Kommentare

<< [ 1 | (...) | 151 | 152 | 153 | 154 | 155 | 156 | 157 | 158 | 159 | 160 | (...) | 222 ] >>

Sissacher Begegnung: Das kanns nicht gewesen sein

VON PETER KNECHTLI

Noch vor nicht nicht allzu langer Zeit wälzten sich täglich fast endlos Auto-Kolonnen durch den Dorfkern der Oberbaselbieter Gemeinde Sissach. Anrainer und Kunden der dort angesiedelten Gewerbebetriebe hatten die Nase voll. Mit dem Bau des Umfahrungstunnels wurde der Dorfbevölkerung Entlastung und den Umbau der alten Verkehrsachse in eine fussgängerfreundliche "Begegnungs-Zone" versprochen. Ende Oktober weihten die Sissacherinnen und Sisscher ihren "Strichcode" (so der Name aufgrund der optischen Erscheinung) mit einem grossen Wochenend-Fest ein. Der frisch gelegte Asphalt gehörte der Bevölkerung.

Doch kaum in Betrieb, kam die grosse Ernüchterung: In der "Begegnungs-Zone" dominiert - auch dank den zahlreichen Parkplätzen - fast so viel "Auto" wie vorher, nur wird langsamer gefahren. Einige Schlaumeier nutzen die angeblich beruhigte Zone sogar wie früher als Transitstrecke.

Ein Augenschein am extremen Samstag zeigt Realsatire in der "Begegnungszone": Eine zweifelsfreie Vorherrschaft des motorisierten Verkehrs, Fussgänger, die ihren Weg zwischen Karren und Karrossen suchen müssen. Ohne sich in Definitionsfragen zu verstricken: Von "Begegnung" ist weit und breit keine Spur. Wäre der heutige Zustand angestrebt worden, hätten sich Behörden und Planer den Millionen-Umbau ersparen können.

Was sich dem Betrachter im Sissacher Dorfkern offenbart, ist eine perfekte, teure, aber lieblos technokratische Bau-Realisierung, die nicht im entferntesten Elemente des Gemeinsinns und Wohlbehagens aufnimmt. Es beginnt bei der profan mit "Einkaufszentrum" markierten Einfahrt in die "Begegnungs-Zone" und hört bei den schrecklichen fix montierten Werbetafeln auf. Nein, eine freundliche Einkaufszone sieht ganz anders aus. Aus der Abgas-Strecke ist - zumindest während gewissen Zeiten - eine Schreck-Meile geworden.

Dies ist der eine Aspekt. Der andere Aspekt aber ist der, dass die Gewerbebetriebe entlang der Hauptstrasse optimale Rahmenbedingungen brauchen, wenn sie überleben wollen. Die Möglichkeit der Zufahrt mit dem Auto ist scheinbar eine für die Bäcker und Beizer, die Schuhverkäufer und Detailhandelsgeschäfte eine Bedingung, die zu den wichtigen gehört. Somit eignet sich das vorerst missglückte Sissacher Beispiel nicht für fundamentalistische Ideologie-Gefechte - weder auf der einen noch auf der andern Seite. Auf den Punkt gebracht: Man kann nicht von Null auf Hundert eine autofreie Zone fordern und hinterher das Lädelisterben beklagen. Verlangt ist aber ein Kompromiss, der der heutigen Zustand massiv verbessert.

Noch ist in Sissach nicht Hopfen und Malz verloren. Nachdem nun eine Gruppe Dorfbewohner ihre Frustration über die Sissacher Verkehrsbeunruhigung artikuliert hat, sollte jetzt eine Debatte über die Weiterentwicklung des umstrittenen öffentlichen Raums in einem Klima der Offenheit und ohne Beharren auf bisherigen Standpunkten beginnen. Denn die von Kälte geprägte "Begegnungs-Zone" in ihrem aktuellen Embryo-Zustand eröffnet ein einzigartiges Spektrum an Chancen, mit denen sich Sissach in der ganzen Nordwestschweiz als Vorzeigebeispiel profilieren könnte.

Die Zeichen stehen insofern gut, als auch die Arbeitsgruppe "Lebändigi Begegnigszone" von allem Anfang an Kompromissbereitschaft zeigt und Dialog statt die Polemik fordert. Ihre Vorschläge sind konstruktiv und viel versprechend - aus einem zentralen Grund: Sie verstehen den "Strichcode" nicht nur als Shoppingcenter, sondern viel umfassender als eigentliches Ferment des öffentlichen Lebens, als Plattform der Verbindung, Animation und Wohqualität, von der alle nur profitieren können. Der Einbezug von Vereinen und weiteren kulturellen und sportlichen Aktivitäten, das Herausstuhlen von Cafés und Restaurants, das gemütliche Verweilen im Dorfkern sind nicht nur romantische Hirngespinste, sondern Schritte, die die Attraktivität der Gewerbebetriebe erhöhen, weil das räumliche Umfeld anziehend wirkt, und vor allem die Identität von Dorf und Bevölkerung stärken.

Die Gemeinde Sissach sollte die Impulse der Bewohner-Gruppe als Initialzündung für einen breiten kreativen Prozess aufnehmen. Eigentlich verdient die Arbeitsgruppe "Lebändigi Begegnigszone" Dankbarkeit - weil durch sie erst das entstehen kann, was die bisherige Planung verpasst hat -, und die Gemeinde Anerkennung dafür, dass sie noch gemeinwohlorinentierte Bewohnerinnen und Bewohner vorweisen kann.peterknechtlionlinereports.ch

Weiterführender Link:
Die Sissacher "Begegnungszone" hat ein Identitätsproblem

8. Januar 2009
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Es hat eine Achillesverse."

OnlineReports.ch
vom 13. Juli 2020
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Achilles konnte eben auch gut dichten.

RückSpiegel

 

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

In ihren Bericht über den Abbruch des einstigen Kutscherhauses an der Rufacherstrasse in Basel bezogen sich 20 Minuten und die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

"Teufelhof"-Chef Raphael Wyniger wird neuer Präsident des Basler Hotelier-Vereins und Nachfolger von Felix W. Hauser, der dieses Amt seit 2014 ausübte.

Der Baselbieter FDP-Landrat Heinz Lerf wurde heute Donnerstag, 25. Juni, mit 76 von 81 gültigen Stimmen zum Landratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt.

Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

Mit Carmen Kolp übernimmt zum 1. Juli erstmals eine Frau die Geschäftsführung der IG Kleinbasel (IGK), als Nachfolger von Benny Zeuggin.

An seiner Sitzung vom 22. Juni wählte der Vorstand der CVP Basel-Stadt Marco Natoli zum neuen Vizepräsidenten.

Nachdem die Baselbieter Polizei ihren Postenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend an einigen zentralen Standorten konzentriert hat, wird sie per 29. Juni alle Polizeiposten wieder öffnen.

OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm wurde per brieflicher Wahl einstimmig als neue Präsidentin der CVP-Sektion Grossbasel-West gewählt.

Ein Baselbieter Automobilist fuhr mit seinem Mercedes auf einer 80 km/h-Strecke bei Schöftland AG mit 131 km/h in eine Tempokontrolle der Aargauer Kantonspolizei.

Die Gemeinde Gelterkinden ist mit 3'824 Franken pro Kopf (6'300 Einwohnende) verschuldet.