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"Delegieren und telefonieren": Protagonist Fritz Schuhmacher

Ein meisterhafter Netzwerk-Arrangeur

Itag-Krise: Multi-Funktionalist Fritz Schuhmacher steht am Ende einer beispiellosen Karriere


Von Peter Knechtli


Nie suchte er das Licht der Öffentlichkeit, doch im Schutz der Diskretion zog er die Fäden wie kein Zweiter. Mit der Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Vermögensdelikte und Problemen um die von ihm verwaltete Gerstenhauer-Stiftung gerät der heimliche Basler Medien-Mogul und Mitbesitzer der Treuhandfirma Itag, Fritz Schuhmacher (59), arg in Bedrängnis. Wer ist Fritz Schuhmacher? Eine Annäherung.


Zum Leben von Journalisten gehört es auch, unangenehme Fragen zu stellen. Eher selten kommt es vor, dass sich die unangenehmen Fragen an die Verleger und Verwaltungsräte von Medienunternehmen richten. Das hat für sie den Vorteil, im Schutz vor kritischer Analyse und Publizität dem Geschäft nachzugehen, das gerade in der Herstellung von Publizität besteht.

Es gibt aber Ausnahmen. Der Basler Fritz Schuhmacher, promovierter Jurist, Anwalt und Vermögensverwalter, ist derzeit eine. Gnadenlose Schlagzeilen muss er über sich ergehen lassen: "Justiz ermittelt gegen Top-Manager - Verdacht auf Vermögensdelikte / 40-facher Verwaltungsrat Fritz Schuhmacher im Visier", hiess es in der SonntagsZeitung. Und selbst die "Basler Zeitung", in deren Verwaltungsrat Schuhmacher bis zu seinem unfreiwilligen Rücktritt Ende November formell noch als Vizepräsident firmiert, titelte: "Justiz verfolgt den Konsul von Monaco" und "Wer kann, geht auf Distanz zu Itag-Exponenten".

Die Ermittlungen richten sich gegen Schuhmacher und seinen Partner Konrad Annasohn (60), Sohn des früheren schweizerischen Generalstabchefs und ungarischer Honorarkonsul, im Rahmen ihrer Tätigkeiten als Verwaltungsrats-Vizepräsidenten bei der Treuhand- und Vermögensverwaltungs-Firma Itag AG. Gemeinsam halten sie zwei Drittel am Aktienkapital der Gruppe, die Vermögen von geschätzten 600 Millionen Franken verwaltet.

"In der BaZ war die Itag
'eine Basler Finanzfirma'."




So ungeschminkte Information über ein so diskretes Finanzhaus wie die Itag hat keine Tradition: Als im Frühjahr 2003 die frisch gewählte Baselbieter Justiz- und Polizeidirektorin Sabine Pegoraro (FDP) öffentlich ankündigte, dass gegen ihren Ehemann Peter - damals operativer Chef der Itag-Vermögensverwaltung - auf Anzeige der Firma hin ein Strafverfahren wegen Kompetenzüberschreitung im Gange sei, war bei der "Basler Zeitung" - notabene noch vor Ivo Bachmanns Aera - Schonungs-Stufe eins angesagt. Vertuschend hiess es in der Zeitungsmeldung, Pegoraro leite die Vermögensverwaltung "einer Basler Finanzfirma". In einem anderen Fall schrieb die BaZ, Pegoraro sei "von seiner Arbeitgeberin" suspendiert und angezeigt worden. Dass es sich dabei um die Itag handelte, wurde tunlichst verschwiegen - ob auf Anweisung oder im Sinne vorauseilenden Gehorsams, bleibt offen.

Als jedenfalls OnlineReports vor einigen Monaten im Fall Peter Pegoraro recherchierte, verlangte Schuhmacher, den Namen seines Unternehmens im Bericht nicht zu nennen: "Wir haben schon genügend Schaden."

Doch mit der Kälte, die das Verhältnis zwischen Schuhmacher und BaZ-Präsident Matthias Hagemann zunehmend belastete, schwand offensichtlich auch die redaktionelle Hemmschwelle: Viel kann zwischen den beiden ranghöchsten BaZ-Spitzen nicht mehr verkachelt werden, seit im aus Matthias Hagemann, Beat Meyer, Ruth Ludwig-Hagemann, Peter Merian, Publigroupe-CEO Hans-Peter Rohner und Gaudenz Staehelin bestehenden BaZ-Verwaltungsrat in Anwesenheit von Vizepräsident Schuhmacher wegen fehlendem Vertrauen "nicht mehr offen geredet" (Hagemann) werden kann. Man stelle sich vor: Dass gegen seinen Vizepräsidenten seit Monaten eine Strafuntersuchung lief, musste der BaZ-Präsident kürzlich aus der Zeitung erfahren.

Schuhmacher war Anfang der neunziger Jahre noch unter der Leitung von Hans-Rudolf Hagemann, dem Vater des amtierenden BaZ-Präsidenten, auf Empfehlung der Publicitas in den Verwaltungsrat geholt worden. Beim Generationenwechsel liess sich Matthias Hagemann als neuer Präsident anfänglich vom gesellschaftstüchtigen Juristen Schuhmacher und seiner weit überdurchschnittlichen Fähigkeit, Netzwerke zu bilden und Türen zu wichtigen kommerziellen und politischen Quellen zu öffnen, so beeindrucken, dass er ihn zu seinem Vize machte.

"Schuhmacher kann den Charme
eines englischen Landlords versprühen."




In der Tat vermochte Schuhmacher seinen Gesprächspartnern mit dem schmeichelnden Charme eines englischen Landlords die Aura zu vermitteln, zu den Grossen, Wichtigen und Einflussreichen zu gehören. Den Nimbus der Bedeutung unterstrichen äussere Symbole wie das äusserst noble Ambiente des Itag-Sitzes am Hirzbodenweg, der mit "CC"-Schild geschmückte Jaguar Daimler in der Tiefgarage, das Rotarier-Emblem am Revers. Daneben kann der galante Herr reflexartig seinen Habitus auf die Augenhöhe ganz gewöhnlicher Menschen einrichten. Dann findet er einen jovialen Umgangston, der weit von der auserlesenen Wortwahl jener feinen Gesellschaft entfernt ist, der sich der Generalkonsul von Monaco verbunden und zugehörig fühlt. "Ich als einfacher Landanwalt von Hobel (sein Wohnort Hochwald im Volksmund, red.)", kokettierte er jeweils mit seinem tatsächlichem Status.

Der sonore Ton des ehemaligen Panzer-Obersten und die gierige Art, mit der er den Rauch der Marlboro verschlingt, gehören ebenso zu seiner Wesens-Charakteristik wie die Geistesgegenwart, im richtigen Moment das Wohlklingende oder Schroffe zu sagen oder - wie in seinem eigenen Fall - zu schweigen. Der Umgang mit Fritz Schuhmacher war nie frei von hierarchischer Aura.

"Er will die Macht."




Er kennt die angepassten Umgangsformen, auch Witz und Bildung verrät er in der Konversation. "Er hat schon sehr sich selbst im Auge, aber ausgenützt kam ich mir noch nie vor", äussert sich ein langjähriger politischer Weggefährte positiv. Fritz Schuhmacher kann auch spassen, aber spassen lässt er mit sich nicht. Liebesentzug muss riskieren, wer sich ihm auch einmal mit Fragen oder Kommentaren nähert, die auch nur annähernd geeignet wären, seine Interessen zu tangieren. "Er will die Macht", sagte ein langjähriger Vertrauter, der, wie weitere Informanten, mit denen OnlineReports sprach und deren Einschätzung diesbezüglich ähnlich lauten, nicht namentlich genannt werden will.

Macht hat er in seiner filmreifen Karriere ganz beträchtlich akkumuliert. Insbesondere der Medienbereich schien es ihm angetan zu haben. Kaum ein Medien-Projekt gibt und gab es in der Nordwestschweiz, in dem nicht auch Fritz Schuhmacher seine Fäden spannte oder Beteiligungen erwarb: Die "Basler Zeitung", "Radio Basilisk", deren LH Holding er einmal präsidierte, die Stiftung Kabelnetz Basel ("TeleBasel"), in deren Stiftungsrats-Ausschuss er als Vertreter der Arbeitgeber-Organisationen sitzt, oder das damalige Fernsehen NordWest 5, an deren NordWest Medien AG er kurzfristig eine Beteiligung erworben hatte. Er präsidierte auch die Medienkommission der Handelskammer beider Basel und wurde schliesslich - Automatismus nach Durchführung zahlreicher Lehrveranstaltungen und Glanzlicht seiner Biografie - Titularprofessor für Medienwissenschaft an der Universität Basel, ohne allerdings habilitiert zu haben. An diesem Titel, so verlautet aus seinem Umfeld, sei ihm so viel gelegen, dass er umgehend Adresslisten habe mutieren lassen.

Seinen Aufstieg zum Medien-Mogul nahm die breite Öffentlichkeit ebenso wenig zur Kenntnis wie er Publizität in eigener Sache vorantrieb. Diskret baute Schuhmacher auch über vorzügliche militärische Kontakte seine einflussreiche Position in der Wirtschaft und seinen Einfluss auf die Politik auf. Seine Vertretung der Gerstenhauer-Stiftung, die mit einem 11-Prozent-Paket als grösste Einzelaktionärin an der Publigroupe partizipiert, begründete seinen Einzug in den Verwaltungsrat des grössten Schweizer Anzeigenkonzerns und die Wahl zum Vizepräsidenten.

Im Kanton Solothurn, wo er hervorragende Kontakte in Wirtschafts- und Regierungskreise pflegt, gab Schuhmacher inzwischen - vermutlich nicht zur Freude der BaZ-Verlegerfamilie und auch nicht der Publigroupe, aber in den Medien kaum kritisch kommentiert - auch den Ton an: Vor zwei Jahren wurde er Präsident der Vogt-Schild-Holding ("Solothurner Zeitung"). Die Annahme darf gestattet sein, dass Schuhmacher seine Verbindungen in die Universität nutzte und massgeblich dafür sorgte, dass der Basler Staatsrechtsprofessor René Rhinow, der bisher keine Medien-Ämter bekleidete, im Solothurner Verwaltungsrat Einsitz nahm.

"Der Königsmacher
mit den vorzüglichen Beziehungen."




Mit seinem Riecher für nutzbringende Netzwerke schuf der Helveter mit Schmiss und FDP-Mitgliedschaft Seilschaften auf verschiedenen Ebenen - in der Politik mit freisinnigem Schwerpunkt. So trat der frühere Baselbieter FDP-Präsident Patrice Baumann im Dezember 2002 in die Itag-Gruppe ein. Auch arbeitete Peter Pegoraros Ehefrau Sabine - die heutige Baselbieter Regierungsrätin und ehemalige FDP-Kantonalpräsidentin - früher in Schuhmachers Dornacher Anwaltskanzlei, während ihr Ehemann in der Itag bis zu seiner Freistellung als Direktor die Vermögensverwaltung führte. Sabine Pegoraro und Fritz Schuhmacher trafen sich auch im Rahmen der regionalen ACS-Sektion: Schuhmacher war Präsident, Sabine Pegoraro bis zu ihrer Wahl in den Regierungsrat Vorstandsmitglied. Zwar wird Schuhmacher im Baselbiet nur geringer Einfluss zugebilligt, doch sind Stimmen zu hören, die zumindest auf eine hintergründige Unterstützung der Kandidatur Pegoraro hindeuten. Dies allerdings bestreiten andere Quellen: Schuhmacher sei gar nicht guter Stimmung gewesen, als Sabine Pegoraro seine Kanzlei verlassen habe.

Gut informierte Quellen wissen indessen, dass der "Königsmacher" (Tages-Anzeiger) bei mehr als einer Regierungsratswahl im Kanton Basel-Stadt seine Beziehungen habe spielen lassen. So habe er die Wahl von Hans-Martin Tschudi (DSP), dem damaligen Departementssekretär und Vorsitzenden der Medienkommission im Wirtschafts- und Sozialdepartement, zum Regierungsrat massgeblich mitbetrieben. Auch der Kür des inzwischen verstorbenen Handelskammer-Kollegen Stefan Cornaz (FDP) in die Kantonsregierung verhalf Schuhmacher zum Erfolg. Er habe "nur geholfen", pflegt er solche Engagements zu kommentieren.

Wenig Aufhebens macht er um seine Dienste als Generalkonsul von Monaco - zum Tod Fürst Rainiers dieses Frühjahr gab der Träger des Grimaldi-Ordens einige wohlwollende Worte über die Person des Verstorbenen preis -, aber er hält es auch nicht für unanständig, wenn die gehobene Gesellschaft dies zur Kenntnis nimmt. Während 27 Jahren stand Schuhmacher als Präsident der Sektion Basel des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) vor. Seinen Verbindungen zum Fürstenstaat wird gutgeschrieben, dass der Sektion mit dem Verkauf von Eintrittskarten an den Grand Prix von Monaco reichliche Mittel zuflossen. "Hals über Kopf" - so jedenfalls erschien es Aussenstehenden - habe er sein Präsidium vor zwei Jahren niedergelegt. Mittlerweile waren am finanziellen Club-Horizont düstere Wolken aufgestiegen. Als "sehr umtriebig und loyal" bezeichnen ihn ACS-Aktivisten.

"Warum nur nahm Ueli Vischer
das Itag-Präsidium an?"




Zu den Leuten seines Vertrauens gehörte der frühere Basler Finanzdirektor und nunmehr frei praktizierende Anwalt Ueli Vischer. Kaum hatte er dieses Frühjahr sein Mandat niedergelegt, wartete die Itag im März mit der Bekanntmachung auf, der alt-Regierungsrat übernehme die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten. Das Engagement war, kaum begonnen, schon zerronnen: Dieser Tage einigten sich die Itag-Spitzen auf einen Rücktritt Vischers. Dass der liberale Ehrenmann dieses Mandat annahm, noch während die Pegoraro-Untersuchung lief, verstanden nicht alle. "Da checke ich den Ueli nicht", meinte ein Duz-Freund gegenüber OnlineReports, schob aber gleich Verständnis nach: "Ueli Vischer hatte die Art, nie jemanden zu fragen, was er machen soll." Waren Vischer beim Eintritt in den Itag-Verwaltungsrat alle Informationen gegeben worden oder wurden ihm kritische Aspekte vorenthalten?

Ueli Vischer seinerseits ist nach dem Ausscheiden aus der kantonalen Exekutive daran, sich gut zu vernetzen an weniger riskanten Posten - so als neuer Basler Universitäts-Präsident und als designierter Präsident der Messe Schweiz.

Wer sich mit massgeblichen Baslern über die Person Schuhmacher unterhält, erhält Bilder, die sich zu einem "Modell Schuhmacher" zusammenfügen: Sein "Drang nach Macht und Reputation" trage "suchtähnliche Züge". Dabei sei es nicht eigenes Geld, auf dem seine Macht gründe, sondern treuhänderisch anvertrautes. Ein FDP-Mitsteiter hat Schuhmacher als "sehr einflussreichen und initiativen Drahzieher und Macher" erlebt: "Delegieren und telefonieren ist seine Stärke." Etwas erstaunt habe allerdings, so die Quelle, "dass er neben der Itag noch eine Anwaltskanzlei in Dornach betreibt".

"Kommt es auch im Publigroupe-
Verwaltungsrat zu Mutationen?"




Vielen ist schon lange ein Rätsel, wie er zusätzlich den Verpflichtungen seiner 40 Verwaltungsratssitze nachkommt und weitere Mandate in Ausschüssen inhaltlich meistert. In dieser exzessiven Kollektion von sich teils zuwider laufenden Bindungen und Interessenkollisionen, die zunehmend Sprengstoff in sich trugen, sehen Beobachter denn auch eine Gefahr, die Fritz Schuhmacher möglicherweise nicht realistisch genug einschätzte. Fraglich ist, ob sich im "System Schuhmacher" genügend Freunde bewegten, deren kritischer Ratschlag erwünscht und gefragt war. Möglicherweise schwiegen viele Beobachter mit klarem Kopf auch nur in der Hoffnung, selbst einmal vom "System Schuhmacher" profitieren zu können.

Schuhmacher beteuert, es sei durch die ihm vorgeworfene Verpfändung von Kundengeldern "niemand zu Schaden gekommen". Anzunehmen aber ist, dass die nun öffentlich gewordene Strafuntersuchung und die ihr zu Grunde liegenden Vorwürfe für eine Treuhand- und Vermögensverwaltungsfirma wie die Itag zu einem potenziell existenziellen Problem geworden sind: Das Risiko droht, dass Kundengelder abgezogen werden, auch wenn die Firma zwischenzeitlich recht überstürzt verkauft wurde.

Aber auch die Publigroupe hat ein Problem - vor allem dann, wenn ihr Vizepräsident im Aktionariat noch andere Investorengruppen vertreten sollte, die Beteiligungen unter der Bekanntgabepflicht halten, sich aber insgesamt zu einem übermächtigen Stimmen-Paket zusammen fügen. Anderseits könnte auch Schuhmacher an der Publigroupe-Spitze genau aus diesem Grund auch Schwierigkeiten bekommen, seit durch die SonntagsZeitung bekannt wurde, dass Famlienangehörige der Gerstenhauer-Stiftung deren gerichtliche Auflösung anstreben: Schuhmachers Position in der Publigroupe wäre grundsätzlich in Frage gestellt. Brisant sind auch Vorwürfe, dass die Itag mit Käufen von Publigroupe-Aktien im Auftrag der Hayek-Gruppe saftige Gewinne erzielt haben soll. Sollten sie zutreffen, steht die Frage im Raum, ob die Verwaltungsräte der Publigroupe wie der Vogt-Schild-Holding über den Aktien-Transfer und die Strafuntersuchung informiert worden waren.

Ironie des Schicksals: Die Strafanzeige der Itag gegen Peter Pegoraro vor mehr als zwei Jahren führte nach seinen eigenen Angaben zu einem "unausgesprochenen Berufsverbot". Mit der späteren Strafanzeige eines ehemaligen Mitarbeiters gegen die Itag-Spitze und den sich daraus gebenden Verwerfungen dürfte anderseits die Erfolgs-Geschichte Schuhmachers und insbesondere sein scheinbar unaufhaltsamer Aufstieg zum Schweizer Medien-Mogul der Vergangenheit angehören.

"Ein krasser Bruch in der Biografie."




Die Grenzen seines Wegs nach oben musste Schuhmacher vor vier Jahren erfahren, als ihm die Wahl zum Präsidenten der Handelskammer beider Basel misslang, obschon ihn die aus Hanspeter Weisshaupt, Bernhard Menzinger und Hans Kindler bestehende Findungskommission einstimmig als Nachfolger von Robert A. Jeker empfahl. Das Rennen machte der Wirtschaftsanwalt Thomas Staehelin. Später folgte die unter Druck der Bankenkommission erfolgte Strafanzeige gegen Peter Pegoraro und weitere Mitarbeitende. Jetzt muss sich Schuhmacher selbst einer Strafuntersuchung unterziehen, was er als "Racheakt" von früheren Mitarbeitenden bezeichnet.

So lange gegen Schuhmacher kein rechtsgültiges Urteil vorliegt, gilt er als unschuldig. Diesen Grundsatz beherzigte auch der Ausschuss der Stiftung Kabelnetz Basel, vor dem Mitglied Schuhmacher vergangene Woche eine kurze Erklärung abgab. Laut Samuel Hess, dem Kantonsvertreter im Stiftungsrat, sieht das vom Germanistik-Professor Heinrich Löffler präsidierte Führungsgremium "derzeit keine Veranlassung, etwas am Status von Herrn Schuhmacher zu ändern".

Dennoch fällt ein immenses Macht- und Beziehungsnetz Schlag auf Schlag in sich zusammen: Die Itag-Gruppe wird verkauft, Annasohn und Schuhmacher scheiden aus den Verwaltungsräten aus, Vischer gibt überhastet das Präsidium ab, Schuhmacher wird kommenden November aus dem BaZ-Verwaltungsrat beseitigt, er selbst lässt sich auch vom Präsidium der Vogt-Schild-Holding dispensieren. Die Dramatik der Ereignisse darf darauf schliessen lassen, dass es eine Frage der Zeit ist, bis es an der Publigroupe-Spitze zu Mutationen kommt. Auch an der Universität steht Schuhmacher eine harte Zeit bevor. "Wie", mutmasst ein Advokat, "kann er unter diesen Umständen vor seine Studenten treten?" Andere gehen auf ihre Weise zu Schuhmacher auf Distanz und verzichten auf Einladungen: "Auch wenn nur eine Untersuchung läuft, es geht im Moment nicht."

Fritz Schuhmacher hat sich systematisch ein beispielloses Netzwerk aufgebaut. Jetzt scheint er darin wie gefangen.

* Der Autor ist als Vertreter der Medienschaffenden Mitglied des Stiftungsrates Kabelnetz Basel, dem auch Fritz Schuhmacher angehört.

27. September 2005


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Die Globe-Air-Brillanz und der fragliche Medien-Anwalt"

Das ist eine schön-satte Geschichte rund um den Fritz Schuhmacher. Dazu von einem Alt-Journalisten noch zwei Bemerkungen. Die erste ist eine Ergänzung zur Geschichte. Wesentlich zum Ansehen Fritz Schuhmachers beigetragen hat sein seinerzeitiges Mandat als Verteidiger im damaligen Globe-Air-Prozess. Diese sehr frühe Basler Airline (lange vor der Crossair!) ging unter, als eine Bristol Britannia 175/313 dieser Gesellschaft in Zypern abstürzte und fast alle Passagiere ums Leben kamen. Der Absturz war das "Aus" für die Globe-Air, der dann vor dem Gericht in Dornach ein grosser Prozess gemacht wurde.

 

Damals wurde ich als Journalist erstmals auf Schuhmacher aufmerksam. Und zwar in positivem Sinne. Er vertrat die Angeklagten der Globa-Air mit Umsicht und Engagement. Es war ein äusserst spannender Prozess über Wochen - mit Fritz Schuhmacher in der Hauptrolle, die er brilliant beherrschte - schon damals. Und es war vermutlich der Prozess, mit

dem er in den Wirtschaftskreisen der Region auch bekannt wurde.

 

Die zweite Bemerkung betrifft die Frage nach dem Medien-Anwalt. Zahlreiche Basler Journalisten haben sich stets die Frage gestellt, warum Fritz Schuhmacher sich als Medien-Anwalt bezeichnet? Bis zu seinen ersten Mandaten beispielsweise im Basler Kabelradio usw. hatte er von Medien-Arbeit kaum eine Ahnung - mindestens nicht in dieser Hinsicht, wie beispielsweise eine Zeitung oder ein Radio von innen her gemacht wird. Medien-Praxis im Sinne eines Medienschaffenden hatte er nie.

 

Ich habe nie begriffen, wie von vielen damaligen Kollegen der Begriff des Medien-Anwalts geprägt werden konnte. Verlags-Anwalt ja, aber Medien-Anwalt ... Diesen Begriff müsste man auch heute noch genauer hinterfragen.


Felix Thomann, Basel


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"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
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Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.