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"Eine optimale Kombination": Neuer "Birshof"-Direktor Schuhmacher

Vom Gewerkschafts-Sekretär zum Direktor eines Privatspitals

Christian Schuhmacher führt seit kurzem die "Klinik Birshof", die am Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen feiert


Von Peter Knechtli


Die Privat-"Klinik Birshof" in Münchenstein feiert kommendes Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Seit Anfang September hat sie auch gleich einen neuen Direktor: Christian Schuhmacher (38), SP-Mitglied und früherer Gewerkschafts-Sekretär.


Christian Schuhmacher, Vater eines sechsjährigen Buben und eines vierjährigen Mädchens, liebt den Tiefgang: Mit seiner damaligen Partnerin und heutigen Ehefrau führte er in den Jahren 2003 und 2004 eine Tauchbasis auf einer Malediven-Insel. "Mich fasziniert am Tauchen die Ruhe und letztendlich die Vielfalt der Unterwasserwelt." Als Chef der Tauchschule war er aber nicht nur für Sicherheit und Wohlbefinden seiner Kunden zuständig, sondern auch dafür, dass die Kasse stimmte. "Es war letztlich ein Verkaufsgeschäft."

Parallelen zur Tauchschule

Jetzt übt der Jurist mit MBA-Abschluss in St. Gallen und Toronto beruflich den Aufstieg. Seit September ist er Direktor der zur Hirslanden-Gruppe (siehe Box unten) gehörenden Privatklinink "Birshof" in Münchenstein. In seiner neuen Funktion sieht er aber durchaus auch Parallelen zu seiner damaligen Arbeit als Tauch-Insulaner: "Ich war verantwortlich für eine einzelne Insel, jetzt bin ich verantwortlich für eine Klinik."

Auch wenn er nun in der Aufmachung eines Geschäftsmannes entschlossenen Schrittes durch die Klinik geht, hat er nicht den vielleicht naheliegenden politischen Hintergrund: Obschon in gutbürgerlichem Haus aufgewachsen, gehört Christian Schuhmacher der SP an. Noch heute, fügt er nicht ohne Stolz an, gehöre er unter anderem mit Nationalrat Beat Jans der SP-Sachgruppe "Wirtschaft und Finanzen" an. In früheren Jahren, von 2000 bis 2003, war er gar Sekretär der vom bürgerlichen Establishment gefürchteten Basler Gewerkschaft VPOD ("VPOD-Staat!"), für die er auch die Anliegen des Pflegepersonals engagiert wahrnahm.

Dann kam der Rollenwechsel

Doch in den sieben Jahren anschliessender Tätigkeit im Universitätsspital Basel – erst im Projektmanagement, ab 2006 Leiter des Direktionsstabs und Generalsekretär und seit 2008 Mitglied der Geschäftsleitung – geriet er in eine Position, die in einzelnen Bereichen diametral von jener der Belegschaft abwich, so dass er mit den VPOD-Verantwortlichen nun einige Sträusse auszufechten hatte. Am typischsten lässt sich Schuhmachers Rollenwandel an der Verselbstständigung des Unispitals festmachen: Was für die Gewerkschaft ein "Verrat am Service public" und Anlass zu Protest-Demos war, bezeichnet Manager Schuhmacher als sein berufliches "Highlight", das auch eine Volksabstimmung überstand.

"Wir hatten ein fundamentales Interesse daran, dass die Ausgliederung wegen der Spitalfinanzierung durchkommt." Im politisch hart geführten Prozess habe er mit seiner gewerkschaftlichen Konkurrentin Susanne Neese "konstruktiv-kritische Auseinandersetzungen" geführt. Doch immer auf sachlicher Ebene, betont Schuhmacher und schickt gleich den Beleg nach: Bei der kürzlichen Nomination Neeses als Strafgerichts-Teilzeitpräsidentin "war ich parteiintern ihr Götti, ich habe sie an der Delegiertenversammlung promotet".

Schuhmachers Kredo: "Links zu sein und unternehmerisch zu handeln, beisst sich nicht. Vielmehr kann dies eine optimale Kombination sein, um zugleich für die Mitarbeitenden und das Unternehmen erfolgreich zu agieren."

Die Wege kreuzten sich

Es scheint gar, als gäben sich linke Manager im "Birshof" die Klinke in die Hand. Vorvorgänger Schuhmachers und während über eines Jahrzehnts Chef des Unternehmens "Birshof" war Hans Jakob ("Joggi") Bernoulli, zuvor Chef des Basler Arbeitsamtes und SP-Grossrat. Zwischen 2002 und 2005 war Sibylle Schürch seine für PR, Marketing, Kommunikation und Recht verantwortliche Direktionsassistentin. Die Juristin wiederum war Schuhmachers direkte Vorgängerin als Basler VPOD-Sekretärin. In der SP amtierten Schürch und Schuhmacher als gemeinsame Vizepräsidenten unter Präsident Beat Jans. Und zuguterletzt: Ihre Wege kreuzten sich auch wieder im Unispital, in dem Sibylle Schürch heute als Personalchefin firmiert.

Die langjährige Weggefährtin – nicht bekannt dafür, dass sie ungerechtfertigt schmeichelt – hält viel von Christian Schuhmacher, der auch freisinnige Politiker zu seinen besten Freunden zählt. Seine Managerqualität bestehe darin, dass der "in kurzer Zeit das Wesentliche erfassen kann und dann auch handelt". Gleichzeitig sei er "ein mitreissender, visionärer Vorgesetzter und Superstratege, der die Menschen sehr gern hat und ideologiefrei agiert".

Klima zieht Sozialdemokraten an

Sibylle Schürch nimmt hier den Faden Schuhmachers auf und korrigiert das "falsche Bild" von Luxus-Behandlung von Gutbetuchten, das sich die Öffentlichkeit von Privatspitälern häufig macht. Natürlich müsse die Klinik ihren Beitrag an das Gruppenergebnis liefern, aber die Kleinheit des Unternehmens biete ein schon fast familiäres Arbeitsklima und pflege eine Berufsethik, die auch zulässt, "dass man Zeit für einander" habe: "Dieses Klima zieht Sozialdemokraten an."

Auch Christian Schuhmacher widerlegt das Voruteil einer Luxus-Einrichtung: "Wir haben einen grossen Anteil an Grundversicherten; es ist mehr als ein Drittel." Ebenso betont er die individuelle Behandlung, die seine 135-köpfige Belegschaft – davon 42 Ärzte – bieten könne: "Bei uns erfolgt ein Austritt nicht einfach um 7 Uhr morgens, weil man ein Bett braucht, sondern dann, wenn die Angehörigen unseren Patienten abholen."

Spezialisten von Zehe bis Kiefer

Der "Birshof" – geführt nach dem klassischen Belegarzt-System – bietet indes nicht das gesamte medizinische Spektrum an. Seine Kernkompetenz sind medizinische Eingriffe an allem, was mit dem Bewegungsapparat zu tun hat: Knie, Fuss, Schulter, Hüften, Wirbelsäule, Handchirugie, Rheumatologie, aber auch plastische und wiederherstellende Chirugie. In der Sportmedizin sei seine Klinik "mitführend", in der Fusschirugie gar "topführend", erwähnt Schuhmacher mehr als nur beiläufig.

Was in der Bevölkerung noch nicht sehr bekannt ist: Für sämtliche orthopädischen Fälle bietet der "Birshof" eine rund um die Uhr bediente Aufnahmestation.

Mit diesem Angebot an Spezialisten sei das "kerngesunde Unternehmen hervorragend positioniert", gerät der Direktor geradezu ins Schwärmen. Sein Ziel zu Beginn des dritten "Birshof"-Jahrzehnts bestehe darin, "neue junge Ärzte zu gewinnen" und die Klinik "zu einer Boutique innerhalb der Hirslanden-Gruppe zu entwickeln, auf die man hinschaut". Wollen das nicht alle andern 13 Hirslanden-Kliniken auch? Doch, sagt Schuhmacher und spricht eine typische Eigenschaft des Mutterhauses an: "Das Lernen von Andern ist eine gute Tradition in der Hirslanden-Gruppe."

Zugang zur medizinischen Praxis

Auch wenn ihm die kommerzielle Leitung des Unternehmens obliegt – Schuhmacher ist auch mit dem medizinischen Praxis-Alltag vertraut: Während seines Jus-Studiums fuhr er nicht nur Taxi und Bestattungswagen, sondern auch in Ambulanzen eines Rettungsdienstes. Ausserdem, fügt er an, sei sein Grossvater mütterlicherseits der erste Chefarzt am Spital Dornach gewesen.

Hat er hier in diesem freundlichen, eher kleinen Büro als Nachfolger der rund sieben Jahre im "Birshof" tätigen Simone Schwinger seine Lebensstelle gefunden? Christian Schuhmacher antwortet sibyllinisch: "Es ist ein Traumjob, in der Region, in der ich daheim bin, wo meine Familie lebt, eine Hirslanden-Klinik führen zu dürfen."

Soviel ist sicher: Ab kommendem Jahr wird im Schweizer Gesundheitswesen nach Fallpauschale abgerechnet, was den Druck erhöht, noch günstiger zu produzieren. Doch Christian Schuhmacher macht sich darüber keine Sorgen: "Zum Glück ist die Hirslanden-Gruppe natürlicherweise vorbereitet auf diese Situation. Das ist für uns nichts Unbekanntes."

26. Oktober 2011


29. Oktober: Tag der offenen Tür

Ihr 20-jähriges Bestehen feiert die Klinik "Birshof" kommendes Wochenende. Am Freitag findet für geladene Gäste ein Steh-Apéro statt. Am Samstag ist von 11 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür für die Bevölkerung. In der Klinik werden ein Parcours mit 20 Stationen und Kurzvorträge geboten. Es werden 1'000 bis 1'500 Personen erwartet.

Adresse: Reinacherstrasse 28, Münchenstein (Nähe Motorfahrzeugkontrolle)

Die Hirslanden-Gruppe

Die "Klinik Birshof" in Münchenstein ist eine von 14 Kliniken in der Schweiz, die zur Hirslanden-Gruppe gehören. Ihr Gesamt-Umsatz liegt bei 1,2 Milliarden Franken pro Jahr. Die Gruppe wiederum ist Bestandteil des südafrikanischen Mutterunternehmens "Medi Clinic".

Der "Birshof" verfügt über 43 Betten, vier Operationssäle und eine Überwachungsstation. Die 42 Ärzte – 19 in-house und 23 externe – führen jährlich gegen 3'800 Operationen durch. Behandelt wurden letztes Jahr über 2'300 stationäre und 11'000 ambulante Patienten. Personalbestand: 130 Vollstellen.

Die von den vier Ärzten Olivier Kohler, Rinaldo Pico, Michael Rometsch und Walter Seelig gegründete Klinik wurde 1991 eröffnet.


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Das Maskulin.

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Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

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Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

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Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

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