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"Schwierig, einen Überblick zu gewinnen": Basler Verkehrserzeuger MParc

"MParc Dreispitz": Migros muss für Parkplätze nicht zahlen

Die Basler Baurekurskommission fällte einen wirtschaftsfreundlichen Entscheid


Von Christof Wamister


Das Basler Baudepartement wollte für das Einkaufszentrum "MParc Dreispitz" die Anzahl der Autofahrten regulieren. Das hat die Baurekurskommission nun abgelehnt. Doch für den erst nachträglich bewilligten Ausbau der Verkaufsfläche wird die Migros von der Kommission gerügt.


"Die Menge an Baubegehren, Bauentscheiden und damit zusammenhängender Korrespondenz ist gross", seufzt die Baurekurskommission (BRK). Es sei schwierig, hier einen Überblick zu gewinnen.

Zu lesen ist dies in einem mittlerweile rechtskräftigen Entscheid, der sich mit dem Streit zwischen Migros und dem Bau- und Verkehrsdepartement um Verkaufsfläche, Parkplätze und den Fahrten vom und zum "MParc Dreispitz" befasst. Der Grossverteiler hat im Hauptpunkt Recht erhalten: Er muss sich nicht einem Fahrtenmodell gemäss dem Basler Bau-und Planungsgesetz unterwerfen. Dieses verlangt, dass bei Anlagen mit viel Verkehr die Zahl der Parkplätze und der Fahrten pro Jahr festgelegt werden müssen. Wenn diese Limite überschritten wird, müsste für jeden Parkplatz und jede Fahrt über der Limite eine Abgabe entrichtet werden.

Verkehrsintensive Einrichtung

Das Fahrtenmodell wäre auf die Migros durchaus anwendbar, denn beim Einkaufszentrum an der Nordspitze des Dreispitz-Areals handelt es sich um eine verkehrsintensive Einrichtung im Sinne des Planungsrechtes. Sie umfasst 500 gebührenpflichtige Parkplätze und verursacht gemäss Verkehrszählungen im Durchschnitt 8'400 Fahrten pro Tag. Das Bauinspektorat wollte die Limite bei 6'000 Fahrten ansetzen.

Die Migros hat aber Glück: Der Supermarkt mit 35'000 Quadratmeter Verkaufsfläche war schon 1997 bewilligt worden. Und die Bestimmungen über das Fahrtenmodell stehen erst seit 2010 im Bau- und Planungsgesetz. Eine rückwirkende Anwendung ist nicht möglich – es sei denn, es hätten "eingreifende bauliche oder nutzungsmässige Veränderungen" stattgefunden.

Schrittweiser Ausbau ohne amtliche Bewilligung

Genau an diesem Punkt wollte das Bau- und Gastgewerbeinspektorat ansetzen. Denn dem Urteil der BRK ist zu entnehmen, dass die Migros seit 2006 die Verkaufsfläche für Lebensmittel schrittweise von 994 Quadratmeter auf 2'225 Quadratmeter ausgedehnt hat, ohne dafür immer eine Bewilligung einzuholen. 2010 wurde insbesondere die Lebensmittelabteilung völlig neu gestaltet.

Das Bauinspektorat bestand daher 2011 auf einem nachträglichen Baubegehren und nahm mit dem Amt für Mobilität gleichzeitig die Verkehrssituation unter die Lupe. Denn gemäss Erfahrungswerten gilt es als unbestritten, dass Einkaufszentren mit Frischwaren mehr Fahrten verursachen als andere Angebote. Mit der Begründung, dass sie deutliche bauliche Veränderungen mit Auswirkungen auf den Verkehr vorgenommen habe, wurde die Migros einem Fahrtenmodell unterworfen, wogegen sie sich zur Wehr setzte und jetzt Recht bekam.

Erst nachträglich bewilligt

Die Baurekurskommission kam zum Schluss, dass die Fahrtenzahl von 8'400 schon anlässlich einer Baubewilligung im Jahr 2006 ermittelt und akzeptiert worden sei.  Und seit dann konnte keine relevante Zunahme der Fahrten belegt werden. Dadurch werde auch in Frage gestellt, ob es sich bei den durch die Migros vorgenommenen Änderungen in der Inneneinrichtung und beim Sortiment um eine eine tiefgreifende Änderung mit entsprechenden Auswirkungen auf den Verkehr handle. Die Kommission hält aber auch fest, dass für diese Änderungen erst nachträglich und auf Intervention des Bauinspektorats eine Bewilligung eingeholt wurde, was "keineswegs gutzuheissen" sei.

Die exakte Zahl der Zu- und Wegfahrten könnte die Migros selber mit einfachen Mitteln erfassen. Aber Mediensprecher Dieter Wullschleger wollte sich dazu nicht äussern: Da die Migros eben nicht einem Fahrtenmodell untersteht, ist sie auch nicht verpflichtet, diese dem Baudepartement zu kommunizieren.  

Ein Fahrtenmodell kennt in Basel bis jetzt nur das bedeutend weniger florierende Einkaufszentrum "Stücki". Sinn des Planungsinstrumentes wäre es eigentlich, die negativen Auswirkungen eines intensiven Autoverkehrs auf die Umwelt, Gesundheit und die Verkehrs-Infrastukturen in Schranken zu halten. Bei den Wirtschafts- und Autoverbänden ist dies natürlich nicht unbestritten.

Bezogen auf den Dreispitz hat das von den Migros- und Obi-Kunden erzeugte Verkehrsvolumen aber durchaus Auswirkungen: Es beträgt nahezu ein Drittel aller täglichen Fahrten vom und zum baselstädtischen Teil des Dreispitz-Areals. Gemäss dem Bericht zur Nutzungsplanung des Departements und der Eigentümerin CMS soll der Verkehr in diesem Gebiet aber keinesfalls im gleichen Umfang wachsen wie die Bruttogeschossfläche, die im Dreispitz-Areal nahezu verdoppeln werden soll.

Zweite Planauflage Dreispitz ein Jahr später

Uneinigkeit über die Kontingentierung des Verkehrsvolumens spielt auch eine Rolle bei der Verzögerung der zweiten Planauflage für den "Dreispitz", die auf letzten Herbst versprochen war. Dies war von Martin Dätwyler, Vizedirektor der Handelskammer beider Basel, zu erfahren, der die Interessen der Dreispitz-Unternehmen vertritt. Er rechnet mit der Neuauflage des Nutzungsplanes nicht vor Ende der Sommerferien. Das Regelwerk sei immer noch sehr dicht und kompliziert. Die Wirtschaft hat jetzt ihre Bedenken schriftlich eingebracht.

Das Bau- und Verkehrsdepartement hält sich bezüglich des Fahrplanes bedeckt. Sprecher Marc Keller betont den Unterschied zwischen dem Fahrtenmodell, wie es für einzelne Unternehmen oder Einkaufszentren zur Anwendung komme, und einer Limitierung oder Kontingentierung von Fahrten, wie es für den gesamten Dreispitz weiterhin vorgesehen sei. Denn die Planer und auch die Christoph Merian Stiftung als Eigentümerin befürchten den permanenten Stau, wenn ohne Verkehrsmassnahmen baulich verdichtet wird – sowohl in den engen Dreispitz-Strassen wie auf den angrenzenden Kreuzungen, die auch vom Migros-Kundenverkehr tangiert werden.

29. Mai 2014

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"Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ist natürlich das bekannteste. Aber es gib tja auch noch andere."

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zitierend
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Tja!

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Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.