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"Skiferien in Dubai": Energiepolitiker Buser, Wirz, Franz

Forum für Energiepolitik von rechts: Gegen "ideologische Schein-Experten"

Neue "Liga Baselbieter Stromkunden" will "zukunftsorientierte Energiepolitik", aber Wind- und Photovoltaik-Anreize bekämpfen


Von Peter Knechtli


In Liestal formiert sich eine "Liga Baselbieter Stromkunden": Ihr Ziel ist es, die Energiepolitik nicht länger den rot-grünen Parteien zu überlassen. Auch will sie gegen "Subventionsjäger" und bestimmte erneuerbare Energien wie die Photovoltaik und die Windenergie im Kanton antreten.


Im Baselbiet seit Jahrzehnten bekannt ist die "Liga der Steuerzahler". Diese Organisation setzt sich für einen schlanken Staat, gegen schleichende Steuererhöhungen und eine kantonale Ausgaben- und Schuldenbremse einsetzt. Das Vorstandsverzeichnis liest sich wie ein "Who is who" der bürgerlichen Parteienlandschaft des Baselbiets. Geschäftsführer ist Christoph Buser, FDP-Landrat und Vizedirektor der Wirtschaftskammer Baselland.

"Übermotivierte Schein-Experten"

Jetzt hat Buser einen weiteren Funktions-Hut auf: Er ist Präsident der neugegründeten "Liga Baselbieter Stromkunden", deren Internet-Auftritt eine gewisse Verwandtschaft mit jener der "Steuerzahler-Liga" nicht abzusprechen ist. Dem Vorstand gehören Robert Dahinden (CEO der Chemiefirma CABB AG), der Bauunternehmer und CVP-Vizepräsident Remo Franz, die frühere FDP-Landrätin Rita Kohlermann (die pikanterweise als Präsidentin des UKB-Spitalrats aufgeführt wird, faktisch aber als Privatperson firmiert), der SVP-Landrat und Schnapsbrenner Hansruedi Wirz sowie der Füllinsdörfer Immobilien-Unternehmer Dominique Beurret an.

Heute Dienstag trat die Stromkunden-Liga anlässlich einer Medienkonferenz im Liestaler "Haus der Wirtschaft" zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Ziel der "Liga" ist es, so Buser, "die energiepolitische Arena nicht länger den ideologisch übermotivierten Schein-Experten zu überlassen". Gemeint sind die rot-grünen Parteien und parlamentarischen Energie-Akteure, die in den letzten Jahrzehnten die Stossrichtung der Energiedebatte einseitig diktiert hätten.

"Liga" will in Abstimmungskämpfe eingreifen

Die Ambitionen der "Liga" sind hoch: Sie will ein energiepolitisches "Kompetenzzentrum" werden, sich "bei europaweit führenden Beratungsunternehmen" und "spezialisierten Hochschulen" informieren lassen und für die eigenen Anliegen lobbyieren. So will sie künftig auch auf Abstimmungskämpfe Einfluss nehmen.

Der Zweckartikel der Vereins-Statuten ist recht allgemein gehalten. So will sich der Verein die Interessen der Baselbieter Stromkunden auf den Gebiet der Energie- und Klimapolitik wahrnehmen und sich für eine "zukunftsorientierte, sichere, wirtschaftliche, aber auch realisierbare Energiepolitik" im Kanton einsetzen. Der Begriff "Nachhaltigkeit" kommt darin nicht vor.

Dies allerdings ist nicht Zufall, sondern strategische Absicht: Denn mit verschiedenen neuen Energieproduktionsformen kann die "Liga" gar nichts anfangen. Wer bisher kritische Fragen zu erneuerbaren Energien gestellt habe, sei "gleich als Verhinderungspolitiker abgetan" worden, sagte "Liga"-Präsident Buser an der Medienkonferenz und ging gleich in die Offensive.

Scharfe Kritik an EBL-Photovoltaik-Aktion

"Spezialisierte Subventionsjäger-Firmen" forcierten die Photovoltaik oder "versuchen uns klarzumachen, dass beispielsweise Windpärke in der Region eine gute Investition seien". Dieses Vorgehen entspreche dem "Bewerben von Skiferien in Dubai". Das System der Einspeisevergütungen schaffe falsche Anreize für "Parallelproduktionen, die marktwirtschaftlich nicht stimmen und den Strom insgesamt verteuern".

Hart attackierte Buser die "völlig verfehlten Photovoltaik-Träumereien" der Elektra Baselland (EBL), die den Leuten vorgaukelten, "etwas Gutes zu tun". Tatsächlich würden aber "Ineffizienzen und noch nicht genügend ausgereifte Technologien" gefördert. Im Visier hatte Buser die gestern von der EBL vorgestellte Förderaktion zum Bau von 100 privaten Solarstrom-Anlagen. Dabei handle es sich um einen "kostspieligen Werbe-Gag". Bei jährlich 1'000 Sonnenstunden sei Photovoltaik im Baselbiet ungeeignet.

Da sei kantonale Förderprogramm im Gebäudebereich, wie es sein SVP-Parteikollege, Bau- und Umweltdirektor Jörg Krähenbühl, aufgelegt habe, schon realistischer, sagte der Reigoldswiler Landrat Hansruedi Wirz. Darüber hinaus müssten Sonnenkollektoren (für Wärmeerzeugung), Holzenergie, Anschlüsse an Holz- und Abwärmenetze Wärmepumpen und der Ersatz von Elektroheizungen gefördert werden. Von einer "Energiepolitik und einer Strommarkt-Liberalisierung mit Augenmass" sprach der frühere Aescher CVP-Landrat Remo Franz, der ebenfalls die zusammen mit "Energie Schweiz" – korrekt wäre: "Energie-Zukunft Schweiz" – die EBL-Solarstromaktion trage.

Ohne Initiative kein Gegenvorschlag

Bei "konsequenter Verfolgung unserer Energiepolitik" sei es aber möglich, bis 2030 den Anteil an erneuerbaren Energien im Kanton ohne Einbezug des motorisierten Verkehrs auf 40 Prozent zu steigern, wie es in der kürzlichen Volksabstimmung der erfolgreiche und von Christoph Buser formulierte Gegenvorschlag vorsieht. Auf die OnlineReports-Frage hin räumte Buser offen ein, dass es nicht zum Gegenvorschlag gekommen wäre, wenn die Grünen nicht die Initiative "Weg vom Öl" lanciert hätten. Gleichzeitig verneinte Buser die Frage, der Atomlobby in die Hände spielen zu wollen: "Wir sind nicht da, um ein kernenergiefreundliches Umfeld zu schaffen."

27. Oktober 2010

Weiterführende Links:


"Der grösste Chabis"

"Das erstaunt mich jetzt schon", sagte Beat Andrist (Bild), Mitglied der Geschäftsleitung der Elektra Baselland (EBL), gegenüber OnlineReports zur scharfen Kritik der "Liga" an der Aktion zur Unterstützung von 100 Photovoltaik-Anlagen: "Das ist der grösste Chabis." Die EBL schaue bei ihrem Impulsprogramm eben gerade darauf, "dass modernste Technologie eingesetzt wird". Wie schon bei der Förderung von thermischen Solaranlagen "schauen wir, dass kein Schrott eingebaut wird".

Natürlich gebe es auf der Welt sonnenreichere Standorte, die besser für Photovoltaik geeignet seien. "Aber wenn in der deutschsprachigen Schweiz eine Region zur Nutzung von Solarstrom in Frage kommt, dass ist es mittlere und obere Baselbiet." Die EBL-Aktion gebe ausserdem "dem einzelnen Bürger die Möglichkeit, seinen ökologischen Beitrag leisten".

Ob die Aktion sinnvoll sei oder nicht, werde letzlich "von den Privaten entscheiden". Wenn sie mitmachen, sei dies "eine Bestätigung dafür, dass die Aktion einem Bedürfnis entspricht". Schon heute Dienstag seien "zahlreiche Telefone" von Interessenten eingegangen – auch ausserhalb des EBL-Versorgungsgebiets.


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"Ein einziges Ziel"

Und noch eine Gruppierung mit Etikettenschwindel. Diese reiht sich zu all den anderen Foren, Gremien und Vereinigungen, die es in der Zwischenzeit zu Dutzenden in der Schweiz gibt, alleine mit dem Ziel, der Atomlobby den Weg zu ebnen.


Bruno Heuberger, Oberwil


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Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
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"Kilomattstunde"

OnlineReports.ch
in einer Meldung
vom 30. Mai 2018
über Wind-Energie
in der Region Basel
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Kein Wunder bei diesen lauen Lüftchen.

RückSpiegel


20 minuten online bezeog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".