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Mobile Gemüsebeete kurvten durch Basels Strassen

Wie städtische Landwirtschaft in Basel aussehen könnte, zeigten Aktivisten heute Freitagnachmittag: Mit mobilen Gemüsebeeten in humusgefüllten Einkaufswagen. Stadtentwicklung einmal anders.
Basel, 5. November 2010

Interessiert beugt sich eine ältere Frau über den mit Erde gefüllten Einkaufswagen? "Das ist ja Nüsslisalat?", meint sie fragend. Ein älterer Herr deutet hoffnungsvoll auf den karg bepflanzten Rabatten dahinter. "Wird der Salat hier gepflanzt"?

Drei mit Humus gefüllte, bepflanzte Einkaufswagen stehen vor einer mit Stiefmütterchen und Rasen bepflanzten, anonym-langweiligen Rabatte am Claraplatz. Es sind mobile Gärtchen. Sie sind Teil einer grösseren Aktion der Bürgerinitiative "Urban Agriculture Netz Basel", bei der 230 ausrangierte Einkaufswagen im Frühjahr mit Lebensmitteln bepflanzt werden sollen. Heute Donnerstag bepflanzten Tilla Künzle (Bild), Projektleiterin der mobilen Gärten, und eine Gruppe junger urbaner Gärtner – vom Umweltwissenschafter zum Urban Design Studenten – erstmals rund zehn Wagen mit 250 Setzlingen. Zusammen stiessen sie diese vom Messeplatz zum Claraplatz

Ziel der Aktion sei es, "ein zu Zeichen setzen, damit diese Stadt in Zukunft eine andere wird", sagt Künzle, die auch Mitbegründerin des Vereins "Urban Agriculture Netz Basel" ist. "Die Stadt soll an Lebensqualität gewinnen. Mit den mobilen Gärten wollen wir das Vorstellungsvermögen der Leute von der Stadtfunktion erweitern."

Grünflächen nicht nur für die Augen

Es gebe zuwenig Grünflächen in der Stadt, die nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Hände spannend seien. "Wir wollen mithelfen, die Grünflächen dieser Stadt mitzugestalten", erklärt die Projektleiterin weiter. Die ausgemusterten Einkaufswagen stammen von einem Grossverteiler aus der Region, die Gemüse-Setzlinge spendete einer Biogärtnerei. In der heutigen Aktion ging es erst darum, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie städtische Landwirtschaft auch aussehen könnte. Die ersten Reaktion der Passanten seien jedenfalls ermutigend gewesen, sagte Künzle.

Die grosse Aktion mit mobilen Gärten soll kommenden Frühling stattfinden: Die restlichen 220 Einkaufswagen sollen dann ebenfalls bepflanzt und in einer grösseren Aktion durch die Stadt geschoben werden. Konkret: Nächsten April sollen die mobilen Beete an einem öffentlichen Platz von Freiwilligen bepflanzt werden. Der Wagen kostet je nachPflanz-Plänen zwischen acht und zwanzig Franken. Es sollen nur Bio-Lebensmittel-Setzlinge gepflanzt werden. Nach der gemeinsamen Pflanzaktion sollen die neuen Besitzer ihre mobilen Gärten durch die Stadt stossen und anschliessend zur Pflege nach Haus nehmen. Im Herbst soll es ein gemeinsames "Ernte-Picknick" geben.

20'000 Blumenzwiebeln im Basler Boden

Während die mobilen Gärtchen am Claraplatz zum Thema werden, ist am Schützenmattgraben eine andere und schweisstreibende Begrünungsaktion in vollem Gange. Mit Schaufeln, kniend und mit den Fingern im harten Boden grabend, die Nase in den Abgaswolken, werden dort die Letzten von 20'000 Blumenzwiebeln gepflanzt. Seit Mitte Oktober pflanzt die Truppe unter der Leitung von Katja Hugenschmidt, Präsidentin des "Vereins Ökostadt" und Initiantin des Projektes "Basler Frühlings" Blumenzwiebeln unter Bäumen und in rund 70 Grasrabatten. Gepflanzt wird entlang dicht befahrener Strassen, an der Gundeldingerstrasse, der Flughafenstasse beim Kannenfeldpark, an der Horburstrasse und am Schützengraben. Heute ist der letzte Tag.

Ziel der Aktion ist es, Wohnquartiere farbiger und peppiger zu gestalten und sie ökologisch aufzuwerten. An oft vernachlässigten Durchgangsstrassen wird der grösstmögliche Effekt erzielt. "Wir haben, zusammen mit der Stadtgärtnerei, die Gebiete so ausgesucht, damit die Farben und Blüten im Frühling möglichst vielen Leuten zugute kommen", sagt Hugenschmidt.

Das Spezielle an diesem Projekt: Mit viel Kreativität und wenig Geld werden vernachlässigte Ecken in Wohnquartieren in Freiwlligenarbeit aufwertet. Gepflanzt werden mehrjährige Anemonen, Osterglocken, Krokusse und Szilla. Diese Pflanzen sind widerstandsfähig und verbreiten sich schnell.

"Es ist harte Knochenarbeit", sagt eine motivierte Katja Hugenschmidt, "wir arbeiten von morgens bis abends. Oft sind die Rabatten hart und steinig – und voller Hundedreck." Ein Pflanzkonzept war notwendig, damit Farben und Arten zusammenpassen. Allein beim Kannenfeldpark wurden 2250 Zwiebeln verlocht.

Auch Expats sind dabei

Finanzielle Unterstützung erhält die Aktion von der Basler Kantonalbank. Es ist eines der Siegerprojekte, das aus deren diesjährigen Ideenwettbewerb hervorgegangen ist. Der "Basler Frühling" wird in Zusammenarbeit mit "Stadthelfer" realisiert, einem Projekt der Sozialhilfe Basel. Sozialhilfebezüger unterstützen Katja Hufschmidt während der vierwöchigen Pflanzzeit. Im Schnitt helfen ihr fünf Leute bei der Setzarbeit. Praktische Unterstützung erhält sie von der Stadtgärtnerei Basel, die die Beete vorbereitet.

Anwohner seien interessiert, sie blieben stehen, suchten das Gespräch und seien begeistert, sagt Hugenschmidt. Sie beobachtete auch, wie Eltern ihren Kindern die Pflanz-Aktion erklären. Motiviert seien auch die mitarbeitenden Sozialempfänger. "Wenn ich mit dem 36-Bus vor dem Kannenfeldpark vorbeifahre und das Beet sehe, welches wir vor ein paar Wochen bepflanzt haben, dann freue ich mich auf den Frühling", sagt stolz eine der mithelfenden arbeitslosen Frauen.

Nicht nur Sozialhilfeempfänger beteiligten sich an der Pflanzaktion, sondern auch Expats, Menschen, die temporär in Basel wohnen, arbeiten und sich für eine gute Sache engagieren wollen.




Weiterführende Links:
- Ein Maisfeld am Aeschengraben, Tomatenbeete auf dem Landhof-Areal
- Bienenstöcke im Finanzzentrum, Hennen im Hinterhof
- Bürgerinitiative gegründet: Basel soll Green City werden


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Theater Basel

"Die Aufdrängung"
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"In der Nacht auf Dienstag kam am Totentanz in Basel zu einem Totenfall."

nau.ch
vom 3. Januar 2023
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Ein anschauliches Fall-Beispiel.

RückSpiegel


Telebasel nahm im "Wahltalk" auf ein Zitat in einem OnlineReports-Artikel Bezug.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-Erstmeldung über die Verhaftung eines Gewerbetreibenden nach.

Zum aktuellen Thema "Krise des Kulturjournalismus" bezeichnet die Basler Zeitung die Theater- und Opernkritiken in OnlineReports als "löbliche Ausnahme".

In ihrem Text über die Bundesratswahlen zitierte die Luzerner Zeitung aus dem OnlineReports-Leitartikel über die Basler Kandidatin Eva Herzog.

In seiner Bestandesaufnahme über Basler Online-Medien startet das Wirtschafts-Magazin Trend von Radio SRF1 mit OnlineReports.

Die Basler Zeitung ging in ihrem Bericht über den Telebasel-Weggang von Claude Bühler auf dessen Rolle als Theaterkritiker bei OnlineReports ein.

Telebasel zog den OnlineReports-Bericht über Fassaden-Probleme am Markthalle-Hochhaus nach. Die BZ Basel zog auch nach, unterschlug aber eine Quellennennung.

In ihren Presseschauen zu den Bundessratswahlen zitierten bajour.ch und primenews.ch aus dem OnlineReports-Leitartikel über Eva Herzog.

matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Melanie Thönen übernimmt am 1. Mai die Leitung des Pädagogischen Zentrums PZ.BS. Sie folgt auf Susanne Rüegg, die Ende August 2022 pensioniert worden ist.

Sarah Baschung leitet ab 1. April den Swisslosfonds Basel-Landschaft in der Sicherheitsdirektion und folgt auf Heidi Scholer, die in Pension geht.

Basel-Stadt und Baselland wollen zusammen die psychiatrische Versorgung in der Gemeinsamen Gesundheitsregion weiterentwickeln.

Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.