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© Foto by Christof Wamister, OnlineReports.ch
"In beiden Richtungen aufrecht": Individualverkehr-Sperre Bankenplatz

Noch eine Totalsperrung auf dem Basler Bankenplatz

Die Auswirkungen während des Baus des Kunstmuseums-Parkings wurden in der politischen Beratung schön geredet


Von Christof Wamister


Obschon die Coronakrise die Verkehrsbehinderungen durch den Bau des Basler Kunstmuseums-Parkings entschärft, kommt es bis Ende Mai immer wieder zu Verkehrsunterbrüchen auf dem Bankenplatz. Mehr noch: In der zweiten Bauphase wird der St. Alban-Graben für den Autoverkehr ganz gesperrt.


Seit Jahren behindern grosse Tiefbaustellen Verkehr und Stadtleben im Aeschenquartier, dem zwischen Bahnhof und Innerstadt eine Scharnierfunktion zukommt. Durch die Arbeiten am Erweiterungsbau des Kunstmuseums waren die Dufourstrasse und der Verkehrsknoten zur Wettsteinbrücke zwischen 2012 bis 2015 verengt oder blockiert. Im vergangenen Jahr dominierten Leitungsbauten den Steinenberg, die sogar den Veloverkehr in Richtung Bankenplatz unterbrachen.

Im Frühling 2019 begannen – nach einem jahrelangen Gezerre um den Standort und der Suche nach Investoren – die Arbeiten am unterirdischen Parking im St. Alban-Graben. Dass es aus verschiedenen Gründen nicht möglich war, das Parking gleichzeitig mit dem Erweiterungsbau zu realisieren, schadet auch dem Kunstmuseum. Denn seine Hauptfassade wurde regelrecht zugenagelt. Dafür kam der aus Spargründen zuerst verschlossene Eingang des Erweiterungsbaus doch noch in Funktion.

Sicherheit der Bauarbeiter

Im Moment sind das zwar müssige Erwägungen. In der Corona-Krise mussten alle Museen schliessen. Offen sind in Basel nur noch die Baustellen. Auch am "Parking Kunstmuseum" (so der offizielle Name) wird weiter gearbeitet, mit verschärften Corona-Vorschriften, wie von Sprecherin Martina Vogel zu erfahren war.

Der  Betrieb könne mit kleineren Einschränkungen aufrecht erhalten werden, sagt Vogel. Im Hinblick auf die Gesundheit der Arbeiter wurden folgende Massnahmen umgesetzt: "Zusätzliche Wasseranschlüsse mit Waschbecken, Seife, Desinfektionsmittel, Einweghandtücher. Die Reinigungsintervalle wurden erhöht, Abstandsvorschriften von zwei Metern werden während der Arbeit und während den Pausen eingehalten." Überdies seien die Mitarbeitenden bezüglich dieser Massnahmen "sorgfältig instruiert" worden und Implenia habe eine Beratungs-Hotline zum Thema eingerichtet.

Sperrung für zwei bis drei Wochen

Von weiteren Verzögerung ist im Moment noch nicht die Rede. Im Dezember des letzten Jahres hatte die Bauherrschaft – ein Immobilienfonds von Credit Suisse Asset Management mit Implenia als Bauunternehmer – ankündigen müssen, dass der Rückstand auf den Bauplan bereits vier Monate betrage. Die Bauarbeiten auf dem Bankenplatz werden laut Martina Vogel noch bis Mitte April dauern. Es handelt sich um Werkleitungsarbeiten für die IWB und Gleisbauarbeiten der BVB.

Doch es kommt nochmals zu einer Einschränkung: Laut Martina Vogel wird der Bankenplatz in der Achse Aeschenvorstadt-Freie Strasse ab Mitte Mai "für den Autoverkehr nochmals für zwei bis drei Wochen gesperrt, um das neue Anschlussgleis für das Tram 15 durch den St. Alban-Graben zu legen".

Laut Mitteilung vom vergangenen Dezember soll die zweite Bauphase Ende April beginnen. Die Vorbereitungsarbeiten für den Bauphasenwechsel laufen bereits, präzisiert Martina Vogel, und werden bis Mitte Mai dauern.

Vollsperrung für Autoverkehr

Bei der zweiten Phase handelt es sich um die selben Tiefbauarbeiten, die jetzt auf der Seite Bankverein/UBS des St. Alban-Grabens vor dem Abschluss stehen: Erstellung einer Aussenwand, der Innenstützen und des Deckels der zukünftigen Parkhauses in Kombination mit dem IWB-Leitungsbau auf der Seite Credit Suisse/Antikenmuseum. Das wird bedeuten, dass sich die offene Baustelle auf diese andere Strassenseite verschiebt.

Bis jetzt und auch in der zweiten Phase zirkuliert das Tram einspurig in beide Richtungen, während der Auto- und Zweiradverkehr derzeit nur von der Wettsteinbrücke in Richtung Bankenplatz/Elisabethenstrasse zugelassen ist.

In der zweiten Bauphase wird dies nicht mehr der Fall sein. Der St. Alban-Graben wird für den Autoverkehr mit Ausnahme von Zubringern und der Erschliessung ganz gesperrt. Dafür kommen die Velofahrer zu einer eigenen Spur in Richtung Wettsteinbrücke. Das Trottoir vor dem Antikenmuseum wird gesperrt, so dass der Zugang zum Museum über einen provisorischen Eingang erfolgen wird.

 2013 war man noch mangelhaft informiert

War sich die politische Ebene beim Standortentscheid bewusst, dass sich diese Arbeiten so kompliziert gestalten? Das war durchaus ein Thema, wie dem Bericht der grossrätlichen Bau- und Raumplanungskommission von 2013 entnehmen kann. Eine Minderheit hatte sich für die Variante eines Parkings unter der Dufourstrasse stark gemacht. Sie argumentierte damit, dass während der Bauzeit  der Tramverkehr und der Individualverkehr deutlich weniger eingeschränkt würde als im St. Alban-Graben.

Die Mehrheit der Kommission räumte dies ein, betonte aber, dass während der Bauzeit das Tram wenigstens einspurig verkehren könne und dass der Individualverkehr "während der ganzen Bauphase in beiden Richtungen aufrecht erhalten werden" könne.

Das war allerdings eine Fehlinformation oder zumindest blosses Wunschdenken, denn in der Tat bleibt dem  motorisierten Individualverkehr vorerst eine schmale Einbahnspur und in der zweiten Bauphase gar nichts mehr. Das wird sich erst ändern, wenn die unterirdische Baustelle solide überdeckt ist.

Kreisel beim Kunstmuseum

Für das jetzt in Realisierung stehende Projekt sprach der Umstand, dass dafür die Parking-Einfahrten von UBS und CS, die sich nicht auf Allmend befinden, ausgebaut und benutzt werden können. Sie werden zur Zeit umgebaut.

Die Verkehrsverhältnisse wurden allerdings erst mit der Vorlage der Regierung zur Oberflächengestaltung zur Oberflächengestaltung des St. Alban-Grabens und des entprechenen Grossratsberichtes (2018) ganz klar. Zu- und Wegfahrt zum Parking erfolgen aus dem Raum Dufourstrasse/Wettsteinbrücke, da mittlerweile die Elisabethenstrasse in Fahrtrichtung Bankenplatz für den Autoverkehr gesperrt wurde.

Die Kreuzung beim Kunstmuseum wird in einen verkehrspolitsch unbestrittenen Kreisel umgestaltet, während die Tramhaltestelle vor dem Kunstmuseum auf Drängen der Kommission mit einer separaten Spur /(Velolichtinsel) versehen wird, damit die Velofahrer nicht durch die Kap-Haltstelle fahren müssen. Die Verkehrskommission hat neuerdings in ihrem Bericht zur Sanierung der Hardstrasse auf einer dauerhaften Lösung des Problems insistiert.

Dauerbaustellen im Aeschenquartier

Auch nach der Fertigstellung des Kunstmuseums-Parkings wird die Bauerei im Aeschenquartier noch kein Ende haben. Denn dann erfolgt der Bau des erwähnten Kreisels und der neuen Tramhaltestellen. Für weitere Bau-Umtriebe wird die noch nicht terminierte Totalsanierung des Altbaus Kunstmuseums sorgen. Es wird noch lange dauern, bis in der "Museumsmeile", von der in den Grossratsberichten die Rede ist, Ruhe einkehren wird.

Und ein verkehrspolitischer Rückblick zum Schluss: Das unterirdische Parking mit seinen 350 Plätzen direkt an der Altstadt war Teil eines "Kuhhandels" (so hiess es in der politischen Debatte) zur Einführung der autofreien Innerstadt inklusive Sperrung der Mittleren Brücke. Mit allerlei politischen Winkelzügen war noch versucht worden, das neue Verkehrsregime aufzuschieben.

Komplikationen auf der Investorenseite

Dass das Parking nun erst so spät realisiert wird, hat aber nichts mit verkehrspolitischen Intrigen zu tun, sondern mit Komplikationen auf der Investorenseite. Verknüpft sind das Parking und die autofreie Innerstadt auch insofern, als die geforderten Poller mit elektronischer Zufahrtskontrolle (Freie Strasse, Rittergasse) erst realisiert werden, wenn das Parking und die neue Strassen-Oberfläche fertig gebaut sind.

Die Investoren wird möglicherweise bereits die Frage beschäftigen, ob dieser unterirdische Verkehrs-Dinosaurier in der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise/Rezession rentieren wird. Doch zumindest die klugen Investoren denken ja bekanntlich langfristig.

9. April 2020

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Das kann man auch nicht mit Schweizer-Hochdeutsch erklären.

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