Kommentare

<< [ 1 | (...) | 201 | 202 | 203 | 204 | 205 | 206 | 207 | 208 | 209 | 210 | (...) | 213 ] >>

Guido A. Zächs tragischer Ablasshandel

Von PETER KNECHTLI

Guido A. Zäch, Präsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und der Gönnervereinigung sowie Direktionspräsident des Paraplegikerzentrums Nottwil, hat zwei Gesichter. Jene überaus gewinnende - manche sagen: unwiderstehlich charmante - Art im persönlichen Umgang, sein grenzenloser Ehrgeiz im Einsatz für die Querschnittgelähmten und sein charismatisches Sendungsbewusstsein. Zäch ist unter Paraplegikern und Angehörigen die Marke der Hoffnung. Seine Verdienste sind fraglos.

Doch Zäch hat seine Ziele auch mit Mitteln verfolgt, die in einem schroffen Kontrast zu seinem durch die Propaganda vermittelten Bild des verständnisvollen Wohltäters stehen. Er hat in der Behandlung und Betreuung der Paraplegiker eine Marktlücke erkannt und die Chance rücksichtslos genutzt. Schon früh war der Name Zäch mit Zoff verbunden: Bloss Chef des Basler Paraplegikerzentrums zu sein, genügte ihm nicht.

Er wollte mehr. Er wollte Grosses tun, in die Geschichte eingehen. In der von ihm erfundenen Paraplegiker-Stiftung und in der parallel dazu etablierten Gönnervereinigung sah er die Werkzeuge zur Verwirklichung seiner Träume.

Doch beim Aufbau seines Lebenswerks verlor Zäch den Bezug zu den Grenzen. Er beging fundamentale wirtschaftliche und politische Fehler - von der Spendergeld-Vernichtung durch Investition in unrentable Immobilien über undurchsichtige Manöver wie dem Einzug in die Zofinger Gönner-Villa bis zur verbalen Entgleisung.

Dem Autor dieser Zeilen drohte Zäch im Rahmen der Recherche über die Zofinger Villa, auch er könne einmal "durchdrehen wie Günther Tschanun". Und er fügte an: "Da haben Sie eine grosse Verantwortung." Einen Basler Journalisten der damaligen "Nordschweiz" zitierte er nach einem kritischen Artikel in sein Büro, wo er ihm unter Tränen vorwarf: "Sie haben meine Karriere zerstört."

Anderseits nutzte er die Medien schamlos für seine Ziele aus. Zu seiner Basler Zeit drohte er, er werde einen Direktor "in den Medien fertig machen" oder Verantwortliche "spitalreif schlagen". Öffentlich kritisierte die damalige Bürgerratspräsidentin Marie-Agnes Massini Zächs "unakzeptables menschliches Verhalten". Der Autokrat umgab sich mit einem ihm ergebenen Stab von Mitarbeitenden und Trägerschaften. Und vor allem: Über alle und alles, was in seinem Paraplegiker-Reich geschah, gar über sich selbst, übte er die Kontrolle aus.

Wohl auch beflügelt von seinen enormen Erfolg als Spendenmaschine hat Guido Zäch die Zeichen an der Wand nicht erkannt: Die Gönnergelder flossen so reichlich, dass sich der Paraplegiker-Chef in seinem Verhalten bestärkt sah und den Pegelstand des gesellschaftlich Tolerierbaren nicht mehr erkannte. Wie weit er seine Stiftung auch strafrechtlich schädigte, wird der Prozess zeigen.

Offensichtlich aber muss Zäch sein überdimensionales Engagement zum Wohle der Querschnittgelähmten und die ihm entgegen brandende Bewunderung als eine Art Ablasshandel dafür verstanden haben, eigene moralische und charakterliche Normen für sich in Anspruch nehmen zu dürfen.

Wer ihn davor warnte, sich in seinem System von Filz, Freund und Feind selbst zu verstricken, verlor seine Gunst. Guido A. Zäch hat sich diesbezüglich als lernunfähig erwiesen. Statt zu Ende seines in mancherlei Beziehung einzigartigen beruflichen Werdegangs die Früchte seines Lebenswerks zu geniessen, muss er jetzt als Angeklagter vor Gericht. Dabei hätte er selbst es in der Hand gehabt, seine Geschicke anders zu lenken. An warnenden Stimmen hat es nicht gefehlt.

19. August 2002
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Mit einem Zäch-Rücktritt wäre dem Paraplegikerzentrum gedient"

Vor über 20 Jahren war ich in Basel zusammen mit Guido Zäch im Vorstand einer Genossenschaft für Hilfsmittel für Behinderte. Ich habe Guido Zaech als intensiven Menschen in Erinnerung, der ausser seiner Ansichten und Meinungen nichts respektierte. Er war überhaupt nicht konsensfähig. Durch ein Behinderten-Ferienlager, das ich mit meiner Sanitätseinheit als WK erlebte, lernte ich auch Chefärzte des Paraplegikerzentrums (das damals noch in Basel war) kennen: erstaunlich, wie gestandene Ärzte und sogar Oberärzte Angst vor ihrem despotischen Chef hatten!

Guido Zäch ist mir als wenig sympathischer Mensch in Erinnerung geblieben. Bestimmt widmet er sich seiner Aufgabe mit grosser Hingabe und Identifikation, wahrscheinlich bis zu dem Punkt, dass er die personifizierte Stiftung darstellt und ihm daher alles erlaubt ist. Aber seine Haltung hat auch viele fähige Ärzte dazu gebracht, andere berufliche Chancen wahrzunehmen. Ich bin überzeugt, dass dem Paraplegikerzentrum und seiner Stiftung mit einer Demission Guido Zächs gedient wäre.


Jean-Pierre Salzmann, San Francisco


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Vier- bis fünfgeschossige Wohnungen für rund 1'200 Menschen und rund 400 Arbeitsplätze sollen entstehen."

Basler Zeitung
vom 23. Oktober 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Einzige Voraussetzung: Die 1'200 Menschen müssen stehend schlafen können.

RückSpiegel


Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.

Die SP Baselland empfahl an ihrer Delegiertenversammlung vom 22. Oktober, im zweiten Ständerats-Wahlgang die grüne Maya Graf zu wählen.

Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebenen Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.