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"TagesWoche": Die Nicht-Anti-BaZ ist da!

Jetzt ist Basel um eine Wochenzeitung und ein Online-Portal reicher: Die "TagesWoche" ist da. Heute Donnerstagabend war Vernissage in der "Mitte".
Basel, 27. Oktober 2011

Die Zeitung mit Stories, Hintergründen und Lesestoffen jede Woche am Freitag, der aktuelle Online-Auftritt "täglich". Das ist, grob gesagt, das Konzept des neusten Basler Medienprojekts, das im Frühjahr entstand – aus dem Aufstand gegen die zunehmend SVP-durchtränkte "Basler Zeitung". Einige tausend Linke und Grüne und auch einige liberale Bürgerliche kündigten ihr BaZ-Abonnement, Aktivisten machten Front gegen die "Blocher-BaZ" und 19'000 Personen unterzeichneten einen Aufruf der Aktion "Rettet Basel" mit folgendem Wortlaut: "Die Stadt Basel hat eine Tageszeitung verdient, die unabhängig denkt und kein Hebel für die SVPisierung der Schweizer Medienlandschaft ist. Ich bin bereit, meinen Teil dazu beizutragen."

Vor allem trägt die Mäzenin Beatrice Oeri ihren Teil zum Projekt bei – über mehr als fünf Jahre mit zweistelligen Millionen-Beträgen (siehe weiterführenden Link unten). So komfortabel ausgestattet wie noch nie ein Schweizer Medien-Projekt, leitete der frühere BaZ-Chefredaktor Ivo Bachmann die Vorbereitung. Für die redaktionellen Belange zuständig ist das Team um die Redaktionsleiter Urs Buess und Remo Leupin.

Viel Prominenz an der Vernissage

Nun haben die 19'000 BaZ-Gegner keine Tageszeitung, sondern – von einer opulenten und teilweise etwas dick aufgetragenen Werbekampagne ("Die innovativsten Journalisten") unterstützt – eine Wochenzeitung erhalten, von der die Verantwortlichen immer wieder betonten, sie sei "keine Anti-BaZ". Die Zahl von bisher 5'000 Abonnenten wirkt nicht gerade berauschend – und doch ist sie eindrücklich angesichts der Tatsache, dass dieser Zuspruch der Abonnenten schon erfolgte, noch bevor die erste Zeitung auf dem Tisch lag. Es ist anzunehmen, dass die 100'000 Exemplare, die von der Erstzeitung in der Region Basel verbreitet werden, zu einem ersten Wachstumsschub führen.

Heute Donnerstagabend präsentierte eine Dame des Hauses anlässlich des Kick-off im Kaffeehaus "Mitte" in Basel die erste Ausgabe. Zahlreich vertreten war die politische Prominenz, politisch mehrheitlich Mitte-links, Kulturschaffende, Journalisten waren gar aus Zürich angereist. Markus Somm haben wir im Säulenwald der "Mitte" nirgends erblickt, aber einige Basler Regierungsräte, den Grossratspräsidenten und – Moritz Suter (Bild), der Präsident der BaZ-Holding, tauchte für kurze Zeit Zigarre rauchend auf.

BaZ braucht sich nicht zu fürchten

Das Format von 26 auf 36 Zentimeter ist neuartig in der Schweiz, aber handlich und vor allem gestattet es eine gepflegte Zeitungs-Typografie, die auch der Qualitäts-Fotografie prominente Formate ermöglicht. Das Layout ist luftig, ansprechend. "Und jetzt?" ist die Front-Schlagzeile zur Aufmacher-Geschichte über "diese Probleme", die das neue Parlament lösen muss. Witzig die thematischen Illustrationen aus Zeitungspappe zu fünf Problemfeldern "Energie", Sozialwerke", "Verkehr", "Bildung" und "Europa".

Es folgen dies und das aus der Region, eine "Schweizerhalle"-Recherche ("Die Lehren aus dem Unfall"), eine Fricktaler-Recherche über Asiatinnen jagende Pilzsammler. Die ausserlokalen Bereiche Wirtschaft, Ausland, Kultur, Sport und Faits divers sind mit überraschend wenigen, aber oft Interesse weckenden Themen – so über die Familienclan-Herrschaft in der griechischen Politik oder ein insbesondere fotografisch überzeugend gelungenes Interview mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf – abgedeckt.

Unter den politischen Kolumnisten dominiert die Farbe rot-grün, die SVP ist nirgends offensichtlich erkennbar. Die Tonlage ist moderat, der Schreibstil eher zahm, jedenfalls nicht von grosser Leidenschaft getrieben. Die "Basler Zeitung" wird die "TagesWoche" kaum fürchten müssen: Zu verschieden sind ihre konzeptionellen Ansätze. Offen bleibt anderseits, ob sich das duale Projekt ohne den grosszügigen Mäzeninnen-Support überhaupt finanzieren liesse.

Der Kick-off-Knüller fehlte

Doch übers ganze Heft betrachtet, hat die Aufmachung Mängel: Es fehlt die durchgängige Idee. Doppelseiten haben eigene Identitäten, sie erinnern mal an die SonntagsZeitung, oder an den Beobachter, dann wieder an das "Magazin", den "Brückenbauer" oder an den "Baslerstab". Irritierend sind die markant in Erscheinung tretenden, vierfarbigen Ganzseiten-Anzeigen, die insbesondere mit den grossformatigen Reportage-Fotos in Konkurrenz treten.

Den an Medien-Kickoffs üblichen Knüller haben wir in der Erstlingsausgabe nicht gefunden. Aber wir sind an der Zeitung dennoch hängen geblieben. Und das ist nicht wenig.

Attraktive Online-Plattform

Die 17 Journalisten – früher war von deren 30 die Rede –, die die Printausgabe produzieren, liefern auch die aktuellen Stoffe für die Online-Ausgabe, die aber auch grössere Beiträge aus der gedruckten Zeitung übernimmt und stark auf den Austausch mit der Online-Community setzt. Die optische Aufmachung ist attraktiv. Doch es zeigt sich, dass das Projekt hier an seine Grenzen stösst: Den Ausland-Teil kann die Redaktion nicht mit Eigenleistung bestreiten, sondern muss auf Agenturmeldungen zurückgreifen. Im Kiosk-Verkauf kostet die Ausgabe fünf Franken – happig!

Was bedeutet insbesondere der Online-"TagesWoche" für OnlineReports? Er ist ein Frontalangriff, dem wir sportlich begegnen. Er sorgt aber – selbst wenn er mit einem Vielfachen unserer Mittel ausgestattet ist – auch für Medienvielfalt und Medienwettbewerb, der die Medienkultur in der Region Basel belegt und erfrischt. Machs gut, liebe Konkurrenz von der "TagesWoche"!

www.tageswoche.ch




Weiterführende Links:
- Basel erhält auf Jahresende eine neue Zeitung


Die "Tageswoche"-Struktur

Herausgeberin der "TagesWoche" ist die "Neue Medien Basel AG". Ihre Verwaltungsräte: Der Anwalt Thomas Gelzer und der Medienberater Ivo Bachmann. Diese Firma gehört der in Basel domizilierten "Stiftung für Medienvielfalt". Diese Stiftung (Anwalt Andreas Miescher, Präsident; Hotelier Franz-Xaver Leonhardt und Regisseur Nicolas Ryhiner) wurde im April dieses Jahres durch die Stiftung "Levedo" der Mäzenin Beatrice Oeri finanziert. Über die Höhe der Unterstützung und die Unterstützungsdauer herrscht keine Transparenz. Die Schätzungen liegen gesamthaft bei zwischen 30 und 50 Millionen Franken.


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"Dieses Projekt hat keine Chance"

Der Autor stellt die Frage nach den Chancen für die TagesWoche (ach, wie originell, der Name) ganz furchtbar lieb und anständig: Vielleicht, weil er denen (noch) nicht weh tun möchte. Ich sage es ganz direkt: Dieses Projekt hat keine, aber wirklich überhaupt kleine Chance. Es gibt aus den letzten Jahrzehnten genügende Beispiele für Presse-Projekte, welche an den (betriebs-)wirtschaftlichen Bedingungen scheiterten. In ein paar Jahren, wenn es der Frau Oeri definitiv "ablöscht", weil es ihr stinkt, noch mehr Millionen zu verlochen, läutet auch für die TagesWoche das Totenglöggli.

 

Die einzige alternative Ausnahme im Medienwald ist die WOZ. Die schrammt aber auch ständig dem Abgrund entlang und existiert – man würde eigentlich besser sagen seucht und/oder vegetiert – auch nur dank der Hungerlöhne der sich selbst ausbeutenden Schreiber-Crew. Ob für ein solch lächerliches "Honorar" die TagesWoche-Journis wohl morgens überhaupt aus den Federn kriechen würden?

 

Die vom Autor als "Frontalangriff" auf OnlineReports bezeichnete "Konkurrenz" sehe ich – mindestens aus heutiger Sicht – überhaupt nicht. Da müssen die sich noch ganz gewaltig was einfallen lassen und "den Finger aus dem Allschwiler Weiher nehmen".


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"Woher soll ich die Zeit nehmen?"

Wenn man genau hinguckt, erkennt man, dass die witzigen Illustrationen zu den fünf Problemfeldern nicht aus "Zeitungspappe" sind, sondern aus Wahlzetteln.

 

Aber davon abgesehen: Die Verbindung von Online- und Printmedium scheint mir interessant. Ich weiss bloss nicht, woher ich die Zeit nehmen soll , um all die Online-Möglichkeiten auszuschöpfen und so wirklich das Optimum aus der neuen "Onleitung" zu schöpfen.


Gaby Burgermeister, Basel




"Treffender Kommentar"

Sympathisch und treffend dein Kommentar! Ich gratuliere Dir zu Deinem Sportsgeist.


Marc Flückiger, Basel




"Ordentlich, aber eher langweilig"

Und jetzt? (oder neuhochdeutsch "so what?") ist meine Reaktion auf das neue Medienbuschi, das ich biereifrig für einen "Schnägg" am Kiosk gekauft habe. Ich fand's den Preis nicht wert; Gesamturteil: ordentlich, aber eher langweilig!

 

Hinterher kam die "Tages Woche" auch noch (gratis!) per Post ins Haus, was den Durchschnittspreis auf 2.50 reduzierte. Für so viel würde ich's eventuell wieder einmal kaufen ...


Heinrich Heusser, Basel



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"Stella Weihofen, seit 2019 im Vorstand, wurde neu als Kassier gewählt."

Juso Basel-Stadt
in einer Medienmitteilung
vom 22. November 2021
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Gender-Polizei her: Stella ist eine Frau.

RückSpiegel


Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Weil bei der Baselbieter Polizei Beat Krattiger, Chef Sicherheitspolizei, in etwa zwei Jahren vorzeitig in Pension gehen will, kommt es ab 1. Januar aus Gründen der Kontinuität zu einer Stellen-Tausch mit Reto Zuber, dem bisherigen Chef Planung und Einsatz.

Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

Die Ost-West-Piste des EuroAirports wird ab 2. Dezember aufgrund der Verschiebung des magnetischen Nordpols von "08/26" zu "07/25" umbenannt.

Die Geschäftsleitung des Landrats hat angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen beschlossen, dass an den Landratssitzungen per sofort wieder Maskenpflicht gilt.

24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

Der Basler Journalist, Historiker und langjährige Grossbritannien- und Irlandkorresponent von Radio SRF, Martin Alioth, ist am 18. November nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

Die Mitglieder des Schutzverbandes EuroAirport wählten am 11. November die Reinacher Einwohnerrätin Katrin Joos Reimer als neue Präsidentin und Nachfolgerin von Landrätin Rahel Bänziger.

Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

Die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach wurde am 8. November in der Dunkelheit mit zwei Eiern beworfen.

Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung

Trotz Steuerfuss von 65 Prozent rechnet das Budget 2022 der Stadt Liestal mit einem Defizit von 4,7 Millionen Franken.

Tom Wiederkehr und Andrea Schäfer erhielten von der Basler Regierung den Zuschlag für den Betrieb des Pavillon-Cafés im Schützenmattpark ab 2023.

Bettina Buomberger (40) wechselt von der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion in die Finanz- und Kirchendirektion und übernimmt die Leitung des Personalamts an Stelle von Martin Lüthy, der den Kanton per 30. Oktober 2021 verlässt.

1'500 Unterschriften trägt die Petition an die Vertreter der Leimentaler Gemeinden, die mehr Velostrassen im Leimental fordert.

Die baselstädtische EVP nominiert Gemeinderätin Christine Kaufmann für das Riehener Gemeindepräsidium und gleichzeitig für den Gemeinderat, und Bürgerrat Daniele Agnolazza als Gemeinderat.

Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Die SP Riehen nominierte den bereits amtierenden Gemeinderat Guido Vogel zusammen mit Grossrätin Edibe Gölgeli für den Gemeinderat.