Werbung

Max Kaufmann: Frisch pubertiert

<< [ 1 | (...) | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | (...) | 65 ] >>

Im Status-Dilemma: Brunch statt Wut?

Ich werde diese Woche zweiundzwanzig. Das erkennt man schon daran, wie ich den Geburtstag feiere. Vor einem Jahr sassen wir noch frierend im Park und wärmten uns an ekligen Mischgetränken; dieses Jahr lade ich einen kleinen Kreis zum Brunch in die WG ein.

 

Letztes Jahr feierten wir mitunter Pandemie-bedingt draussen – dieses Jahr ist in meinem Umfeld eine regelrechte Brunch-Epidemie ausgebrochen: Sei es House-Warming-Party in der neuen WG, ein nicht einmal runder Geburtstag oder das überstandene Semester.

 

Statt uns draussen mehr oder weniger abzuschiessen und danach in den Ausgang zu gehen, treffen wir uns bereits vormittags. Wir gönnen uns Backwaren aus der Bäckerei, frisch gepressten Saft und Burrata von "Fine Food".

 

Zum Anstossen gibt es Sekt statt Wodka-Cola. Das ist wohl das einzige Vernünftige an dem Ganzen.

"Manchmal braucht es nicht viel, um einen
aus dem bünzligen Delirium zu holen."

Aber davon abgesehen: Ist das die Verbürgerlichung der Jugend – einer, die gar nie richtig rebellisch war? Geniessen wir die Avocado-Toasts zu diesen Anlässen umso mehr, weil die in unserem klimabewussten Leben während der letzten Jahre ausbleiben mussten?

 

Was kommt als nächstes? Beginnen wir wieder, in die Ferien zu fliegen und rechtfertigen dies wie unsere Eltern damit, dass wir einfach mal an der Wärme entspannen müssen? Im Februar.

 

Und das nur, um danach wieder den Leistungsansprüchen in Studium und Job genügen zu können.

 

Zugegeben freue ich mich auf einen entspannten Geburtstag ohne Angst vor Lärmbeschwerden der Nachbarinnen und Nachbarn, ohne Sorgen, dass die Wohnung bei spätnächtlichem Spaghetti-Kochen in Flammen aufgeht, oder noch schlimmer: dass niemand mehr imstande ist, mit in den Ausgang zu kommen.

 

Zugleich habe ich Angst davor, in ein Alter zu kommen, wo wir es hinnehmen, älter und "bünzliger" zu werden. Wir die neue WG hübsch einrichten, ich das alte Bett aus Euro-Paletten auf die Strasse stelle und mich dabei ertappe, wie ich ernsthaft erwäge, mir ein Designerbett zu kaufen. So richtig edel aus Chromstahl und mit einer angenehmen Liegehöhe, um nicht jeden Morgen nach einer gefühlt am Boden verbrachten Nacht mit einem verspannten Rücken aufzustehen.

 

Vielleicht engagieren wir uns dann noch ab und zu für nicht allzu kontroverse Anliegen – falls es nach der Demo eine geile Afterparty gibt. Aber hauptsächlich brunchen wir Wochenende für Wochenende vor uns hin.

 

Ich bezweifle aber, dass es ganz so weit kommt. Manchmal braucht es nicht viel, um einen aus dem bünzligen Delirium zu holen und wieder wütend zu machen. Wenn man von Freundinnen mitbekommt, wie die Polizei sie am 8. März behandelte, zum Beispiel. Von den deswegen nicht zur Sprache gekommenen Anliegen ganz zu schweigen. Da muss das ruhige und gesittete Vor-Sich-Hin-Brunchen warten.

13. März 2023
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Mit Witz und Treffgenauigkeit"

Die "Brunch-Epidemie" ist auch ein Ausdruck der Biedermeierisierung unserer Gesellschaft. Der Rückzug in die heile Brunch-Welt in Zeiten der grossen Umbrüche ist durchaus eine bürgerliche Tendenz. Das ist nicht schlecht aber auch nicht rebellisch oder weltverändernd. Etwas, das Max Kaufmann mit Witz und Treffgenauigkeit beschreibt. Herzlichen Dank.


Stephan Kalt, Basel



"Einfach Menschsein"

Warum um Himmels Willen wird das Brunchen mit "bürgerlich" abgehandelt, lieber Max Kaufmann? Brunchen heisst ja, soziale Kontakte zu pflegen, kommunikativer Austausch in aller Ruhe, ohne den Lärm und die laute Musik in einem hippen Lokal, wo man sich ja doch nur anschreien oder gar nicht reden kann. Brunchen heisst auch, mit dem Gegenüber streiten, lachen, lautstark diskutieren – jedenfalls geht es bei uns in unserer Familie so zu, wenn alle um den Tisch versammelt sind. All dies ist nicht links und nicht rechts und nicht bürgerlich, sondern einfach Menschsein.

In diesem Sinne: alles Gute zum Geburtstag!


Beatrice Isler, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Basler Bauern kämpfen gegen den Dauerregen"

BaZ
in einem Titel
im Regionalteil
am 16. Juli 2024
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Zürcher Blattmacher kämpfen für die Kantonsfusion.

RückSpiegel

 

20 Minuten und zentralplus zitieren die OnlineReports-Recherche über die Baselbieter Obstbauern, die ihre Kirschen nicht verkaufen können.

Die BaZ und 20 Minuten beziehen sich in einem Artikel über den tödlichen Unfall im St. Johann auf einen Bericht aus dem OnlineReports-Archiv.

Die bz nimmt die OnlineReports-Recherche über den Kunst-Coup der Stiftung Im Obersteg auf.

Die bz vermeldet den Tod von Aurel Schmidt und bezieht sich dabei auf OnlineReports.

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel







In einem Satz


Markus Habegger übernimmt am 2. August die Leitung des Tageshauses für Obdachlose in Basel als Nachfolger von
Paul Rubin.

Der Basler Rechtsanwalt und Baurechtsexperte Daniel Gebhardt wird neuer Verwaltungsratspräsident der Rhystadt AG, der grössten Eigentümerin auf dem Klybeck-Areal. 

Die Baselbieter Grünen-Landrätin Erika Eichenberger tritt im September zurück, Natalie Oberholzer rückt nach.

Ass. Prof. Dr. Prisca Liberali wird für ihre Forschung auf dem Gebiet der Gewebebildung mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Sarah Mehler folgt am
1. Oktober als neue Geschäftsführerin der Kaserne Basel auf Eva Heller.

Markus Jordi,
langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.

Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.