Claude Bühler – Premiere am Theater Basel

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Theater Basel, Schauspielhaus
Uraufführung

"Inferno"

Inszenierung: Thom Luz
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Bühne: Wolfgang Menardi, Thom Luz
Kostüme und Licht: Tina Bleuler
Dramaturgie: Ewald Palmetshofer

Mit Carina Braunschmidt, Elias Eilinghoff, Steffen Höld, Martin Hug, Lisa Stiegler, Simon Zagermann und Statisterie

Musiker: Emanuele Forni, Mara Miribung, Daniele Pintaudi, Mathias Weibel

Dauer: 90 Minuten ohne Pause


Die Hölle, das sind die Erinnerungen

Wer glaubt denn noch an die Hölle? Aber es gibt sie ja vielleicht doch? Unbezweifelbar ist, dass von der Hölle, dem "Inferno", noch immer die grösste Anziehung in Dantes Gedicht-Monument "Die göttliche Komödie" ausgeht – auch der geschilderten Entsetzlichkeiten wegen, die der Renaissance-Dichter wie eine ewige Tatsache vor unser geistiges Auge stellt. Erzählt wird, wie er "in der Lebensmitte vom rechten Wege" abkam und vom antiken Dichterfürsten Vergil durch die Höllenkreise geführt wurde, um später via Läuterungsberg ("Purgatorio") ins Paradies ("Paradiso") zu gelangen.

Die ausgefeilten Torturen, die Dante im 14. Jahrhundert den Verdammten zudachte, erspart uns der Schweizer Regisseur Thom Luz: keine Schmerzensschreie, kein Feuersee oder Kotbad, keine Wespenschwärme und Zerfleischungen, keine Drachen und Dämonen. Selbst vom Hausherr, dem Teufel, erfährt man nur wie vom Hörensagen. Oder in einer kurzen Stummfilmszene am Fernsehschirm.

Es scheint, als bliebe man in Dantes Vorhölle. Dort leiden jene lauen Figuren, die nie richtig ins Leben getreten sind: Die sich weder bei Gott noch beim Teufel "Ruhm erwarben". Verächtlich zieht Vergil seinen Schützling rasch wieder von der Bühne zu den nächsten, tieferen Höllenkreisen – um dann doch immer wieder dahin zurückzukehren, in die Szenerie, deren Zeuge wir bleiben: ein kathedralenhohes, neonbeleuchtetes Materiallager, voll gestellt mit Kulissenteilen, die an frühere Epochen erinnern. Irgendwo klebt ein altes Foto von Liz Taylor – denn Kleopatra ist ja auch da "unten".

Vier traurige Kreaturen hängen dort in den Loops ihrer ewiggleichen, sich manchmal leicht modifizierenden Gänge, Gebährden, Sätze, ohne Beziehung zueinander, im Klangbad wiederkehrender Tonfetzen. Einer lässt an einem Grammophon den immergleichen, traurigen Liebes-Chanson anklingen, eine junge Frau durchhüpft stets auf derselben Route den Raum, wieder ein anderer lacht immer wieder über eine uralte "Hölle"-Verfilmung. Jäh wird das matte Treiben immer wieder durch einen grellen Industrieton unterbrochen. Technikpersonal stürmt auf die Bühne, schafft immer neue Kulissenteile hinter ein Riesentor, verschwindet wieder. Das Flammengeräusch eines Hochofens ertönt. Durch ein Bullauge dringt Feuerhelle.

Will uns Thom Luz damit sagen, uns modernen Menschen fehlten Temperament und Fleischlichkeit, um auch Feuer und Zangen zu verdienen? Wohl auch. Vergil gleicht mit Nerd-Brille und Anzug eher einem Moderator. Der Bühnen-Dante verstummt viel lieber, als den Verdammten viele Fragen zu stellen, wie es sein Vorbild im Gedicht tat. Die jeweiligen Sünden wie Völlerei, Unzucht, Verrat etc. und ihre in ironischer Umkehrung vollzogene Bestrafung sind hier kaum der Rede wert.  

Die Hölle hier, das sind die Erinnerungen. Sehnsüchtig und bange gucken die vier zu, wie nach und nach ihre Kulissen-Erinnerungsstücke im Hochofen verbrannt werden. Schmachtend repetiert die junge Frau aus einem Erinnerungsbuch der Liebe. Einer hantiert mit Schaufensterpuppen-Köpfen, immer wieder fällt ein Kopf zu Boden: Graf Ugolino wurde mit seinen Söhnen in einen Turm eingemauert. Wie sie vor Hunger umkamen, er sie nicht retten konnte, davon kann er nicht lassen. Odysseus erinnert sich an seinen Untergang im Meer. Eine Diva-Figur präsentiert fantastische Hüte, mimt einstige Grandezza.

Selbst Dantes Gedicht ist nur mehr Erinnerungsstück. Der Stummfilm im Fernseher sagt: Wir haben das alles schon etliche Male dargestellt. Die sinnbildlichen, wilden Tiere Löwe (Hochmut) und Wolf (Habgier), die Dante vor dem Höllentor bedrohen, werden bereits ausgestopft über die Bühne gerollt. Die Renaissance-Stücke des Ensembles klingen wie alte Erzählungen.

In Thom Luz’ Hölle muss man nicht wie bei Dante "alle Hoffnung fahren" lassen. Alles hüllt er zum Ende in dichten Nebel. Dante umarmt eine schlammbedeckte Gestalt, die ihm dann den Weg nach draussen weist. Lächelnd winken die Verdammten als Schemen durch einen Plastikvorhang dem weiterziehenden Dante zu.

Luz ist eine für heutige Gemüter nachvollziehbare Höllengestaltung geglückt. Wobei, so sicher ist das nicht. Denn der Heute-Dante fragt einmal ganz grundsätzlich: Wo sind wir hier? Damit ist die Hölle als objektiv gültiges, göttliches Mysterium ausgehebelt. So bietet Luz seine humanistische Melancholie-Hölle zur Meditation zu Selbstbildern, Vereinzelung und Kreisformen dar. Und auch zum musikalischen-ästhetischen Gusto. Fragt sich, wie sehr Luz das Ätherische und Harmonische noch steigern kann, wenn er im Mai Dantes "Paradies" aufführen wird.

20. Januar 2017
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Claude Bühler, ist Journalist und Schauspieler in Basel. Er arbeitete erst als Freier Journalist bei Printmedien sowie als Medienverantwortlicher von act entertainment. Derzeit Redaktor und Produzent bei Telebasel. Als Schauspieler war er in verschiedenen Regie-Arbeiten der Basler Schauspielerin und Regisseurin Ingeborg Brun sehen, beispielsweise als Jean in "Fräulein Julie" (A. Strindberg), aber auch als Professor Siebegscheit im Märli "Froschkönig" des Theater Fauteuil oder als Lucky in "Warten auf Godot" (S. Beckett) des Theater Marat Sade.

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"Die Niederlassung Füllinsdorf der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) wird (...) im Frühling 2018 als Selbstbedienungsbank wieder eröffnet."

Basellandschaftliche Kantonalbank
Medienmitteilung
vom 28. September 2017
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Wo bitte ist der Geld-Selbstbedienungsschalter?

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

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Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

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Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.