Belo Monte-Damm: Verzweifelte Indios kidnappen Ingenieure

Die Lage um den Bau des gigantischen Wasserkraftwerkes Belo Monte im brasilianischen Amazonas spitzt sich zu. Einmal mehr scheint den Ureinwohnern keine Rechte eingeräumt zu werden.
Göttingen, 26. Juli 2012

Sie sind entschlossen und wollen nicht, dass ihre Heimat im brasilianischen Urwald unter Wasser gesetzt wird: Jetzt haben Indianer zweier bedrohter Völker – es handelt sich um die Juruna und die Arara – nach jahrelangem vergeblichen Kampf gegen die Pläne von Regierung und dem Firmenkonsortiums Norte Energia S.A. (Nesa) in der Siedlung Muratu im Bundesstaat Pará drei Nesa-Ingenieure gekidnappt. Dies meldet heute die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Sie warnt gleichzeitig "vor einer Zuspitzung der Situation" im brasilianischen Amazonasgebiet.

"Die Indianer leiden schon jetzt unter den Folgen der ersten Bauarbeiten zur Errichtung des umstrittenen Belo Monte-Staudamms am Xingu-Fluss, obwohl damit eigentlich noch gar nicht begonnen werden durfte", erklärt Yvonne Bangert, die GfbV-Verantwortliche für indigene Völker. So genannte Kofferdämme blockierten bereits jetzt die Wasserwege, auf denen die Ureinwohner nach Altamira gelangen, dem örtlichen Zentrum für Handel, Bildung und Gesundheitsversorgung. Auch seien die Wasserqualität schon schlechter und die Fänge der Flussfischerei kleiner geworden. "Wenn die Baufirmen und Behörden die Bedenken der Indianer nicht endlich ernst nehmen, wird es immer mehr Protestaktionen geben", befürchtet Bangert. Erst im Juni 2012 hielten 300 Indianer von neun verschiedenen Gemeinschaften den Bauplatz drei Wochen lang besetzt.

Wachsende Empörung über Neokolonialismus

Die drei Ingenenieure wurden bereits am Dienstag festgesetzt. Sie waren nach Muratu gekommen, um über neue Wasserrouten nach Altamira zu verhandeln. Dass den ansässigen Indio-Völkern das Wasser buchstäblich schon am Hals steht, beschreibt Bangert so: "Obwohl mehrere Einspruchsverfahren von Projektgegnern nicht entschieden und 40 Vorbedingungen nicht erfüllt sind, wurde im März 2011 mit den Bauarbeiten begonnen."

Über die – auch anderswo immer wieder praktizierte – Ignorierung ihrer lebenswichtigen Einwände durch Staat und Konzerne sind die indianischen und nicht-indianischen Flussanwohner so empört wie auch wütend und erbittert, beobachten verschiedene Menschenrechtsorganisationen schon seit geraumer Zeit. Die Ureinwohner wollen nicht weichen und fordern die Einhaltung sämtlicher Auflagen, die sich beispielsweise auch auf die Wasserqualität, die sanitären Bedingungen und den Schutz der indianischen Territorien und Naturreichtümer beziehen.

20'000 Menschen droht "Umsiedlung"

In der Vergangenheit hatten auch die Internationale Arbeitsorganisation ILO, deren Konvention 169 zum Schutz indigener Gemeinschaften von Brasilien ratifiziert wurde, und die Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten die brasilianische Regierung wegen dieser Versäumnisse kritisiert und ermahnt. Einen Tag bevor die Ingenieure "festgenommen" wurden, hatte die zuständige Staatsanwaltschaft in Pará erneut einen Baustopp beantragt. Offensichtlich noch ohne Wirkung.

Mit einer Spitzenleistung von 11'000 MW (Jahresdurchschnitt 4.428 MW) soll Belo Monte das weltweit drittgrösste Wasserkraftwerk werden. Zirka 14'000 Angehörige mehrerer indigener Gemeinschaften sind betroffen. Mindestens 20'000 Menschen droht eine Umsiedlung, die von den indigenen Völkern als Deportation aus ihren teils heiligen Gebieten empfunden würde.




Weiterführende Links:
- "Eine Attacke auf das Herz Amazoniens"
- Wenig Hoffnung für das Stehenlassen der Indianerwälder
- Alternativer Nobelpreis für "Indianerbischof" Kräutler
- Riesenstaudamm Belo Monte bedroht 20'000 Indianer
- Schweizer Rückzug vom Ilisu-Dammprojekt unumgänglich
- Mit Hilfe Chinas geht Burmas Leiden unvermindert weiter
- Ilisu Staudamm: Schweiz droht der Türkei mit Ausstieg
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- Jetzt vertreiben auch Staudämme Urvölker im Regenwald


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"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
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Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
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