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IWB: Es kriselte auf allen Führungs-Ebenen

Von PETER KNECHTLI

Mirjana Blume, die Vizepräsidentin des IWB-Verwaltungsrates, bemühte sich heute Mittwochmorgen redlich, die Journalisten-Fragen nach dem Warum sibyllinisch zu beantworten und ja nichts Konkretes zu verraten. Die allgemeine Diagnose "Abnützungsprozess" war der deutlichste Begriff für das, was sich seit Monaten, wenn nicht Jahren, an der Spitze innerhalb des Basler Energieversorgers abspielte.

Die Personal-Auswechslung im Verwaltungsrat wie in der Geschäftsleitung des ausgelagerten Staatsunternehmens ist einmalig. Nie in seiner jüngeren Geschichte hat es derart gerasselt wir heute. Wirtschaftsminister Christoph Brutschin, der für die IWB politisch zuständige Regierungsrat, nutzte die Gelegenheit des neuen Wahlmodus und des eskalierenden Streits an der Unternehmensspitze, tabula rasa zu machen.

Erst warf Präsident Michael Shipton, erst seit zweieinhalb Jahren am Strategie-Steuer, ohnmächtig die Flinte ins Korn, dann stellte der Verwaltungsrat CEO David Thiel kalt. Und schliesslich verabschiedete Brutschin – die Regierung ist erstmals für die Wahl aller sieben Verwaltungsräte zuständig – zwei Mitglieder dieses Gremiums, weil ihr "Qualifikations-Profil" nicht mehr den Erfordernissen der im Wandel begriffenen IWB entspreche.

Die IWB ist technologisch wie wirtschaftlich ein hervorragendes Unternehmen. Viele in der Branche bestaunen es. CEO David Thiel ist ein Intellektueller, er gilt auch als Visionär mit Durchblick. Vielen schmeichelte auch sein charmanter, leichtfüssiger Auftritt. Gravierende Fehlinvestitionen kann ihm niemand vorwerfen. Daran lag es nicht.


"Der Wechsel in der Teppich-Etage sollte
dazu führen, dass die Kaderflucht aufhört."



S
ein Makel lag im Zwischenmenschlichen. Thiels Scheitern war kein Kompetenz-, sondern ein Führungsproblem. Die schier endlosen freiwilligen und unfreiwilligen Abgänge hochqualifizierter Kaderleute, die "froh waren, wenn sie vom Chef nicht angesprochen wurden", in den letzten Jahren legen davon Zeugnis ab. Mehr als eine Trennung sei von "Wortwechseln der untersten Schublade" begleitet worden. Das war einzelnen Mitgliedern des Verwaltungsrates nicht verborgen geblieben und es kam zum Machtkampf, den Thiel letztlich verlor.

Ebenso innerhalb des Verwaltungsrates lag einiges im Argen. Nach dem charismatischen Technologie-Profi Jens Alder übernahm auf dessen Empfehlung hin der britisch-schweizerische Doppelbürger Michael Shipton das Strategiegremium.

Sein Leistungsausweis ist unbekannt. Er, kaum vertraut mit lokalen Begebenheiten, blieb ein Phantom. Viele Akteure aus der Branche kennen noch heute weder seinen Namen noch sein Gesicht. Genauso unbekannt blieb er im politischen Basel, und sein Bedürfnis, als eine seiner ersten Aufgaben gleich auch den CEO herauszustuhlen, dürfte sich in Grenzen gehalten haben.

Auch Regierungsrat Christoph Brutschin hat dem Streit innerhalb der Ebenen und durch sie hindurch viel zu lange zugeschaut. Er ist ein geschätzter ausgleichender Departements-Chef, aber kein Durchgreifer. Er hat, wie es Exekutiv-Politiker schätzen, gern Ruhe im Laden. Das erklärt vielleicht, dass er aus allen Wolken fiel, als ihm Präsident Shipton vor einem Monat den sofortigen Abgang eröffnete: der Kapitulations-Brief als glühendes Zeichen für den wahren Zustand an der Unternehmensspitze.

Die IWB standen während Jahren im Windschatten der ebenfalls ausgelagerten Basler Verkehrsbetriebe (BVB), in denen es genauso rumorte. Nur drang dort der firmeninterne Kollateralschaden tropfenweise an die Öffentlichkeit. In den IWB dagegen sorgte eine zuverlässige Firewall dafür, dass die Symptome der Kader-Krise Interna blieben. "Aus Angst", so hören wir von Insidern, habe "niemand mehr konstruktive Kritik gewagt, weil du sonst sofort draussen bist".

Wenn der Wechsel in der Teppich-Etage dazu führt, dass die Kaderflucht aufhört und ein Klima der Offenheit in das Energieunternehmen einzieht, dann dürfen die IWB mit Zuversicht den Herausforderungen des energiepolitischen Paradigmenwechsel entgegenblicken. Denn dass das Unternehmen trotz seinen Führungsproblemen so erfolgreich ist, spricht allein schon für sich.

25. Oktober 2017
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"Das 'richtige' Parteibuch"

Es sind nicht die Fähigen, die bleiben oder kommen, sondern die, die das "richtige" Parteibuch haben. Das alles auf Kosten des Steuerzahlers.


Alexandra Nogawa, Basel



"Wiederkehrendes Staunen"

Ich staune immer wieder, wer und wie dieses unfähiges Teppich-Etagen-Personal wählt. Die Qualität ist unwichtig, die Beziehung zählt.


Ruedi Basler, Liestal


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"Der jetzige Museumsstandort, der Beeri-Bau, muss umfassend saniert werden."

BZ Basel
vom 29. September 2018
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Jetzt wissen wir, woran Architekt Melchior Berri gestorben ist: Er hat zuviele Beeri gegessen.

Frisch pubertiert

Die Leute auf dem Hügel
RückSpiegel


In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.