Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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Wählerische Studis, dreiste Vermieterinnen

Mein neues Jahr startet mit viel Veränderung: Ende Monat ziehe ich aus meiner bisherigen WG im Gundeli in eine neu gegründete im Klybeck. Statt 20er-Zone, die von Yuppies und ihren Kindern mit handgenähten Retro-Leder-Schultaschen bewohnt ist, heisst es dann Kleinhüningerstrasse. Mehr Verkehr, weniger Ruhe – dafür ist mehr los und der Heimweg nach dem Ausgang kürzer.

 

Zum ersten Mal ziehe ich als "Erwachsener" um. Beim meinem letzten Umzug bin ich von zu Hause ausgezogen, diesmal muss noch einmal mehr alles selbst organisiert werden. Zum ersten und hoffentlich einzigen Mal bereue ich, noch keinen Führerschein gemacht zu haben.

 

Daran, wer beim Umzug hilft, merkt man, wer die echten Freundinnen und Freunde sind. Das gilt insbesondere, wenn die Eltern langsam in einem Alter sind – sorry, Mama und Papa – in dem Rücken und Schultern das Kisten-Schleppen nicht mehr ganz so gut ertragen.

"Ich möchte nicht mit einem BWL-Studi
wohnen, der mir vom freien Markt predigt."

Weil der Umzug naht, müsste ich jetzt längst am Packen sein. Vorher möchte ich aber noch einige Dinge teilen, die mir von der Wohnungssuche geblieben sind. Im Kontakt mit Vermieterinnen und Vermietern lernt man so einiges über Menschen, die so viel Geld haben, dass sie nebenbei noch ein paar Häuser besitzen.

 

Immerhin habe ich nicht dasselbe erlebt wie vor zwei Jahren auf Wohnungssuche mit der letzten WG. Dort schickte uns eine Vermieterin statt einer einfachen Absage unsere – ohne bluffen zu wollen – ziemlich vielversprechende Bewerbung per Post zurück; zusammen mit einer Notiz, wir sollten uns doch politisch für mehr Wohnraum für Studierende einsetzen.

 

Dass sie, die im Besitz eines Hauses ist, am Hebel sitzt, um etwas zu verändern, kam ihr nicht in den Sinn. Gott sei Dank schickte sie uns armen Studis die Bewerbung zurück, dass wir uns beim nächsten Versuch Kosten für Druck und Papier sparen konnten.

 

Damals wie jetzt haben wir schliesslich trotzdem eine Wohnung gefunden, und bei den neuen Vermietern habe ich ein gutes Gefühl. Bei der darauffolgenden Suche nach "WG-Gspänli" kann man aber auch viel über sich selbst lernen: Aufgrund weniger Zeilen in den Anfragen auf die "Unimarkt"-Anzeige für das noch freie Zimmer müssen wir einschätzen, wen wir kennenlernen möchten und wen nicht.

 

Dieses Auswahlverfahren erinnert ein wenig an Dating-Apps, wo oberflächlich anhand einiger Bilder nach rechts oder links geswiped wird. Ich merke dabei, dass mir das Studienfach der sich für das Zimmer Bewerbenden eine grössere Rolle spielt, als mir lieb ist. Und noch schlimmer: Ob sie überhaupt studieren.

 

Ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Leute kann zwar spannend sein, andererseits haben diese Präferenzen auch ihre Gründe: Ein ähnlicher Tagesrhythmus und gemeinsame Themen, die einen interessieren, erleichtern das Zusammenleben.

 

Ich möchte echt nicht mit einem BWL-Studi zusammenwohnen, der mir vom freien Markt predigt, oder einem JSVPler, der von "Gender-Gaga" und Sprachpolizei fabuliert.
 

Solange dies nicht der Fall ist, steigt die Chance, auf einer gleichen Wellenlänge zu sein, deutlich. Möglichkeiten, sich im besten Sinn miteinander auseinandersetzen, gibt es sowieso genug.

 

Das beginnt manchmal schon damit, wie man die Geschirrtücher zusammenfaltet.

16. Januar 2023
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Max Kaufmann, geboren 2001, wuchs in Allschwil BL auf. Inzwischen wohnt er in einer WG im Basler "Gundeli" und studiert Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Basel. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry-Slam-Schweizermeister in der Kategorie u20.

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Gar kein so grosser Uterschied"

Schönes neues Bild! Eine aussichtsreiche Bewerbung für eine Berufswahl bei der Truppe, die "Männer mit Schnauz" sucht und – sozial grosszügig – gemessen an der Leistung zu wenig verdient.



Aber darauf will ich nicht heraus. Wie es schon der Titel (von der Redaktion?) des Artikels hervorhebt: Interessant finde ich, dass sich ein armer Student gar nicht so sehr von Leuten unterscheidet, die "so viel Geld haben, dass sie nebenbei noch ein paar Häuser besitzen". Ohne zu fragen, ob und wie sie sich das verdient hatten, wieviel von dem "vielen Geld" ihnen selbst oder der Bank gehört, wieviel von den Einnahmen in Zinsen, Gebühren, Unterhalt/Werterhalt etc. fliesst.



Beide wählen nämlich ganz offensichtlich nach eigenen, subjektiven Kriterien aus. Die Vermieter, ob eine Studenten-WG in die Gemeinschaft mit den anderen Mietern passt; aber auch, ob das Geld für die Miete tatsächlich eingeht und die Wohnung pfleglich behandelt wird. Der Student, ob man Mitbewohner wünscht, die sich in der eigenen "Blase" bewegen oder eben nicht.



Zum Glück leben wir in einem Land und einem System, das diese subjektive Freiheit erlaubt.


Peter Waldner, Basel


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Theater Basel

"Die Aufdrängung"
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"In der Nacht auf Dienstag kam am Totentanz in Basel zu einem Totenfall."

nau.ch
vom 3. Januar 2023
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Ein anschauliches Fall-Beispiel.

RückSpiegel


Telebasel nahm im "Wahltalk" auf ein Zitat in einem OnlineReports-Artikel Bezug.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-Erstmeldung über die Verhaftung eines Gewerbetreibenden nach.

Zum aktuellen Thema "Krise des Kulturjournalismus" bezeichnet die Basler Zeitung die Theater- und Opernkritiken in OnlineReports als "löbliche Ausnahme".

In ihrem Text über die Bundesratswahlen zitierte die Luzerner Zeitung aus dem OnlineReports-Leitartikel über die Basler Kandidatin Eva Herzog.

In seiner Bestandesaufnahme über Basler Online-Medien startet das Wirtschafts-Magazin Trend von Radio SRF1 mit OnlineReports.

Die Basler Zeitung ging in ihrem Bericht über den Telebasel-Weggang von Claude Bühler auf dessen Rolle als Theaterkritiker bei OnlineReports ein.

Telebasel zog den OnlineReports-Bericht über Fassaden-Probleme am Markthalle-Hochhaus nach. Die BZ Basel zog auch nach, unterschlug aber eine Quellennennung.

In ihren Presseschauen zu den Bundessratswahlen zitierten bajour.ch und primenews.ch aus dem OnlineReports-Leitartikel über Eva Herzog.

matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Melanie Thönen übernimmt am 1. Mai die Leitung des Pädagogischen Zentrums PZ.BS. Sie folgt auf Susanne Rüegg, die Ende August 2022 pensioniert worden ist.

Sarah Baschung leitet ab 1. April den Swisslosfonds Basel-Landschaft in der Sicherheitsdirektion und folgt auf Heidi Scholer, die in Pension geht.

Basel-Stadt und Baselland wollen zusammen die psychiatrische Versorgung in der Gemeinsamen Gesundheitsregion weiterentwickeln.

Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.