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"Willkommen im Echsenland": "Futuro"-Repräsentanten*, Spatenstich

Spatenstich für ein unterirdisches Minergie-Paradezentrum

Die Zukunft von "Futuro", dem Technolgiezentrum der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, in Liestal wird konkret


Von Peter Knechtli


Mit einem Investitionsvolumen von 110 Millionen Franken entsteht im Gebiet Altmarkt in Liestal ein ökologisch vorbildliches Technologiezentrum. Bauherrin ist die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV). Heute Mittwoch fand der Spatenstich des Minergie-Bauwerks mit dem Namen "Futuro" statt, das in seiner Planung und Entwicklung nicht unumstritten war.


Heute war ein grosser Tag für BGV-Direktor Bernhard Fröhlich. Jahrelang kämpfte er in seiner gewohnten Manier für sein Projekt am Rande der Stadt Liestal, wo das Waldenburgertal ins Ergolztal mündet. Auf der bisher landwirtschaftlich genutzten und unmittelbar südlich an die SBB-Linie angrenzenden Fläche im Gebiet "Gräubern", auf der bis vor kurzem noch Obstbäume standen, wird in den nächsten eineinhalb Jahren ein "technologieorientiertes Zentrum" (Fröhlich) entstehen, das dem Baselbieter Kantonshauptort nicht nur städtebaulich, sondern auch bezüglich Nachhaltigkeit einen markanten Akzent verleiht.

"Futuro" besteht aus zwei Etappen. Realisiert wird zunächst einmal die erste Etappe mit einer Grösse von 9'100 Quadratmetern, die zu über 70 Prozent fest vermietet wird. Grösster Nutzer ist die Besitzerin BGV mit 37 Prozent der Fläche, gefolgt vom Baselbieter Kantonslabor mit 22 Prozent, Eicher+Pauli mit 8 Prozent, der Gribi Theurillat AG (5 Prozent) und "konkreten interessenten" mit 7 Prozent. Noch offen ist eine Fläche von knapp 2'000 Quadratmetern oder 22 Prozent. Fröhlich sagte heute an einer Medienkonferenz im "Haus der wirtschaft", er sei auch mit dem Basler Sanitätsdirektor Carlo Conti im Gespräch: "Ich hätte Freude, wenn auch das Kantonale Labor Basel-Stadt oder Teile davon bei uns im 'Futuro' wären." Schon zwischen Dezember 2008 und März 2009 sollen die Räume der ersten Etappe bezogen werden.

"Die Wiese wird zum Gebäude"

Das Auffälligste an "Futuro" ist die Bauanlage: Sämtliche Geschäftsräume sind unterirdisch angelegt und von aussen nicht sichtbar. In Erscheinung treten einzig vier als Eingänge dienende Glaskuben und bepflanzte Lichthöfe (Bild), die das Tageslicht in die Büros und Labors fluten lassen. Nach Angaben der Architekten ("Die Wiese wird zu einem Gebäude") wird sich das Terrain gegenüber heute nicht verändern. Die unterirdische Anordnung biete auch den Vorteil, dass die Mitarbeitenden vor Bahn und Strassenlärm geschützt würden. In den Arbeitsräumen werde eine "fast klostermässige Atmospähre" herrschen. Von den 100'000 Kubikmetern Aushub werden 30'000 Kubikmeter auf einem Nachbarschafts-Grundstück zwischengelagert und nach dem Bau wieder zurückgeführt. Der Rest wird deponiert. Die zweite Etappe mit einer Ausdehnung von 8'960 Quadratmetern wird dann realisiert, wenn das Bedürfnis danach nachgewiesen ist.

Die für die Region ungewöhnliche Bauweise, durch ein Team um den in Venedig domizilierten Architekten Carlo Calderan entworfen, zeichnet sich durch ihre konsequente Minergie-Konzeption aus. Energiesparen, Bauqualität und Behaglichkeit für die Nutzer seien hier die wichtigsten Stichworte, betonte der Bauphysiker Beat Rothweiler. Bezüglich Energieverbauch würden die kantonalen Anforderungen um 20 Prozent unterschritten. Genutzt werden alternative regionale Energien, so Fernwärme aus einer Holzschnitzelzentrale. Die Belüftung wird mit Wärmerückgewinnung ausgestattet und die Kühlung im Sommer über das Grundwasser gewährleistet. Die Beleuchtung folgt den Ansprüchen des Minergie-Standards. Ebenso verfügen alle Baumaschinen über Partikelfilter.

Besondere Aufmerksamkeit wurde auch der Landschaftsarchitektur an dieser "Schlüsselstelle zwischen Stadt und Landschaft" (so Ingo Golz) gewidmet. So sollen "Lebensräume vernetzt", Dachflächen begrünt und der im Bahnkörper der SBB heimischen Mauereidechse optimale Bedingungen geboten werden. Dieses Tier schien es Bernhard Fröhlich besonders angetan zu haben: "Willkommen im Echsenland!" rief er vor dem Spatenstich aus.

Lokales Gewerbe profitiert zu über 50 Prozent

Auf eine Frage von OnlineReports räumte Fröhlich ein, dass "keine totale Ökologisierung" von "Futuro" geplant sei, da viele Kunden der Mieter mit dem Personenwagen anreisen, für die 300 Parkplätze vorgesehen sind. Allerdings befinden sich auch die Haltestellen der Waldenburgerbahn (Haltestelle "Altmarkt") und mehrer Buslinien unmittelbar beim "Futuro". Gleichzeitig soll den Mitarbeitenden über das "Job-Ticket" öffentlicher Verkehr zu Vergünstigungen angeboten werden.

Das "Futuro"-Projekt war in seiner Entstehungsgeschichte nicht unumstritten. Bürgerliche Politiker um die Landräte Thomas de Courten (SVP) und Patrick Schäfli (FDP) hatten vergangenes Frühjahr gegen die Einmietung des Kantonalen Labors das Referendum ergriffen, das vom Volk allerdings verworfen wurde. Eines ihrer damaligen Argumente: Das regionale Gewerbe komme bei "Futuro" kaum zum Zug. Dem widersprach heute der BGV-Chef mit der Aussage, das regionale Gewerbe werde "zu 50 bist 70 Prozent profitieren". Von den bisher investierten 15 Millionen Franken seien 53 Prozent ins Baselbiet vergeben worden, 40 Prozent in die übrige Schweiz und 7 Prozent ins Ausland.

* Bernhard Fröhlich Vierter von links

21. März 2007


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Weitere RückSpiegel

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"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
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Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


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Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

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