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"Es wird zuviel geschnorrt": Aushängeschild Moritz Suter

Moritz Suter ist bei der BaZ nicht die bestimmende Kraft

Den Kaufpreis für die "Basler Zeitung Medien" zahlen Andere – Suter gehört nur die BaZ-Holding


Von Peter Knechtli


Der Flugunternehmer Moritz Suter ist in seiner neuen Funktion als Verleger nur das Aushängeschild der "Basler Zeitung": Er übernahm zu gut einer Million Franken nur die BaZ-Holding. Den Kaufpreis und die Schuldenübernahme leisteten andere Investoren.


Als OnlineReports am 20. Januar mit Moritz Suter zu einem kurzen Gespräch zusammentraf, bekräftigte der neue Verleger der "Basler Zeitung", dass ihm die BaZ-Holding "zu 100 Prozent" gehört. Auf die Frage, ob denn auch der Kaufpreis von rund 70 Millionen Franken für die Unternehmensgruppe der "Basler Zeitung" und deren Schulden von über 100 Millionen Franken auf ihm lasteten, mochte Suter nicht mehr antworten. Das sei doch für die Öffentlichkeit nicht wichtig: "Es wird sowieso viel zu viel geschnorrt."

Verwirrende Zahlen-Spiele

Der heutigen NZZ am Sonntag sagte es Suter nun etwas deutlicher: "Ein wenig mehr als eine Million musste ich bezahlen, das weiss man." Mit diesen Aussagen klärt sich allmählich das Bild darüber, wie der Blitzverkauf der "Basler Zeitung" von Tito Tettamanti (75 Prozent) und Martin Wagner (25 Prozent) vonstatten gegangen sein könnte.

Als Tettamanti und Wagner vor einem Jahr überraschend die "Basler Zeitung" übernahmen, sagte Wagner zu OnlineReports, er sei beträchtliches persönliches Risiko eingegangen. Die Branche staunte zweifelnd, wie der Wirtschaftsanwalt und Vermarktungsunternehmer in der Lage war, einen Viertel der Last von 170 Millionen Franken aufzubringen.

Suter ist nicht die bestimmende Kraft

Inzwischen wird klar, dass weder Wagner noch Suter tief in die eigene Tasche griffen. Das Aktienkapital des zum Zweck der Firmen-Transaktion in höchster Eile gegründeten Übernahmevehikels "BaZ Holding AG" beträgt lediglich eine Million Franken. Wagner hatte somit ein Aktienkapital von 250'000 Franken einbezahlt, Tettamanti 750'000 Franken. Wenn Suter nun sagt, er habe die Holding für "ein wenig mehr als eine Million" übernommen kann dies zutreffen. Es könnte sein, dass er Tettamanti für seinen Anteil eine Zins-Marge zahlen musste, was den Tessiner Investor zur berechtigten Aussage bewog, er habe seinen Holding-Anteil mit "kleinem Gewinn" an Suter verkauft.

Damit hat auch Suter nicht die Unwahrheit gesagt, als er sich zum alleinigen Eigentümer der "Basler Zeitung Medien" erklärte. Aber er liess die Öffentlichkeit zumindest wochenlang im Unklaren über die wahren Machtverhältnisse. Mit seinem Engagement von nur gerade gut einer Million Franken wird auch eine andere Vermutung zur Gewissheit: Suter ist nicht die bestimmende Figur der "Basler Zeitung", sondern das ausführende patronale Aushängeschild. Massgeblich sind jene Kräfte, die für den Kaufpreis und die Schulden gerade stehen.

Tettamanti? Blocher? Beide?

Diese Investoren sind bisher nicht identifiziert. Kann angenommen werden, dass vor einem Jahr Tito Tettamanti wenn nicht die gesamten, so doch einen massgeblichen Teil der Verpflichtungen übernommen hat, ist nicht ausgeschlossen, dass er weiter als Kreditgeber und Lenker im Hintergrund firmiert. Denkbar ist auch, dass diese Rolle SVP-Chefstratege Christoph Blocher oder eine Gruppe um ihn herum – Suter-Freund Tettamanti oder allenfalls Walter Frey ("Opfikoner Anzeiger") eingeschlossen – übernommen hat.

Wenn es darum geht, die wahre Identität der befehlenden Kräfte zu verschleiern, steht ein ganzes Arsenal an legalen Möglichkeiten zur Verfügung: Von Firmen-Kaskaden über Fonds- und Offshore-Lösungen bis hin zu temporären Abschreibern. So können alle Akteure ihre Hände in Unbetroffenheit waschen.

Geheimgespräche mit Peter Wanner

Wie sich allmählich der Schleier über die wirkliche Befehlshoheit um das grösste Medienunternehmen am Juranordfuss lüftet, gewinnt auch die OnlineReports-These, dass die BaZ-Übernahme durch Tettamanti und die Einsetzung von Markus Somm als Chefredaktor ein SVP-Projekt ist, ein zusätzliches Stück an Plausibilität: Die unbekannten Investoren, die auch Suter nicht preisgeben will, dürften ein Interesse daran haben, wichtige private Schweizer Informationsmedien auf SVP-Kurs einzuschwören und gleichzeitig die SRG als Konglomerat von "Staatsmedien" zu diskreditieren und zu zerschlagen.

Dies zeigt sich daran, dass Suter entschlossen an Blocher-Duzfreund Markus Somm festhält, der es seit seiner Einsetzung Ende August noch nicht gelungen ist, die Herzen seiner Leserschaft mehrheitlich zu gewinnen. Der wiederum trennt sich als Erstes vom eher linken Bundeshausredaktor Ruedi Studer. Wie OnlineReports erfuhr, finden derzeit ausserdem geheime Kooperationsgespräche zwischen Suter und Peter Wanner, dem Verleger der AZ Medien, statt. Wanner dürfte insbesondere an den Druckkapazitäten der "Basler Zeitung" interessiert sein, die BaZ-Geldgeber an Wanners Redaktions-Schatz, "Basellandschaftliche Zeitung" inbegriffen.

Offen bleiben viele Fragen. So kündigte Suter an, er werde die von Tettamanti und Wagner nach Zug transferierte und in "WATT Capital Holding" umfirmierte BaZ-Holding wieder nach Basel zurück bringen. Laut Handelsregister ist deren Sitz im BaZ-Gebäude an der Hochbergerstrasse in Basel, die Adresse aber lautet auf "Geissacher 8, Postfach, 8126 Zumikon" – Sitz von Rechtsanwalt Felix Suter, Moritz Suters Sohn.

Fehlendes Verleger Knowhow

Beobachter stellen sich überdies irritiert die Frage, wo der neue BaZ-Verwaltungsrat geblieben ist. Als Suter die Holding übernahm, kündigte er vor den Medien an, er werde nun zügig nach Verwaltungsräten suchen. noch heute, fast zweieinhalb Monate später, ist Suter immer noch einziger Verwaltungsrat. Die Frage stellt sich, wie Solo-Verwaltungsratspräsident Suter, der viel vom Fliegen, aber nichts vom Multimediageschäft versteht, ein minimales Branchen-Knowhow erwirbt, und wie er zudem die ganze Arbeitslast eines ernsthaften Verwaltungsrates trägt. Suter zu OnlineReports: "Die Zeit der raschen Entscheide ist vorbei. Ich arbeite derzeit sehr, sehr viel." Doch wer ihn berät, bleibt im Dunkeln.

Auch in der Geschäftsleitung herrscht kein Überschuss an verlegerischer Vertrautheit: Suter ersetzt den langjährigen BaZ-Finanzchef Jürgen Hunscheidt durch seinen früheren "Hello"-CFO Markus Herren, auch er ohne Multimedia- und Verlagserfahrung. "Vielleicht", orakelt ein Insider analog zum Modell "Weltwoche"/Köppel, komme es sogar so weit, dass eines Tages Markus Somm als Herrscher über ein künftiges Medien-Grossherzogtum Basel-Aargau "die BaZ übernimmt".

6. Februar 2011

Weiterführende Links:


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"Wenn es nicht von Blocher wär, ..."

Wenn es nicht von Blocher wär,

diesem Multi-giga-Milliardär,

würd es Suter sicher wagen,

von der Geldherkunft zu sagen!


Gerhard Trottmann, Mumpf




"Kein Wunder brodelt die Gerüchteküche"

Moritz Suter hat es in der Hand, dem "Gschnuur" ein Ende zu setzen: indem er die Karten offen auf den Tisch legt und endlich sagt, wie viel er wofür genau bezahlt hat und wer sonst noch wie viel Geld wofür hat springen lassen. Zu welchem – auch ideellen – Preis wurde die BaZ an wen verkauft? War die "Seele" im Leistungsumfang eingeschlossen?

 

Die Leserschaft und alle politisch interessierten Bürgerinnen und Einwohner dieser Stadt haben ein Anrecht darauf, zu erfahren, wer wie viel Einfluss hat bei der BaZ, was hinter den Kulissen gemauschelt wurde und immer noch wird und wohin die Reise gehen soll. Wenn Moritz Suter und die anderen am Kauf beteiligten "anonymen Investoren" sich weiterhin bedeckt halten, müssen sie sich nicht wundern, wenn die Gerüchteküche weiter brodelt. Oder anders rum formuliert: Wenn die Herren (Damen haben und hatten hier wohl ihre Finger nicht im Spiel) tatsächlich nichts zu verbergen haben, dann hätten sie uns ja schon lange reinen Wein einschenken können. Solange sie es nicht tun, sondern sich vielmehr über zu viel "Gschnuur" beklagen, ist davon auszugehen, dass etwas faul ist im Staate Dänemark respektive Basler Zeitung.


Gaby Burgermeister, Basel




"Befehl von oben oder Selbstzensur?"

Herr Thomas Gasche, Zensur bei der BaZ online ist scheinbar an der Tagesordnung. Meine zugegebenermassen bissigen Kommentare werden überhaupt nicht gebracht. Was früher kein Problem war, dürfen heute anscheinend die Online-Journalisten nicht mehr einrücken. Befehl von oben oder zensurieren sich die Journalisten schon selbst? Auf Anfrage über Umwege bekam ich die Antwort, dass meine Mailadresse gesperrt sei. Zensur bei der BaZ – was für eine Zukunft dieser Zeitung!


Bruno Heuberger, Oberwil




"Diese Zensur hätte ich nicht für möglich gehalten"

Heute Sonntag am frühen Nachmittag war auf Tagi/BaZ-Online ein Artikel aufgeschaltet, der den oben erwähnten Artikel von der "NZZ am Sonntag" zum Thema hatte. Nach wenigen Minuten verschwand diese Meldung in BaZ-Online, im Tagi-Online blieb sie jedoch den ganzen Tag prominent aufgeschaltet.

 

Ich hätte so eine Zensur, wie sie scheinbar bei BaZ-Online praktiziert wird, in unseren Breitengraden nie für möglich gehalten und es wird mir ehrlich ein wenig mulmig im Magen wenn ich das zu Ende denke.


Thomas Gasche, Basel




"Mich interessiert als BaZ-Abonnent, wer die Fäden zieht"

Als BaZ-Abonnent seit 25 Jahren interessiert es mich, wer als Investor im Hintergrund die Fäden zieht. Kaum jemand, welcher für 70 Millionen eine gute Rendite will. Die Gründe für die Investition sind also reines Mäzenatentum oder die Suche nach medialer Einflussnahme. Ich tippe auf die zweite Möglichkeit. Wer also stützt Chefredaktor Markus Somm weiterhin und wer wollte die Entlassung von Bundeshaus-Redaktor Ruedi Studer? Werden die Kolumnen von Helmut Hubacher und Daniel Vischer bald zum gleichen politischen Feigenblatt verkommen, wie die Kolumne von Peter Bodenmann in der "Weltwoche"?

 

Lässt man seiner Fantasie freien Lauf, kommt man trotzdem immer wieder auf den gleichen Punkt zurück. Wer wegen dem Engagement von Roger Schawinski einen Radio- und TV-Gebühren-Boykott plant, wer die Rechtmässigkeit der Wahl von SRG-Generaldirektor Roger de Weck anzweifelt, wer dauernd von "Staatsmedien" schwafelt, wer SVP-kritische Journalisten als extreme Linke diffamiert, der führt eine gezielte Kampagne. Wer die "Weltwoche" kontrolliert, wer ein TeleBlocher finanziert, wer den cc-Talk auf Star TV in den Händen hat, wer das "Schweizerzeit"-Magazin auf dem Internetradio Schweiz 5 verbreitet, wer einen Sender "Mittelland TV1" für eine private "Arena" plant, der hat ganz klar eine Strategie. Dahinter kann nur eine Kraft stehen. Und die heisst SVP, oder besser gesagt Christoph Blocher.

 

Im Gegensatz zu Christoph Blocher lob ich mir den Medienmogul Rupert Murdoch (unter anderem "Fox News", "New York Post", "Wall Street Journal"). Wie Blocher ist er Milliardär, rechtskonservativ und neoliberal. Aber seine Engagements im Medienbereich und seine Millionenspenden an die Republikaner sind offen und bekannt. Da ist Murdoch wenigstens ehrlich!

 

Beim Kauf von Lebensmitteln erhalte ich heute Informationen über den Bauernhof, die Bauernfamilie und die Art der Produktion, sogar mit Bildern. Beim Kauf der BaZ kenne ich nur die "Arbeiter auf dem Felde und den Verkäufer am Marktstand". Die Herkunft von Rüebli ist somit transparenter als die Herkunft von Medieninformationen.


Otto Kunz-Torres, Basel




"Das kommt nicht mehr gut"

Eine wahrlich unheimlich(e)-sonntägliche Botschaft ist das! Dass sich im Jubel und Trubel um die BaZ alles sogenannt "rechtens" zugetragen haben soll, davon ist auszugehen. Aber ob das bezüglich Offenheit, Vertrauen, Redlichkeit und Transparenz alles seine Richtigkeit hat, darf stark bezweifelt werden. Das kommt nicht mehr gut. Mit der Kündigung der Abos ist übrigens nichts gewonnen, sondern eher noch mehr verloren. Inklusive das Vertrauen in die Basler Grössen und Granden. Diese Art von Sauglattismus ist definitiv am Ende!


Niggi Ullrich, Arlesheim




"In der Generation geirrt"

Laut Wörterbuch heisst "schnorren" : um Kleinigkeiten betteln. Fragt sich die geneigte Leserin, ob dies im Abopreis der BaZ denn nicht inbegriffen ist?! Oder gehört es nach Auffassung von Herrn Suter schlicht dazu, dass eine anständige Baslerin die Katze im Sack kauft und zu den auftauchenden Risiken und Nebenwirkungen weder eine Fachperson noch sonst wen fragt? Da hat er sich wohl in der Generation geirrt.


Brigitte Wenger Sahin, Basel



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"Warum keine überirdische Ringbahn?"

Basler Zeitung
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Alles mit scharf

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20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

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In einem Satz


In Birsfelden ist das Referendum gegen den Quartierplan "Zentrum" zustande gekommen, so dass die Volksabstimmung am 27. März stattfindet.

Nach zwanzig Jahren im Amt wird die Oberwiler Gemeinderätin und Vizepräsidentin Rita Schaffter (Die Mitte) per Ende Juni aus dem Oberwiler Gemeinderat zurücktreten.

Der Kanton Basel-Stadt und Allschwil haben sich darauf geeinigt, die ÖV-Anbindung des Bachgrabengebiets durch Verlängerung der Buslinie 64 voraussichtlich im zweiten Quartal zu verbessern.

Weil im Reinacher Einwohnerrat die Stimmen bei der Abstimmung über den diesjährigen Steuerfuss nicht vollständig ausgezählt wurden und somit das Zweidrittel-Mehr nicht korrekt erfasst wurde, muss das Gemeindeparlament im Februar nochmals über dieses Geschäft abstimmen.

Der abgewählte Basler Regierungsrat Baschi Dürr (FDP) stösst ab Jahresbeginn zum "Sonntalk"-Moderatoren-Team von Telebasel.

Der Schweizer Dirigent Titus Engel wird ab der Saison 2023/24 als Principal Conductor der Basel Sinfonietta die Leitung des weltweit einzigen grossen Orchesters für zeitgenössische Musik übernehmen.

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