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"Wo der Puck sein wird": Wirtschaftskammer-Chef Buser auf e-Scooter

Mega-Trends: Buser brauste mit dem e-Scooter an

Der Baselbieter "Tag der Wirtschaft" schnüffelte an neuen Geschäftsmodellen – aber konkrete Rezepte gibt es nicht


Von Peter Knechtli


Mit den Megatrends befasste sich heute Donnerstagabend der "Tag der Wirtschaft" in der Münchensteiner St. Jakobs-Halle. Es war üppige Kost, die den 3'300 KMU-Gewerblern da im Eilzugs-Tempo serviert wurde. Konkrete Rezepte waren nicht zu erkennen, wohl aber ein Fussabdruck der Zukunft.


Wenn sich die Wirtschaftskammer Baselland mit den erwarteten Grosswetterlagen auseinandersetzt, dann sind ihre Verbands-Perspektiven klar: Milliarden-Investitionen zum Bau von Ring-Autobahnen um Basel, damit der Individualverkehr wieder flüssig fährt statt im Stau steckt. Davon war am heutigen Megaanlass zu den Megatrends im gewerblich-industriellen Bereich mit keinem Wort die Rede.

Ganz im Gegenteil: Wirtschaftskammer-Chef Christoph Buser, der sonst die Fortbewegung auf vier Rädern vorzieht, rollte mit dem "Lime"-Scooter vom Eingang durch das Auditorium zur Bühne. Es war ganz klar das Bild und die Überraschung des Tages. Ist im Liestaler "Altmarkt" mit einer gewissen Verzögerung die grüne Revolution ausgebrochen? Das wohl kaum, aber eines wurde an diesem Abend klar: Unternehmen, die sich nicht proaktiv um Nachhaltigkeit im ganzheitlichen Sinn bemühen, werden schon verloren haben.

Anti-Stau-Mittel "Lime-S"

Bei Buser war ein kürzlicher Besuch in den USA der Augenöffner: Motorisierte Trottinetts, wie sie seit kurzem auch in Basel anzutreffen sind, wohin das Auge reicht. Als er kürzlich ein Treffen im St. Johanns-Quartier hatte, dachte der Präsident der Task Force "Anti-Stau" neu: Er parkierte seinen Vierräder am Stadtrand, schnappte sich eine "Lime-S" und staunte – nach zehn Minuten hatte er staufrei den Zielort erreicht, wie er nicht ohne einen gewissen Stolz zum besten gab.

In Verbindung mit dem visionären Satz des US-Eishockey-Profis Wayne Gretzky – er laufe nicht dorthin, wo er Puck, sondern dorthin, wo der Puck sein wird – hatte auch Busers Auftritt etwas Visionäres. Buser spannte sodann den Bogen auf ein neues am Horizont aufziehendes Arbeits-Selbstverständnis, insbesondere der Millennials (der um die Jahrtausendwende geborenen jungen Menschen): "Das traditionelle Mitarbeiterbild wird aufgeweicht. Laut einer Harvard-Studie seien heute neun von zehn jungen Erwerbstätigen bereit, "für weniger Verdienst zu arbeiten, wenn der Wunsch nach Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit erfüllt werden kann". Einige würden dafür bis auf 23 Prozent des Gehalts verzichten – "Aspekte, die sich auf Kostenseite des Unternehmens günstig auswirken".

Unternehmer müssten ihren Mitarbeitenden deshalb das Gefühl geben, "sie seien ein Teil des Teams, das etwas bewegen will". Der Lohn allein sei "nicht das künftige Modell". Zu glauben, man müsse den selbstbewussten Millennials "die Flausen aus dem Kopf treiben, wird nicht mehr funktionieren", so Buser psychogrammatisch. Die jüngste Generation sei "aufgewachsen in einer Welt, in der sie findet, sie sei speziell". Mit hervorragenden Fähigkeiten im Umgang mit digitaler Technologie ausgestattet heisse bei den Digital Natives die Devise: Alles sofort. "So ist die Generation, die zu Ihnen in die Unternehmung kommen wird." Allerdings: "Viele haben keine tiefgründigen Beziehungen und keine echten Freunde, sondern viele oberflächliche."

Ikea wird zum Nachhaltigkeits-Riesen

Ein eindrückliches Beispiel einer nachhaltigen Unternehmens-Transformation lieferte Lorenz Isler, seit August 2013 Sustainability Manager bei "Ikea Schweiz". Dadurch, dass sich die Zahl der Konsumenten bis 2030 weltweit von zwei Milliarden auf fünf Milliarden entwickle, habe der schwedische Möbel-Multi und Verarbeiter von Plastic und Baumwolle eine ökologische Vorreiter-Rolle zu übernehmen.

Der Konzern strebt "Wachstum mit positivem Einfluss auf Umwelt und Menschen" an durch Schliessung der Kreise entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Bis 2020 soll alles Holz aus zertifizierten Quellen stammen. 50 Prozent des Kartons und Plastics, der in den eigenen Läden anfällt, sollen bis 2025 in die Wertschöpfungsketten zurückfliessen.

Die Produkte, so Isler weiter, "werden aus weniger Materialien bestehen und dadurch einfacher zu rezyklieren sein". Es wird nicht nur Aufbau-, sondern auch Abbauanleitungen geben, auch einen Reparatur- und Ersatzteilservice. Möbel werden vermietet, Kundenlieferungen werden emissionsfrei sein – beispielsweise druch Elektrofahrzeuge.

Der Konzern verhalte sich so, "nicht einfach aus Gutmenschentum", sondern auch aus kommerziellen Gründen, weil die Kunden mehr und mehr "danach fragen, wofür ein Unternehmen steht", sagte Isler auf Nachfrage von OnlineReports.

"Soziopathen, Ahnungslose und Verlierer"

Eine "Konfusion auf hohem Niveau, weil es so viele Trends gibt", diagnostizierte David Bosshart, der CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft. Obschon ein erfahrener Zukunft-Analytiker sei es "extrem schwierig, herauszufinden, was in fünf Jahren der grosse Trend ist".

Bosshart verwies auf die tiefe Hierarchien-Kaskade, die in der "neuen Welt" auf eine bis drei Hierarchien schrumpfe. Nicht ironiefrei meinte er, aus dem früheren Verkaufs-Motto "langsam, gut und teuer" werde "schnell und günstiger" werden. Wer als Führungskraft aber keine guten Nerven besitzt, dem empfahl er "Frühpensionierung oder sich führen zu lassen". Wenn die Führung nicht richtig umgesetzt werde, dann sei die Hierarchie "Soziopathen, Ahnungslose und Verlierer" die Folge.

Die KMU-ler rief er auf "qualitätsorientiert zu bleiben, damit wir Margen halten können". Er mahnte aber auch, dass unter der leistungsbereiten Mittelschicht die "Loyalitäten opportunistischer" werden und die Konfliktfähigkeit sinke. Der Graben zwischen den gut ausgebildeten, leistungsfähigen und den schlecht gebildeten werde "deutlich grösser werden". Und "die Besten suchen wiedrum das Beste, die besten Schulen, die Professoren, die besten Venture Kapitalisten und die besten Leute in der Digitalisierung", wovon auch die KMU als Zulieferer profitierten. Allerdings müssten sie "den Respekt und die Anerkennung der Kunden jeden Tag neu erarbeiten".

Nur kleine Gefahr einer Volksverführung

Bundesrat Ignazio Cassis rief dazu auf, sich den Megatrends "zu stellen und mit ihnen umzugehen". Dazu gehören die Alterung der Gesellschaft, aber auch die durch Digitalisierung veränderten Berufsprofile. Megatrends seien "an sich neutral, aber sie stellen Selbstverständlichkeiten in Frage", was zu Unsicherheit und Angst führen könne. Für die Schweiz erachtet der Tessiner die Gefahr einer Volksverführung als klein, da die Bevölkerung gut gebildet ist und direkt am politischen Entscheidungsprozess teilnimmt. Auf Cassis' rheorische Frage, ob Bundesräte bald durch Roboter ersetzt werden, blieb es ruhig im Saal.

Drei Fallbeispiele zeigten im Eilzugstempo unterschiedliche Produkte-Entwicklungen, die sich zu einem starken Trend entwickeln könnten. Susanne Dröscher, Co-Geschäftsführerin des Start-ups "Caru AG" präsentierte einen hochmodernen Sensor, der vor allem in der Altenpflege zum Einsatz kommen und Betagten ermöglichen soll, allein zu Hause zu leben. Das Produkt ermöglicht Telefonanrufe über einfache Sprachbefehle, den Empfang von Sprachnachrichten, den Dialog mit der Pflegerin, einen Notruf und vieles mehr. Über Sensoren nimmt es auch das Raumklima wahr und liefert nicht näher ausgeführte "datengeschützte Indikationen für Pflegepersonen".

Kleinhäuser für 300'000 Franken

Stefan Brüngger, Geschäftsführer der Firma "kleinhaus.ch" präsentierte ebensolche mobile Kleinhäuser in einer Grösse von 14,5x4,35 Meter und 22 Tonnen Gewicht. Diese Appartements seien geeignet auf Restgrundstücken oder zur Zwischennutzung für ältere Menschen, denen das Einfamilienhaus "zuviel" wird, oder auch für Singles oder junge Paare. Kleinhäuser seien dank "guten Renditen" auch für Investoren interessant. Die Kosten inklusive Montage: rund 300'000 Franken.

Barbara Artmann, Inhaberin und Geschäftsführerin der Künzli SwissSchuh AG, lieferte kaum mehr als eine rasante Produkte-Schau von Schuhen für Medizin und Mode, die nun in Albanien gefertigt werden.

Ob viele zündende Funken nach dem zweieinhalbstündigen Geprächs-Marathon auf die Baselbieter KMU-Wirtschaft übergesprungen sind, ist schwer zu sagen. Aus den Fragen, die das Plenum via Smartphone an die Regisseure leiten konnten, lässt sich immerhin schliessen, dass es die Gewerbetreibenden des Landkantons nicht verlernt haben, kritische Fragen zu stellen.

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22. November 2018

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"Leiche in Kiste verstaut und gefoltert"

Basler Zeitung online
Zwischentitel
vom 23. September 2020
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Eine Leiche foltern – aber sowas!

RückSpiegel

 

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Peifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.

Der Deutsche Florian Röthlingshöfer wird neuer Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen und Nachfolger von Hans-Peter Hadorn, der Ende Jahr abtreten wird.

Patricia von Falkenstein, die Präsidentin der Liberalen LDP, wird als Nachfolgerin von Helmut Hersberger neue Präsidentin des Hauseigentümer-Verbandes Basel-Stadt.

Roman Brunner (Muttenz) wird per 1. November 2020 neuer Präsident der Baselbieter SP-Landratsfraktion als Nachfolger von Miriam Locher, die sich für das Amt der Parteipräsidentin bewirbt.

Dem Enkeltrickgewerbe fielen in Basel kürzlich Beträge von 15'000 und 4'000 Franken in die Hände, während ein happiger Beutezug von 80'000 Franken misslang.

Der FC Basel und sein Captain Valentin Stocker verlängern den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis im Sommer 2023 – mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Im vergangenen Sommer lagen die Ozon-Konzentrationen in der Region Basel zwar tiefer als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung.

Mit zusätzlichen Städtepartnerschaften mit Abidjan (Elfenbeinküste) und einer Stadt in einem Erstfluchtland im Nahen Osten will die Basler Regierung "ein Zeichen der Solidarität setzen".

Teilerwerbstätigen Beziehenden von Ergänzungsleistungen und Beziehenden von Ergänzungsleistungen, die zu einer medizinischen Behandlung fahren, werden im Baselbiet die Kosten für Schutzmasken mit pauschal 30 Franken vergütet.

Ralph Lewin und Andreas Sturm stellen sich nach über zehnjähriger Amtszeit nicht mehr für eine Wiederwahl für die nächste Amtsperiode im Bankrat der Basler Kantonalbank zur Verfügung.

Die auslaufenden Verträge von Cheftrainer Marcel Koller und den Assistenztrainern Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger mit dem FC Basel werden "im gemeinsamen Einvernehmen" nicht verlängert.

Die auf Gebäudetechnik und Energiekonzepte spezialisierte Rapp Gebäudetechnik AG plant die Konzentration ihrer Geschäftstätigkeit am Standort Münchenstein und erwägt die Schliessung ihrer beiden Filialen in Lausanne und Genf.

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.