ASE Investment: "Kunden dürfen noch hoffen"

Der Zürcher Wirschaftsanwalt Daniel Fischer zur "ASE Investment"-Affäre


Von Peter Knechtli


Hunderttausende Franken haben viele Privatpersonen der "ASE Investment AG" anvertraut, deren Geschäftsführer verhaftet wurde. Bei der Beurteilung des Falles müsse auch das Verhalten der Banken und der Vermittler geprüft werden, sagt der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer im OnlineReports-Interview.


OnlineReports: Herr Fischer, wieviele ASE-Investoren vertreten Sie bereits?

Daniel Fischer: Im Moment sind es zehn Investoren. Aber es kommen immer mehr dazu.

OnlineReports: Für wie gravierend halten Sie die ASE-Affäre aufgrund der heutigen Erkenntnis?

Fischer: Es handelt sich um einen recht gravierenden Fall. Ich habe durchaus den Eindruck, dass viel kriminelle Energie dahinter steckt.

"Man muss das Verhalten der Banken prüfen,
aber auch jenes der Vermittler."




OnlineReports: Dürfen die ASE-Kunden noch hoffen?

Fischer: Ich glaube, sie dürfen hoffen – verglichen mit verschiedenen andern Fällen, die ich betreue, weil sowohl juristische als auch andere Personen haften könnten.

OnlineReports: Wo ist allenfalls noch Geld zu holen?

Fischer: Es ist ganz klar, dass man das Verhalten der Banken prüfen muss. Aber auch jenes der Vermittler. Wichtig ist, dass es nicht zu Interessenskollisionen unter den Akteuren kommt. Auch jene, die jetzt Kunden zusammenführen, kann eine Verantwortlichkeit treffen.

OnlineReports: Wie weit trifft die Verantwortlichkeit auch die zahlreichen Vermittler – darunter auch Treuhänder und Vermögensverwalter –, die der "ASE Investment" die Kunden gebracht haben?

Fischer: Nachdem es während längerer Zeit Warnungen gegeben hat, bin ich der Meinung, dass jene Vermittler, die mehr als Vermittler waren, durchaus auch in den Griff genommen werden müssen. Es ist natürlich ein bekanntes Vorgehen, dass Personen oder Unternehmen, die selbst in irgendeiner Form involviert sind, versuchen, Leute zu bündeln, um von sich selbst abzulenken. Hier gibt es aber sicher auch Verantwortlichkeiten.

OnlineReports: Es sind nun verschiedene Sammelklagen angekündigt. Ist sinnvoll, wenn möglichst zahlreiche Klagen eingereicht werden?

Fischer: Ich habe mich sowohl praktisch als auch theoretisch-wissenschaftlich mit Sammelklagen befasst. Es ist sicherlich richtig, dass man sich zusammentut, um Kosten zu sparen. Der einzige Weg ist, dass Leute, die sich in diesem Gebiet auskennen, zusammentun und versuchen, die Kosten klein zu halten.

"Grundsätzlich hat die Depotbank
keine Verantwortung, aber ..."




OnlineReports: Für den ASE-Präsidenten wie für den verhafteten Geschäftsführer gilt die Unschuldsvermutung. Kann sein, dass der Präsident vom Wirken seines Geschäftsführers gar nichts gewusst hat?

Fischer: Das ist schwierig zu sagen. Diese Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr gross. Aber hier handelt es sich um reine Spekulationen. Die Frage ist – und hier wären wir im Bereich der Fahrlässigkeit –, ob es der Präsident hätte wissen müssen.

OnlineReports: Wie beurteilen Sie die Rolle der Basler Kantonalbank? Ist sie für die Devisen-Konti der Kunden verantwortlich, über die ein externer Devisenhändler die Verfügungsgewalt hat?

Fischer: Das ist eine sehr heikle Frage, die ich nicht abschliessend beurteilen kann. Grundsätzlich hat die Depotbank dafür keine Verantwortung. Aber aufgrund der Tatsache, dass Warnzeichen in Form von Warnlisten öffentlich waren, glaube ich schon, dass man hier genau hinschauen muss. Ich würde eine Verantwortung der Basler Kantonalbank nicht ausschliessen.

27. April 2012

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"Im abdenbdlichen Feierabendstau nutz manch ein Autofahrer die gesperrte rechte Spur in Fahrtrichtung Basel ...".

BaZ online
vom 2. Februar 2017
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... vielleicht, weil er mit der deutschsprachigen Tastatur nicht zurecht kommt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Das Medienportal persoenlich.com zog die OnlineReports-Meldung über die Kündigung des BaZ-Abos durch den ehemaligen BaZ-Verleger Matthias Hagemann nach.

Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

Die Sissacher Volksstimme, die Basler Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über den Bolzenschuss im Gelterkinder Ortskern auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über den erneuten Parteiwechsel von Grossrat Michel Rusterholtz auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung griff die OnlineReports-News über den Sammelerfolg des Referendums gegen Alkohol in Jugendzentren auf.

Die OnlineReports-Story über Andrea Strahm und die Präsidiums-Suche der Basler CVP nahmen das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche, die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.