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Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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"BeReal": Der neue Zeitvertrieb am Handy

Zum Ende des Jahres möchte ich euch, als ob wir nicht schon genug Zeit auf den Sozialen Medien verbringen würden, ein neues Social Media vorstellen, das die Jungen dieses Jahr beschäftigt hat.


Speziell an dieser in Frankreich entwickelten App ist, dass sie – der Name "BeReal" sagt es schon – dazu auffordert, echt (also unmittelbar) zu sein. Darum geht es: Man kann jeden Tag einen einzigen Bildbeitrag teilen, wann, bestimmt die App. Dann gilt es ernst: Für die Fotoaufnahme aus der gerade vorhandenen Umgebung stehen nur zwei Minuten Zeit zur Verfügung.

Wundert euch also nicht, falls während den Festtagen alle Jungen am Tisch zur exakt gleichen Zeit plötzlich ihre Handys zücken, zuerst ein normales Foto schiessen und dann posierend darauf warten, bis wenige Sekunden später mit der Innenkamera automatisch ein Selfie aufgenommen wird. Die beiden Bilder werden dann zusammen – das Selfie oben links klein – gepostet und den Followern nur so lange angezeigt, bis sie irgendwann am nächsten Tag von einem neuen Post ersetzt werden.

Die Follower können währenddessen mit "RealMojis", ebenfalls in der Form von Selfies, und Kommentaren nur per Bild auf das Gezeigte reagieren.

"Ganz unkritisch gegenüber jedem neuen
Sozialen Medium sind wir aber auch nicht."

Bereits hier zeigt sich jedoch: So real wie versprochen ist die App dann auch nicht. Es gilt: je mehr Reaktionen, desto besser. Schliesslich sehen die anderen Follower, wer wie auf den Post reagiert hat. "Kannst du mal auf mein BeReal reacten, es sieht sonst so leer aus", hiess es deshalb in der WhatsApp-Nachricht eines Freundes, die ich letzte Woche erhielt.

Immerhin zählt mit den "RealMojis" statt "Likes" die Anzahl gezogener Grimassen. Das finde ich noch sympathisch.

Ganz unkritisch gegenüber jedem neuen Sozialen Medium ist meine Generation aber auch nicht. Gerade gegenüber der Zufälligkeit der App und dem Zwang, selbst etwas posten zu müssen, um die Beiträge der anderen zu sehen. Es kursieren bereits Memes, also Witze auf Sozialen Medien (wo denn sonst), "BeReal" sei ein digitales Panopticon, dem man sich selbst unterwerfe.

Immerhin ist es möglich, einen Post wiederholt aufzunehmen. Nur sieht man danach auch, wie oft ein "Retake" genommen wurde. Wie echt ein Post ist, lässt sich also messen. Trick für alle, die sich nach der Lektüre der Kolumne "BeReal" herunterladen: Einfach die App schliessen und die zweiminütige Frist beginnt von vorne. Auch die Anzahl Neuaufnahmen wird wieder zurückgestellt.

Je nach Alter wäre es aber ein bisschen peinlich, sich auf "BeReal" aufzuhalten. Selbst unter uns ist die App umstritten. Es gibt eine Spaltung zwischen jenen, die sie nutzen, und jenen, die sich ihr verweigern. Was solle sie schon interessieren, was du heute zu Abend isst und überhaupt sehe es bescheuert aus, wenn Zeit für "BeReal" ist und sich alle vor ihren Handys verrenken.

Ich selbst habe die App seit einem halben Jahr installiert. Jetzt Ende Jahr habe ich Freude daran, ein kleines Archiv mit fast täglichen Einträgen zu haben. Die eigenen Beiträge lassen sich im Gegensatz zu jenen der Follower auch nachträglich noch betrachten.

Mein Jahresrückblick zeigt Höhen und Tiefen: Spektakuläre, zugegeben sehr gezielt aufgenommene Bilder während den Sommerferien auf Interrail oder wie jetzt aktuell leider oft der Ausblick auf meinen Laptop in der Unibibliothek.

Einiges lässt sich aus den vergangenen "BeReals" aber auch lernen: Ich sehe rückblickend, in welchen Phasen ich mir längstens meine Haare hätte schneiden sollen.

19. Dezember 2022
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Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

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"Bais steht vor Gewissens-Entscheid"

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Im Titel des Newsletter-Textes vom 18. April 2024 über die SVP-Basis.
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Auch Nomen sind Glückssache.

RückSpiegel

 

Das Regionaljournal Basel veweistin einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.

Im Bericht über "Unruhe am Regioport" bezieht sich Bajour auf die OnlineReports-Ursprungsrecherche aus dem Jahr 2018.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Artikel über die Kantonsfinanzen im Baselbiet auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Neuausrichtung der Vorfasnachts-Veranstaltung Drummeli auf einen Artikel aus dem OnlineReports-Archiv.

Die Basler Zeitung zitiert in einem Leitartikel über die SVP aus OnlineReports.

Baseljetzt bezieht sich in einer Meldung über den Rücktritt von Ralph Lewin als SGI-Präsident auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt die OnlineReports-Recherche über den blockierten Neubau der BVB-Tramstrecke über das Bruderholz auf.

Die Basler Zeitung und Infosperber übernehmen die OnlineReports-Meldung über den Tod von Linda Stibler.

Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.
 

Weitere RückSpiegel

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In einem Satz


Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).