Kommentare

<< [ 1 | (...) | 151 | 152 | 153 | 154 | 155 | 156 | 157 | 158 | 159 | 160 | (...) | 207 ] >>

Die Messe ist nicht das Basler Stadt-Casino

Von PETER KNECHTLI

Mit einer Mehrheit, die kein Wenn und Aber zulässt, hat das Basler Stimmvolk dieses Wochenende die Ausbaupläne der Messe Schweiz gutgeheissen. In den nächsten vier Jahren kann somit das Unternehmen mindestens 350 Millionen Franken in den bedeutendsten Expansions-Schritt seiner Geschichte investieren, wenn im Herbst auch das Baselbiet noch seinen Beitrags-Segen gibt.

Es ist ein Schritt, der das Basler Stadtbild und insbesondere einen Teil des vertrauten Kleinbasler Stadtbildes markant verändern wird: Noch mehr als heute wird sich die Messe Schweiz als das auch optisch wahrnehmbare dominierende Zentrum des Stadtteils Kleinbasel positionieren. Am deutlichsten wird dies durch die beiden wuchtigen Etagen, die sich quer über einen beträchtlichen Teil des bisher offenen Messeplatzes legen und künftig den Komfort und Luxus bieten, den die prestigeverwöhnte Aussteller und die Kunden hochkarätiger Weltmessen verlangen.

Sämtliche Regierungsparteien hatten die Ja-Parole ausgegeben, einzig "Basta" sowie die kleinen Rechts-Parteien SD, EDU und die Junge SVP hatten die Nein-Parole beschlossen. Die SVP als grösste bürgerliche Kraft konnte sich mit Stimmfreigabe zu keiner klaren Position durchringen.

Die beidseitig mit recht harten Bandagen geführte Abstimmung hat mehrere Parallelen zur Abstimmung über den Neubau der Stadt-Casinos auf dem Barfüsserplatz vor ziemlich genau einem Jahr. Beide Bauvorhaben wurden mit dem mit "Klotz"- und "Koloss"-Argumenten bekämpft, in beiden Fällen ging es um historische städtebauliche Veränderungen, in beiden Fällen ging es um die Frage von Erneuerungsfähigkeit einer urbanen Bevölkerung, und in beiden Fällen verfügten die Befürworter über ungleich höhere finanzielle Mittel. Doch im Ergebnis gingen beide Volks-Verdikte diametral anders aus: Wurde das neue Stadt-Casino, entworfen von der Stararchitektin Zara Hadid, mit unerwarteter Deutlichkeit vom (Barfüsser-)Platz gefegt, erhielten die einschneidenden Messe-Pläne nahezu ebenso deutliche Zustimmung.

Der Grund ist nicht verwunderlich: Die Messe Schweiz ist nicht das Stadt-Casino. Setzte sich bei der Abstimmung über das Kulturzentrum mitten in der Stadt die Auffassung durch, der geliebte Barfüsserplatz und seine Kirche dürften nicht derart massiv beschnitten und bedrängt werden, verhielt es sich dieses Wochenende gerade umgekehrt: Der Basler Souverän stimmte der Teil-Überdachung des weniger geliebten Messeplatzes - in Erwartung eines deutlich höheren Nutzens - deutlich zu.

Damit zeigte sich das Volk weise, viel differenzierter und erneuerungsfähiger als ihm nach der Abstimmung über das Stadt-Casino unterstellt wurde. Das recht wuchtige Ja zum Neubau zeigt, dass die Messe Schweiz trotz ihrer Internationalisierung in der Basler Bevölkerung immer noch tief verankert ist. Kein Wunder: Der Messe-Konzern zählt zu den wichtigsten Wirtschaft-Motoren der Region. Das Volk hat richtigerweise begriffen, was es hiesse, ihm Sand ins Getriebe zu streuen.

Schon vor dem Urnengang war deutlich geworden, dass die Casino-Gegner nicht einfach mit den Messe-Gegnern gleichzusetzen sind - auch wenn einzelne Persönlichkeiten in beiden Abstimmungskämpfen führend als Gegner auftraten. Was damals ihr Triumph war, ist heute ihre bittere Niederlage. Allerdings wirkten die Gegner des Messe-Ausbaus weniger schlagkräftig als die Stadt-Casino-Opponenten. Weniger überzeugend waren auch ihre Argumente und ihr Stil: Ihr Wortführer Robert Schiess erlaubte sich beispielsweise gegenüber OnlineReports eine Grenzüberschreitung, die jeder Beschreibung spottete: Er warf uns die Erfindung eines Messe-Communiqués vor, das in Wahrheit selbstverständlich existierte - ohne sich hinterher zu entschuldigen. Wer zu solchen Kampf-Mitteln greifen muss, dem fehlen die schlagenden Argumente.

Und dennoch ist nicht pauschal falsch, was Schiess und seine Mitkämpfer ins Feld führten. Einer der sensibelsten Bereiche ist die zunehmende bauliche oder kommerzielle Nutzung der Allmend. Auch wenn ihre Pläne derzeit in eine andere Richtung deuten: Die rot-grüne Regierung tut gut daran, der Tendenz einer schleichenden Privatisierung des öffentlichen Grunds oder seiner kommerziellen Nutzung - Stichworte: Bäumlihof-Areal und Rankhof - entgegen zu wirken. Es wird der Tag kommen, an dem auch gute Steuerzahler frei zugängliche Grün- und Erholungszonen ebenso so sehr zu zahlen bereit sind wie grosszügige Appartements.

Mit dem Ja zum Messe-Ausbau hat die Basler Bevölkerung ein kluges Ja zugunsten der Messe und zugunsten der wirtschaftlichen Prosperität der Region gesprochen. Das Baselbiet wird kommenden September ebenso fair sein, die Basler Ausbaupläne mit einer Zustimmung zum Beitrag des Nachbarkantons zu bestätigen.

Politik ist aber die Kunst des Ausgleichs. Standen bei der Abstimmung dieses Wochenende die wirtschaftliche Aspekte unter teilweiser Einschränkung des öffentlichen Raums gegenüber, so müssen in Zukunft bewusste Zeichen zur Erhaltung oder zum Ausbau des öffentlichen Frei-Raums gesetzt werden.

Weiterführende Links:

Die Basler Messe der Zukunft braucht ein markantes Signal
Abstimmungs-News Stadt-Casino 18. Juni 2007

1. Juni 2008
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Ökologischer Einfluss ist bei Rot-grün nicht feststellbar"

Politik ist die Kunst des Ausgleichs. Mit dieser Aussage trifft Peter Knechtli mit seiner präsisen Analyse des Abstimmungskampfes über den umstrittenen Messe-Neubau den Kern des Problems, der sich mit dem schleichenden Verlust von öffentlichem Raum artikuliert.

 

Gerade in dieser Beziehung zeigt die rot-grüne Regierung samt dem rot-grünen Parlament wenig Sensibilität für die Bedürfnisse der Stadtbevölkerung. Ein grüner, sprich ökologischer Einfluss ist nicht feststellbar!

 

Häppchenweise wird Allmend - neu umschrieben als öffentlicher Raum - den Bedürfnissen privater Investoren geopfert. Für jeden Event, sei er noch so lärmig und für die direkten Anwohner eher eine Plage als eine Freude, muss Allmendfläche zur Verfügung gestellt werden.

 

Damit Basels Bevölkerung wachsen kann, bestehen keinerlei Hemmungen, die letzten Grünflächen - egal ob diese als Schrebergärten, oder geplanter Grüngürtel wie das Bäumlihofareal - genutzt werden, mit Wohnungen zu überbauen.

 

Diese Tendenz scheint insbesondere bei der SP stark vertreten zu sein, bestätigen doch die beiden SP-Regierungsratskandidaten, dass sie sich auch neue Wohnungen auf dem Bäumlihofareal entlang der Allmendstrasse vorstellen können.

 

Dabei wäre eigentlich von einer neu zusammengesetzten Regierung zu erwarten, dass sie die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt. Knechtli stellt richtig fest, dass es in Zukunft bewusste Zeichen zur Erhaltung oder zum Ausbau des öffentlichen Frei-Raumes braucht, weil gerade gute Steuerzahler Grün- und Erholungszonen in der Nähe verlangen.

 

Eine City-Lounge mit Tram- und Veloverkehr - und sind sie noch so hell beleuchtet - kann ja wohl damit nicht gemeint sein.Basel


Bruno Honold, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gesehen.gif
Vicampo
Weinangebot
vom 6. Mai 2019
fileadmin/templates/pics/gesehen.gif

Wer kann einem solchen Top-Angebot schon widerstehen!

Frisch pubertiert

Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.