in der Nacht auf heute Sonntagmorgen am Basler Voltaplatz abspielte. Feuer um das autonome "Revolta"-Party-Bretterdorf auf der Voltamatte, Vermummte, die aus allen Richtungen einliefen, krachende Fensterscheiben. Die Polizei war nicht da. Sie kam viel zu spät – ein Augenzeuge meinte, bloss um die anrückende Feuerwehr zu schützen.

Die Eskalation war abzusehen, seit Autonome im Mai begannen, einen symbolischen Turm gegen die "gentrifizierte 'Todeszone' der Voltastrasse entlang und zum Zaun der 'Verbotenen Stadt' Novartis Campus" zu bauen, wie es auf der Website linksunten.indymedia.org heisst. Was als friedlich-kritisches Biotop gegen die Entmenschlichung des Quartiers, den Vorrang der industriellen Interessen und die Vertreibung von Mietern aus preisgünstigen Wohnungen begann, verselbstständigte sich sich bis zum Zeitpunkt der Eskalation heute Sonntagmorgen.

So diskussionswürdig die Themen der Verdrängung sind, so unverkennbar richtete sich "Revolta"-Grill- und Partygemeinschaft auch gegen die Quartierbewohner, die noch nicht anonymen und nahezu unbewohnten neuen Wohnblocks für Besserbetuchte weichen mussten. Immer wieder kam es zu Parties mit Bumbum-Musik weit über die Grenzen der Nachtruhe hinaus. Linke Mieter, die sich bei der Polizei beschwerten, liefen regelmässig auf – und dann emotional zermürbt verbal gegen die linken Besetzer Sturm: "Pack!", tönte aus Kreisen bescheidener Mieter, die vermutlich links wählen.

 

"So schafft die links-grüne Regierung
den Rechts-Parteien in die Hand."


Ein Anwohner der nahe Gasstrasse schrieb am 14. August einen Brief an die Regierung: "Sie dulden seit über vier Monate den zivilen Ungehorsam durch Ihnen bekannte Personen auf öffentlichem Grund. Sie unterschlagen uns die Hilfeleistung durch die Polizei resp. Räumung der Besetzung. Sie unterschlagen oder missachten unsere getätigten Reklamationen an die Polizei."

Abgeschickt hat er den Brief nie. Er fühlte sich ohnmächtig gegenüber einem passiven Staat – und "Revolta"-Okkupanten, die "Take your Right to the City" auf die Transparent-Fahnen geschrieben haben.

Warum verhielten sich die Behörden so, als sei nicht nur auf der Voltamatte, sondern auch im Rathaus die Anarchie ausgebrochen?

Schuldzuweisungen sind derzeit angesichts ungenügender Informationen fehl am Platz. Aber die Vermutungen gehen in eine klare Richtung: Die rot-grüne Regierungsmehrheit wollte gegenüber den anfänglich moderat auftretenden "Revolta"-Okkupanten im Sinne neuer urbaner Protestkultur Milde und Toleranz walten lassen. Das bürgerlich geführte Departement, das für die Polizei zuständig ist, fügte sich der Toleranz-Doktrin und griff auch dann erst spät ein, als die Eskalationsstufe schon erreicht war.

Gerade mal zwei Verhaftete bei einem Vorfall dieser Dimension! Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass kann sich feixend auf die regierungsrätliche Duldungs-Linie berufen: So weit kommt's mit blauäugiger Toleranz gegenüber Autonomen.

Doch es geht bei der Bewertung dieses Falles nicht nur um die Grenzen der Toleranz, sondern auch um rot-grüne Tabus: Wenn die Regierung dieser Stadt Gesetzesübertretungen unter anderem durch massiven Lärm während der Nachtruhe toleriert und dabei gleichzeitig nicht wahrnimmt, welchen Zorn sie damit unter ganz gewöhnlichen lärmgeplagten Quartierbewohnern (und tendenziellen Links-Wählern) auslöst, muss sie sich nicht wundern, wenn Rechts-Parteien daraus den politischen Profit schlagen.

Bericht zur "Revolta"-Randale

25. September 2011
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Ziemlich chaotische Begriffsverwirrung"

Eine Frage an Frau Nogawa: Ist eine "sogenannte Rechtspartei" nun eine Rechtspartei oder ist es keine Rechtspartei? Oder anders herum: Wie wäre es, wenn wir von "sogenannten Chaoten" sprechen würden?


Und dann eine Frage an Herrn Knechtli: Was ist mit den "rot-grünen Tabus" gemeint? Ist es die weiter oben erwähnte Toleranz gegenüber den moderat auftretenden Okkupanten? Wohl nicht, denn Toleranz ist kein Tabu, auch wenn man sie ein paar Zeilen weiter unten zur "Toleranz-Doktrin" emporstilisiert - abgesehen davon, dass auch eine Doktrin kein Tabu ist. Alles in allem eine ziemlich chaotische Begriffsverwirrung ...


Matthias Scheurer, Basel



"Bewusste Stimmungsmache"

Dass Sozialhilfeempfänger "sehr oft mehr Geld als die arbeitende Bevölkerung" bekommen, wie Frau Nogawa behauptet, ist nicht nur grob falsch, sondern vermutlich auch bewusste Stimmungsmache und Gegeneinander-Ausgrenzen.


Ein junger Erwachsener Sozialhilfeempfänger bezieht pro Monat:


748.- Grundbedarf

max. 475.- Mietzuschuss

plus Krankenkassenprämie (max. 90% der Durchschnittsprämie in BS


So wenig verdient man höchstens auf IKEA-Baustellen.


Michel Steiner, Basel



"Überhaupt nicht erstaunt"

Wer das Buch "Vorsicht Bürgerkrieg! Was lange gärt wird endlich Wut" von Udo Ulfkotte gelesen hat ist über diese niederträchtigen und verabscheuungswürdigen Vorkommnisse auf der Basler Voltamatte, sowie in vergangener Zeit auch in Zürich, überhaupt nicht erstaunt. Mir erging es jedenfalls so. Das Studium dieser Lektüre sollte für unsere links-grüne Stadt-Regierung inkl. den bürgerlichen Regierungsräten höchst dringendst zur Pflichtlektüre unterbreitet werden.


Egidio Cattola, Riehen



"Fünf Minuten Überziehen beim Parkieren wird gebüsst"

Leider ist es eine Entwicklung, die man in der ganzen Schweiz beobachtet. Eine kleine Minderheit von Chaoten macht, was sie wollen, d.h. sie zerstören alles und benehmen sich so, wie wenn ihnen die ganze Stadt gehören würde. Sie finden Verbündete in den Regierungen, sehr oft in den Medien und können auch damit rechnen, dass die Justiz auf ihrer Seite ist. Greift ein Angegriffener zur Waffe, kommt er unter Garantie ins Gefängnis. Nicht so ein Chaot, der ist spätestens am nächsten Tag frei. Er bezieht in den meisten Fällen auch noch Sozialhilfe, d.h. sehr oft mehr Geld als die arbeitende Bevölkerung.


Überzieht ein hart arbeitender, steuerzahlender Autofahrer die Parkzeit um 5 Minuten, so wird er gebüsst. Verursacht dagegen ein Chaot einen Sachschaden von mehreren tausend Franken, so kommt er praktisch immer straffrei davon. Kein Wunder, können die sogenannten Rechtsparteien einen Erfolg nach dem andern verbuchen.


New York wurde von einem unsicheren, verkommenen Slum zu einer lebenswerten Stadt, nur weil ein Bürgermeister den Mut hatte, die Null-Toleranz einzuführen. Es wäre zu hoffen, dass wir eine Regierung bekommen, die den Mut hat, einmal eine Null-Toleranz einzuführen und ein Parlament, das die Gesetze reformiert, Richter, die Recht und nicht Unrecht sprechen und auch einmal eine Bevölkerung, die den Mut hat, bei der Regierung gegen die Chaoten zu demonstrieren und nicht nur gegen irgenwelche eingeredeten Scheinprobleme.


Nicht zuletzt möchte ich Herrn Knechtli danken, dass er gewagt hat, in seiner Zeitung sich gegen die Chaoten auszusprechen. Ich hoffe, die andern Medien werden folgen.


Alexandra Nogawa, Basel



"Dringender Handlungsbedarf"

Danke für den Bericht "Lärm- und Gewaltorgie am Voltaplatz" und den Kommentar von Peter Knechtli, der den dringenden Handlungsbedarf aufzeigt.


Das Stadtteilsekretariats Basel-West (STS BW) weist die Behörden seit Monaten regelmässig auf den dringlichen Handlungsbedarf und die Eskalationsgefahr auf und um Voltaplatz hin. Das STS BW nimmt auch laufend besorgte Beobachtungen und Meldungen aus der konkret betroffenen Bevölkerung und den Quartierorganisationen (z.B. NQV St. Johann oder der Mobilen Jugendarbeit) auf und verlangt bei den Behörden konkrete Massnahmen zur Problemlösung und zur Deeskalation der spannungsgeladenen Situation.


Für die Neugestaltung des Gebiets "Volta Ost", wozu auch der mittlerweile symbolhafte "Hot Spot Wasserstrasse" gehört, erwirkte das STS BW ein umfassendes Mitwirkungsverfahren, das diesen Herbst die Konkretisierungsphase tritt. Auch die konstruktiven – aber nur diese – Kräfte der "Wasserstrasse" sind dabei mit eingeladen, ihre konkreten und zielführenden Gestaltungsideen in Form konkreter Projektvorschläge einzubringen.


www.basel-west.stadtteilsekretariatebasel.ch

www.basel-west.stadtteilsekretariatebasel.ch/index.php


Peter Jossi, Co-Präsident Stadtteilsekretariat Basel-West, Basel



"Jetzt haben wir den Salat!"

Es gibt Vernünftige, die ein ehrliches Anliegen für Freiräume haben, und sich im Rahmen des Legalen bewegen – mit diesen soll man reden und Lösungen finden. Aber es gibt auch Chaoten – die müssen hart angepackt werden, sehr hart!


Ich habe die Staatsanwaltschaft schon am 3.8.11 (!) auf die von Peter Knechtli genannte Internetseite linksunten.indymedia.org hingewiesen – und dort waren schon damals klare Hinweise auf bevorstehende Rechtsbrüche zu finden. Ganz zu schweigen von meiner – schon vor vielen Monaten gestellten – Forderung, dass mit der illegalen Besetzerszene, welche sich seit längerer Zeit von der Regierung geduldet in und um die Villa Rosenau aufhält, aufgeräumt werden muss. Jetzt haben wir den Salat!


Die Polizei kann (und würde auch!) wirksam eingreifen – wenn sie nicht daran gehindert wird. Offensichtlich sind Vorwürfe an Hanspeter Gass jetzt aber fehl am Platz: Wenn sich herausstellen sollte, dass linke Regierungsräte diese gewaltbereiten Chaoten bewusst geduldet haben, wäre das ein guter Grund für eine Rücktrittsforderung! Wir lassen uns unser Basel nicht unsicher und chaotisch machen, schon gar nicht von Regierungsmitgliedern, die zu enge Verbindungen zu anarchischen Szenen haben!


Patrick Hafner, Grossrat SVP, Basel


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"Anwätltin"

Schweizer Fernsehen
Text auf einem Standbild
der Verteidigerin
des Fussballers Dani Alves
am 22. Februar 2024
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Drippelfehler.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).