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Der Imam und die halb nackten Frauen

Von PETER KNECHTLI

Die Meldungen wiederholen sich. So berichtete Kollege Kurt Pelda im "Tages-Anzeiger", der 27-jährige Basler Imam Ardian Elezi habe in albanischsprachigen Video-Botschaften Homosexualität als "Krebsgeschwür gegen die Moral" und Schwule als "Verbrecher" abgestempelt. Ausserdem sollten Muslime davon absehen, Christen schöne Weihnachten zu wünschen, und im Sommer auf die Strassen zu gehen, weil dort halb nackte Frauen eine "teuflische Versuchung" darstellten. Allah betrachte die Juden als "kaltherzig". Ebenso habe Elezi in seiner Kleinhüninger Moschee "Peace & Blessing", in der er in deutscher Sprache predigt, DVDs der Koranverteil-Aktion "Lies!" und salafistische Schriften aufgelegt.

Für die "Basler Zeitung" hat Christian Keller den in Basel aufgewachsenen Imam fair interviewt. Der Tenor des radikal-konservativen Islam-Predigers: Der "Tages-Anzeiger" sei "unfair" gewesen und habe ihn "falsch dargestellt". Er habe bloss einen Koran-Vers zitiert und sei nicht judenfeindlich.

Ich will Ardian Elezi nichts Böses unterstellen. Aber seine Aussagen wirken so, als wolle er uns an der Nase herumführen: erst die mit unserer Gesellschaftsform nicht zu vereinbarende Botschaft – dann die Relativierung, sie sei nicht so gemeint und müsse anders interpretiert werden. "Die Aussage ist nicht von mir, sie steht so im Koran." Wer so doppelzüngig argumentiert und gleichzeitig Barmherzigkeit beansprucht, kann nicht für glaubwürdig gehalten werden.


"Der Fall Elezi dürfte ohne weitere Folgen
ad acta gelegt werden."



W
enn der "Religionspädagoge, Prediger und muslimische Autorität", wie sich Elezi bezeichnet, den "Blick auf halb nackte Frauen islamisch gesehen" als "eine Sünde" bezeichnet und behauptet, damit werde "die Würde der Frau geschont", dann argumentiert er in einer Begriffslogik, die ein pluralistisches Zusammenleben und eine Integration salafistisch-muslimischer Mitbürger verunmöglicht. Denn danach müssten entweder sie oder die halb nackten (westlich orientierten) Frauen von der Strasse ausgesperrt werden.

Verräterisch ist auch die Forderung des Imams an Moscheen, die deutsche Sprache ihrer Besucher zu fördern, "damit man uns versteht". Die Beherrschung der einheimischen Sprache wäre mindestens ebenso angebracht, damit die Muslime uns und unsere Wertegemeinschaft verstehen.

Die Muster gleichen sich. Vor zwei Jahren geriet die Faysal-Moschee im Basler St. Johann-Quartier in Verdacht, ein Dreh- und Angelpunkt salafistischer Radikalisierung zu sein. Der Imam stritt die Vorwürfe ab, aber ich selbst habe vor der Moschee mit einem Teenager gesprochen, der sich als Anhänger des deutschen Islamisten Pierre Vogel zu erkennen gab. Im Frühling 2010 ein islamischer Prediger in der Basler Arrahma-Moschee Andersgläubige unbehelligt als "niedriger als ein Tier" bezeichnen.

Ob solche Botschaften strafrechtlich relevant sind oder nicht, bleibe einmal dahingestellt. Tatsache aber ist, dass es immer Medien waren, die verdächtige Fälle aufdeckten – während Behörden, Runde Tische und auch die städtische Muslimkommission stets Stille bewahrten. Weder die Öffentlichkeit noch vermutlich ihre parlamentarische Vertretung in den Kommissionen wissen, wie weit die für Religion und Integration zuständigen Behörden Kenntnisse über die Vorgänge in den Moscheen und ihren Hinterzimmern haben: Rechenschaftsberichte dazu existieren nicht.

So ist die Forderung der Basler CVP nach einer "flächendeckende Überprüfung der Basler Moscheen auf deren Extremismus- und Radikalisierungspotential" und die Prüfung des Entzugs des Schweizer Bürgerrechts des streng konservativen Imams zwar verständlich – aber auch blauäugig: Nach bisherigen Erfahrungen dürfte der Fall Elezi im Präsidialdepartement ohne weitere Folgen ad acta gelegt werden. Alles andere wäre eine freudige Überraschung.

24. Januar 2018
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"Das Sägen am Ast, auf dem wir alle sitzen"

Eigentlich wurde im Kommentar alles angesprochen. Sehe ich mir die Liste der "Echos" an, scheint dies fast niemanden zu interessieren, gibt es doch gerade mal zwei Reaktionen auf den Artikel.

Nun kann Mann und Frau sich die Frage stellen, wieso der Staat als Hüter der Demokratie und unserer Freiheitsrechte der Sache scheinbar gleichgültig gegenüber steht. Schlussendlich sind auch der Staat und seine Organe nur Spiegelbilder unserer Gesellschaft, und der scheint es ziemlich gleichgültig zu sein, wenn radikale Elemente – egal welcher Religion oder politischen Couleur – munter am Ast sägen, auf dem wir alle sitzen. Im Zweifelsfalle wird das Recht auf freie Religionsausübung aus dem Hut gezaubert um unangenehme Fragesteller zum Verstummen zu bringen.

Dabei kann Mann und Frau sich ruhig einmal Gedanken darüber machen, ob sich religiöse Fanatiker überhaupt auf die Religionsfreiheit berufen dürfen. In letzter Konsequenz würden diese Kreise die besagten Freiheitsrechte wohl liebend gern abschaffen und durch einen religiösen Beirat ersetzen, der die Normen vorgibt.


Peter Sumsander, Birsfelden



"Hier schläft der Staat offenbar ruhig"

Erstaunlich finde ich an unserem Staat, dass er leicht und wiederholt rechtschaffene, vor allem auch Staatsbürger bespitzeln liess, zum Beispiel mit der "Fichenaffäre", und hier offenbar ruhig schläft. Nicht Fremdenhass ist da das Thema, sondern genaues Hinschauen, ob es sich um eine radikale Haltung handelt, die andere bedroht, diffamiert oder ausgrenzt. Bereits eine staatliche Stellungnahme wäre wohltuend. Die fehlt jedoch meines Wissens.


Viktor Krummenacher, Bottmingen



"Vorgeschrieben ist euch der Kampf!"

Auf seinem FB-Profil frotzelt Elezi: "weiss nicht wieso die soooo scharf drauf sind, mich auf die Titelseite zu stellen", und publiziert ein Bild von einer Lies!-Aktion hinein und bringt Koranvers 2:16: "Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiss, ihr aber wisst nicht..." – ein Vers, der sich auf den unmittelbar vorangehenden bezieht, der da lautet: "Vorgeschrieben ist euch der Kampf!".

Auch hier hat er ja nur den Koran zitiert, und zur Vorsicht mal auf indirekte Weise. "Mein Kampf" zu verkaufen ist verboten, aber diese Leute dagegen lässt man Korane verteilen, die zum Kampf aufrufen und die auf den Koran abgestützter Logik dann behaupten, "frohe Weihnachten" zu wünschen sei eine Gotteslästerung.

Herr Knechtli, danke für den Artikel!, aber es sind nicht die Medien, die solches Zeug aufdecken, bisher sind es nur einzelne mutige Journalisten.


David Zaugg, Biel


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"Wer nicht begriffen hat und nicht handelt, hat nicht begriffen."

Basler Zeitung
vom 2. Oktober 2019
über ein Manser-Zitat
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Wer richtig gelesen und korrekt geschrieben hätte, hätte das authentische Zitat dokumentiert: "Wer begriffen hat und nicht handelt, hat nicht begriffen."

RückSpiegel


Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.

Die SP Baselland empfahl an ihrer Delegiertenversammlung vom 22. Oktober, im zweiten Ständerats-Wahlgang die grüne Maya Graf zu wählen.

Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebenen Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.