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"Originelle Crossmedia-Strategie": News zum Verschlingen-Prototyp*

OnlineReports startet Pilot-Versuch: News als Gaumenfreude

Auf ein Jahr befristetes Joint Venture mit Sutterbegg soll Crossmedia-Marktchancen aufzeigen / Start heute


Von Peter Knechtli


••• Achtung, April-Scherz! •••

Gedruckte Medien wie "Blick" oder die "Basler Zeitung" führen ihre Redaktionen in News Desks zusammen. OnlineReports geht andere Wege: Heute Donnerstag beginnt ein Versuch mit Sutterbegg, einer kulinarisch anspruchsvollen Kundschaft Nachrichten auch zum Essen anzubieten.


Die Idee entstand vergangenen Herbst während eines Workshops der OnlineReports-Kerngruppe auf Bad Schauenburg, die eigentlich über einem regionalpolitischen Hintergrundbericht brütete. Auf dem Tisch des Hauses lag eine aktuelle Ausgabe der NZZ, aus der die Schlagzeile "US-Bäcker wird Verleger" ins Auge stach.

Ursprungs-Idee aus Kalifornien

Es ging um einen Confiseur namens John W. Brandy aus Santa Monica (Kalifornien), dem es gelang, Marzipan in einer Auflösung zu bedrucken, die der Schärfe des High Definition-Fernsehens und damit einer Echtbild-Qualität entspricht. Der technologiebegeisterte Süsswaren-Handwerker, so hiess es in der Agenturmeldung, sei ein lokalpatriotischer "Zeitgenosse, der nach Nachrichten genau so süchtig ist wie nach seinem Marzipan". Er heuerte einige pfiffige Lokaljournalisten an und bot in seinem Laden exklusive Nachrichten des täglichen Geschehens auf feinstem Marzipan feil.

Bald schweifte die harte Workshop-Diskussion über den Nordwestschweizer Polit-Alltag ab – und der Plan war geboren. Was Confiseur Brandy an der fernen West Coast kann, sollte auch OnlineReports gelingen: Wir machen News zum Essen. Zu Hilfe kam uns das gute Netzwerk unseres Pekinger Kolumnisten und Weltenbummlers Peter Achten, der über einen Berufskollegen in Los Angeles den ersten Kontakt zum Nachrichten-Bäcker herstellte.

Kooperation mit Sutterbegg

Marktanalysen kurz vor dem Jahreswechsel hatten zudem ergeben, dass noch viele Konsumenten beim Lesen von Online-News den sinnlichen Impuls vermissen, den bei Zeitungslesern das Rascheln des Papiers weckt. "Im Segment der über 45-jährigen Online-News-Konsumenten haben wir einen erheblichen ungestillten Bedarf an Zusatznutzen festgestellt", meinte Fred van Veen vom Marktforschungsinstitut IFBG. "Auf längere Frist werden sich Online-Medien gegenüber gedruckten Qualitätsmedien nur durchsetzen können, wenn sie ihre Wertschöpfungskette zum Nutzen der Leserinnen und Leser erweitern."

Diese Erkenntnis nahm sich OnlineReports zu Herzen und plante die essbare Nachricht. Das Konzept (Arbeitstitel "Sweet News") sieht eine Kooperation mit Basler Grossbäckerei Sutterbegg vor. Die Konzept-Idee: In allen Sutterbegg-Filialen der Region Basel werden jeweils morgens ab 8 Uhr Marzipan-Plättchen oder mit Marzipan belegte Torten jeder Art angeboten, auf denen die aktuellsten News aufgedruckt sind.

Was noch vor wenigen Jahren undenkbar war, wird heute möglich: Die Torten-Texte und -Bilder in 300dpi-Auflösung werden über eine leistungsfähige Standleitung automatisch auf einen Server in die Sutterbegg-Spezialabteilung überspielt, wo sie mit der so genannten Laser Pointer-Technologie innerhalb weniger Minuten auf die Marzipanplatten aufgetragen werden. "Die Idee ist bei uns sofort auf Begeisterung gestossen, zumal uns keine unzumutbaren Zusatzkosten entstehen", sagte Sutterbegg-Drucktechnologe Alfred Kradolfer. "Wir legen dabei Wert auf höchste Abbildungsqualität im Original-Layout, um den sofortigen Wiedererkennungseffekt zu garantieren."

Erste Versuche schlugen fehl

Dem definitiven Versuchsbetrieb waren umfangreiche Tests der fünfköpfigen Arbeitsgruppe "Line extension" vorausgegangen, in denen erste Kinderkrankheiten beseitigt wurden. Erste Versuche schlugen fehlt, weil der Aktualitätsgrad der Nachrichten ungenügend war, oder die Bildqualität "noch nicht unseren eigenen Ansprüchen genügte" (so Fotospezialist Ruedi Suter), während das für Verkauf zuständige Arbeitsgruppen-Mitglied Elsbeth Tobler mehr Mittel für Marketing-Aktivitäten forderte. Genussexperte Beat Stauffer anderseits zeigte sich angetan davon, dass die verwendete Lebensmittelfarbe zu keinerlei Geschmacksbeeinträchtigung führte. Aurel Schmidt, Leiter der redaktionellen Arbeitsgruppe, hinterfragte immer wieder die Expansionsabsichten (Devise: "aufs Maximum reduzieren"), trug jedoch den Realisierungsentscheid unter der Offenbarung mit, dass er, entgegen seinen offiziellen Vorsätzen, dem Süssen keineswegs abgeneigt sei.

Marktreife erlangte das Projekt "Nachrichten zum Verschlingen" (so die definitive Marke) im Verlauf des Monats Februar aber nur dank aktiver Unterstützung einer Begleitgruppe. Gewerbedirektor Peter Malama ("dieses Projekt wird landesweit Schule machen") versprach, "diese Basler Innovation nach Bern zu tragen", während sich Regierungsrat Christoph Brutschin glücklich schätzte, "einen bemerkenswerten Aufbruch in der Basler Kreativwirtschaft erkennen zu dürfen". Erziehungsdirektor Christoph Eymann wies darauf hin, dass der süsse Text-Träger, obschon zuckerfrei, "unseren präventiven Anstrengungen einer gesunden Ernährung zuwiderlaufen könnte".

BaZ-Chef pickt sich Prototyp-Rosine

Anlässlich einer Preview-Veranstaltung gestern Mittwochabend vor Medienschaffenden und Werbeauftraggebern im BaZ-Forum, an der die erste mit einer Rosine geschmückte Echt-Version von "Nachrichten zum Verschlingen" präsentiert wurde, rang sich BaZ-Chefredaktor Matthias Geering ("Onliner sind Rosinenpicker!") zu einem zähneknirschenden "Chapeau!" durch – und schnappte sich, hungrig nach seiner Velofahrt durchs Elsass, flugs die einzige Rosine aus dem News-Kuchen. Der Werber Peter Brenneisen meinte dagegen, die Crossmedia-Strategie von OnlineReports sei "durchaus originell", aber er zweifle, "ob der Lesermarkt das Marzipan-Medium genügend rasch akzeptiert". Es fehle bei der Lektüre das Knistern des Papiers.

Die auf ein Jahr angelegte Versuchsphase kostet rund 150'000 Franken, die Sutterbegg und OnlineReports je hälftig übernehmen. Sutterbegg-Drucktechnologe Kradolfer freute sich, in das Joint Venture mit OnlineReports eingestiegen zu sein: "Daraus entstand eine Win-win-Situation." Das Rascheln des Papiers vermisst der Sutterbegger nicht: "Dafür klappern manchmal die Zähne."

* Das gestern Mittwochabend präsentierte Modell mit aktueller Tages-Meldung

1. April 2010

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"Pro Einwohner kam es 2016 zu 110,1 Delikten."

Basler Zeitung
vom 28. März 2017
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Ergäbe in Basel-Stadt für letztes Jahr 22 Millionen Delikte. Da soll noch einer sagen, Basel sei sicher.

"Und übrigens ..."

Gegen Eliten und Sunniten
RückSpiegel


Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Das Medienportal persoenlich.com zog die OnlineReports-Meldung über die Kündigung des BaZ-Abos durch den ehemaligen BaZ-Verleger Matthias Hagemann nach.

Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

Die Sissacher Volksstimme, die Basler Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über den Bolzenschuss im Gelterkinder Ortskern auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über den erneuten Parteiwechsel von Grossrat Michel Rusterholtz auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung griff die OnlineReports-News über den Sammelerfolg des Referendums gegen Alkohol in Jugendzentren auf.

Die OnlineReports-Story über Andrea Strahm und die Präsidiums-Suche der Basler CVP nahmen das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche, die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler SVP hat heute ihre "Generationen-Initiative", die eine Senkung der Nettoschuldenquote von heute 6,5 auf neu 5,5 Promille verlangt, mit knapp 3'400 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht.

• Im oberen Teil der Inzlingerstrasse in Riehen soll ab Sommer "Tempo 30" gelten, wodurch die Verkehrssicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger und für Velofahrende erhöht werden soll.

• Die Homosexuellen Arbeitsgruppen Basel (habs) ändern "unter dem Einfluss des modernen Gender-Verständnisses zur bunten Community sexueller und geschlechtlicher Identitäten" ihren Namen in "habs queer basel".

Ivo Corvini-Mohn wird neuer Präsident des Personal-Verbandes Polizei Basel-Landschaft (PVPBL) als Nachfolger von Sven Oppliger.

• Der Basler Gewerbeverband hat die beiden Initiativen "Zämme fahre mir besser" mit 3'811 Unterschriften und "Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer" mit 3'917 Unterschriften im Rathaus eingereicht.

Riehen muss den Kunstrasen auf der Grendelmatte ersetzen, wofür dem Einwohnerrat ein Kredit von 520’000 Franken beantragt wird.

• Die frühere Baselbieter Juso-Copräsidentin Samira Marti (Ziefen) wird Vizepräsidentin der SP-Kantonalpartei, wobei sie den ehemaligen Juso-Präsidenten Florian Schreier (Birsfelden) ersetzt.

• Die Kantonstierärzte der beiden Basel haben die regionalen Verfügungen über die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe als abgeschlossen erklärt.

Thomas Mächler wird Anfang April neuer Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport (JFS) im Basler Erziehungsdepartement als Nachfolger von Hansjörg Lüking, der das Departement im Januar verlassen hat.

• Weil für sie keine Ersatzteile mehr verfügbar sind, treten demnächst 111 Betten aus dem Rehab Basel, die 2002 beschafft wurden, ihre Reise in die Slowakei an.

Stephan Wetterwald wird neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Baselbieter Pensionskasse und damit Nachfolger von Hans Peter Simeon, der Ende November in den Ruhestand tritt.

• Die Stadt Basel hat den Zuschlag für die Durchführung des Eidgenössischen Jodlerfestes im Jahr 2020 erhalten, wodurch sich vom 26. bis 28. Juni jenes Jahres rund 12'000 aktive Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger treffen werden.

• Der FC Basel hat mit seinem 32-jährigen Mittelfeldspieler Davide Callà den ursprünglich bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Die Baselbieter Jungsozialisten (Juso) haben Ronja Jansen (21) und Nils Jocher (20), beide aus Frenkendorf, einstimmig als ihr Co-Präsidium gewählt.

• Der Leiter der Basler Stadtreinigung, Peter Schär (47), hat seine Stelle beim Tiefbauamt auf 1. März gekündigt, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen.

• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).