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"Wir rechnen mit einem Besuch": Basler Hühnerhalter-Aspirant Reiner

In luftiger Höhe geplant: Stadthühner mit Aussicht aufs Gundeli

Konventionelle Bodenhaltung war einmal: Erstmals soll in Basel auf dem Dach eines Wohnhauses ein Hühnerstall errichtet werden


Von Monika Jäggi


Stadtbienen, Stadtpilze, Gemeinschaftsgärten, Obstbäume, Nahrungsmittelstrategie – jetzt werden in Basel die Themen der urbanen Landwirtschaft um eine Facette reichhaltiger: Im Gundeldinger-Quartier ist auf dem Dach eines Wohnhauses ein Hühnerstall geplant.


Passanten staunen, wenn sie an der Gundeldingerstrasse 432 die Baupublikation lesen, die derzeit neben der Eingangstür des fünfstöckigen Wohnhauses angebracht ist: "Errichtung eines Hühnerstalls inkl. Zaun auf dem Flachdach MFH". Die Bienen auf dem Dach des Gundeldingerfeldes sind stadtbekannt, aber die Hühnerhaltung auf dem Dach? Ausserdem: Hühner fliegen bekannterweise.

Wie kleine Hippies

Nicht diese Hühner. Auf Anfrage von OnlineReports gibt Alexander Reiner, zukünftiger Hühnerhalter, begeistert Auskunft. Die Vorfreude ist ihm anzusehen: "Wir werden keine konventionellen Haushühner halten", erklärt er, "sondern Seidenhühner." Diese sehen mit ihren ausgefransten, langen Federn aus wie kleine Hippies, sind flugunfähig, kleiner und scharren den Boden nicht auf. "Das ist auf einem Flachdach nicht unwichtig", so Reiner.

Vier solcher Hühner, alles Hennen, werden ganzjährig auf dem Dach leben und natürlich, alle werden sie einen Namen erhalten: "Das muss einfach sein", lacht der Jurist, der zusammen mit seiner Partnerin Claudia Baumgartner, Geschäftsführerin des Tierparks Lange Erlen, das Projekt initiiert hat.

Der Ort des zukünftigen Gegackers – ein begrüntes Dach, dass von ihrer Wohnung an der Gundeldingerstrasse aus direkt zugänglich ist – scheint für eine intensivere Nutzung prädestiniert. Da aber dieser Teil für die zehn Stockwerkeigentümer zugänglich ist, mussten vorgängig alle ihr Einverständnis geben: "Die Idee ist sehr gut angekommen", erzählt Baumgartner erleichtert.

Unterstützung vom Tierpark

Noch sind die zukünftigen Federvieh-Halter diesbezüglich Anfänger. In Oberwil und Basel aufgewachsen, haben beide keinen Bezug zur Landwirtschaft oder Tierhaltung: "Trotzdem reizt uns diese Aufgabe", erklärt Reiner. Wichtig sei ihnen die Interaktion mit den Hühnern. "Das Seidenhuhn ist ein soziales Huhn, das mit viel Geduld schnell zutraulich wird." Baumgartner ergänzt: "Uns ist es wichtig, soviel Natur wie möglich in die Stadt zu bringen."

Fachliteratur lesen war das Eine. Viel wichtiger sei jedoch die praktische Unterstützung, und die komme aus dem Tierpark, erklärt die Geschäftsführerin und Juristin Baumgartner. Dort werden zwar keine Seidenhühner gehalten, aber: "Wir lassen uns von den Tierpflegern beraten." Auch die Herkunft der Hühner sei bereits geklärt: "Wir kaufen die Eier vom Zoo Basel und lassen sie im Tierpark ausbrüten". Die Kücken würden direkt nach dem Schlüpfen von den zuküftigen Haltern geprägt und auf das Dach gebracht.

Intensive Abklärungen notwendig

Im Frühjahr sollen die ersten Kücken einziehen. Tönt einfach, ist es aber nicht. Zuvor musste ein Baugesuch eingeben werden, das kantonale Veterinäramt informiert und ein Ingenieur beauftragt werden, das Dach auf seine Belastungsfähigkeit zu untersuchen.

Ein Hühnerstall wiegt zwischen 50 und 90 Kilogramm – ein Gehege mit Legenest, Sitzstangen und Trinkgefäss. Alles ist in der Tierschutz-Verordnung vorgeschrieben. Dazu kommt der einen Meter hohe Zaun, mit dem die rund 20 Quadratmeter Fläche einhaagt werden. Ein Teil des Freigeheges ist unter Dach und vom Regen geschützt. Das ist wichtig. Wegen ihres fellartigen Federkleides halten sich die Seidenhühner vom Regen fern und brauchen einen Unterschlupf.

Offizielle Registrierung zwingend

In der Schweiz muss sich seit 2009 offiziell registrieren lassen, wer Hühner als Haustiere halten will. Damals wurde wegen der Vogelgrippe das Tierseuchengesetz verschärft. Die zuständige Veterinärin war zwar noch nicht vor Ort, habe jedoch genaue Instruktionen via Telephonat und e-Mail gegeben: "Wir rechnen mit einem Besuch vor Ort, sobald das Gehege steht", sagt Reiner.

Seit die Baupulikation öffentlich ist, habe er schon von Bauunternehmen Anfragen erhalten, ob sie einen Stall liefern könnten. Doch daraus wird nichts: "Wir werden den fix-fertigen Stall über das Internet kaufen", erklärt er.

Erste Haltung auf Dach

Natürlich sind die beiden Hühnerhalter in spe nicht die ersten in der Stadt Basel. Nach Auskunft des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, Natur und Ernährung in Sissach sind 2018 in Basel 28 Hühnerhalter registriert.

Allerdings sind Reiner/Baumgartner die Ersten, die Geflügel auf dem Dach halten werden. Das Bau- und Verkehrsdepartement hatte jedenfalls auf ihre Anfrage, ob ein Baugesuch erforderlich sie, keine Antwort bereit. Da aber geltende Vorschriften einzuhalten sind, wurde ihnen geraten, ein Gesuch einzugeben.

Eier für Mitbewohner

Die Schätzung für Basel geht von drei bis fünf Hühnern pro Partei aus, was rund 100 Hühnern entspricht. Im Vergleich zur Stadt Zürich, wo 2014 bereits rund 3'200 Hühner von Hobbyhaltern gemeldet waren, gibt es in Basel also noch Luft nach oben.

Die beiden Hühnerhalter haben sich, ganz Juristen, auch schon überlegt, wer die Eier vom Dach geniessen wird: "Wir rechnen mit ungefähr 80 Eiern pro Sommer-Halbjahr, einen Teil haben wir natürlich unseren Mitbewohnern versprochen", schmunzelt Alexander Reiner.

Dieser Beitrag wurde dank des OnlineReports-Recherchierfonds möglich.

31. Oktober 2018

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Weitere RückSpiegel

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"1963 rutschte er als erster Ersatzmann in den Schweizer Nationalrat. Im gleichen Jahr wurde er Chefredaktor der Basler Zeitung (BaZ)."

Wikipdia
Eintrag über die Schweizer
SP-Ikone Helmut Hubacher
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Und niemand korrigiert's: Da hat jemand die BaZ mit der "Basler AZ" verwechselt.

In einem Satz


• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

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Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

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Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.