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Friedhof "Hörnli": Mehr Bäume und weniger Parkplätze

Ein rot-grünes Komitee macht sich für die Umgestaltung im Gebiet um den Eingang des Basler Friedhofs "Hörnli" stark: Es befürwortet den umstrittenen Abbau von Parkplätzen zugunsten der Verlängerung der bestehenden Allee. Am 26. September wird darüber in einer Referendums-Abstimmung entschieden.
Riehen, 24. August 2021

Mit dem vorliegenden Umgestaltungs-Konzept gar nicht einverstanden ist der einstimmige Riehemer Gemeinderat, der die Urzelle des Referendums ist, aber mit grossem Support der bürgerlichen Parteien rechnen kann (siehe Parolenspiegel). Unbestritten ist der Bedarf an Sanierung und Erneuerung von Strassenoberflächen, Trottoirs und unterirdischen Werkleitungen. Umkämpft ist aber der ökologische Teil des Projekts, insbesondere der Abbau von Parkplätzen unmittelbar am Eingangsbereich des Friedhofs.

Heute Dienstagmorgen warb das Komitee "Ja zum Hörnli" mit der Präsentation seines Argumentariums für die Annahme der Vorlage. Es traten auf: Jean-Luc Perret (SP-Grossrat), Roland Chrétien (Pro Velo beider Basel), Katja Hugenschmidt (Verein Ökostadt), der ehemalige grüne Grossrat Thomas Grossenbacher sowie der Riehemer "Basta"-Grossrat Mike Gosteli.

"Grosse graue Teerfläche"

Das Ja-Plakat legt den Schwerpunkt auf den "würdigen Hörnli-Vorplatz", obschon auch der Otto Wenk-Platz und der Kohlistieg umgestaltet werden. In der Argumentation gingen die Befürworter jedoch auch ausführlich auf die Parkplatz-Situation um den grössten Friedhof der Schweiz ein, dessen Vorplatz sich heute als "grosse graue Teerfläche" präsentiere und keine Einheit mit dem eigentlichen Gottesacker bilde.

Thomas Grossenbacher betonte, dank fünf Bus-Linien, einem Friedhof-Rufbus, dem S-Bahn-Anschluss, neuen Abstellflächen für Velos und zahlreichen Parkplätzen sei das "Hörnli" auch künftig nicht nur "bestens und ausgezeichnet erreichbar", sondern erfahre "auf verschiedensten Ebenen eine spürbare Verbesserung".

Parkplatz-Angebot "absolut ausreichend"

Auf der Basis von Angaben der Stadtgärtnerei sowie des kantonalen Planungsamtes betonte Grossenbacher, auf dem Friedhofs-Areal und dessen direktem Umfeld stünden bisher 347 Parkplätze bereit. Mit der Aufwertung des Eingangs sollen Trauergästen und Besuchenden immer noch 293 Parkplätze zur Verfügung stehen. Angesichts der heutigen durchschnittlichen Auslastung von "lediglich 60 Prozent" sei das künftige Angebot "absolut ausreichend". Auch könne der durchschnittliche Bedarf an normalen Tagen mit einer Auslastung von 90 Prozent problemlos gewährleistet werden.

SP-Grossrat Perret gab zu bedenken, dass trotz der um 16 Bäume verlängerten Allee weiterhin 43 Parkplätze auf dem Vorplatz des Friedhofs bleiben (bisher 89). Als Mitglied der grossrätlichen Kommission für Umwelt, Verkehr und Energie (UVEK) wies er darauf hin, dass diese Kommission mit acht zu drei Stimmen die jetzt vorliegende Variante weiterverfolgt habe. Erst durch die Opposition des Riehemer Gemeinderates sei in der Grossratsdebatte der "grosse Widerstand" aufgeflammt. Trotzdem stimmte das Kantonsparlament der Vorlage mit ihrer "sicheren und komfortablem Infrastruktur" mit 52 zu 44 Stimmen zu.

Mehr Bäume – weniger Stadthitze

Von einem "ökologischen Gewinn" sprach Katja Hugenschmidt, Präsidentin des Vereins Ökostadt und langjähriges ehemaliges Mitglied der kantonalen Baumschutz-Kommission. Sie knüpfte am neulich von GLP-Baudirektorin Esther Keller vorgestellten Stadtklima-Konzept und dessen Forderung nach "dringend mehr Bäumen und mehr unversiegelten Stadtböden an. Wegen der Stadtverdichtung fehle nicht nur oft der Schatten und der Sauerstoff der Bäume, sondern auch offene Böden, die Regen und Feuchtigkeit speichern können.

Mit grösseren Sickerflächen und durchlässigen Bodenbelägen könne das Wachstum der insgesamt 34 neuen Bäume gefördert werden. Dies sei wichtig, zumal Basel-Stadt dieses Jahr "sehr viele abgestorbene Bäume" zu verzeichnen habe.

Friedhof-Vorplatz: "Ein Unort"

Obschon der Gemeinderat Geschlossenheit markiert und auch Esther Kellers baselstädtische GLP die Nein-Parole herausgab, sei die Stimmung in der Standortgemeinde Riehen "nicht eindeutig", sagte der Historiker und einzige "Basta"-Einwohnerrat Mike Gosteli. Er verwies auf den "parkähnlichen und naturnah" gestalteten 90-jährigen Friedhof, dessen mehrmals umgebauter Vorplatz "fast an den Parkplatz eines verlotterten Provinzflugfeldes" erinnere.

In Aufnahmen aus den dreissiger Jahren hätten Friedhof und Vorplatz ein "stimmiges städtebauliches Ensemble" gebildet, was heute kaum noch zu erahnen sei: "Wenn Riehen überhaupt einen Unort kenn, dann ist er genau hier."

Gosteli erinnerte auch daran, dass der Vorplatz in den letzten Jahrzehnten "in erster Linie den Bedürfnissen des motorisierten Individualverkehrs angepasst" worden sei – unter Vernachlässigung des öffentlichen Verkehrs. Dessen Infrastruktur müsse jetzt auf den neusten Stand und in Einklang mit dem Behindertengleichstellungs-Gesetz in Einklang gebracht werden, so dass auch ältere Menschen den Friedhof möglichst einfach erreichen können.

Riehen ist eigentlich autoarm

Roland Chrétien, der Geschäftsführer von "Pro Velo beider Basel", betonte, dass zugunsten des Fahrradverkehrs zwischen Otto Wenk-Platz und Rauracherstrasse "Tempo 30" eingeführt werde.

Am Rande der Medienkonferenz war zu erfahren, dass Riehen pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner 399 Motorfahrzeuge zählt. Das sei der tiefste Anteil aller Städte mit 20’000 bis 49’999 Einwohnenden.

Bild von links: Jean-Luc Perret, Roland Chrétien, Katja Hugenschmidt, Thomas Grossenbacher, Mike Gosteli



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"Gibt's dann auch so ein Verkehrspuff?"

Vor ein paar Jahren war ich an einer Beerdigung auf einem grossen Friedhof in Irland eingeladen. Der Bus, der die Trauerfeiergäste von der Kirche zum Grab brachte, fuhr schnurstracks in den Friedhof ein und zirkelte direkt vor den betreffenden Grabstein. Gefolgt von einem weiteren Mini-Bus (mit den Angehörigen) und ein paar Privatautos. Ein Verkehr wie seinerzeit auf dem Barfi.

Ich bin mir jetzt nicht sicher wie das rauskommt, wenn im Abstimmungskampf auf die rund 40 Parkplätze im Friedhof Hörnli verwiesen wird, die praktisch nie genutzt werden. Gibt's dann auch so ein Verkehrspuff, wenn vor dem Friedhof die Parkplätze entfernt werden? Viele Besuchende einer Trauerfeier kennen die Parkplätze am oberen Eingang (Grenzacherweg) und jene im Friedhof jetzt noch nicht… Nach der Abstimmung dann vermutlich schon.


Daniel Thiriet, Riehen



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"Wenn es keine driftigen Gründe für die Trennung gegeben hätte, hätte der anwaltlich vertretene Marc Fehlmann niemals eine Vereinbarung unterzeichnet."

BZ Basel
vom 21. Juni 2022,
die Basler Regierung zitierend
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So triftig die Gründe auch sein mögen, sie driften nach Gutdünken ab.

Frisch pubertiert

Sommer: Wem gehört die Stadt?

RückSpiegel


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