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"Es war ein Abwägen": Teils leerstehende "Caritas"-Liegenschaft am Basler Lindenberg

In der "Caritas"-Liegenschaft herrscht seit Jahren meist gähnende Leere

"Gassenküche"-Haus am Lindenberg 21: Verhandlungen über Kauf durch Christoph Merian Stiftung


Von Peter Knechtli


Seit mehr als zwölf Jahren stehen wesentliche Teile einer "Caritas"-Liegenschaft im Kleinbasel leer: Jetzt laufen Gepräche, das Haus am Lindenberg, in dem die "Gassenküche" eingemietet ist, an die Christoph Merian Stiftung zu verkaufen.


Die Liegenschaft steht am Lindenberg 21. Im Parterre, wo seit Jahren die "Gassenküche" eingemietet ist, herrscht Betrieb: Am Morgen, wenn siebzig Morgenessen kostenlos an Bedürftige ausgegeben werden, und am Abend, wenn sich durchschnittlich hundert Personen von der Gasse, alleinstehende Rentner oder psychisch angeschlagene Bürger für drei Franken ein Nachtessen leisten.

Bezogene Betten jahrelang ungenutzt

Doch die oberen drei Stockwerke erweisen dem denkmalgeschützten Haus "Zum stillen Wind" alle Ehre: Sie seien, vom einem kleinen "Gassenküche"-Büro in der zweiten Etage abgesehen, weder bewohnt noch sonstwie benützt, wie eine externer Quelle gegenüber OnlineReports versicherte. Im zweiten und dritten Stockwerk befänden sich, nebst WC- und Duschanlagen zahlreiche freundliche Schlafzimmer mit bezogenen Betten, die aber seit weit über einem Jahrzehnt verwaist sind. Bis zur Eröffnung der Notschlafstelle an der Alemannengasse wurde der obere Teil der Liegenschaft in den neunziger Jahren als Schlafgelegenheit für Frauen in schwierigen Situationen genutzt.

Die Liegenschaft gehört dem Hilfswerk "Caritas beider Basel", das dort bis 1989 selbst seinen Hauptsitz hatte. Eigentümerin war damals noch die römisch-katholische Kirche Basel-Stadt. Erst 1994, als die "Gassenküche" dort schon eingemietet war, erwarb "Caritas" das Haus, hatte aber ihren Sitz inzwischen gegenüber am Lindenberg 18 und 20 eingemietet.

Kein konkretes Nutzungs-Konzept

Delikat ist die Lage, weil das von Spenden und Donationen mitfinanzierte Hilfswerk während deutlich über zehn Jahren längst nicht jene Mietzinserträge erwirtschaftete, die die Liegenschaft ermöglicht hätte.

"Caritas"-Stellenleiter Christoph Bossart machte gegenüber OnlineReports mehrere Gründe für die schlechte Bewirtschaftung geltend. Für das Hilfswerk, das am Nachbar-Standort Miete zahlt, habe sich die Frage gestellt ("es war ein Abwägen"), selbst wieder ins eigene Haus zurückzukehren. Um diese Option offen zu halten, seien die oberen Räume am Lindenberg 21 – von einzelnen Zwischennutzungen wie "Neustart plus" abgesehen – nicht langfristig vermietet worden. Auch habe nie die Absicht bestanden, aus dem "räumlich schwierigen" Haus eine Rendite-Liegenschaft zu machen. Von der "Gassenküche" werde auch nur ein "moderater Zins" verlangt.

Möglicherweise ist die Ungewissheit über den Lindenberg 21 schon bald zu Ende. Die in der Armutsbekämpfung stark engagierte Christoph Merian Stiftung (CMS) möchte das Angebot der "Gassenküche" laut Sprecher Toni Schürmann "längerfristig sicherstellen".

Verkaufsgespräche mit der CMS

So beschloss die Stiftung kürzlich, einen Betrag von über 32'000 Franken für einen Umbau des ersten Stockwerks und einen Mietzinsbeitrag für die gut zweijährige Periode vom kommenden Monat bis Ende 2012. Mit diesem Umbau soll das Projekt "Gassenküche plus" realisiert werden: Zusätzliche Räume für Kreativ- und Vernetzungsprojekte, niederschwellige medizinische Angebote sowie Teamsitzungen. Überdies soll eine kleine Küche eingerichtet werden.

Gegenüber OnlineReports erklärte "Caritas"-Stellenleiter Bossart, es komme sogar "allenfalls zu einem Besitzerwechsel". Die Christoph Merian Stiftung prüfe einen Kauf der Liegenschaft: "Bis Ende Jahr werden wir klarer sehen." CMS-Sprecher Schürmann bestätigte "Vorgespräche" über einen allfälligen Hauskauf. Allerdings liege noch "kein Antrag an die Stiftungskommission" vor.

Jedenfalls wüsste die Stiftung bereits, wie die oberen Stockwerke des "Lindenbergs 21" künftig zum Leben erweckt werden könnten: Mit weiteren Armuts-Projekten – ganz im Sinne des Stifters Christoph Merian "zur Linderung der Not und des Unglücks".

28. September 2010

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Weitere RückSpiegel

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"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
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Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

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Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

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Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

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