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"Ohne Kühlschrank über den Atlantik?": Solar betriebener Katamaran*

Einspruch, Herr Geering!

Weshalb der Umweltschützer Martin Vosseler Respekt statt Spott und Häme verdient


Von Peter Knechtli


Lieber Matthias Geering, Sie sind interimistischer Chefredaktor der "Basler Zeitung" und Sie haben vor einiger Zeit die nach Ihrer Meinung zu hohen Löhne der BVB-Chauffeure ins Visier genommen. In diesen Tagen haben Sie nun in einer Kolumne, wenn ich dies so sagen darf, am Umweltaktivisten Martin Vosseler ("Angenehme Reise, Herr Vosseler") Ihr Mütchen gekühlt. Der unermüdliche Botschafter der Energie-Wende brach vor einer Woche in Basel mit dem ersten ausschliesslich solarbetriebenen Katamaran auf eine Reise über den Atlantik auf.

Sie machen sich über Martin Vosselers Äusseres lustig ("handgestrickter Wollpullover", "plötzlich im feinen Anzug mit Krawatte"), Sie halten ein hochseetaugliches Boot, das 700'000 Franken kostet, für "Luxus", und finden es bemerkenswert, dass es sogar mit einem Kühlschrank und einem Herd mit Glaskeramikkochfeld ausgestattet ist, nachdem Vosseler und seine "Anhänger" bei der Besetzung des Bauplatzes an der Wiese doch noch kürzlich "auf einfachstem Feuer ihr Süpplein gekocht" haben.

Dass Ihnen Martin Vosseler offensichtlich auf den Keks geht, weil er als Individuum im Mittelpunkt steht und sich auch in den Mittelpunkt setzt, habe ich begriffen. Weniger verstehe ich hingegen, wenn Sie an der Schifflände "eine regionale Prominenz" ausgemacht haben wollen, die eine "treue, fast jüngerhafte Fan-Gemeinde" bilden soll.

"Wir sind nicht legitimiert,
mit dem Finger auf jene zu zeigen, die ihren Kühlschrank solar betreiben."




Ich bin Ihnen, lieber Matthias Geering, beim Start des Katamarans letzte Woche in Basel nicht begegnet. Aber ich habe gesehen, dass sich an der Schifflände zahlreiche engagierte Menschen - selbst der 100-jährige Wissenschafter Albert Hofmann kam - versammelten, die weit davon entfernt sind, als "Jünger" einem Guru nachzuwatscheln. Ihre Anwesenheit galt nicht der Person von Martin Vosseler, sondern seiner Nachhaltigkeits-Vision, der er sein Leben und seine Kraft verschrieben hat. Es scheint Ihnen beim Versuch, Vosselers Supporter als Sektenangehörige und Vosseler als Heiligen Martin zu archivieren, das für Sie möglicherweise pikante Detail entgangen zu sein, dass der Katamaran nach der Atlantik-Traversierung auf den Bahamas als erste Insel - ausgerechnet! - Saint Martin ansteuert.

In der Funktion von hoher Verantwortung, die Sie derzeit ausüben, ist es Ihre Aufgabe, an vorderster Front die grossen Entwicklungen der Zeit zu antizipieren und lokale Nachhaltigkeits-Initiativen zu unterstützen. Ihre Aufgabe ist stilbildend, nach innen wie nach aussen. Sie wissen, dass wir die Erde plündern und damit für einige Generationen das schaffen, was allgemein als "Wohlstand" bezeichnet wird. In einigen Jahrzehnten wird das Öl dieser Erde verbrannt sein, dann wird das Erdgas zur Neige gehen. Spätere Generationen werden sich auf ein Leben danach einrichten und den Preis für unseren "Wohlstand auf Kredit" bezahlen müssen - sofern bis dann nicht neue Technologien, wie zum Beispiel die Sonnenenergie, für die sich Vosseler einsetzt, zur Verfügung stehen. Davor können Sie die Augen nicht verschliessen.

Welches Ihr persönlicher Beitrag zur Energie-Wende ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wahrscheinlich wird Ihr Kühlschrank elektrisch betrieben wie meiner, und ebenso die Keramikkochfelder Ihres Herdes. Wir sind somit nicht legitimiert, mit dem Finger auf Andere zu zeigen, die Kühlschrank und Kochherd solar betreiben, sondern sollten uns vielmehr selbst die Frage stellen, was wir zur unumgänglichen Energie-Wende beitragen, und uns auch vor beschämenden Ergebnissen nicht scheuen. Häme über andere auszuschütten, die uns um eine Nasenlänge voraus sind, dürfte nicht das geeignete Rezept sein.

"Die Bundesrätin war mit einer bemerkenswerten Botschaft nach Basel gekommen."




Haben Sie sich in den engen Kajüten umgesehen und den Eindruck gewonnen, hier werde dereinst auf hoher See in Saus und Braus geprasst? Sind Sie der Meinung, ein mit Sonnenenergie betriebener Kühlschrank unter gleissender Sonne sei auf einer wochenlangen Meeresüberquerung übertriebener Luxus? Und vor allem: Haben Sie die ungewöhnlich lange, bemerkenswerte Rede von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gehört oder zumindest gelesen, bevor Sie von "PR-Maschinerie" schrieben? Dann haben Sie festgestellt, dass hier eine Aussenministerin gesprochen hat, welche die Notwendigkeit der Energie-Wende in den internationalen Kontext stellte und beispielsweise den Zusammenhang von (fossilem) Energiebedarf und Kriegselend aufzeigte.

Sie sollten, lieber Herr Geering, Martin Vosseler nicht herabsetzen - schon gar nicht, indem Sie seine Bedeutung mit dem einstigen Vizepräsidenten der USA vergleichen - und damit selbstredend zum Nobody stempeln. Wir würden Sie auch nie an Bob Woodward oder Carl Bernstein messen, weil dieser Vergleich unfair ist. Denn Sie können auch im Kleinen ebenso Herausragendes leisten wie Andere an der "Washington Post". Es ändern nur die Zeitungstitel, aber nicht die Qualität der Arbeit. So dürften Sie wissen, dass es immerhin Martin Vosseler war, der Al Gore vor einigen Jahren zu einem eindrücklichen Vortrag über die globalen ökologischen Herausforderungen in die Schweiz - nach Basel! - holte. Vosseler hat auch entscheidend daran mitgewirkt, dass weitere illustre Technologie-Pioniere wie David Freeman, Amory Lovins oder Ernst Ulrich von Weizsäcker, die in Basel auftraten, nachhaltige Spuren hinterlassen haben. Das müssten Sie in Ihren Werturteilen berücksichtigen.

Ich möchte nicht einmal bestreiten, dass narzisstische Gratifikation mit ein Antrieb für Vosselers Werben für die Wende ist. Alles, was er an Aktionen anpackt, ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Anderseits ist Martin Vosseler nicht der Gruppen-Mensch, der sich in basis-demokratischen "Vollversammlungen" beseelt, sondern ein selbstbestimmender ideeller Unternehmer in Sachen Nachhaltigkeit. Ob er nun im Solarboot über den Atlantik tuckert oder wie Al Gore die Vortragssäle rund um den Globus füllt, ist letztlich unerheblich. Das Entscheidende ist und bleibt der Beitrag jedes und jeder Einzelnen, ohne den sich nichts bewegt.

Das ist auch der Beitrag von Ihnen, lieber Matthias Geering, und von mir. Wohin immer der berufliche und private Weg Sie führt, ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise. Und der Katamaran-Crew viel Glück auf hoher See.

* Vor dem Start über den Atlantik am 16. Oktober 2006 an der Schifflände in Basel.

24. Oktober 2006


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"Kolumne passt zum Stil der BaZ"

Die Kolumne des Herrn Geering passt generell zum Stil der heutigen BaZ. Eine Meldung des "Blick", wonach ein Basler Biker mit Fischerrute ein älteres Ehepaar beschimpft und umgestossen hätte, wurde von der BaZ tel quel übernommen. Um die niedrigen Instinkte noch weiter anzustacheln, wurde die Geschichte sogar noch mit eine Ted-Umfrage garniert "ob man Biker härter anfassen müsse" oder so was Ähnliches. Eine etwas billige Art einer Tageszeitung, Schlagzeilen zu produzieren. Um über das regionale Geschehen objektiv orientiert zu sein, reicht auch mir OnlineReports.


Jakob Weber, Riehen



"Wenige beachtenswerte Informationen"

Ich möchte nicht zur Angelegenheit Vosseler Stellung nehmen, sondern mir einen Kommentar zur BaZ erlauben. Ich habe diese Zeitung abbestellt. Sie bringt auf sehr viel Papier eigentlich nur wenige beachtenswerte Informationen. Die heutige Gesellschaft wird von Informationen überschwemmt. Eine Tageszeitung müsste im Wissen, dass dem so ist, einen deutlichen Mehrwert liefern. Das tut zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung. OnlineReports informiert ausreichend über das Geschehen in der Region. Die BaZ hatte es in den Händen, in die Fussstapfen der Basler Nachrichten zu treten und eine lesenswerte Zeitung zu schaffen. Sie wählte einen anderen Weg, schade.


Pascal Marchal, Basel



"Immer auf der Gegenseite der Volksmeinung"

Da hat der Herr Geering den Herrn Vosseler abgeschossen - und sich selbst und die BaZ wohl auch. Dass die BaZ nicht mehr einfach nur Hofberichterstattung macht, wie zu anderen Zeiten, darum können wir alle froh sein. Aber das die BaZ sich immer wieder auf die Gegenseite der Volksmeinung bzw. der Respektierung anderer Ansichten als die der Chefredaktion stellt, zeugt doch von gewissem Mut. Mut sollte diese Zeitung aber meiner Meinung nach endlich mal in das Bekenntnis der Region stecken - sei es innovativer (wei z.B. Vosseler) oder allerlei anderer Art. Als Abonnent und Leser dieser "Monopol"-Tageszeitung wünsche ich mir schon, auch im Kontext der Region und dessen teilweise internationalen Impulse wahrgenommen zu werden - und nicht nur als Abonnent oder Zahlender.


Daniel Jansen, Kulturtäter der Region Basel, Basel



"hätten doch nur mehr menschen mut zum risiko"

hätten doch nur mehr menschen mut zum risiko des engagements ohne permanenten seitenblick auf wiederwahl und erhaltung der karrierechancen. ja, herr vosseler hat sich offenbar / eventuell / gegebenenfalls als suppenkoch für andere instrumentalisieren lassen. ja, er hat sich aus seinem wollpullover geschält. ja, er geniesst offenbar die - zweifelhaften - annehmlichkeiten einer bootsfahrt mit solar-kühlschrank und glaskeramikfeld-herd: die umstände, unter denen diese "luxusgegenstände" zum genuss werden, sind im bemerkenswerten beitrag von peter knechtli unmissverständlich dargestellt worden.

 

für einen vertreter eines regionalen blattes ist der "bewertete" kommentar schlicht und einfach beschämend. ein solcher kann nur aus einem mangel an konkurrenz und markt überhaupt entstehen. aber onlinereports zeigt - einmal mehr: da ist kein knecht(li) am werk, sondern ein wahrer meister. weitermachen.


rené wetzel, interlaken



"Ich ziehe den Hut vor Martin Vosseler und seiner Crew"

Herr Geering lässt kaum ein gutes Haar an Martin Vosseler. Wen wunderts? Sozusagen eine Abrechnung für all den Ärger, den Martin mit seinem mutigen Einstehen an der Wiese den Befürwortern der Zollfreien bereitete. Die riskante Absicht, mit einem solarangetriebenen Katamaran den Atlantik zu überqueren, geriet leider in den Hintergrund. Wenn das Unternehmen gelingt, dann ist das eine bemerkenswerte Pionierleistung, auf das Basel und die Schweiz stolz sein können.

 

Als ehemaliger Schweizer Seemann, der volle 14 Jahre sämtliche Meere befuhr, verfolge ich wie Unzählige andere auch mit Argusaugen die Fahrt des Katamarans. Seit täglich unzählige schnelle Container-Schiffe die Umwelt mit Dieselabgasen überbelasten, müssen neue Wege für den Schiffsantrieb gesucht werden. Mag sein, dass da noch viel Wasser den Rhein hinunter ins offene Meer fliessen muss, bis ein brauchbarer Solarantrieb für grosse Güterschiffe entwickelt werden kann. Aber wie fing zum Beispiel die Eisenbahn vor rund 150 Jahren an? Eben! Deshalb ziehe ich den Hut vor Martin Vosseler und seiner Crew und wünsche dem Team nur das Beste und immer mindestens einen Fussbreit Wasser unter dem Kiel.


Eric Cerf, Basel



"Kolumne über weite Teile die Züge einer Abrechnung"

Die Aufgabe der Medien ist es, der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, dort zu recherchieren, wo es von öffentlichem Belang ist. Doch jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit! - die des Herrn Geering ist eine ganz besondere. So weit so gut. Nur trägt seine völlig entgleiste Kolumne über weite Teile die Züge einer Abrechnung. Was hat uns der BaZ-Chefredaktor mitteilen wollen? Was er schon immer gewusst hat, nämlich dass Martin Vosseler und Konsorten Wasser predigen und Wein trinken? Das stinkt nach Klischee - und ist es auch. Wie wohltuend, dass andere Medien dieser billigen Polemik kraftvoll entgegentreten. Ich beglückwünsche Herrn Knechtli zu seiner differenzierten Entgegnung.


Pius Helfenberger, Münchenstein



"Gut gebrüllt!"

Gut gebrüllt, Löwe Knechtli!


PJ Wassermann, Hersberg



"Ich erwartete keine persönlichen Abrechnungen mit Andersdenkenden"

Ich gratuliere zu Ihrer sorgfältigen und differenzierten Stellungnahme. Gleich welche Haltung man zu den Aktivitäten von Martin Vosseler hat: Die Art und Weise Ihres Kommentars ist in der Sorgfalt und in der Art und Weise das, was ich leider zunehmend in der BaZ vermisse, die all zu oft mehr an seichten Geschichten und Polarisierungen interessiert zu sein scheint, als an Information und Berichterstattung. Wenn ein Kommentar, dann erwarte ich keine persönlichen Abrechnungen mit Andersdenkenden.


Marc Flückiger, Basel



"Knechtli hat recht, Geering auch"

Peter Knechtli hat recht, was die Verdienste von Martin Vosseler in Sachen Umwelt und erneuerbarer Energie betrifft (ich vermeide absichtlich das Modewort "Nachhaltigkeit", denn zuviele Politiker und andere Exponenten benutzen es ohne Respekt davor).

 

Matthias Geering hat recht, was die Person von Martin Vosseler betrifft. Es geht mir mit Vosselers Mediengeilheit genau so wie mit unserem sechsfachen Oscargewinner.


Peter Graf, Basel



"Stimmungsmache statt kritische Würdigung"

Bei jeder politischen Betätigung, und gerade für den Umweltschutz, braucht es Menschen, die bereit sind, Zeichen zu setzen und sich dabei auch persönlich zu exponieren. Eine kritische Auseinandersetzung damit ist willkommen, auch in den Medien. Bleibt nur zu hoffen, dass es ein bedauerlicher Einzelfall bleibt, wenn eine grosse Tageszeitung in monopolähnlicher Stellung wie die BaZ die kritische Würdigung der Inhalte einer vordergründigen Stimmungsmache fast ganz opfert. Der Sache schadet's indes kaum, immerhin bleibt sie so im Gespräch. Das Medium aber wertet sich selbst unnötig ab.


Dominik Lehner, Präsident IG Velo beider Basel, Basel



"Vosseler sollte differenziert betrachtet werden"

Martin Vosseler hatte sich in den achtziger Jahren profiliert im Rahmen der Organisation "International Physicians for the Prevention of Nuclear War" (IPPNW), welche aus einer Korrespondenz zwischen einem russischen (Evgeni Chazov) und einem amerikanischen Kardiologen (Bernard Lown) hervorgegangen war. Vosseler erwarb sich mit seinem damaligen Engagement hohes Ansehen in der Ärzteschaft und darüber hinaus, auch international. Anders als bei seinem durchaus erfolgreichen internationalen Wirken geriet er durch seine letztjährige Aktion gegen die Zollfreistrasse in Riehen in die letzten Ausläufer eines jahrzehntelangen lokalen Kleinkrieges, der die staatrechtlichen Beziehungen zweier Nachbarstaaten und vor allem das Zusammenleben in einer nicht nur ökologisch, sondern auch soziokulturell hoch sensiblen Grenzregion in einer nicht mehr verantwortbaren Weise belastet hat. Der unvoreingenommene Beobachter musste sich fragen, in welchem weit unterhalb seiner gewohnten Flughöhe angesiedelten Mikro-Konflikt sich Vosseler da verrannt hatte. Sicher ist, dass er von einer heterogenen Gruppe von Interessenvertretern - dazu gehörten Anrainer mit legitimen privtarechtlichen Ansprüchen, aber auch politische Suppenköche verschiedenster Couleur - massiv instrumentalisiert wurde.

 

Dass Martin Vosseler nun versucht, sich mit seinem Katamaran im "international ecological business" zurückzumelden, lässt vermuten, dass er die Konsequenzen aus seinem unglücklichen Ausflug in die Niederungen der Lokalpolitik gezogen hat. Durch die Verwendung eines Gefährts von fraglicher Hochseetauglichkeit gehen er und seine Crew aber ein vitales Risiko ein, dass mindestens so hoch einzustufen ist wie Vosselers Hungerstreik.

 

Ob die Atlantik-Überquerung der "Sun21" in den USA Wirkung haben kann, wird sich weisen. Vor der westafrikanischen Küste wird die Besatzung der Sun 21 jedenfalls gut daran tun, sich an den Schiffbruch der "Meduse" von 1816 zu erinnern, den Théodore Géricualt 1819 in seinem berühmten Gemälde im Louvre festgehalten hat, und über den die Augenzeugen Corréard und Savigny einen noch heute faszinierenden Bericht verfasst haben. Zu hoffen ist auch, dass wenigstens eines der Crew-Mitglieder den Bericht von Dougal Robertson über das Überleben seiner Familie auf hoher See "Survive the Savage Sea" (1973) kennt.


Hans Ulrich Iselin, Riehen



"Martin Vosseler gegen Al Gore schäbig ausgespielt"

Die Kritik von Peter Knechtli ist vollauf berechtigt. Die Häme in Herrn Geerings mageren Aufsätzchen wirkt in der Tat befremdlich und ist jedenfalls ganz unangebracht. Was soll beispielsweise daran anrüchig sein, wenn Herr Martin Vosseler sich zum Empfang unserer Bundesrätin in "Schale" wirft? Gehört Herr Geering etwa zu jenen Vertretern seiner Zunft, die noch zum festlichsten Anlass schlampig gewandet daherkommen?

 

Im übrigen stünde es auch dem Vizechef des dominierenden Lokalblattes gut an, wenn er sich zuerst sachkundig machte, bevor er in die Tasten greift. Damit hätte er den peinlichen Schnitzer vermeiden können, Martin Vosseler gegen Al Gore derart schäbig ausspielen zu wollen. Beide Herren sind sich doch persönlich gut bekannt (bzw. eigentliche Verbündete). Der frühere US-Vizepräsident referierte vor Jahren in Basel am "Energieforum sun21" - auf Einladung von Organisator Martin Vosseler. Herr Geering hat das offenkundig verschlafen. Er gewinnt mit diesem Zwischenruf wohl definitiv keinen Pulitzerpreis. Aber vielleicht schenkt ihm ein barmherziger Leser ja eine deutsche Grammatik?


Heinz Moll, Prag



"Unsere Gesellschaft gründet auf überdurchschnittlichem Engagement"

Soll ich mir - weil meine Ideale andere sind - wünschen, man stelle Vosseler "kalt"? Gewiss nicht. Denn es ist just diese Art des bei Weitem überdurchschnittlichen Engagements, auf dem die Entwicklung unserer Gesellschaft gründet Stellen Sie sich mal vor, es bliebe bloss der Mittelwert! Das wäre die totale Katastrophe.

 

Wenn etwas zu kritisieren ist, und das ist es, dann die Tatsache, dass Personen in höchsten Ämtern und ebensolchen Würden - anlässlich der Zollfreien-Blockade die Basler Regierungspräsident Barbara Schneider, nun die Schweizerische Aussenministerin Calmy-Rey (beide SP) - diese ihnen vom jeweiligen Parlament geliehenen Ämter ohne amtliche Folgerichtigkeit zu Gunsten eines Privaten verwandten.

 

Punkto Martin Vosseler: Chapeau! Der Mann ist ein begadeter Kommunikator. Obwohl gegenteiligen Inhaltes, auf der Höhe eines Christoph Blocher.


Patric C. Friedlin, Basel



"Danke"

Danke für diesen klugen Widerspruch gegen das Elaborat von Herrn Geering.


Beatrice Alder, Basel



"grossen schrittes in die 'stereotypenfalle' getreten"

danke, peter knechtli, für den wichtigen kurskorrekturversuch gegenüber baz/matthias geering. martin vosseler ist sicher wichtig. wichtig sind wir alle. seltsam, dass sich die baz derart auf martin vosseler konzentriert und dabei gleich auch noch grossen schrittes in die "stereotypenfalle" tritt. ich frage mich, was schlecht ist an einem feinen anzug. wenn der sozial und ökologisch gerecht produziert wurde ist der doch ebenso politisch korrekt wie ein derart produzierter wollenpullover. stereotypen sind eben nicht immer hilfreich zur gestaltung einer gerechteren welt.


michael tanner, binningen



"Lästerungen von Herrn Geering haben auch mich genervt"

Ich habe mich auch sehr genervt über die Lästerungen von Herr Geering und habe mich gefragt, nach welchem Zufallprinzip Herr Geering seine Sympathien und Antipathien an Zeitgenossen verteilt. Jedenfalls war der Artikel alles andere als objektiv, und die Bundesrätin der "lokalen Fangemeinde" zuzuschlagen, mehr als ein Lapsus.

 

Es war für meine Firma ein Vergnügen, an der Endmontage des Bootes mitzuarbeiten und ich bewundere Marin Vosseler und seine Crew zu der mutigen Überfahrt. Neue erneuerbare Energien haben längst nicht den Stellenwert, den sie verdient hätten und es braucht solche Aktionen wie die der Sun21.


Heinrich Holinger, Oberdorf


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"Personenwagen entfernt sich nach Kollision mit Velo von der Unfallstelle"

Polizei Basel-Landschaft
Titel einer Medienmitteilung
vom 28. Mai 2019
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In solchen Fällen schalten die PWs den Flucht-Autopiloten ein.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.