Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Jüngling in der Bank: Kleider machen Leute

Im Verkauf kein Rückgeld zu haben ist der GAU. Ob Serviersohn oder Verkäuferin – bezahlt jemand seine Stange oder seinen Salatkopf mit einer Hunderternote, bricht der Schweiss aus.

So kürzlich geschehen: ein Verkäufer, allein im Laden, hatte kein Wechselgeld. Er verzweifelte schier, wir alle durchsuchten unsere Portemonnaies, schliesslich konnte die Käuferin vor mir das Geld gerade noch irgendwie zusammenklauben. Und so anerbot ich mich, ihm rasch einen Berg Fümfliber in Ein- und Zweifränkler wechseln zu gehen. Keine grosse Sache, dachte ich, Innerstadt, Bankenviertel.

 

Ich gebe es zu: Ich war nicht ganz businesslike gekleidet. Jeans, vielleicht mit Löchern, schwarzer Pulli, schwarze Boots, und meine Sammlung Silberringe. Ich finde das jetzt nicht so arg, auch wenn einer der Ringe ein Totenkopfring gewesen sein könnte. Ich stehe halt auf Jack Sparrow. Aber lassen wir das, ich also rein in die noble Bank. Die mich immer wieder nett zu allen möglichen Anlässen einlädt, Frau Grossrätin hinten, Frau Grossrätin vorne, wir würden uns freuen. Und ich freue mich jeweils auch, bedanke mich, und gehe dann schick aufgebrezelt da hin und trinke Cüpli.

"Der König stand vor mir
wie der Bodyguard vor dem Club."

Dachte, die freuen sich nun auch, wenn ich Metall gegen Metall umtauschen komme, ich meine, das ist doch Dienst an der Kundin. Wofür, wenn nicht für Bares, ist eine Bank denn da? Es kann ja nicht immer nur um den Kauf von Aktien gehen. Hier rauf, hier runter, verkaufen wir, verkaufen wir nicht. Aber da irrte ich mich gewaltig.

 

Freude herrschte nämlich ganz und gar nicht, als ich mit der Fünffrankenstück-Sammlung des netten Verkäufers ankam. Dafür seien sie nicht da, meinte der junge Mann, noch kaum Bart spross ihm, tadelloser, schwarzer Anzug, weisses Hemd mit Krawatte. Stand breitbeinig da wie ein Soldat, in elegant gestylter Eingangshalle, Sterillium an jeder Ecke und in jedem Blick, Ganzkörpermaske. Kunde nicht König, schon gar nicht mit Totenkopfring. Der König stand vor mir wie der Bodyguard vor dem Club. Du da nicht. Der Bankpraktikant, der Rausschmeisser.

 

Nein, ich hängte nicht die Wissen-Sie-eigentlich-wer-ich-bin-Masche raus, das war mir zu dumm. Meine beiden äusserst vitalen Töchter hatten mir schliesslich nicht nur graue Haare beschert, sondern auch erfolgreich beigebracht, wie Erziehung geht. Also gab ich dem Herrn in der Totengräber-Kluft dezidiert und zackig den Tarif durch, und er zählte mir eingeschüchtert-indigniert die verlangten Ein- und Zweifrankenstücke ab. Ausnahmsweise, wie er meinte. Das sehen wir dann, meinte ich. Und ging zurück zum erleichterten Verkäufer.

 

Kleider machen Leute, heisst es. Tun sie nicht, sie machen bloss, dass jemand nach dem ausschaut, was er gerne wäre. Nach einer Mogelpackung. Der Dienstleister hat dem Kunden zu dienen, nicht umgekehrt, Totenkopfring hin oder her. Das scheinen die Banken vergessen zu haben. Eine Verpackung, in der nichts drin ist, ist ein leeres Versprechen, enttäuscht und verscheucht. Arroganz hat noch niemandem Erfolg gebracht.

 

Eigentlich hatte ich bloss rasch in dem Laden dort etwas kaufen wollen. Eigentlich.

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20. Dezember 2021
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitete als Anwältin auf dem Gebiet des Geistigen Eigentums und ist seit 2021 pensioniert. Die ehemalige Präsidentin der damaligen CVP Basel-Stadt (neu: "Die Mitte Basel-Stadt") ist Grossrätin und Fraktionspräsidentin ihrer Partei. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel. © Foto OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Einer der besten Ratgeber"

Wieso fällt mir bei solchen Gegebenheiten immer weder  "the asshole survival guide" von Professor Robert I. Sutton ein?  Einer der besten Ratgeber, um Arschlöcher ins Leere laufen zu lassen.


Nicolas Müller, Westkapelle NL



"Hätten Sie den Chef verlangt!"

Ja, liebe Frau Strahm, da haben Sie dem Bank-Jüngling dezidiert und zackig den Tarif durchgegeben. Äusserst mutig, bravo! Dabei hat der Brave sich nur an die Weisung seiner Chefs gehalten. Mutig wäre gewesen, Sie hätten dessen Chef verlangt und diesem ebenso unmissverständlich Ihre Meinung kundgetan. Aber vielleicht wäre da die nächste Cüpli-Einladung gefährdet gewesen? Ob die Bankgeschichte nur an Ihrer Kleidung lag, wage ich zu bezweifeln.

Süffig geschrieben und amüsant zu lesen sind Ihre Kolumnen aber allemal.Danke!


Fredy Moosmann, Tecknau



"Bitte ohne Krawatte"

Genau so ist es, leider. Aber auch für Herren im Top-Management gilt heute: im Bild bitte ohne Krawatte.


Walter P. von Wartburg, Basel


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Theater Basel

"Die Aufdrängung"
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"In der Nacht auf Dienstag kam am Totentanz in Basel zu einem Totenfall."

nau.ch
vom 3. Januar 2023
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Ein anschauliches Fall-Beispiel.

RückSpiegel


Telebasel nahm im "Wahltalk" auf ein Zitat in einem OnlineReports-Artikel Bezug.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-Erstmeldung über die Verhaftung eines Gewerbetreibenden nach.

Zum aktuellen Thema "Krise des Kulturjournalismus" bezeichnet die Basler Zeitung die Theater- und Opernkritiken in OnlineReports als "löbliche Ausnahme".

In ihrem Text über die Bundesratswahlen zitierte die Luzerner Zeitung aus dem OnlineReports-Leitartikel über die Basler Kandidatin Eva Herzog.

In seiner Bestandesaufnahme über Basler Online-Medien startet das Wirtschafts-Magazin Trend von Radio SRF1 mit OnlineReports.

Die Basler Zeitung ging in ihrem Bericht über den Telebasel-Weggang von Claude Bühler auf dessen Rolle als Theaterkritiker bei OnlineReports ein.

Telebasel zog den OnlineReports-Bericht über Fassaden-Probleme am Markthalle-Hochhaus nach. Die BZ Basel zog auch nach, unterschlug aber eine Quellennennung.

In ihren Presseschauen zu den Bundessratswahlen zitierten bajour.ch und primenews.ch aus dem OnlineReports-Leitartikel über Eva Herzog.

matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Melanie Thönen übernimmt am 1. Mai die Leitung des Pädagogischen Zentrums PZ.BS. Sie folgt auf Susanne Rüegg, die Ende August 2022 pensioniert worden ist.

Sarah Baschung leitet ab 1. April den Swisslosfonds Basel-Landschaft in der Sicherheitsdirektion und folgt auf Heidi Scholer, die in Pension geht.

Basel-Stadt und Baselland wollen zusammen die psychiatrische Versorgung in der Gemeinsamen Gesundheitsregion weiterentwickeln.

Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.