Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Frauen, nehmt endlich Anlauf!

Mit dieser Kolumne laufe ich in den Hammer, ich schreibe sie trotzdem. Zudem liest die Zielgruppe meine Kolumnen eh nicht. Sondern folgt lieber Kim Kardashian auf einem ihrer Influencer-Youtube-Tictoc-Whatever-Kanäle und inhaliert dabei Werbung für Eyeliner, Lipfiller, Gelnägel und Extensions. Extensions sind künstlich verlängerte Haare.

 

Die Forderung nach gerechter Verteilung der Jobs auf Frauen und Männer ist ein Dauerthema. In den Hochlohnklassen, nicht auf dem Rangierbahnhof, natürlich. Damit die gerechte Verteilung gelingt, bräuchten wir Frauen mit Jahrgang 1975 und jünger. Frauen, die Karriere machen wollen, in Verwaltungsräte wollen, an die Schalthebel der Macht wollen. Die das nötige Talent haben. Sie wären auch da, gestylt und schick, mit tadellosem CV.

 

Und rühren keinen, auch nicht den kleinsten Finger der linken Hand (Rechtshänderinnen) für irgendetwas, was nicht gut bezahlt und vergoldet wird. Sie sehen nicht, dass Vorarbeit gefragt ist, Gratisarbeit, Ehrenamt, Networking. Dass sie sich erstmal einsetzen müssten für irgendetwas, zum Beispiel bei den Pfadfindern, in einer Fasnachtsclique, in der Quartierarbeit, beim Sport, der Musik. Damit man sie kennt, sie einordnen kann, sich Vertrauen bilden kann.

"Tatsache ist: Die gläserne Decke
haben auch die Männer."

Ich habe kürzlich entsprechende Leute gesucht. Es kamen drei junge Männer. Frauen? Nicht in Sicht, nicht eine. Die Mechanik wird von den Frauen offensichtlich nicht verstanden. Aber sie beklagen sich. Sie würden nur bis zu einer gewissen Hierarchiestufe gefördert, dann komme die gläserne Decke, die Männer überholten sie links und rechts.

Fakt ist: Die gläserne Decke haben auch die Männer. Sie starten aber auf dem Niveau Gratisarbeit und Ehrenamt, nehmen Anlauf und rammen ihren Schädel durch das Glas. Brechen durch, mit Beulen und Schrammen, und kommen so nach oben. Sie haben sich einen Namen gemacht, Einsatz und Engagement bewiesen, ein Netzwerk erarbeitet. Das ist die Startrampe, denn an diesem Punkt entsteht das Vertrauen, das es braucht, wenn jemand wichtige Funktionen übernehmen und man ihn wählen soll. Dort zeigt sich die Persönlichkeit eines Menschen.

 

"Die" Männer und "die" Frauen greift sodann zu kurz. Die allermeisten Frauen und Männer kommen gar nicht erst bis zur gläsernen Decke. Es gibt Frauen, die nach viel ehrenamtlicher Arbeit durchstarten, und es gibt Männer, die entsetzt die Flucht ergreifen, wenn sie die gläserne Decke sehen. Es sind aber viel mehr Männer, die sich nach oben kämpfen.

 

Die Frauen, die sich am stärksten für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzen, sind zudem nicht die, die Karriere machen und in die obersten Salärstufen vorstossen wollen. Diese Frauen leisten Gratisarbeit, engagieren sich und halten feurige Reden für die andern Frauen. Aber es sind auch sie, die sich bewusst für weniger Geld entscheiden.

 

Die, die Karriere machen wollen würden, bleiben unsichtbar. Sie arbeiten durchaus, ackern sich durch Prüfungen und schreiben Papers und Gutachten, karriereorientiert. Aber sie bleiben grau. Trotz Lipstick von Kim Kardashian und Cüpli-Bild in den Social Media.

 

Frauen, wenn ihr nach oben wollt, nehmt Anlauf. Meldet euch, wenn es euch braucht, und nicht nur, wenn es sich finanziell lohnt. So lernt man euch kennen. Setzt euch für andere ein. Dann klirrt es, wenn ihr an die gläserne Decke stösst, und ihr brecht durch. Nur dann.  

31. Mai 2021
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitete als Anwältin auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und ist seit 2021 pensioniert. Die ehemalige Präsidentin der damaligen CVP Basel-Stadt (neu: "Die Mitte Basel-Stadt") ist derzeit Präsidentin der "Mitte"-Sektion Grossbasel-West und Parteileitungs- und Vorstandsmitglied der Basler "Mitte". Sie ist Grossrätin und Fraktionspräsidentin ihrer Partei. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel. © Foto OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Traurig, aber wahr"

Liebe Frau Strahm, Sie haben vollkommen recht; es ist traurig, aber wahr. Wir und unsere (Berufs)-Kollegen machen die gleichen Erfahrungen. Dass nämlich die angestellten Damen während der Arbeitszeit lieber ihre Facebook/Pinterest/Tiktok-Beiträge pflegen, rechtzeitig Feierabend machen möchten und bei jedem Mehraufwand empört aufmucken ...

Die Krönung dieser Einstellung äusserte sich bei der Bekanntgabe des jährlichen Weihnachtsessens für die Mitarbeitenden, als eine junge Frau fragte: "Gilt das als Arbeitszeit, kann man das kompensieren?" Früher hatten die Frauen die Ausrede, sie müssten sich um Kinder und Haushalt kümmern und könnten deshalb nicht den gleichen Einsatz leisten wie die Männer. Welche Ausrede haben sie heute?

@ Herrn Lorenz Kurth: Es können halt nicht alle Firmen liquidieren, als Säckelmeister Geld verwalten und von der Ferienhaus-Vermietung leben - es gibt Menschen, die ihr Geld verdienen müssen und deshalb die von Frau Strahm genannten Erfahrungen machen.


Christiane Widmer, Basel



"Völlig neue Einsicht"

Herzlichen Dank Frau Strahm, Sie gewähren mir mit dieser Kolumne eine völlig neue Einsicht: So viel Unsinn in so wenig Text verpacken zu können, ist auch eine Fähigkeit!


Lorenz Kurth, Basel


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"Basel SBB, c’est Endbahnhof."

SBB
Zugsdurchsage
vom 3. November 2022
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Basel, bilingue.

RückSpiegel


matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.

Der Verein "Treffpunkt Arlesheim" (ehemals "Verkehrsverein Arlesheim") beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, sich aufzulösen.

Gleichzeitig mit dem Start der Bundeskampagne zum Energiesparen senkt die Basler Regierung die Heiztemperatur in seinen Verwaltungsgebäuden auf 19 Grad Celsius.

Der Liestaler Stadtrat hat beschlossen, den "Engel-Saal" unter dem Namen "Stadtsaal" in eigener Regie zu betreiben, womit er den Liestaler Vereinen zukünftig zu vergünstigten Konditionen angeboten werden kann.

Die Baumann & Cie übernimmt rückwirkend per 30. Juni 100 Prozent der Aktien der Vögeli Vermögensverwaltung AG.

In Basel-Stadt ist am 19. August die aus Lehrerkreisen angeregte Initiative zur Erweiterung der Integrativen Schule durch heilpädagogisch geführte Förderklassen eingereicht worden.

Die beiden Ludotheken Bläsi und St. Johann der Robi-Spiel-Aktionen werden nach 2022 nicht weiter betrieben.

Anouk Feurer, die Co-Präsidentin des "Jungen grünen Bündnisses Nordwest", ist Nachrückende für die zurücktretende grüne Basler Grossrätin Michelle Lachenmeier.