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"Asbest und andere Schadstoffe": Sanierungsfall Hermann Kinkelin-Schulhaus

Gymnasium Kirschgarten zieht in Container-Provisorium um

Das Schulhaus am Basler Centralbahnplatz ist ein dringender Sanierungsfall: Provisorium an der Engelgasse


Von Stephan Dietrich


Im Gymnasium Kirschgarten am Basler Centralbahnplatz heisst es in drei Jahren: Mit Sack und Pack ausziehen und in einem Container-Provisorium an der Engelgasse vorübergehend die Zelte aufschlagen! Grund: Das Schulhaus ist ein Sanierungsfall – nicht der einzige in Basel.


"Als ich Ende Oktober erstmals über das Sanierungs- und Umzugsvorhaben informiert wurde, musste ich zunächst einmal leer schlucken", berichtet Jürg Bauer, Rektor des Kirschgarten-Gymnasiums. "Aber jetzt sehe ich der ganzen Sache sehr positiv entgegen. Mit der überfälligen Sanierung könnten endlich zahlreiche viel zu kleine Klassenzimmer vergrössert oder zum Beispiel die Aula feuerpolizeilich in Ordnung gebracht werden", begründet er seine Zuversicht.

Sanierung erfordert grossen Umzug

Die Sanierung des von den Basler Architekten Bernoulli, Mummenthaler und Meier entworfene, 1957 fertig gestellte Hermann Kinkelin-Schulhaus, in dem das Gymnasium Kirschgarten untergebracht ist, sei unumgänglich, erklärt Projektleiter Thomas Fries vom Bau- und Verkehrsdepartement (BVD). Das Gebäude sei zwar laufend unterhalten, jedoch nie umfassend saniert worden. Auch energetische Massnahmen wurden bisher keine umgesetzt. Überdies könnten bei der Sanierung die durch die Schulreform Harmos geschaffenen Erfordernisse einfliessen, ergänzt Departements-Sprecher Marc Keller.

Die umfassenden Bauarbeiten machen nötig, dass ab 2014 das gesamte Schulhaus zügelt: Eine Alternative zum Umzug gibt es nicht. "Eine Sanierung unter laufendem Betrieb ist nicht realistisch, denn die notwendigen Eingriffe würden den Schulbetrieb viel zu stark beeinträchtigen", sagt Projektleiter Fries. Eine Etappierung – beispielsweise  auf Sommerferien beschränkt – sei ebenfalls nicht möglich "und auch unwirtschaftlich".

Kosten von Asbest-Vorkommen beeinflusst

Sprecher Keller betont, dass das Vorhaben und der Projektierungskredit erst noch von Regierung und Grossem Rat genehmigt werden müsse. Über die vermutlichen Kosten will oder kann er noch keine Aussagen machen. Die Kosten und Sanierungsdauer hängen auch davon ab, wie viel Asbest und andere Schadstoffe im Gebäude gefunden werden. Dies allerdings, vermerkt Keller, sei nicht der Grund für die Sanierung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Bau mit diesem Alten Asbest und andere problematische Materialien wie PCB verbaut worden sind, ist allerdings sehr gross. Bis Anfang der siebziger Jahre wurden diese Materialien im Bau sorglos und in grossen Mengen eingesetzt. Ein Beispiel ist des St. Alban-Schulhauses (Baujahr 1967) an der Engelgasse. Bei der Sanierung vor fünf Jahren fielen dort 326 Tonnen asbesthaltige Abfälle an. Von den 28 Millionen Franken Sanierungskosten entfiel knapp ein Zehntel auf die Beseitigung und Entsorgung von Asbest und anderer potentiell gefährlicher Stoffe.

Ganz in der Nähe des St. Alban-Schulhauses soll das Gymnasium Kirschgarten gemäss den Plänen des Bau- und Verkehrsdepartements während der Sanierung eine vorübergehende Heimat finden. Auf der Wiese zwischen dem Wirtschaftsgymnasium und der Fachmaturitässchule FMS (früher DMS) ist ab 2014 ein Provisorium in Containern vorgesehen, ähnlich wie es zur Zeit beim Brunmatt-Schulhaus (Bild) im Einsatz ist. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das "Dörfli" (so Bauer über den Container-Trakt), vermutlich die FMS aufnehmen, denn auch dort besteht Sanierungsbedarf. Es wird nicht das letzte Schulhaus aus dem 20. Jahrhundert sein, das über kurz oder lang eine teure Generalüberholung nötig hat. Auch dem nahen Wirtschaftsgymnasium sind die Spuren der Zeit anzusehen.

Münsterplatz-Gymnasium blieb verschont

Bisher verschont geblieben von einer Totalsanierung samt Umzug ist bis jetzt das älteste Basler Schulhaus, das heutige Gymnasium am Münsterplatz (früher "Humanistisches Gymnasium", "Pädagogium", "Schule auf Burg"). In den historischen Mauern wird seit 1559 ununterbrochen unterrichtet, ohne dass Lehrer und Schüler einmal dislozieren mussten.

11. November 2011


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"Welch jämmerliches Menschenbild"

Basel-Stadt betreibt Schulhäuser in unmittelbarer Umgebung zur Autobahn und Autobahntunnels. Das ist illegal wenn man bedenkt, dass wer ihm anvertraute Personen einer unmittelbarer Gefahr für Gesundheit aussetzt mit einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren bestraft wird. In den Autobahntunnels werden die Luftschadstoffe, vor allem die Schwebestoffe, hoch konzentriert genau in die Umgebung der Schulhäuser abgegeben (Schwarzwaldtunnel und Nordtangente). Der gesundheitliche Schaden für die betroffenen Kinder ist seit langem bekannt und wissenschaftlich bewiesen. Leugnen lässt sich das nicht. Die Verwaltung im Kanton Basel-Stadt weiss darum, ignoriert das aber seit langem. Es ist einfacher, Geld für Gymnasien locker zu machen, als für die kleinen Primarschüler und deren Gesundheit zu sorgen. Betrachten wir mal die Situation im Gellertschulhaus: die am strengsten befahrene Autobahnstrecke der Schweiz. Früh morgens starten die Lastwagen von der Grenze her und garantieren täglich eine grosse Luftschadstoffwolke genau zur Zeit, wann die Schüler zur Schule gehen und der Unterricht beginnt. Dieser Zustand hält solange an, bis auch die Schule aus ist. Welch jämmerliches Menschenbild muss wohl in der Basler Verwaltung herrschen, wenn diese Tatsache so über Jahre weg ignoriert wird?


Jean-Luc E. Aeby, Basel


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BZ Basel
Kolumne
vom 23. Mai 2018
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Oh, das tut weh. Augenarzt und Mediator daher! Schreibgerangel.

Veranstaltungs-Hinweis

 

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zu historischen Wohnbauten
am Sa/So 26./27. Mai
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RückSpiegel


Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.