© Foto zVg. BMF


UBS soll Holzkonzern-Schmiergelder gewaschen haben

Die UBS am Tropenholz-Pranger: Mehr als 90 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern aus der Abholzung malaysischer Regenwälder sollen von Holzkonzernen via Konten der Schweizer Grossbank gewaschen worden sein. Die Bank erklärt, sie handle gesetzeskonform.
Basel/Kota Kinabalu, 23. April 2012

Als Gross-Profiteur wird Musa Aman genannt, der Regierungschef des malaysischen Bundesstaats Sabah mit der Hauptstadt Kota Kinabalu im Norden der Insel Borneo. Dies meldet heute der Bruno Manser Fonds (BMF) mit Bezug auf einen Artikel in der gestrigen "SonntagsZeitung".

Seit einiger Zeit würden Medien in Malaysia "massive Korruptionsvorwürfe" gegen Musa Aman (Bild) erheben. Grund: Der Politiker soll jeweils "happige Schmiergelder" einfordern – als Gegenleistung für die Erteilung illegaler Holzkonzessionen im Tropenwald von Sabah, schreibt der BMF. Der Regenwald in Sabah, auch er Lebensraum von Waldvölkern, wird ebenso emsig niedergemacht wie jener in den benachbarten Staaten Sarawak (Malaysia) und Kalimantan (Indonesien).

Schweiz leistete Rechtshilfe

Von 2006 bis 2008 seien die Millionen auf von Strohmännern geführte Konti bei der UBS in Hong Kong ausbezahlt worden.  Auch bei der UBS in Zürich besitze Regierungschef Aman ein Konto. Es trage die Nummer 230-750692.01, spiele aber "noch eine unbekannte Rolle", heisst es in der Medienmitteilung.

Aufgeflogen sei die Affäre im August 2008. Da habe die Polizei von Hong Kong den Tropenholz-Händler Chia Tien Foh bei der Ausreise nach Malaysia mit einem Barbetrag von 16 Millionen Singapur-Dollar erwischt und verhaftet. Als die Justiz dem Geldsegen auf den Grund ging, landete sie bei Musa Aman und der UBS. Hierauf leistete die Schweiz Rechtshilfe – und schickte im März 2011 die Untersuchungsakten der Bundesanwaltschaft nach Hong Kong.

"Schweiz soll Potentatengelder einfrieren"

Der Bruno Manser Fonds will eigenen Angaben zufolge über Beweise verfügen, welche "irreguläre Einzahlungen auf Konti der UBS in Hong Kong in der Höhe von mehreren Millionen US-Dollar" beweisen sollen. Einzelne Zahlungsanweisungen seien mit dem Vermerk "Deposit for logging concession" (Einzahlung für Holzkonzession) versehen.  Von den gleichen Konti seien Auszahlungen an Firmen in der Karibik, an den Forstdirektor von Sabah und an die Söhne von Musa Aman getätigt worden.

Die Basler Regenwald- und Menschenrechtsorganisation nimmt einmal mehr die Gelegenheit wahr, auf das Gebaren des besonders rafffreudigen Taib Mahmud aufmerksam zu machen.  Diesem, Regierungschef des Sabah-Nachbarstaates Sarawak, warf bereits der auf Borneo verschollene Bruno Manser vor, rücksichtlos die Urwälder der Penan für das Füllen seiner Familien-Schatulle abholzen zu lassen – übrigens laut BMF ebenfalls mit Hilfe der Schweizer Grossbank. So habe Taib die UBS mit der Auflage einer öffentlichen Anleihe von 350 Millionen US-Dollar für die Sarawak-Regierung beauftragt. Für BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann gibt es auch darum nur noch eine Lösung: "Wir fordern den Bundesrat auf, sämtliche malaysischen Potentatengelder in der Schweiz einzufrieren."

 

UBS ist sich keiner Schuld bewusst

 

Auf die Anwürfe in den Medien und jene des BMF reagiert die UBS gelassen. So erklärte heute Morgen ihr Mediensprecher Yves Kaufmann gegenüber OnlineReports: "In sämtlichen Märkten, wo UBS operiert, tut sie dies im Einklang mit den geltenden regulatorischen Auflagen und Gesetzen." Grundsätzlich könne gesagt werden, dass "die UBS weltweit höchste Standards im Kampf gegen Geldwäscherei" umsetze. 

 

Auf die konkreten Vorwürfe des BMF im Zusammenhang mit dem Waschen von Schmiergeldern aus illegalen Regenwald-Abholzungen in Borneo mochte Kaufmann nicht eingehen. Hingegen präzisierte er das Vorgehen der UBS bei festgestellten Delikten: "Wenn Vermögenswerte kriminellen Ursprungs entdeckt werden, ist UBS verpflichtet, diese den Geldwäscherei-Behörden zu melden."
 




Weiterführende Links:
- Finma prüft suspektes Treiben von Multimilliardär Taib
- Schweiz soll Vermögen von Sarawaks Taib einfrieren
- Nestlés Palmöl-Offensive gegen die Regenwaldzerstörung
- UBS und CS sollen zur Ethik gezwungen werden
- Penan konfrontieren Richter mit Urwaldzerstörungen
- Antrag an Malaysia: Regierungs-Chef soll hinter Gitter
- Prinz Albert II steht auf Basler "Fahndungsplakat"
- Deutsche Bank wegen Taib Mahmud unter Verdacht
- Sarawak-Milliardär Taib als Geldwäscher verklagt


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Theater Basel

"Un sentiment de vie"
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"weibliche Schriftstellerinnen"

Schweizer Radio SRF 2 Kultur
Kultur kompakt
vom 6. Oktober 2021
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Genderpolitisch korrekt, es gibt heutzutage auch männliche Schriftstellerinnen.

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die grünliberale Fraktion wählt Grossrat Bülent Pekerman ins Büro des Basler Grossen Rates und nominiert ihn damit im kommenden Jahr für das Amt des Statthalters und im 2023 zum ersten Grossratspräsidenten der GLP.

Das Basler Silvester-Feuerwerk kann auch dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die frühere Baselbieter SP-Landrätin und Landrats-Präsidentin Heidy Strub ist am 21. September im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

Im Baselbiet sinkt der Leerwohnungsbestand auf 1 Prozent, was einem noch tieferen Wert entspricht, der derzeit in Basel-Stadt gilt.

Die Baselbieter Juso haben am 16. August über 2’100 Unterschriften für ihre Initiative "ÖV für alle" eingereicht, die das U-Abo für alle im Kanton wohnhaften Personen gebührenfrei machen will.

Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).