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Max Kaufmann: "Aus meiner Bubble"

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"Hey, was lauft hüt z’Obe?"

So eine volle Schulwoche mag ja anstrengend sein, doch der wahre Stress beginnt erst, wenn am Freitag die letzten Schulstunden überstanden sind. Bereits in der Mittagspause ist "Hey, was lauft hüt z’Obe?" der wohl meistgehörte Satz am Gymnasium.

Die heisse Phase beginnt dann aber erst zuhause. Am Handy. Fürs Abendprogramm erstellt man auf Whatsapp wie wahnsinnig Gruppen-Chats mit "Hüt obe Kino", "Pärkli chille" oder einfach nur einem Bier-Emoji als Betreff.

Der halbe Freundeskreis wird eingeladen, eingespeicherte und unbekannte Nummern verlassen wieder hastig den Chat oder werden neu hinzugefügt. Manche schreiben kurze Entschuldigungen, sie haben noch Tanzen oder werden von den Eltern gezwungen, wieder mal zuhause zu bleiben und mit der Familie einen Film zu schauen.


"Bei minus zwei Grad wartete ich
eine Stunde lang auf eine Freundin."


D
ie Entscheidung, wo und vor allem mit wem der Abend verbracht werden möchte, fällt fast immer in letzter Minute. Man will alle Optionen offen lassen, schreibt also gleichzeitig in mehreren Chats, wobei Floskeln wie "vlt" (vielleicht) und "wahrsch" (wahrscheinlich) dafür sorgen, dass man sich je nach Lust noch im letzten Moment mit "Sry cha doch nit" aus der Gruppe verabschieden kann. So dominiert die Planung des Ausgangs den Abend und Mama wird wütend, wenn ich anstatt den Tisch zu decken aufs Handy starre.

K
ürzlich erzählte mir meine Lehrerin, sie habe nie solche Probleme gehabt. Sie und ihre Freundinnen hätten sich freitags immer um Punkt neun bei den Telefonkabinen am Barfi getroffen. Doch diese dienen meiner Generation nur noch als Hintergrund für coole Posen auf Polaroidfotos, die dann wiederum mit dem Handy abfotografiert auf "Instagram" für "Likes" sorgen.

Fixe Treffpunkte sind out, es kommen sowieso immer alle "so öbbe 9i", also zu spät. Der eine muss noch essen, der andere hat einen Bad Hair Day, also der Gel will nicht richtig haften. Ausreden sind schnell verschickt.

Nur bei Dates werden Treffen schon eine Woche im Voraus vereinbart und Ort sowie Uhrzeit sogar in die Agenda eingetragen. Umso enttäuschender, wenn sie oder er dann doch zu spät kommt.

"Du rufst mich an und sagst du kommst zu spät, dabei bist du schon viel zu spät. Es tut dir leid, wenn ich nach Hause geh", singt die Band "Bilderbuch" in einem meiner Lieblingslieder und ruft damit dazu auf, in solchen Situationen das einzig Richtige zu tun. Hätte ich dieses Lied nur schon gekannt, als ich letzten Winter bei minus zwei Grad eine Stunde lang am Kronenplatz auf eine Freundin wartete.

Dieser kalte Abend nahm dann aber doch noch ein gutes Ende: Innert kürzester Zeit brachte ich über "Whatsapp" in Erfahrung, was wo läuft und konnte mich spontan einer Gruppe von Freunden anschliessen. Ohne Handy hätte ich nach Hause gehen müssen, um mit meinen Eltern einen Film zu schauen.

14. Mai 2018
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Hey Alte"

Erfrischender Artikel Herr Kaufmann, äusserst erfrischend. Ich danke dafür, dass mir einer endlich mal näher bringt, wie die jungen Leute ticken. Vermisst habe ich bloss den Ausdruck "hey  Alte", denn der trifft auf mich zu. Ich bin 76.


Peter Graf, Basel


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"Basler Bauern kämpfen gegen den Dauerregen"

BaZ
in einem Titel
im Regionalteil
am 16. Juli 2024
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Zürcher Blattmacher kämpfen für die Kantonsfusion.

RückSpiegel

 

20 Minuten und zentralplus zitieren die OnlineReports-Recherche über die Baselbieter Obstbauern, die ihre Kirschen nicht verkaufen können.

Die BaZ und 20 Minuten beziehen sich in einem Artikel über den tödlichen Unfall im St. Johann auf einen Bericht aus dem OnlineReports-Archiv.

Die bz nimmt die OnlineReports-Recherche über den Kunst-Coup der Stiftung Im Obersteg auf.

Die bz vermeldet den Tod von Aurel Schmidt und bezieht sich dabei auf OnlineReports.

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel







In einem Satz


Markus Habegger übernimmt am 2. August die Leitung des Tageshauses für Obdachlose in Basel als Nachfolger von
Paul Rubin.

Der Basler Rechtsanwalt und Baurechtsexperte Daniel Gebhardt wird neuer Verwaltungsratspräsident der Rhystadt AG, der grössten Eigentümerin auf dem Klybeck-Areal. 

Die Baselbieter Grünen-Landrätin Erika Eichenberger tritt im September zurück, Natalie Oberholzer rückt nach.

Ass. Prof. Dr. Prisca Liberali wird für ihre Forschung auf dem Gebiet der Gewebebildung mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Sarah Mehler folgt am
1. Oktober als neue Geschäftsführerin der Kaserne Basel auf Eva Heller.

Markus Jordi,
langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.

Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.