Kommentare

<< [ 1 | (...) | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | (...) | 154 ] >>

Mathematiker Wiedemanns Rechnung ging auf

Von PETER KNECHTLI

Die Baselbieter Wahlen 2015 werden in die Geschichtsbücher eingehen: Zum ersten Mal seit 90 Jahren ist die SP nicht mehr in der Regierung vertreten. Den Sozialdemokraten ist es nicht gelungen, ihren frei werdenden Sitz zu verteidigen. Für den zurücktretenden Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) wird die freisinnige Monica Gschwind auf den Regierungs-Sessel steigen.

Die Wahl der 52-jährigen Hölsteiner Treuhänderin und Landrätin ist eine gewisse Überraschung: Nicht wenige bürgerliche Beobachter und Kommentatoren hatten die Ansicht vertreten, die SP als zweitstärkste Kraft im Parlament müsse auch künftig in der Regierung eingebunden werden. Das Volk sah es anders. Es strafte nicht die bürgerliche Mehrheit in Regierung und Landrat ab, die nicht wenige Affären in der vergangenen Amtsperiode zu verantworten hat – es servierte vielmehr der SP die Quittung für die ins politische Trudeln geratene Bildungspolitik ihres Regierungsmitglieds.

Die Wiederwahl aller bisherigen vier Regierungsräte war allgemein erwartet worden. Dass sich CVP-Finanzdirektor Anton Lauber, seit gerade mal zwanzig Monaten im Amt, zum starken Mann im Regierungs-Kollegium und zum Stimmen-Wunder entwickeln wird, war anhand seiner ebenso zupackenden wie umsichtigen Art zu erwarten gewesen.

"Die neue Regierung muss jetzt klären,
wohin das Baselbiet steuern soll."



Die frischgewählte Monica Gschwind kann sich zu Recht freuen – und sich beim grünen Birsfelder Landrat Jürg Wiedemann bedanken: Mit seinem agilen Komitee "Starke Schule Baselland" nahm er offen in einem frühen Stadium des Wahlkampfs für die Wahl Gschwinds als neue Bildungsdirektorin Partei. Die Rechnung des Sekundarlehrers und gelernten Mathematikers Wiedemann ging auf: Seine kleine, gegen die SP gerichtete Sensation verschaffte der FDP-Kandidatin erstens lauten öffentlichen Gesprächsstoff und zweitens die zum Sieg entscheidenden Zusatzstimmen unzufriedener Lehrmeister.

Damit allein ist nicht zu erklären, dass die 16 Prozent-Partei FDP gleich zwei Frauen in die Exekutive zu hieven vermochte. Auschlaggebend für den bürgerlichen Triumph war der homogene Auftritt der in der wiedererstarkten "Bürgerlichen Zusammenarbeit" vereinigten Parteien SVP, FDP und CVP. Der aalglatten Kampagne war es gelungen, das aus Anton Lauber (CVP), Thomas Weber (SVP), Sabine Pegoraro und Monica Gschwind (beide FDP) bestehende Quartett den bürgerlichen Wählern glaubwürdig als verschworenes Team anzubieten.

Dass der grüne Sicherheitsdirektor Isaac Reber überraschend gut auf Platz drei landete, war nur möglich geworden, weil eine breite bürgerliche Wählerschicht die fünfte Linie des Wahlzettels nicht leer liess, sondern Reber die Stimme gab. Was der Sissacher Politiker in der Majorzwahl an Erfolg verbuchte, bescherte seinen Grünen in der Landrats-Proporzwahl eine brutale Niederlage: Sie verloren gleich einen Drittel ihrer bisherigen zwölf Sitze. Viele traditionelle Grün-Wähler wandten sich von den Ökologen, die bei ihrer Gründung noch klar links der SP standen, für ihren zunehmend liberalen Kurs im Schlepptau Rebers ab.

Schmerzlichste Verliererin dieser Wahl aber ist die SP, die mit zwei valablen Kandidaturen antrat. Sie vermochte allein nicht die nötige Mobilisierung und Durchschlagskraft zu entwickeln, wie es die Jungsozialisten vormachen. Überraschend ist das schlechte Abschneiden des Gewerkschafters Daniel Münger, der eher als Favorit vor der Staatsarchivarin Regula Nebiker galt. Offensichtlich stahl ihm Reber im bürgerlichen Lager die Show, während ihn vermutlich eine nicht geringe Zahl an SP-Frauen vom Wahlzettel verbannte. Die Liestaler Stadträtin Nebiker mit einem Saldo über dem absoluten Mehr erzielte immerhin einen Achtungserfolg.

Ihr ist aber zu verdanken, dass sie im Wahlkampf als Einzige die Frage nach der Erneuerung des Baselbiets aufgeworfen hatte: Wo es hinsteuern will, welche Ziele es verfolgt, wo Reformbedarf besteht. Sie muss diese Frage nun nicht beantworten – aber die neue Regierung. Wenn sie es heute nicht schafft, den Kanton für morgen fit und modern zu machen, dann dürften in vier Jahren die heute Siegreichen an ihren verpassten Gelegenheiten gemessen werden.

8. Februar 2015
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Debakel könnte sich wiederholen"

Diesen Kommentar kann ich nur bedingt nachvollziehen. Im Parlament hat die SP ihren Wähleranteil und ihre Landrats-Sitze gemäss offiziellen Zahlen halten können, der Grund für den Verlust der Regierungsbeteiligung liegt also ausschliesslich an einer katastrophal falschen Strategie. Die Wahlkampfleitung hätte doch wissen müssen, dass zwei Kandidaturen bestenfalls eine Aufsplitterung der Wählerstimmen bringen und damit den todsicheren Verlust der Regierungsbeteiligung. Wer so blöd ist, wird bestraft – und zwar sofort. Das umso mehr, wenn man sich auch noch mit gewissen "Partnern" anlegt – wer zuwenig Zoff, Probleme und Sorgen hat, sucht sich wohl welche? Die lachenden Dritten sitzen in der bürgerlichen Regierung. Das ist eigentlich alles. Daraus sogar irgendeinen Trend für die nationalen Wahlen für den Herbst machen zu wollen, ist reine Kaffeesatz-Leserei. Die SP Baselland aber sollte Ihre "Strategen" in die Wüste schicken und aufhören, sich ins Westentäschchen zu heulen. Sonst wiederholt sich dieses Debakel einfach nochmals im Herbst 2015.


Max Mantel, Kilchberg ZH



"Herr Wiedemann wird aufwachen"

Herr Knechtli hat mit allem Recht. Herr Wiedemann wird aufwachen, wenn Frau Gschwind mit ihren Schulwahlversprechen zurückrudert aufgrund irgendwelcher Gründe. Erschreckend ist für mich, dass ausgerechnet jene Parteien gestärkt wurden, die für die meisten Schlamassel in der Kantonalpolitik der letzten Jahre verantwortlich sind. Schlussendlich haben diese Parteien die Mehrheit im Landrat und Regierungsrat. Eine Mehrheit will also solche Schlamassel.


Ruedi Basler, Liestal


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

Alles mit scharf

Schlagende Argumente
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Eptinger erfindet erste Gurken-Limonade der Schweiz"

Schweiz am Wochenende
Newsletter vom 29. April 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Wie man eine PR-Botschaft in eine "News" verwandelt.

RückSpiegel


Telebasel online geht in ihrem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.

• Ab 1. Januar 2018 soll die "Sanitätsnotrufzentrale beider Basel" (SNZbB) für die Entgegennahme von Notrufen und die Disposition der Einsätze in der Region verantwortlich sein, wodurch die bisherigen Zentralen der Sanität Basel und des Kantonsspitals Baselland zusammengelegt werden.

• Die Basler Ethnologin Tabea Buri wird als Nachfolgerin von Dominik Wunderlin neue Leiterin der Abteilung Europa am Museum der Kulturen Basel (MKB).

Manuela Hobi ist die neue Präsidentin der Sektion CVP Grossbasel Ost, dies als Nachfolgerin von Andreas Peter.

Anna Wegelin, bisher Leiterin Marketing und Kommunikation bei Pro Senectute beider Basel, wird ab 1. Juni "Head of Communication" beim Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

• Statt mit einem budgetierten Defizit von knapp zwei Millionen Franken schliesst die Rechnung 2016 der Stadt Liestal mit einem Verust von 950'00 Franken ab.

Stephan Bachmann, Direktor des REHAB Basel, ist von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten der "Basler Privatspitäler-Vereinigung" gewählt worden.

• Die "Basler Zeitung" erhöht ihren Jahresabonnements-Preis von 466 auf 485 Franken.

• Das Kunstmuseum Basel besetzt per 1. Mai drei Stellen neu: Daniel Kurjaković übernimmt den neu geschaffenen Posten des Kurators Programme, Anita Haldemann wird Leiterin des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.

• Der 56-jährige Renzo Simoni, bis im Juni noch CEO der AlpTransit Gotthard AG, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Gruner AG gewählt.