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"Vom Lieferanten nicht erwartet": "Combino"-Tram, Schweiss- und Schraubstellen

Ganze Flotte in der Reparatur: Junge "Combinos" mit Altersschwäche

Massiver Belastungs-Schaden an tragenden Teilen der modernsten Basler Tram-Generation


Von Peter Knechtli


Massive Schäden an den modernsten Tramkombinationen der Basler Verkehrsbetriebe (BVB): Unerwartete Risse in tragenden Teilen des "Combino" führten dazu, dass sämtliche 28 Tatzelwürmer zur Reparatur in die Werkstätte mussten. Die Schäden sind erst provisorisch behoben, die definitive Lösung ist noch offen.


Es waren alle glücklich: Regierung und BVB-Direktion waren zu günstigem und modernem Rollmaterial gekommen, die Wagenführer schwärmen vom klimatisierten "Hightech-Tram" und die Passagiere fühlen sich in diesem von Kopf bis Schwanz durchgängigen, 43 Meter langen Tatzelwurm wohl. Doch den Härtetest haben die im Vergleich zu den konventionellen etwas futuristisch anmutenden "Drämmli" noch nicht bestanden. Erst zwei Jahre in Betrieb, mussten im August und September sämtliche 28 auf dem Basler Netz verkehrenden "Combino" der Linien "6" und "8" zur Reparatur in die Werkstatt.

Insider schätzen Kosten in die Hunderttausende

Der Grund lag nicht in einer Detailkorrektur. Die Techniker mussten an den sicherheitstechnisch empfindlichsten Stellen Hand anlegen. Im Bereich der Gelenke, die die einzelnen Tramelemente verbinden, sind an tragenden Vierkantprofilen Risse aufgetreten, die massive Korrekturen erforderten. Laut Informationen von OnlineReports mussten pro einzelne Kombination 28 tragende Stellen aussen geschweisst und im Wageninnern gut sichtbar an 12 Stellen verschraubt werden (vgl. Fotos oben). Insider-Quellen schätzen die Kosten auf die "Hunderttausende Franken".

BVB-Sprecher Pius Marrer bestätigte die Informationen von OnlineReports, wollte die Höhe der Kosten aber nicht quantifizieren. Die Risse an den tragenden Teilen seien durch Beanspruchungen entstanden, "von denen Lieferant Siemens nicht annahm, dass sie eintreten". Für die Kosten der Reparaturen, die teilweise unter Beizug von Siemens-Experten in den BVB-Werkstätten vorgenommen wurden, komme Siemens "diskussionslos und vollumfänglich" auf. Die Garantie des Lieferanten gilt für die Dauer von zwei Jahren. Versteckte Mängel, um die es sich hier handeln dürfte, sind laut Marrer aber über die Garantiefrist hinaus gedeckt.

Erst provisorische Lösung - wieder neue Risse?

Während in der Reparaturphase altes Rollmaterial ohne Niederflur eingesetzt wurde, sind derzeit alle geflickten "Combinos" wieder im Einsatz. Aber gelöst ist das Problem noch nicht definitiv. Derzeit wird gemäss Marrer überprüft, ob die tragenden Teile "am richtigen Ort verstärkt wurden". Die Wagenführer, die über die Schäden nicht offiziell informiert wurden, sind skeptisch: "Ein Ende ist nicht absehbar und eine definitive Lösung noch nicht in Sicht." Unbestätigten Informationen zufolge sollen trotz Verstärkung weitere Risse entstanden sein.

Kann also gut sein, dass die BVB-Werkstätten bald wieder "Combino"-Patienten zu betreuen haben. In solchen Fällen entseht das Problem, dass der Unterhalt des übrigen Rollmaterials in der personell knapp dotierten Werkstätten nur ungenügend gewährleistet ist. Ein BVB-Spezialhandwerker: "Muss das Fahrzeug an den dafür vorgesehenen Stellen angehoben werden, könnte es auseinanderbrechen." Angesprochen auf die Frage, ob die "Combinos" noch als sicher bezeichnet werden könnten, erklärte Pius Marrer, es bestünden diesbezüglich "keine Bedenken".

Lebenserwartung dreissig Jahre

Der Riss-Schaden ist nicht die erste Panne am "Combino". Im April vorigen Jahres berichtete OnlineReports über die optisch schlecht erkennbare Linien-Signalisierung und die getroffene Notlösung. Trotz der guten Akzeptanz des neuen Basler Trams sind die Aussichten angesicht der juvenilen Schwäche-Symptome nicht ungetrübt: Die Lebensdauer einer Strassenbahn dieser Art wird auf dreissig Jahre geschätzt.

15. Oktober 2003


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"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

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