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"Keine Berührungsängste": Wahlsieger Lauber, Partnerin Verena Steiger

Anton Lauber neuer Regierungsrat, Jourdan respektabel

Im Baselbiet bleibt die bürgerliche Mehrheit mindestens bis 2015 gesichert


Von Peter Knechtli


Der neue Baselbieter Regierungsrat heisst seit heute Sonntag Anton Lauber (CVP). Sein Gegenkandidat Thomi Jourdan (EVP) erzielte ein Ergebnis, das deutlich über einem Achtungserfolg liegt. Die Wahlbeteiligung betrug 33 Prozent.


Es war kurz vor 14 Uhr, als ein strahlender Anton Lauber (52) zusammen mit seiner Lebenspartnerin Verena Steiger und weiteren Familienangehörigen das Wahlzentrum im Liestaler Regierungsgebäude betrat: Nach Auszählung aller 86 Gemeinden stand das Ergebnis fest: Der von SVP, FDP und BDP mitunterstützte CVP-Kandidat und Allschwiler Gemeindepräsident Anton Lauber wird mit 30'867 Stimmen neuer Baselbieter Regierungsrat. Sein Gegenkandidat, der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan (38) von der EVP – unterstützt von SP, Grünen und Grünliberalen – erzielte beachtliche 26'281 Stimmen.

Lauber punktete in katholischen Gebieten

Auffällig am Ergebnis ist, dass Lauber den wesentlichsten Teil seines Vorsprungs in den Bezirken Arlesheim und Laufen (dort vermochte Jourdan keine Gemeinde für sich zu entscheiden) erzielte. In den restlichen Bezirken Liestal, Sissach und Waldenburg kam ihm Jourdan sehr nahe. So lag er beispielsweise in Sissach, Ziefen, Hölstein, Langenbruck, Reigoldswil, Ormalingen und Gelterkinden vor Lauber.

In seiner Wohngemeinde Allschwil erzielte der Jurist und Anwalt Lauber doppelt so viele Stimmen als Ökonom Jourdan, der in seiner Wohngemeinde Muttenz rund fünfzig Prozent mehr Stimmen erzielte als Lauber. Für Lauber gilt es, für zahlreiche Funktionen – Gemeindepräsident, Anwaltskanzlei, Präsident des Personal-Verbandes Polizei Basel-Landschaft – sehr zügig eine Nachfolge zu finden: Schon ab 1. Juli wird er seine Funktion in der mittlerweile wieder vollzähligen neuen Baselbieter Regierung (Bild) antreten. In Allschwil wird nun nach den Sommerferien vorerst die Ersatzwahl in den Gemeinderat nötig und anschliessend die Wahl des neuen Gemeindepräsidenten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass für beide Wahlen zwei Wahlgänge nötig sein werden.

Bürgerliche zum zweiten Mal erfolgreich

Nötig wurde die Ersatzwahl, weil CVP-Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Peter Zwick Ende Februar an den Folgen eines Augentumors überraschend gestorben war. Unter der Führung von SVP-Präsident Oskar Kämpfer schlossen sich die drei traditionellen bürgerlichen Parteien SVP, CVP und FDP, die lange eher gegeneinander arbeiteten, zu einer neuen "Bürgerlichen Zusammenarbeit" (BüZa) zusammen mit dem Versprechen einer gegenseitigen Unterstützung in kommenden Wahlgängen. Das Ziel: Die Sicherung der bürgerlichen Regierungs-Mehrheit und die Rückeroberung des Baselbieter Ständeratssitzes.

Die Rechnung ging bisher auf: Der Buusner SVP-Kandidat Thomas Weber schaffte am 21. April im zweiten Wahlgang die Rückkehr seiner Partei in die Regierung, indem er den SP-Gegenkandidaten Eric Nussbaumer deutlich schlug. Heute Sonntag scheint die Rechnung für die bürgerliche Allianz erneut aufzugehen.

Lauber: "BüZa hat erneut funktioniert"

Gegenüber OnlineReports freute sich Anton Lauber über seinen Sieg, der er so erwartet habe. Für ihn sei wichtig, dass "die bürgerliche Allianz zum zweiten Mal funktioniert hat". Ohne die "Bürgerliche Zusammenarbeit", so Lauber weiter, "wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen". Seine Wahl sei gelungen, weil die Bevölkerung seine "pragmatische Arbeit ohne Berührungsängste" anerkannt und geschätzt habe. Lauber hofft nun auf eine gute Zusammenarbeit in der neu formierten Regierung. Auf die Frage, ob er die Funktion des "starken Mannes" in der Regierung übernehme, sagte Lauber: "Ich weiss es nicht. Ich hoffe, es gibt fünf starke Regierungsräte."

Welche Direktion er übernehmen wird, ist noch offen. Im Vordergrund stehen die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion oder die Finanzdirektion. Die Sicherheitsdirektion, eigentlich die Top-Domäne für Jurist Lauber, wird möglicherweise weiterhin durch den Grünen Isaac Reber geleitet werden. Jedenfalls sagte Reber zu OnlineReports, er werde "zu 90 Prozent" dieser Direktion auch weiterhin vorstehen. Kommenden Dienstag soll die Direktionverteilung stattfinden.

EVP-Präsident Urs von Bidder zeigte sich trotz der Niederlage stolz über das Ergebnis seines Parteischützlings Jourdan (Bild links, sein O-Ton unten). Wie den meisten Politikern war auch durch von Bidder noch wenig Konkretes über die Zukunftspläne seiner Partei und insbesondere über die Zukunft der sogenannten "starken Mitte" (bestehend aus CVP, Grünliberalen, EVP und BDP) zu erfahren. Es müsse nun in den nächsten Wochen geklärt werden, was diese Mitte-Allianz, die im jüngsten Wahlgang zwei konkurrenzierende Kandidaten unterstützte, "überhaupt will". Ähnlich unverbindlich über die Zukunft der Annäherung von Links-Grün mit der EVP äusserte sich auch Grünen-Präsidentin Forence Brenzikofer. Alles ist offen, lautet die Devise.

Jourdan feiert sein "Mami"

Die Siegesfeier für Anton Lauber und die Bevölkerung findet in der Allschwiler Gemeindeverwaltung statt. Auch Thomi Jourdan hat heute etwas zu feiern: den 70. Geburtstag seiner Mutter. Statt sein beachtenswertes Wahlergebnis im Kreise seiner Partei zu analysieren, sagte der Familienfreund, er gehe "jetzt zum Mami".

Der Wahlkommentar von Peter Knechtli

9. Juni 2013

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