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"Dann darf ich meine Mappe packen": Lärm-Anstösserin Barbara Schneider

"Mich regt jetzt nichts auf, was mich eigentlich aufregen müsste"

Basler Baudirektorin Barbara Schneider über einen Arbeitsplatz* hinter der Lautsprecherfront


Von Peter Knechtli


In einem Tag ist Anpfiff. Der Nervenkitzel steigt wie der Lärmpegel. Das Büro der Basler Regierungsrätin Barbara Schneider liegt einen Steinwurf hinter den wummernden Lautsprechern der Public Viewing-Zone der "Euro 08" auf dem Münsterplatz - ein Grund, sich sorgenvoll nach ihrer Drei-Wochen-Perspektive im Dienste des Staates zu erkundigen.


OnlineReports: Frau Schneider, Sie arbeiten rund 20 Meter neben den Lautsprecherwänden. Seit Wochen wird gehämmert und montiert. Und morgen Samstag geht's erst recht los. Können Sie sich noch konzentrieren?

Barbara Schneider: In der Vorbereitung zur "Euro 08" habe ich festgestellt, dass ich drei Eigenschaften habe, die nicht "Euro"-kompatibel sind: Erstens bin ich nicht sehr lärmresistent ...

OnlineReports: ... das passt ja gut zum Soundcheck des Schlagzeugs, der eben einsetzt und unser Gespräch fast verunmöglicht ...

Schneider: ... Ja. Früher kämpften die Arbeiter dafür, dass sie in den Industriehallen nicht mehr dem stampfenden Lärm ausgesetzt sind. Heute ist es selbstverständlich, dass die Leute das freiwillig hinnehmen.

OnlineReports: Zweitens ...?

Schneider: ... fühle ich mich in Menschenmassen, in denen alle in eine Richtung schreien und toben, auch sehr unwohl, und drittens ist der Fussball nun nicht meine grösste Leidenschaft.

OnlineReports: Frau Schneider, hören Sie mich noch?

Schneider: Jaja. Ich könnte mich jetzt drei Wochen lang unglücklich machen und mich darüber aufregen, dass zum Beispiel die Stadt eigentlich – Entschuldigung – sehr wüst ist.

OnlineReports: Was missfällt Ihnen?

Schneider: Bei all diesen Installationen hatte niemand eine Handschrift an den Tag gelegt, bei der noch ein Bisschen Gestaltung oder Ästhetik zum Ausdruck käme.

OnlineReports: So schlimm ist es mit der Ästhetik nicht. Wir haben immerhin grüne Bahnhofs- und Theaterfassaden.

Schneider: Dass die Architektur nur ein Werbeträger ist, gefällt mir nicht. Aber im Gegensatz zu Theater-Direktor Georges Delnon würde ich nun nicht mit hängendem Gesicht und triefender Miene vor so ein Plakat stehen und jammern.

 

"Ich mache die 'Euro'
zu einer Übung der Gelassenheit."


OnlineReports: Wie gehen Sie dann um mit dem Rummel vor Ihrem Arbeitsplatz?

Schneider: Ich habe für mich entschieden, dass ich die "Euro" zu einer Übung der Gelassenheit mache ...

OnlineReports: ... nicht zur Überlebensübung?

Schneider: Nein. Mich regt jetzt nichts auf, was mich eigentlich aufregen müsste – wenn es laut, wüst und grölend ist.

OnlineReports: Haben Sie die Nüsschen und das Ueli-Bier in Ihrem Büro schon bereit gestellt?

Schneider: Nein, auch nicht. Keine Vorbereitung auf die "Euro".

OnlineReports: Wasser? Basler Wasser?

Schneider: Das hat es immer im Büro, aber nicht wegen der "Euro".

OnlineReports: Aber Frau Schneider, arbeiten Sie überhaupt noch?

Schneider: Ja, ich arbeite. Wenn der Lärm allerdings an meine Gesundheit geht, darf ich meine Mappe packen und zu Hause weiter arbeiten. Diese Kompetenz haben meine Mitarbeiter auch.

OnlineReports: Das heisst: Nachmittags um 14 Uhr, wenn's losgeht, wäre Feierabend?

Schneider: Von Feierabend kann keine Rede sein. Ich habe versucht, alle auswärtigen Sitzungen auf den Nachmittag zu legen, damit ich nicht im Büro sein muss. Zudem habe ich zu Hause einen Arbeitsplatz mit direktem Zugang zu meinen beruflichen Mails.

OnlineReports: Ist es nicht dennoch etwas frustrierend, wenn man die Münsterplatz-Leinwand nur von hinten sieht?

Schneider: Nein. Ich will mich jetzt nicht über Sachen aufregen, die alle wollten. Und die "Euro" wollten alle.

OnlineReports: Aber wollen Sie nicht mindestens das Eröffnungsspiel anschauen?

Schneider: Nein.

 

"Da montiere ich still und leise meine Oropax."


OnlineReports: Wie ist es mit Oropax?

Schneider: Die habe ich immer dabei. Ich bin ein Mensch, der an vielen Orten unter Lärm leidet – zum Beispiel beim Zugfahren. Da montiere ich still und leise meine Oropax – und gewisse Dinge dringen dann nicht mehr an mich heran.

OnlineReports: Sind Oropax manchmal auch während Regierungssitzungen nötig?

Schneider: Nein, das nicht. Aber am Arbeitsplatz kommt es immer wieder vor, wenn auf dem Münsterplatz Soundchecks oder Ähnliches abgehen. Auch während der Herbstmesse ist Lärmresistenz sehr gefragt.

OnlineReports: Könnten Sie sich nach drei Wochen vorstellen, zu sagen, nochmals drei Wochen wären toll?

Schneider: Das kann ich mir nicht so vorstellen. Ich hörte Leute, die intensiv an der "Euro" arbeiten, sagen, sie freuten sich auf den 30. Juni. Aber ich bin kein Miesmacher. Ich freue mich für alle Leute, die die nächsten drei Wochen als Fussballfans vor sich haben.

OnlineReports: Das heisst, Sie werden keinen einzigen Match besuchen?

Schneider: Es sieht nicht so aus, Nein.

 

* Das Gespräch fand am Eingang zum Baudepartement auf dem Basler Münsterplatz statt.

6. Juni 2008


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"Eine weise Strategie"

Toll, wie Barbara Schneider reagiert vor dem "Anpfiff der Euro 08" auf dem Münsterplatz. Nun, in den vielen Jahren hat sie schon viele Lärmpegel und Stürme überstehen müssen. Auf dem Münsterplatz wird mehrmals im Jahr gehämmert und gebohrt, sei's nun fürs "Open Air Kino", für die Herbstmesse oder am Münster. Barbara Schneider hat einen Weg gefunden, damit umzugehen und zu leben, und denkt auch an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man nehme Oropax oder verlege sein Büro in stillere Zonen. Super Frau Schneider, eine weise Strategie, nicht aus der Haut zu fahren.


Yvonne Rueff-Bloch, Basel




"Wer macht das gleiche Interview mit Peter Knechtli?"

Wer macht das gleiche Interview mit Peter Knechtli, der auch am Müsterplatz arbeitet, wer mit den Bibliothekarinnen der Allgemeinen Lesegesellschaft, wer mit den MitarbeiterInnen des Museums der Kulturen ... Und, und, und. Wer findet jemanden für ein Interview, der/die von dem ganzen Rummel überhaupt nicht betroffen ist: Wie fühlt sich das wohl an?


Beatrice Alder, Basel



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"Wir sind alle enger zusammengerückt"

Coop-Zeitung
Interview-Titel
vom 28. Dezember 2020
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Und das in Corona-Zeiten?

RückSpiegel


Die BZ nahm die OnlineReports-News über die Schliessung des Zeitungsladens "Press&Books" auf der Basler SBB-Passerelle auf.

Telebasel, das Regionaljournal und die Basler Zeitung nahmen in ihren Nachrufen auf Corina Christen auf OnlineReports Bezug.

Der OnlineReports-Primeur über den Rücktritt das Basler Grünen-Präsidenten Harald Friedl nahmen die BZ, Prime News, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und Telebasel auf.

Die Medienwoche berichtete bezüglich einer "Weltwoche"-Falschmeldung über den Basler Regierungsrat Lukas Engelberger darüber, dass Mörgeli die humoristische Gedankenspielerei auf Onlinereports.ch für bare Münze nahm.

In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-News über einen geplatzten Baselbieter Strafprozess auf.

Die Wochenzeitung ging in ihrem Bericht über den Abbau in grossen Schweizer Zeitungsredaktion auch auf "kleinere Player" wie OnlineReports ein.

Die BZ zieht den OnlineReports-Report über den Verzicht auf das Muttenzer Multiplex-Kino der "Kitag AG" nach.

Die OnlineReports-News über die Schliessung eines Tanzlokals in der Basler Innenstadt nahm die BZ auf.

In ihrer Besprechung von Roland Starks Kolumne-Buch "Stark!" nimmt die Volksstimme auf OnlineReports Bezug.

Die BZ kritisierte den designierten Basler SP-Regierungsrat Beat Jans für seinen Twitter-Tweet: "Wieso muss man in unserer Region eigentlich 'Onlinereports' lesen, wenn man sich umfassend informieren, statt belehren lassen will?"

Bajour.ch zitiert OnlineReports in einem Interview mit der Basler Regierungsrats-Kandidatin Stephanie Eymann.

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Am 1. April 2021 tritt Thomas Wenk (48) die neu geschaffene Stelle des Leiters der zentralisierten Informatik des Erziehungsdepartements an.

Der Basler SP-Grossrat Christian von Wartburg übernimmt für das Jahr 2021 die Präsidentschaft des Oberrheinrats.

Über das Referendum gegen den Allschwiler Quartierplan ALBA wid am 13. Juni abgestimmt.

Seit dem 4. Januar werden die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Laufental in einem Neubau unterrichtet.

Raphael Kissling (29) wird zum Jahresbeginn neuer Geschäftsführer der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen und Nachfolger von Johannes Sutter, der Stiftungsrat bleibt.

Die Muttenzer Gemeindeversammlung vom 9. Januar, 14 Uhr, wird auf Beschluss des Gemeinderates Corona-bedingt in der St. Jakob-Halle durchgeführt.

Für das Herbstsemester 2020 hat sich die Rekordzahl von 13'139 Studierenden und Doktorierenden für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben.

In Allschwil ist das Referendum gegen den Quartierplan "Alba" mit 601 gültigen Unterschriften zustande gekommen.

Michael Rolaz, derzeit Chief Development Officer CDO am Kantonsspital Baselland, wird neuer CEO der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK).

Für die zurückgetretenen Ralph Lewin und Andreas Sturm wurden neu Kristyna Ters und Mathis Büttiker in den BKB-Bankrat gewählt, während das Präsidium und die bisherigen Mitglieder durch die Regierung bestätigt wurden.

Die Basler Regierung beschloss zur Unterstützung von Unternehmen in der zweiten Corona-Welle, das Kreditbürgschafts-Programm wiederaufzunehmen.

Urs Bühler wird per 1. März 2021 neuer Leiter der "Zentralen Informatik" des Kantons Baselland.

Die Baselbieter Regierung senkt den Verzugszins 2021 bei der Staatssteuer von 6 auf 5 Prozent, während der Vergütungszins unverändert bei 0,2 Prozent bleibt.

Das Budgetdefizit 2021 in Höhe von 2,2 Millionen Franken sei "mehrheitlich coronabedingt", schreibt der Birsfelder Gemeinderat.

Sarah Thönen wird am 1. April 2021 die Leitung des Bereichs "Jugend, Familie und Sport" des Kantons Basel-Stadt übernehmen.

Die Birsfelder Gemeinderätin Regula Meschberger wird ab 1. Januar 2021 als Nachfolgerin von Bianca Maag-Streit den "Verband Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) präsidieren.

Gregor Leonhardt (52) übernimmt im Frühjahr 2021 die Leitung des Geschäftsbereichs Infrastruktur im Basler Tiefbauamt.

Der Basler Anwalt und Notar Andreas Waldmann zieht sich per 1. Januar 2021 aus der Kanzlei Waldmann Petitpierre als Partner zurück.

Der Baselbieter Landrat nahm das Gesetz über die Bekämpfung der Schwarzarbeit und das Arbeitsmarktaufsichts-Gesetz mit 71:18 Stimmen an, doch kommt es zur obligatorischen Volksabstimmung, weil die Vierfüntel-Mehrheit nicht erreicht wurde.

Der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard ist zum Präsidenten der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz (KKPKS) gewählt worden.

Die Central Real Estate Basel AG, Eigentümerin im Klybeck-Areal, tritt ab sofort unter dem neuen Namen Rhystadt AG auf.

Das Basler Marionetten Theater unterbricht per sofort seine Saison bis mindestens Ende 2020.

Die Basler FDP nominierte für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Wahlen erwartungsgemäss ihr Mitglied Baschi Dürr sowie die LDP-Liberale Stephanie Eymann.

Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo 120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.