Corina Christen: "Und übrigens ..."

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Der Bücherschaft wird zum Auslaufmodell

Wenn ich zusammenzähle, wie viel Platz die Bücher in den Regalen bei mir zu Hause einnehmen – Jahrbücher, Krimis, Romane, Lexikons und fremdsprachliche Wörterbücher und so weiter – gerate ich ins Staunen. Wobei ich mir eingestehen muss, dass ich letztere kaum mehr zu Rate ziehe, weil ich beim Schreiben am Laptop die Antworten auf offene Fragen um einiges schneller, und erst noch bequemer, auf dem  Internet suchen und meistens auch finden kann.

Dazu kommt, dass Bücher, neben ihren guten Eigenschaften als Zeitvertreiber und – je nach Gattung als Schlaumacher – auch eine schlechte Seite haben: Sie sind Staubfänger par exellence. Nicht selten muss ich mit einem über längere Zeit nicht hervor genommenen Nachschlagewerk als erstes raus auf die Terrasse um es durch mehrfaches Aufklappen und Zuschlagen oder unter Zuhilfenahme einer Kleiderbürste zu entstauben.

Und da das Staubwischen nicht zu meinen bevorzugten Beschäftigungen gehört (womit ich mich vermutlich in guter Gesellschaft befinde), braucht es einiges, bis ich trotzdem einmal den Dreitritt aus dem Keller hole und mich mit Staubtuch oder Staubsauger ans Werk mache. Dabei – ich muss es gestehen – geschieht es mir immer wieder, dass ich Bücher entdecke, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze, und auch nicht, ob ich sie überhaupt je gelesen habe. Dann stellt sich mir die Gewissensfrage: zurück ins Regal, oder in die Bücherbrocki?


"Dann wird der Dreitritt zum Fuss-Schemel,
und die Lektüre kann fortgesetzt werden."



U
m diese schwierige Wahl zu treffen, setze ich mich jeweils auf den Dreitritt und beginne in dem Buch zu schmökern. Und dann ist es passiert: Ich vertiefe mich in die Lektüre, bis mein Rücken nach einer Lehne schreit. Kein Problem, der gepolsterte Lehnstuhl ist nicht weit entfernt. Dann wird der Dreitritt zum Fuss-Schemel, und die Lektüre kann fortgesetzt werden. Zumindest bis mein Hund mir zu verstehen gibt, dass er dringend endlich mal wieder nach draussen muss.

Zurück vom Hundespaziergang stehe ich vor der kniffligen Frage, ob Kästners "Emil und die Detektive" reif ist für die Brockenstube oder nicht. Beim Nachdenken darüber sticht mir ein schon ziemlich abgegriffener Buchrücken ins Auge: "Durchs wilde Kurdistan" von Karl May!

Was habe ich mich mit meinen beiden Brüdern darum gestritten, wer das Karl May-Buch,  das wir von den Grosseltern jeweils zu Weihnachten geschenkt bekamen, zuerst lesen darf. Oder "Das fliegende Klassenzimmer", wieder von Kästner. Das sei nichts für Mädchen, sagten sie, wohl wissend, dass sie mich damit zur Weissglut trieben, denn ich fand, Mädchenbücher seien viel zu brav, langweilig und fad und somit nichts für mich.

Zum Glück ging damals in unserem Quartier eine Bibliothekfiliale der "Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige" (GGG) auf. Ich wünschte mir ein Abonnement, bekam es zum nächsten Geburtstag und wurde bald zur Stammkundin. Später, als ich bereits einen recht umfassenden Überblick über den Buchbestand hatte, bekleidete ich zu Stosszeiten sogar das Amt einer "Hilfsbibliothekarin", womit ich nicht nur bei meinen Brüdern Eindruck schinden konnte, sondern dafür gar ein kleines Honorar bekam.

Eine weiterer grosser Vorteil der Ausleihe bei der Bibliothek war, und ist es für mich bis heute für mich, dass die Bücher einer öffentlichen Bibliothek, nachdem man sie gelesen hat, wieder dorthin zurück gebracht werden müssen. Damit beanspruchen sie in meinem Bücherschaft weder Platz noch müssen sie abgestaubt werden.

Aber das Problem der verstaubten Bücher zu Hause wird sich bei den heute immer mehr aufkommenden elektronischen Büchern wohl ohnehin bald nicht mehr stellen. Allenfalls muss man sich mit Glasputztüchlein eindecken, um die Fingerabdrücke auf dem Bildschirm zu entfernen.

13. April 2015
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Corina Christen, geboren 1946, war schon während ihres Studiums journalistisch tätig – für die "Basler Nachrichten", für "B wie Basel" und später für die "Basler Zeitung", dort vor allem als Gerichtsberichterstatterin. Zur Erholung von den "Mord- und Totschlag-Fällen", die sie im Gerichtssaal verfolgen musste, verfasste sie jahrelang die wöchentliche Rubrik "Angerichtet" über kleinere Fälle, wo es um alltägliche Streitereien ging. 33 Jahre lang war Corina Christen mit ihrem Mann an der Fasnacht als Schnitzelbänklerin unterwegs (25 Jahre als "d Pfäfferschoote" und 8 Jahre als "Schuuflebuur"). 1999 wurde sie, als erste Frau, ins Fasnachts-Comité gewählt. Sie lebt in Langenbruck und im Basler St. Johanns-Quartier und ist auch musikalisch aktiv. Als Fagottistin spielt sie in verschiedenen Orchestern und Kammermusikformationen mit.

c.w.christen@vtxmail.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Eine besondere Beziehung"

Auch ich stehe immer wieder vor der Frage, was mache ich mit meinen vielen Büchern. Offen gestanden, es fällt mir sehr schwer, sie zu entsorgen. Durch das "Lesen", durch das "In den Händen halten" entsteht eine besondere Beziehung, die ich nicht ohne weiteres zu zerstören mag. So stapeln sie sich munter weiter, wobei ich mir bewusst bin, dass irgendwann eine Lösung gefunden werden muss.


Georg Schnell, Laufen



"Hunderten von Büchern und ein schöner Stuhl"

Ach, Corina. Wie immer lese ich Deine wunderbaren Kolumnen gerne und lebe meistens mit. Wie auch dieses Mal. Auch bei mir gibt es einen Keller mit Hunderten von Büchern und einem schönen Stuhl. Gerade jetzt, wo eine Abfallmulde vor unserem Haus steht (wie immer im Frühjahr), stellte sich bei mir die Frage nach dem "Entsorgen". Aber ehrlich: Solange ich lebe, werde ich Bücher anfassen, aufblättern, lesen, gar riechen und wieder ins Regal stellen wollen. Obwohl ich unterdessen auch viele Bücher höre, statt lese. Darum glaube ich Dir alles, wie immer: NUR DEINEN LETZTEN ABSATZ NICHT!!


Daniel Thiriet, Riehen


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"Die Grünliberalen verlangen endlich mit einer erneuten Motion eine Steuersenkung für den Mittelstand"

Grünliberale Basel-Stadt
Betreffzeile einer Medienmitteilung
vom 11. August 2017
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Preisfrage: Was verkehrt hier den Satz ins Gegenteil?

RückSpiegel


Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.