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"Weiterer grosser Schritt": Baudirektorin Barbara Schneider, Partner*

12 Staats-Millionen für klimafreundliche Hausbesitzer

Bei der Energiesanierung von 200 Basler Liegenschaften kooperiert das Baudepartement mit der Basler Kantonalbank


Von Peter Knechtli


In der Klimapolitik einen markanten Schritt vorwärts geht das Basler Baudepartement: In den nächsten drei Jahren will es Beiträge von 12 Millionen Franken an 200 Hausbesitzer entrichten, die ihre ältere Liegenschaft energietechnisch sanieren lassen. Zu den Koopertionspartnern gehört auch die Basler Kantonalbank.


"Kanton Basel-Stadt startet grosses Klimaschutzprogramm", meldete heute Donnerstagmorgen das Basler Baudepartement. Die Absicht wirkt etwas dick aufgetragen, aber sie stellt nach einer Serie von Teilsanierungs-Projekten ("Dächer", "Fenster") fraglos eine neue Dimension der Basler Enerige- und Klimapolitik dar. Das Projekt: Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 200 ältere private Liegenschaften - Ein- und Mehrfamilienhäuser des Jahrgangs 1984 und älter - mit Staatsbeiträgen von insgesamt 12 Millionen Franken energietechnisch saniert werden. Die Zahl der Liegenschaften, die für ein Förderprogramm theoretisch in Frage komme, schätzten die Fachleute für Basel-Stadt auf rund 10'000.

Jährlich 100 Tanklastwagen Heizöl

Finanziert wird die Subvention aus der schweizweit einmaligen Basler Energieabgabe von fünf Prozent, die jährlich rund zehn Millionen Franken in einen zur Unterstützung nachhaltiger Energieprojekte vorgesehenen Fonds spühlt.

Wie Baudirektorin Barbara Schneider an einer Medienkonferenz erklärte, sollen mit dem Förderprogramm jährlich 20 Gigawattstunden Heizenergie oder 100 Tanklastwagen Heizöl eingespart werden. Über den Wirkungs-Zeitraum von dreissig Jahren könnte der Kohlendioxid-Ausstoss um 150'000 Tonnen gesenkt werden, was 600 Transatlantikflügen von Basel nach New York entspreche.

Kostenlose Basis-Beratung

Laut Professor Armin Binz, Leiter des Instituts für Energie am Bau der Fachhochschule Nordwestschweiz, werden die Fördermittel - je nach Sanierungsintensität - in drei Kategorien von 50, 75 oder 100 Franken pro Quadratmeter beheizte Gebäudehülle ausbezahlt. Wer 50 Franken pro Quadratmeter erhalte, könne von einer Deckung von 10 bis 15 Prozent der Kosten ausgehen. "Es geht um eine nachhaltige, wertvermehrende, Gesamtsanierung", meinte Binz weiter. Dabei müssten, je nach Anspruch und Bedarf, verschiedene Sanierungsmodelle möglich sein. So sollen schöne Fassaden erhalten bleiben können, indem nur die Fenster oder Kellerdecken saniert werden. Angepeilt werden soll ein systematisches Lüftungskonzept, das die Möglichkeit der Wärmerückgewinning enthält. Binz erhofft sich vom 200-Häuser-Programm gerade in diesem Punkt "innovative Lösungen", die zu "Behaglichkeit und Wohnwertsteigerung" beitragen.

Das Programm ist auf die Jahre 2008 bis 2010 ausgelegt und soll nach Angaben von Thomas Fisch, Hauptabteilungsleiter im Basler Amt für Umwelt und Energie, ein Investitionsvolumen von 60 Millionen Franken auslösen. Nachfragen von OnlineReports auf dieser Amtsstelle ergaben, dass eine Gesamtsanierung eines grossen Einfamilienhauses auf 100'000 bis 200'000 Franken zu stehen kommt. Bei Mehrfamilienhäuser liegt die Spannweite bei 300'000 bis 600'000 Franken.

Den Interessenten sollen insgesamt 16 unabhängige professionelle Energie-Coaches - erfahrene Baufachleute mit spezifischen Kompetenzen in Energiesanierungen - kostenlos zur Verfügung gestellt werden, die sie in ihrem Sanierungs-Projekt begleiten. Ausserdem bietet die IWB-Energieberatung eine kostenlose Grobanalyse der Liegenschaft. Auf die Frage von OnlineReports, ob nicht Liegenschaftsbenützer nur den Gratis-Teil des Projekts bezögen und sich dann vom Programm dankend verabschiedeten, meinte Fisch, die Gefahr bestehe tatsächlich "ein Stück weit". Aber, schränkt er ein, "wir kennen dann die Liegenschaften besser".

Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

In der Basler Kantonalbank (BKB) fand das Baudepartement einen Kooperationspartner, der interessierten Hauseigentümern mit besonders zinsgünstigen Hypotheken beisteht. So erhalten klimafreundliche Hausbesitzer während drei Jahren eine Reduktion von jährlich einem Prozent auf dem Zinssatz für variable Hypotheken, wodurch bis 12'000 Franken eingespart werden können. BKB-Direktionspräsident Hans Rudolf Matter erklärte am Rande der Medienkonferenz gegenüber OnlineReports, die Bank sei seit längerem auf diesem Gebiet der ökologischen Vergünstigung tätig - nicht primär aus Reditemotiven, sondern eher aus dem Bekenntnis des Unternehmens zur Nachhaltigkeit heraus. So sei auch das eigene Gebäude bereits saniert worden.

Aus den Worten von Barbara Schneider wurde deutlich, dass es vorläufig beim staatlichen 12-Millionen-Programm bleiben soll. Das Angebot gelte so lange, bis der Kredit ausgeschöpft sei: "'S het, solang 's het."  Interessenten tun also gut daran, rechtzeitig um den Staats-Obolus nachzusuchen.

Weitere Informationen: www.energie.bs.ch

 

* mit BKB-Direktionspräsident Hans Rudolf Matter und Urs Genhart, BKB-Leiter Firmenkunden und Institutionelle

31. Januar 2008


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