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Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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Tierkreiszeichen-Hype: Es steht in den Sternen

Da ist es, das Sommerloch. Die Prüfungen sind vorbei und endlich bleibt wieder Zeit, sich auch ein wenig dem Oberflächlichen zu widmen: Gleich nach dem Log-Out aus der letzten Online-Prüfung habe ich mir einen Coiffeur-Termin gebucht.

Auch das natürlich online – ich musste dazu nicht einmal das Browser-Fenster verlassen.

 

Und was gibt es jetzt zu tun? Ich habe etwas nachzuholen. Meistens erkläre ich hier ja, was bei uns jungen Erwachsenen so abgeht, und versuche zu erklären, was ältere Generationen vielleicht nicht auf Anhieb verstehen. Das mit dem Gendern zum Beispiel.

"Die Horoskope sind bei mir
sowieso so dramatisch positiv."

Aber manchmal verstehe ich auch nichts mehr; und deshalb versuche ich über den Sommer die Faszination meiner Generation an Sternzeichen zu verstehen. Ich meine damit ein Interesse, das darüber hinausgeht, Horoskope in "20 Minuten" zu überfliegen. Diese sind bei mir sowieso so dramatisch positiv, dass ich – wenn sie stimmten – jede Woche Heiratsanträge stellen oder erhalten müsste.

 

Der "Hype" um Sternzeichen geht aber weiter als das: In Alltagssituationen werden sie verwendet, um die aktuelle Stimmung zu erklären. Weshalb man gerade so schusslig oder überdreht ist beispielsweise. "Ich kann nicht anders, bin ja Aquarius", heisst es dann.

 

In den sozialen Medien trenden aktuell Witze, die mit den Vorurteilen über gewisse Sternzeichen spielen. Alle Krebse seien Softies, Skorpionen dürfe man nicht vertrauen und Zwillinge hassen eh alle.

 

Mein Glück: Fische gelten als ausgeglichen und gefühlvoll. Mein Pech: Ich verstehe die meisten Sprüche nicht. Die Posts verwenden meist die englischen Namen der Sternzeichen, weil Zodiac Signs cooler klingt als Tierkreiszeichen. Diese kenne ich aber nicht und so muss ich die meisten Posts zum Thema wieder wegklicken.

 

Vielleicht bleibt mir so auch einiges erspart.

 

Grundsätzlich frage ich mich: Wo liegt der Reiz an Sternzeichen? Darin endlich mal ausserhalb des Physikunterrichts mit Planeten zu tun zu haben? Würden die Sternzeichen inzwischen nicht auf Englisch verwendet, wäre das Ganze nämlich nicht plötzlich wieder alltags- und internettauglich. Dann würde das alles viel zu sehr an die eine schrullige Tante erinnern, die schon seit 30 Jahren die Launen der ganzen Familie und die Zukunft aus den Sternen liest.

 

Dass ich laut Zodiac Sign mit zwei Löwen in der WG wohne, denen man grosses Selbstbewusstsein nachsagt, ist aber selbst mir sternenklar. Sie haben beide meterhohe Spiegel in ihren Zimmern.

14. Juni 2021
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Man nannte das Kaffeesatz lesen"

Sehr geehrter Herr Kalt, warum nur fällt mir nach ihren Zeilen plötzlich ein, dass viele Politiker als "sinnstiftende" Erzählungen das Metier Horoskop regelrecht pflegen?
 


Vor nicht allzu langer Zeit sagte man dem doch Kaffeesatz lesen. Ich habe das Gefühl, das ist noch immer so.


Bruno Heuberger, Oberwil



Transzendente Narrative des Umbruchs"

Danke für einen weiteren erhellenden und amüsanten Einblick in die junge Erwachsenenkultur. Ich wusste nicht, dass Horoskope aktuell ein kleines Comback feiern. Aber dazu fällt mir die Aussage vom Historiker und Schriftsteller Philipp Blom ein, der mit Blick auf das 17. und 18. Jahrhundert (damals waren die Astrologie und Horoskope in höchsten politischen und gesellschaftrichen Kreisen en vogue) aber auch auf die jüngste Vergangenheit (mit den zum Teil abstrusen Welterklärungs-Modellen wie die Flatearthler und Verschwörungstheorien) feststellt, dass jedes Zeitalter des Umbruchs seine transzendenten Narrative pflegt. Solange diese Ideen eine gewisse Leichtigkeit behalten, dürfen sie uns belustigen.


Stephan Kalt, Basel


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"Bais steht vor Gewissens-Entscheid"

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Im Titel des Newsletter-Textes vom 18. April 2024 über die SVP-Basis.
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Auch Nomen sind Glückssache.

RückSpiegel

 

Das Regionaljournal Basel veweistin einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.

Im Bericht über "Unruhe am Regioport" bezieht sich Bajour auf die OnlineReports-Ursprungsrecherche aus dem Jahr 2018.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Artikel über die Kantonsfinanzen im Baselbiet auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Neuausrichtung der Vorfasnachts-Veranstaltung Drummeli auf einen Artikel aus dem OnlineReports-Archiv.

Die Basler Zeitung zitiert in einem Leitartikel über die SVP aus OnlineReports.

Baseljetzt bezieht sich in einer Meldung über den Rücktritt von Ralph Lewin als SGI-Präsident auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt die OnlineReports-Recherche über den blockierten Neubau der BVB-Tramstrecke über das Bruderholz auf.

Die Basler Zeitung und Infosperber übernehmen die OnlineReports-Meldung über den Tod von Linda Stibler.

Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.
 

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).