Peter Achten: "Far East"

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Myanmar: Die Realpolitik nach der Tyrannei

Fast wie aus dem Nichts sind die Militärs von Myanmar – dem früheren Burma – nach jahrzehntelanger Diktatur vor zwei Jahren auf Reformkurs umgeschwenkt. Ex-General und Ex-Premierminister Thein Sein führte, unterstützt von einer jungen Offiziersgeneration, die Reformbewegung an. General Nummer 1 und Tyrann Than Shwe verabschiedete sich ohne grosses Aufhebens in den Ruhestand mit dem Versprechen, dass er, seine Familie und Freunde unbehelligt blieben. Wirtschaftlich und nach der stets noch geltenden Verfassung sitzen deshalb die Militärs noch immer fest im Sattel. Frühestens bei den nächsten Wahlen 2015 könnte sich das ändern.

Westliche Experten und Kommentatoren wurden von der Reformbewegung überrascht und waren bass erstaunt. Die Gelehrten blieben pessimistisch und stuften Thein Sein als Non-Valeur ein. Doch heute analysieren dieselben Experten plötzlich euphorisch das wirtschaftliche, soziale und politische Geschehen: wie immer falsch, weil zu früh. Der Übergang von fünfzig Jahren Militärdiktaur zu demokratischen Verhältnissen und zum dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwung für dass bitterarme Burma lässt sich nicht übers Knie brechen und in wenigen Jahren bewerkstelligen. Institutionen müssen erst geschaffen und eine Zivilgesellschaft entwickelt werden.

Ein gutes Beispiel für den delikaten Wandel ist die Friedensnobelpreis-Trägerin Aung San Suu Kyi. Die Politik hat sie zum Entsetzen der westliche Beobachter nämlich eingeholt. In westlichen Medien, die über zwei Jahrzehnte die burmesische Demokratie-Ikone in den Himmel hoben, setzen nun plötzlich grosse Fragezeichen und lassen sie zum Teil bereits fallen. Was normalerweise nur Boulevardmedien praktizieren – mit dem Publizitätslift nach oben und dann gnadenlos in die Gosse schreiben – ist jetzt im Bezug auf Suu Kyi auch in europäischen und amerikanischen Qualitätszeitungen üblich geworden.

In indischen oder chinesischen Zeitungen hingegen wird Aung San Suu Kyi als das wahrgenommen, was sie – klug, kompromissbereit und auf Ausgleich bedacht - geworden ist, eine Politikerin nämlich in den Niederungen des demokratische Alltags.

Für die unkritischen westlichen Lobhudler war ja bereits die Teilnahme Suu Kyis an den Nachwahlen im April 2012 ein erster Sündenfall. Der ganze Zorn und die enttäuschte Liebe westlicher Experten, Kommentatoren und Journalisten entfachte sich dann jedoch an einem, um nicht zu sagen dem grossen Problem Myanmars, der Haltung der burmesischen Mehrheit zu den Minderheiten. Schon Suu Kyis Vater, Nationalheld und General Aung San, hatte damit zu kämpfen und vor ihm die britischen Kolonialherren.

"Mönche taten sich jetzt mit
hasserfüllten rassistischen Tiraden hervor."




Die Burmesen machen innerhalb von Myanmar nicht ganz 70 Prozent der Bevölkerung aus. Rund um das Kerngebiet mit der burmesischen Leitkultur gruppieren sich nördlich, östlich und westlich wie ein Kranz die verschiedenen Ethnien, insgesamt 138. Doch die wenigen grossen geben den Ton an, so unter anderem die Shan, Karen, Karenni, Kachin, Hmong, Wa oder Naga.  General Aung San handelte mit diesen diversen  Ethnien kurz vor der Unabhängigkeit 1947 ein Abkommen aus. Doch der Konflikt brach später da und dort wieder auf, und immer wurden neue Vereinbarungen getroffen. Ein Waffenstillstand folgte dem andern. Das war nicht anders unter der Militärdiktatur, doch bei Erfolglosigkeit schlug die Armee gnadenlos zu.

Unter allen burmesischen Regierungen aber wurden die moslemischen Rohingyias im Bundesstaat Rakhine nie in Friedensgespräche oder Vereinbarungen einbezogen. Bis heute sind sie nicht Staatsbürger, dürfen ohne behördliche Genehmigung nicht reisen, nicht mehr als zwei Kinder haben und kein Land oder Haus besitzen. Von den Burmesen werden sie als illegale "bengalische" Einwanderer taxiert.

Inspiriert von den Gewalttaten gegen die moslemischen Rohingyias in der Rakhine-Hauptstadt Sittwe vom letzten Jahr ist der Konflikt jetzt eskaliert. In der mittelburmesischen Stadt Meiktila, später in drei weiteren Kleinstädten gingen Buddhisten gegen Moslems vor. Häuser und Moscheen wurden abgefackelt. Mit Knüppeln, Schaufeln, Messern, Hämmern und Schwertern machten Buddhisten Jagd auf Moslems. Mehrere Dutzend Menschen starben. Buddhistische Mönche führten teilweise den Mob an. Jene Mönche notabene, die im Westen wegen der Safran-Revolution gegen die Militärs im Jahre 2007 ob ihrer Friedensliebe, Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe über allen Klee gelobt worden waren. Mönche taten sich jetzt im Konflikt mit den Moslems in Flugblättern und auf dem Internet mit hasserfüllten rassistischen Tiraden hervor.

Von den Unruhen sind sowohl die Regierung als auch die von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführte oppositionelle Nationale Liga für Demokratie überrascht worden. Eine von Präsident Thein Sein eingesetzte Untersuchungskommission wird bald ihren Bericht über die Unruhen vom letzten Jahr im Rakhine-Bundesstaat veröffentlichen. Zu den jetzigen gewaltsamen Auseinandersetzungen hat sich Präsident Thein Sein in einer Rede im Fernsehen geäussert. Die Regierung werde bei weiteren Zwischenfällen mit der Armee kompromisslos gegen "religiöse Extremisten" und "politische Opportunisten" vorgehen. Er bat das Volk, die Vielfalt der Ethnien im Lande als Stärke zu begreifen. Im übrigen seien die Schwierigkeiten und die Konflikte ein normaler, nicht zu verhindernder Teil des demokratischen Reformprozesses.

Die Demokratie-Ikone und Lieblings-Oppositionelle des Westens, Aung San Suu Kyi, hält sich derzeit zum buddhistisch-moslemischen Konflikt auffallend zurück. Deshalb wird sie jetzt auch und gerade von sogenannten Qualitätszeitungen von Zürich bis New York im Tone der moralischen Überlegenheit demontiert und niedergeschrieben. Aber ein offenes Wort zum buddhistisch-moslemischen Konflikt im allgemeinen und zu den Rohingyias im besonderen, davor hat sich die "Lady" – wie Suu Kyi überall in Myanmar noch immer respektvoll genannt wird – bisher gescheut. Sie ist Realpolitikerin geworden mit einem wachen Sinn für das, was möglich ist. Sich in Myanmar heute vorbehaltlos für die Rohingyias oder die verfolgten Moslems einzusetzen, käme politischem Selbstmord gleich. Aung San Suu Kyi will schliesslich die Parlamentswahlen von 2015 mit ihrer Nationalen Liga für Demokratie gewinnen.

Traurige Ironie der Geschichte: Nur noch die einst so verabscheute burmesische Armee steht heute noch zwischen den verfolgten Moslems und dem rachsüchtigen buddhistischen Mob.

15. April 2013
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Peter Achten, geboren 1939 in Basel, lebt und arbeitet in Peking. Er ist seit 1967 journalistisch tätig. Seine Karriere begann er bei "National-Zeitung" und "Basler Nachrichten" als Lokalredaktor, arbeitete später als Radio-Korrespondent aus Madrid. 1974 wechselte er zum Schweizer Fernsehen, wo er Produzent / Moderator der "Tagesschau" und Mitglied der Chefredaktion wurde. Mit Sitz in Beijing, Hanoi und Hongkong arbeitete Achten ab 1986 als Fernost-Korrespondent für Schweizer Radio DRS sowie verschiedene Schweizer Tageszeitungen. Zwischen 1990 und 1994 war er in Washington USA-Korrespondent für SF DRS. Von 1997 bis 1999 war er Chief Representative für Ringier in Vietnam. Von 1999 bis 2008 war Peter Achten Asienkorrespondent für Schweizer Radio DRS sowie für Ringier-Titel und Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins "China International Business". Spektakulär waren seine Radio-Reportagen über den blutig niedergeschlagenen Volksaufstand im Frühjahr 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Beijing, den Tsunami in Banda Acah 2004 und den Zyklon in Burma 2008. Heute arbeitet Achten als freier Asien-Korrespondent mit Sitz in Peking.

pedro.achten@gmail.com

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"Im abdenbdlichen Feierabendstau nutz manch ein Autofahrer die gesperrte rechte Spur in Fahrtrichtung Basel ...".

BaZ online
vom 2. Februar 2017
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... weil er mit der deutschsprachigen Tastatur nicht zurecht kam.

RückSpiegel


Das Medienportal persoenlich.com zog die OnlineReports-Meldung über die Kündigung des BaZ-Abos durch den ehemaligen BaZ-Verleger Matthias Hagemann nach.

Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

Die Sissacher Volksstimme, die Basler Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über den Bolzenschuss im Gelterkinder Ortskern auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über den erneuten Parteiwechsel von Grossrat Michel Rusterholtz auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung griff die OnlineReports-News über den Sammelerfolg des Referendums gegen Alkohol in Jugendzentren auf.

Die OnlineReports-Story über Andrea Strahm und die Präsidiums-Suche der Basler CVP nahmen das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche, die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser an, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.