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Motivations-Nothelfer Jans greift ein

Von PETER KNECHTLI

Die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann traf gestern Dienstagmorgen einen Entscheid, zu dem ihr aufrichtig zu gratulieren ist – den wichtigsten ihrer politischen Karriere: Sie beschloss nach dem schlechten Abschneiden im ersten Wahlgang letztes Wochenende, zum zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten. Ihre Wählerinnen und Wähler haben sie fallen lassen.
 

Ihr Entscheid verdient Respekt: Er bedeutet in allererster Linie eine Anerkennung des Volkswillens. Wer im ersten Wahlgang als amtierende Regierungsrätin von einer neu kandidierenden bürgerlichen Konkurrentin – der in aussichtsreicher Position startenden LDP-Liberalen Stephanie Eymann – geschlagen wird und im zweiten Wahlgang nochmals antreten will, setzte sich postwendend dem Vorwurf der Uneinsichtigkeit, ja der Überheblichkeit aus. Der Rücktritt Ackermanns aus der Regierung kommendes Frühjahr ist damit folgerichtig.
 

Dabei war nicht einmal zu bestreiten, dass ihr die Arbeit im Basler Rathaus subjektiv Spass gemacht hat. Ihr Problem war nur, dass nichts von dem nach aussen spürbar war. Der sprachkargen Politikerin fehlte die Ausstrahlung und fast alles weitere, was eine erfolgreiche Politikerin ausmacht: Freude an der freien Rede, die Klarheit der Visionen und Träume, die Vermittlung des Wir-Gefühls, Humor und auch Selbstironie, um nur einige Punkte zu nennen. Ihr Denken und Handeln war nicht fühl- und letztlich nicht begreifbar.

"Jans soll als Antreiber den Exploit
im links-grünen Elektorat auslösen."

Die Nachfolgerin von Guy Morin blieb noch wahlentschlossen, bis ihr die Bündnispartnerin "Basta" am Montagabend, zwar wohlwollend die Unterstützung zusagte, aber vorsorglich schon mal Heidi Mück in Position brachte. Da war es aus, Ackermann zog sich zurück, so dass Rot-Grün gerade ein Tag blieb, eine Alternativkandidatur aus dem Sack zu zaubern. Sie blieb Madame Teflon – unnahbar bis zu Schluss. Loyal gegenüber Verfassung und Gesetz schützte sie die Persönlichkeitsrechte des in Ungnade gefallenen Museumsdirektors Marc Fehlmann im klaren Wissen darum, dass ihr Schweigen im Wahlkampf gnadenlos gegen sie ausgenützt werden wird.
 

Immerhin wird Elisabeth Ackermann nicht als Abgewählte in die Geschichte eingehen und nicht als die trötzelnde Diva, die für den Verlust der rot-grünen Mehrheit verantwortlich gemacht werden könnte. Ein Stein dürfte ihr nach dem Verzicht vom Herzen gefallen sein, auch wenn sie ihre Partei damit in eine unmögliche Lage gebracht hat: Die Grünen mit ihrer fragwürdigen Personalpolitik waren nicht fähig, sofort eine überzeugende Alternativkandidatur zu stellen, obschon sie – sogar männliches! – Personal mit Potenzial hätte.


"Basta" dagegen agierte geschickt, indem sie Heidi Mück aus dem Hut zauberte und ihren Bündnispartnern sogleich als Kandidatin anbot. Ebenso geschickt taktierte in einem Moment des machtpolitischen Schwebezustands auch die SP: Mit ihrem Entscheid, den bereits in die Regierung gewählten Beat Jans völlig unerwartet als Regierungspräsident antreten zu lassen und nochmals in die Wahlen zu schicken, landete sie einen regelrechten Coup.

Damit hat Rot-Grün die entscheidende Wahlrunde eingeläutet und die Hoheit der öffentlichen Aufmerksamkeit an sich gerissen, auch wenn die bürgerliche Kritik an diesem "Richtungswechsel" nicht auf sich warten lassen wird.
 

Der Entscheid erstaunt nämlich insofern, als Umwelt-Naturwissenschafter Jans im Wahlkampf offen mit dem frei werdenden Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) geliebäugelt hatte. Dass er erst jetzt sein Interesse am Präsidialdepartement bekundet und nochmals in den Wahlkampf steigt, dürfte den ganz banalen, aber vitalen Grund haben, dass in der Regierung der Verlust der rot-grünen Mehrheit droht. Die bürgerliche Konkurrenz spricht schon von einem "aggressiven Lagerwahlkampf".
 

Nichtsdestotrotz ist Jans als einer der profiliertesten Politiker der Schweiz jene Persönlichkeit, die die Rolle zugetraut wird, als Antreiber den Exploit im links-grünen Elektorat auslösen und die zwei noch offenen rotgrünen Sitze mit Kaspar Sutter und Heidi Mück ins Trockene zuu bringen.
 

Denn nicht nur für das rot-grüne Lager steht einiges auf dem Spiel, sondern auch für Jans selbst. Wenn die Liberale Stephanie Eymann und der freisinnige Baschi Dürr das Rennen machen, wird Rot-Grün zumindest in den nächsten vier Jahren nach der Pfeife der Bürgerlichen tanzen müssen – mit Jans als Sprachrohr.

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28. Oktober 2020
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"Hand und Fuss"

Jans kann's. Was dieser kluge Mann anpackt, hat Hand und Fuss. Und er tut's immer mit grosser Fairness. Diesen Stapi werden alle mögen.


Bernard Gutknecht, Basel



"Neu-Kandidatur überflüssig"

... und damit wird letztlich die Neu-Kandidatur von Frau Mück überflüssig, da damit nun je eine interessante Kandidatur aus den "drei Lagern" für das Präsidialamt im Rennen ist: Stephanie Eymann (LDP) Esther Keller (GLP) und Beat Jans (SP).


Lucas Gerig, Bürgerrat GLP, Basel



"Genau das macht Beat Jans aus"

Peter Knechtli analysiert wieder mal treffend. Zu ergänzen bleibt nur, dass das, was bei Elisabeth Ackermann fehle, um sie zur erfolgreichen Politikerin zu machen ("Freude an der freien Rede, die Klarheit der Visionen und Träume, die Vermittlung des Wir-Gefühls, Humor und auch Selbstironie, um nur einige Punkte zu nennen."), genau das ist, was Beat Jans für mich ausmacht: ich habe eindrücklich erlebt, wie er als SP-Präsident durch die verständliche und motivierende Art seiner Reden schaffte, Menschen zu überzeugen und zu mobilisieren. Ich freue mich, wenn Basel mit Beat Jans einen gestandenen Stapi kriegt.


Gabi Mächler, ehem. SP-Grossrätin, Basel


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"Karli Odermatt ist (...) heute Verwaltunsgrat der FC Basel Holding"

BZ Basel
wiederholt, diesmal
in einer Bildlegende
am 22. April 2021
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Die BZ liebt offenbar Fischgräte in den Verwaltungsräten.

Alles mit scharf

Immer wieder Neulinge

RückSpiegel


20 Minuten nahm in der Nachricht über einen Hacker-Angriff auf die Basler Gewerbeschule auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Report über die Basler LDP nimmt die WochenZeitung (WoZ) Bezug auf ein OnlineReports-Interview mit LDP-Grossrat Michael Hug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Psychoterror in einem Arlesheimer Wohnblock auf.

Die BZ greift in ihrem Artikel "Bikini-Gate im Schrebergarten" einen Artikel von OnlineReports auf.

Den OnlineReports-Bericht über Masken-Sicherheit an Spital-Porten nahm die Konsumenten-Sendung "Espresso" von Radio SRF zum Anlass, das Thema vertieft zu untersuchen.

Blick, Telebasel, 20 Minuten und die BZ nahmen die OnlineReports-News über die Strafanzeigen gegen den ausländerfeindlichen Basler Grossrat E. W. auf.

Die BZ, die zu Recht die Intransparenz der Baselbieter Steuer(ab)rechnungen kritisierte, nahm in ihren Nachzug auf einen bestätigenden OnlineReports-Kommentar Bezug.

Prime News ging in der Kritik an "Weltwoche"-Kolumnist Christoph Mörgeli auf einen satirischen OnlineReports-Text über Lukas Engelberger ein.

Der Tages-Anzeiger bezog sich in einem Artikel über Impf-Privilegien auch auf einen OnlineReports-Artikel über UKBB-CEO Marco Fsicher.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Abschiedstext über den Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels in Text und Bild auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-Todesnachricht über alt-Landrat Peter H. Müller wurde von der BZ aufgenommen.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des Zeitungsladens "Press&Books" auf der Basler SBB-Passerelle auf.

Telebasel, das Regionaljournal und die Basler Zeitung nahmen in ihren Nachrufen auf Corina Christen auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Rücktritt das Basler Grünen-Präsidenten Harald Friedl nahmen die BZ, Prime News, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und Telebasel auf.

Die Medienwoche berichtete bezüglich einer "Weltwoche"-Falschmeldung über den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger darüber, dass Mörgeli die humoristische Gedankenspielerei auf Onlinereports.ch für bare Münze nahm.

In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Das Hafenfest Basel 2021, das vom 3. bis 5. September hätte stattfinden sollen, wurde vom Organisationskomitee aus epidemiologischen Gründen abgesagt.

Die Basler Regierung hat die kantonalen Einschränkungen für "Einrichtungen im Sportbereich" aufgehoben, so dass der Sportunterricht und die Nutzung der Garderoben auf Sekundarstufe I und II ab 3. Mai wieder möglich sind.

Marc-André Giger und Guy Lachappelle werden neue Mitglieder des Verwaltungsrats des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB).

Das Landratspräsidentinnen-Fest zu Ehren der Grünliberalen Regula Steinemann muss aus Pandemie-Gründen vom 24. Juni auf den 26. August verschoben werden.

Rolf Borner, Geschäftsleiter Immobilien Basel-Stadt, verlässt das Finanzdepartement nach 16 Jahren per 1. August und wird Direktor "Infrastruktur und Betrieb" und Mitglied der Universitätsleitung der Universität Basel.

Ab 19. April sind die Sportanlagen im Kanton Basel-Stadt gemäss den Vorgaben des Bundes und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder zugänglich.

Salome Bessenich wird Nachfolgerin des zurücktretenden Basler SP-Grossrats Sebastian Kölliker, der Co-Generalsekretär des Basler Präsidialdepartements wird.

Der 615. Liestaler Banntag vom 10. Mai ist durch einen Beschluss der vier Rottenchefs aus pandemischen Gründen abgesagt worden.

Innerhalb von zwei Wochen sind über 3’000 Unterschriften gegen die vom Grossen Rat beschlossene Abschaffung der Parkplätze beim Friedhof Hörnli zusammengekommen.

Daniel Urech, Gemeinderat der Freien Wähler Dornach und Kantonsrat der Grünen Solothurn, tritt für das Gemeindepräsidium Dornach an.

Mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 60 km/h erwischte die Polizei am 29. März auf der Oristalstrasse in Liestal einen 33-jährigen italienischen PW-Lenker, der in Richtung Büren raste und es jetzt mit der Justiz zu tun bekommt.

Die neugewählten Basler Regierungsmitglieder Esther Keller (GLP) und Kaspar Sutter (SP) wurden zu neuen Verwaltungsratsmitgliedern des EuroAirport ernannt.

Das Referendum gegen eine flächendeckende Parkraum-Bewirtschaftung in Allschwil ist mit über 800 Unterschriften zustande gekommen; das Quorum beträgt 500 Unterschriften.

Waltraud Parisot wird neue Verwaltungs-Chefin an der Musik-Akademie Basel und damit Nachfolgerin von Marc de Haller, der nach 18 Dienstjahren regulär pensioniert wird.

Lina Arti hat heute als 10'000. Baslerin im Impfzentrum die Corona-Zweitimpfung und von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger einen grossen Blumenstrauss erhalten.

Der Kanton Basel-Stadt hat bis 2. März gesamthaft 25,2 Millionen Franken A-fonds-perdu-Beiträge aus dem Härtefall-Programm an Unternehmen ausbezahlt und 4,9 Millionen Franken Bürgschaften für KMU-Kredite bewilligt.

Dominik Scherrer wird als Nachfolger von Titus Hell neuer Präsident der Jungfreisinnigen Basel-Stadt.

Die Fluxdock AG wird den Kasernen-Hauptbau betreiben, in dem Anfang 2022 das Kultur- und Kreativzentrum seine Tore öffnet.

Marcus Vetter ist neuer Chefarzt für Onkologie und Hämatologie des Kantonsspitals Baselland.

Alexa Ipen-Providoli wird ab 1. April neue Leiterin des Amtes für Beistandschaften und Erwachsenenschutz und damit Nachfolgerin von Sarah Thönen, die ins Erziehungsdepartement wechselt.

Bis 1. Februar erhielten in Basel-Stadt über 9'800 Personen eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus, über 3'700 weitere Personen haben bereits zwei Dosen erhalten.

Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat bei 36 Haarfärbemittel-Proben neun Produkte mit einem Verkaufsverbot belegt.

Die Wahlvorbereitungs-Kommission beantragt dem Grossen Rat, am 10. März Staatsanwalt Urs Jürg Müller-Egli zum Leitenden Staatsanwalt und Leiter der Allgemeinen Abteilung zu wählen.

Elisabeth Simon wird am 1. August neue Rektorin des Gymnasiums Bäumlihof und somit Nachfolgerin von Anna-Katharina Schmid, die auf diesen Zeitpunkt in Pension geht.

Mit einer Mehrheit von 89,4 Prozent beschlossen die Mitglieder der CVP Basel-Stadt am 25. Januar den Namenswechsel in "Die Mitte Basel-Stadt".

Gegen die Kreditbewilligung des Landrates in Höhe von 17,15 Millionen Franken für die Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Augst reichte am 25. Januar die Aktionsgruppe "aapacke" Pratteln das Referendum ein.

Mark Eichner (Präsident), Carol Baltermia, Liselotte Henz, Isabelle Mati und Karin Sartorius bilden die Findungskommission zur Evaluation eines neuen Basler FDP-Präsidiums.

Medbase und das Kantonsspital Baselland (KSBL) werden das "Regionale Gesundheitszentrum Laufen" im "Birs Center" betreiben und damit ein breites ambulantes Angebot mit Notfallversorgung anbieten.