Werbung

Max Kaufmann: Frisch pubertiert

<< [ 1 | (...) | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | (...) | 65 ] >>

Wählerische Studis, dreiste Vermieterinnen

Mein neues Jahr startet mit viel Veränderung: Ende Monat ziehe ich aus meiner bisherigen WG im Gundeli in eine neu gegründete im Klybeck. Statt 20er-Zone, die von Yuppies und ihren Kindern mit handgenähten Retro-Leder-Schultaschen bewohnt ist, heisst es dann Kleinhüningerstrasse. Mehr Verkehr, weniger Ruhe – dafür ist mehr los und der Heimweg nach dem Ausgang kürzer.

 

Zum ersten Mal ziehe ich als "Erwachsener" um. Beim meinem letzten Umzug bin ich von zu Hause ausgezogen, diesmal muss noch einmal mehr alles selbst organisiert werden. Zum ersten und hoffentlich einzigen Mal bereue ich, noch keinen Führerschein gemacht zu haben.

 

Daran, wer beim Umzug hilft, merkt man, wer die echten Freundinnen und Freunde sind. Das gilt insbesondere, wenn die Eltern langsam in einem Alter sind – sorry, Mama und Papa – in dem Rücken und Schultern das Kisten-Schleppen nicht mehr ganz so gut ertragen.

"Ich möchte nicht mit einem BWL-Studi
wohnen, der mir vom freien Markt predigt."

Weil der Umzug naht, müsste ich jetzt längst am Packen sein. Vorher möchte ich aber noch einige Dinge teilen, die mir von der Wohnungssuche geblieben sind. Im Kontakt mit Vermieterinnen und Vermietern lernt man so einiges über Menschen, die so viel Geld haben, dass sie nebenbei noch ein paar Häuser besitzen.

 

Immerhin habe ich nicht dasselbe erlebt wie vor zwei Jahren auf Wohnungssuche mit der letzten WG. Dort schickte uns eine Vermieterin statt einer einfachen Absage unsere – ohne bluffen zu wollen – ziemlich vielversprechende Bewerbung per Post zurück; zusammen mit einer Notiz, wir sollten uns doch politisch für mehr Wohnraum für Studierende einsetzen.

 

Dass sie, die im Besitz eines Hauses ist, am Hebel sitzt, um etwas zu verändern, kam ihr nicht in den Sinn. Gott sei Dank schickte sie uns armen Studis die Bewerbung zurück, dass wir uns beim nächsten Versuch Kosten für Druck und Papier sparen konnten.

 

Damals wie jetzt haben wir schliesslich trotzdem eine Wohnung gefunden, und bei den neuen Vermietern habe ich ein gutes Gefühl. Bei der darauffolgenden Suche nach "WG-Gspänli" kann man aber auch viel über sich selbst lernen: Aufgrund weniger Zeilen in den Anfragen auf die "Unimarkt"-Anzeige für das noch freie Zimmer müssen wir einschätzen, wen wir kennenlernen möchten und wen nicht.

 

Dieses Auswahlverfahren erinnert ein wenig an Dating-Apps, wo oberflächlich anhand einiger Bilder nach rechts oder links geswiped wird. Ich merke dabei, dass mir das Studienfach der sich für das Zimmer Bewerbenden eine grössere Rolle spielt, als mir lieb ist. Und noch schlimmer: Ob sie überhaupt studieren.

 

Ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Leute kann zwar spannend sein, andererseits haben diese Präferenzen auch ihre Gründe: Ein ähnlicher Tagesrhythmus und gemeinsame Themen, die einen interessieren, erleichtern das Zusammenleben.

 

Ich möchte echt nicht mit einem BWL-Studi zusammenwohnen, der mir vom freien Markt predigt, oder einem JSVPler, der von "Gender-Gaga" und Sprachpolizei fabuliert.
 

Solange dies nicht der Fall ist, steigt die Chance, auf einer gleichen Wellenlänge zu sein, deutlich. Möglichkeiten, sich im besten Sinn miteinander auseinandersetzen, gibt es sowieso genug.

 

Das beginnt manchmal schon damit, wie man die Geschirrtücher zusammenfaltet.

16. Januar 2023
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Gar kein so grosser Uterschied"

Schönes neues Bild! Eine aussichtsreiche Bewerbung für eine Berufswahl bei der Truppe, die "Männer mit Schnauz" sucht und – sozial grosszügig – gemessen an der Leistung zu wenig verdient.



Aber darauf will ich nicht heraus. Wie es schon der Titel (von der Redaktion?) des Artikels hervorhebt: Interessant finde ich, dass sich ein armer Student gar nicht so sehr von Leuten unterscheidet, die "so viel Geld haben, dass sie nebenbei noch ein paar Häuser besitzen". Ohne zu fragen, ob und wie sie sich das verdient hatten, wieviel von dem "vielen Geld" ihnen selbst oder der Bank gehört, wieviel von den Einnahmen in Zinsen, Gebühren, Unterhalt/Werterhalt etc. fliesst.



Beide wählen nämlich ganz offensichtlich nach eigenen, subjektiven Kriterien aus. Die Vermieter, ob eine Studenten-WG in die Gemeinschaft mit den anderen Mietern passt; aber auch, ob das Geld für die Miete tatsächlich eingeht und die Wohnung pfleglich behandelt wird. Der Student, ob man Mitbewohner wünscht, die sich in der eigenen "Blase" bewegen oder eben nicht.



Zum Glück leben wir in einem Land und einem System, das diese subjektive Freiheit erlaubt.


Peter Waldner, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Zwei Unfälle mit Velofahrerenden"

Watson
in einem Titel
in der Rubrik Polizeirapport
am 20. Juni 2024
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Am Ende die Velofahrer?

RückSpiegel

 

Die bz vermeldet den Tod von Aurel Schmidt und bezieht sich dabei auf OnlineReports.

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Markus Jordi, langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.

Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.